Künstliche Intelligenz - Leitfaden für die Schulentwicklung


Künstliche Intelligenz - Leitfaden für die Schulentwicklung
Einleitung
Künstliche Intelligenz in der Schulentwicklung ist kein reines Technikthema. Es geht darum, wie eine Schule ihre pädagogischen Ziele, ihre Unterrichtsentwicklung, ihre Prüfungskultur, ihre Fortbildung und ihre Organisationsentwicklung so weiterentwickelt, dass KI-Systeme professionell, lernförderlich, rechtssicher und fair eingesetzt werden. Dieser aiMOOC ist als Lehrerfortbildungssnack gedacht: Du erhältst einen kompakten, aber fundierten Leitfaden, mit dem Du in einer Schulleitung, einer Steuergruppe, einer Fachkonferenz oder einem Kollegium erste gemeinsame Schritte planen kannst.

Das folgende Video dient als Einstieg. Notiere Dir beim Anschauen drei Chancen, drei Risiken und eine konkrete Frage, die Deine Schule klären sollte.
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Dieser Lernkurs verbindet Grundlagenwissen über KI mit einem praktischen Schulentwicklungsprozess. Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, ob KI „gut“ oder „schlecht“ ist. Entscheidend ist, ob eine Schule begründet, transparent und pädagogisch verantwortlich entscheidet, wann KI eingesetzt wird, wann nicht und welche Kompetenzen Lernende und Lehrkräfte dafür brauchen.
Lernziele
Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du erklären, warum KI ein Thema der Schulentwicklung ist. Du kannst zentrale Begriffe wie generative KI, Large Language Model, Prompting, Machine Learning, Deep Learning, Bias, Halluzination und Datenschutz einordnen. Du kannst einen schulischen KI-Leitfaden skizzieren, der Unterricht, Prüfungen, Fortbildung, Organisation, Recht und Bildungsgerechtigkeit berücksichtigt. Du kannst außerdem ein kleines Pilotprojekt planen, auswerten und in einen nachhaltigen Entwicklungsprozess überführen.
Warum KI Schulentwicklung braucht
Künstliche Intelligenz verändert Lernen, Lehren, Arbeiten, Recherchieren, Schreiben, Programmieren, Gestalten und Prüfen. Damit betrifft sie mehrere Ebenen von Schule gleichzeitig. In der Unterrichtsentwicklung eröffnet KI neue Formen von Feedback, Differenzierung, Sprachbildung, Recherche, Ideengenerierung und Übung. In der Personalentwicklung entstehen neue Fortbildungsbedarfe für Lehrkräfte, Schulsozialarbeit, Verwaltung und Leitung. In der Organisationsentwicklung muss eine Schule klären, welche Tools genutzt werden dürfen, wie Support organisiert wird, wie Eltern informiert werden und wie gemeinsame Regeln entstehen. In der Technologieentwicklung geht es um Zugänge, Geräte, Schnittstellen, Datenschutz, Informationssicherheit und Zuständigkeiten.
Ein professioneller KI-Leitfaden verhindert, dass einzelne Lehrkräfte isoliert experimentieren, während andere verunsichert bleiben. Er schafft keine starre Verbotskultur, sondern eine reflektierte Fehlerkultur. Gute Schulentwicklung bedeutet hier: Chancen werden erprobt, Risiken werden benannt, Erfahrungen werden ausgewertet, Regeln werden angepasst und alle Beteiligten erhalten Orientierung.
Der pädagogische Kern
Der Kern jeder KI-Schulentwicklung ist der Bildungsauftrag. KI soll nicht eingesetzt werden, weil sie neu ist, sondern weil sie Lernprozesse sinnvoll unterstützen kann. Eine Schule sollte deshalb zuerst fragen: Welche Kompetenzen brauchen Lernende in einer von KI geprägten Welt? Welche Aufgaben bleiben zutiefst menschlich? Welche Lernwege können durch KI verbessert werden? Welche Formen von Leistung werden aussagekräftiger, wenn bloße Textproduktion allein nicht mehr genügt?
Zentrale Leitidee ist die digitale Mündigkeit. Lernende sollen KI nicht blind nutzen, sondern Ergebnisse prüfen, Quellen vergleichen, Grenzen erkennen, eigene Entscheidungen begründen und Verantwortung übernehmen. Dazu gehören Medienkompetenz, Informationskompetenz, Datenkompetenz, Urteilskompetenz, Kreativität, Kollaboration, Kommunikation und kritisches Denken.
Schule als lernende Organisation
Eine Schule ist eine lernende Organisation, wenn sie Veränderungen nicht zufällig geschehen lässt, sondern systematisch bearbeitet. Bei KI bedeutet das: Es braucht eine klare Zuständigkeit, ein gemeinsames Zielbild, Erprobungsräume, verbindliche Absprachen, transparente Kommunikation und regelmäßige Evaluation. Die Schulleitung muss Rahmenbedingungen ermöglichen, die Steuergruppe koordiniert den Prozess, die Fachkonferenzen entwickeln fachspezifische Umsetzungen, das Kollegium bringt Erfahrungen ein, Lernende geben Rückmeldung und Eltern werden informiert.
Grundbegriffe: KI verstehen, bevor man sie steuert
Künstliche Intelligenz bezeichnet Verfahren, bei denen technische Systeme Aufgaben bearbeiten, die mit Wahrnehmen, Lernen, Problemlösen, Sprache, Planung oder Mustererkennung verbunden sind. KI ist kein einheitliches Werkzeug, sondern ein Sammelbegriff für unterschiedliche Verfahren und Anwendungen.

- Machine Learning: Systeme erkennen Muster in Daten und verbessern ihr Verhalten anhand von Beispielen.
- Deep Learning: Eine Form des maschinellen Lernens, die mit mehrschichtigen neuronalen Netzen arbeitet.
- Generative Künstliche Intelligenz: Systeme erzeugen neue Texte, Bilder, Audios, Videos, Codes oder andere Inhalte auf Basis gelernter Muster.
- Large Language Model: Ein großes Sprachmodell verarbeitet und erzeugt Sprache, indem es Wahrscheinlichkeiten für Wortfolgen nutzt.
- Prompting: Die gezielte Formulierung von Eingaben, Kontexten und Anforderungen an ein KI-System.
- Halluzination: Eine scheinbar plausible, aber falsche oder unbelegte Ausgabe eines KI-Systems.
- Bias: Eine Verzerrung, die durch Daten, Modellentscheidungen, Einsatzkontexte oder menschliche Vorannahmen entstehen kann.
Was KI kann und was sie nicht kann
KI kann Muster erkennen, Vorschläge machen, Texte strukturieren, Varianten erzeugen, Sprache vereinfachen, Übungsaufgaben generieren, Rückmeldungen vorbereiten und Ideen anstoßen. Sie kann jedoch nicht zuverlässig Wahrheit garantieren, pädagogische Verantwortung übernehmen, soziale Beziehungen ersetzen oder schulische Entscheidungen legitimieren. Gerade deshalb bleibt die professionelle Entscheidung der Lehrkraft zentral. KI kann unterstützen, aber sie ersetzt weder pädagogische Diagnostik noch Beziehungsarbeit noch die Verantwortung für Leistungsbewertung.

Leitfrage: Welche Schule wollen wir mit KI sein?
Ein guter KI-Leitfaden beginnt nicht mit einer Toolliste, sondern mit einer Leitfrage: Welche Schule wollen wir in einer von KI geprägten Welt sein? Die Antwort darauf wird zum Leitbild für den Entwicklungsprozess. Eine Schule kann KI als Werkzeug zur Entlastung, zur Individualisierung, zur Inklusion, zur Kreativität, zur Sprachbildung und zur Vorbereitung auf die Arbeitswelt nutzen. Zugleich muss sie Grenzen ziehen: Keine ungeprüfte Übernahme von Ergebnissen, keine Verarbeitung sensibler Daten ohne Rechtsgrundlage, keine automatische Entscheidung über Lernende, keine versteckte Benachteiligung und keine Entwertung eigenständiger Leistung.
Leitprinzipien für eine schulische KI-Strategie
- Pädagogik vor Technik: Der Einsatz von KI folgt Lernzielen, nicht umgekehrt.
- Transparenz: Regeln, Einsatzformen und Grenzen werden für Lernende, Eltern und Kollegium nachvollziehbar gemacht.
- Datenschutz: Personenbezogene Daten werden geschützt und nur auf rechtssicherer Grundlage verarbeitet.
- Chancengerechtigkeit: Alle Lernenden erhalten faire Zugänge und Unterstützung.
- Menschliche Verantwortung: Pädagogische Entscheidungen bleiben bei Menschen.
- Kritische Reflexion: KI-Ausgaben werden geprüft, verglichen und begründet genutzt.
- Evaluation: Wirkungen, Risiken und Erfahrungen werden systematisch ausgewertet.
Der KI-Leitfaden als Schulentwicklungsprozess
Ein schulischer KI-Leitfaden sollte kurz genug sein, um genutzt zu werden, und klar genug, um Orientierung zu geben. Er kann als wachsendes Dokument verstanden werden. Die Schule beginnt mit wenigen verbindlichen Regeln und entwickelt diese anhand von Erfahrungen weiter.
| Phase | Leitfrage | Ergebnis |
|---|---|---|
| Orientierung | Was bedeutet KI für unsere Schule? | Gemeinsames Grundverständnis und erste Fragen |
| Standortbestimmung | Wo stehen Kollegium, Lernende und Infrastruktur? | Überblick über Kompetenzen, Bedarfe und Risiken |
| Zielbild | Wozu wollen wir KI pädagogisch nutzen? | Leitlinien und Prioritäten |
| Pilotierung | Was erproben wir begrenzt und überprüfbar? | Pilotprojekt mit klaren Kriterien |
| Fortbildung | Welche Kompetenzen braucht das Kollegium? | Fortbildungsplan und Unterstützungsstruktur |
| Regelung | Was ist erlaubt, erforderlich oder ausgeschlossen? | KI-Nutzungsordnung und Kommunikationskonzept |
| Evaluation | Was wirkt, was schadet, was muss angepasst werden? | Auswertung und nächste Entwicklungsschritte |
Phase 1: Orientierung und gemeinsames Verständnis
Zu Beginn sollten alle Beteiligten eine gemeinsame Sprache entwickeln. Viele Konflikte entstehen, weil unter „KI“ Unterschiedliches verstanden wird: Chatbots, Bildgeneratoren, adaptive Lernprogramme, Übersetzungstools, Korrekturhilfen, Suchsysteme oder automatische Empfehlungen. Eine kurze schulinterne Einführung sollte deshalb Begriffe klären, Beispiele zeigen und deutlich machen, dass KI immer im Kontext pädagogischer Ziele bewertet wird.
Eine sinnvolle Startaktivität ist eine gemeinsame Kartenabfrage: Wo nutzen Lehrkräfte bereits KI? Wo nutzen Lernende KI? Welche Sorgen gibt es? Welche Chancen werden gesehen? Welche Situationen brauchen dringend Regeln? Aus diesen Antworten entsteht eine erste Standortbestimmung.
Phase 2: Zielbild und schulische Leitlinien
Das Zielbild beschreibt, wie KI zur Schulqualität beitragen soll. Es kann an bestehende Ziele aus dem Schulprogramm anschließen, zum Beispiel individuelle Förderung, Sprachbildung, Inklusion, Berufsorientierung, Feedbackkultur oder Entlastung von Routineaufgaben. Daraus entstehen schulische Leitlinien. Sie sollten positiv formuliert sein und nicht nur Verbote enthalten.
Beispiel für eine Leitlinie: Wir nutzen KI, um Lernprozesse zu unterstützen, aber wir prüfen KI-Ausgaben kritisch und machen den Einsatz transparent. Eine weitere Leitlinie kann lauten: Wir schützen personenbezogene Daten und nutzen nur freigegebene Anwendungen. Solche Sätze sind einfach, aber wirkungsvoll, wenn sie in Unterricht, Fortbildung und Kommunikation konkretisiert werden.
Phase 3: Pilotprojekte statt Aktionismus
Ein Pilotprojekt ist eine begrenzte Erprobung mit klarer Frage, definiertem Zeitraum und Auswertung. Ein gutes Pilotprojekt könnte lauten: Eine Jahrgangsstufe erprobt vier Wochen lang KI-gestützte Feedbackimpulse für Schreibaufgaben. Vorab wird festgelegt, welche Daten nicht eingegeben werden, welche Tools genutzt werden dürfen, wie die Lernenden den KI-Einsatz dokumentieren und woran der Erfolg gemessen wird.
Pilotprojekte schützen vor Überforderung. Sie machen Erfahrungen sichtbar, bevor Regeln für die ganze Schule beschlossen werden. Wichtig ist, dass die Auswertung nicht nur fragt, ob ein Tool „funktioniert“, sondern ob es Lernen verbessert, Arbeitsbelastung verändert, Teilhabe fördert, Fehler erzeugt oder neue Probleme schafft.
Phase 4: Fortbildung und kollegiale Professionalisierung
Lehrerfortbildung zu KI sollte nicht nur aus Toolvorstellungen bestehen. Lehrkräfte brauchen ein Verständnis der Funktionsweise, der Grenzen, der rechtlichen Fragen und der fachdidaktischen Möglichkeiten. Besonders wirksam sind kurze, wiederholte Fortbildungsformate mit direktem Unterrichtsbezug. Ein Lehrerfortbildungssnack kann in zwanzig bis dreißig Minuten einen Impuls setzen, ein Beispiel zeigen und eine kleine Transferaufgabe anstoßen.
| Zeit | Baustein | Ziel |
|---|---|---|
| Ankommen | KI-Erfahrung sammeln | Vorwissen und Fragen sichtbar machen |
| Impuls | Video oder Beispiel ansehen | Gemeinsame Gesprächsgrundlage schaffen |
| Austausch | Chancen und Risiken sortieren | Unterschiedliche Perspektiven einbeziehen |
| Transfer | Eine Unterrichtsidee oder Regel formulieren | Konkrete nächste Handlung planen |
| Sicherung | Ergebnis in einem gemeinsamen Dokument festhalten | Schulentwicklungsprozess fortschreiben |
Phase 5: Regeln, Datenschutz und Toolprüfung
Beim Einsatz von KI in Schule sind Datenschutz, Urheberrecht, Informationssicherheit, Transparenz und Aufsichtspflicht zu beachten. Besonders sensibel sind personenbezogene Daten von Lernenden, Leistungsdaten, Gesundheitsdaten, Förderbedarfe, Fotos, Stimmen und vertrauliche schulische Informationen. Eine Schule sollte deshalb festlegen, welche Daten nie in öffentliche KI-Systeme eingegeben werden dürfen.
Ein KI-Leitfaden sollte eine einfache Prüffrage enthalten: Würde ich diese Information auch öffentlich ins Internet stellen? Wenn die Antwort Nein lautet, gehört sie nicht in ein nicht freigegebenes KI-System. Zusätzlich braucht es Hinweise, welche Tools von der Schule oder dem Schulträger freigegeben sind, wer die Prüfung verantwortet und wie neue Tools vorgeschlagen werden können.
Phase 6: Unterrichtsentwicklung mit KI
KI kann Lernprozesse auf unterschiedliche Weise unterstützen. Sie kann Texte vereinfachen, Aufgaben differenzieren, Lernwege vorschlagen, Beispiele erzeugen, Rollenkarten erstellen, Feedback vorbereiten, Lernende beim Üben begleiten oder Barrieren abbauen. In einem guten Unterricht wird KI jedoch nicht als Abkürzung zum fertigen Produkt eingesetzt, sondern als Anlass für Denken, Prüfen, Vergleichen, Verbessern und Begründen.
Eine hilfreiche Unterscheidung lautet: Lernen über KI, Lernen mit KI und Lernen trotz KI. Beim Lernen über KI verstehen Lernende Funktionsweisen, Chancen und Risiken. Beim Lernen mit KI nutzen sie KI als Werkzeug. Beim Lernen trotz KI gestalten Lehrkräfte Aufgaben so, dass eigenständiges Denken, Kooperation, Gespräch, Experiment, Beobachtung und Reflexion weiterhin sichtbar werden.
Beispiele für lernförderliche KI-Nutzung
- Schreibdidaktik: Lernende vergleichen eigene Textfassungen mit KI-Feedback und begründen, welche Vorschläge sie übernehmen.
- Sprachbildung: Schwierige Fachtexte werden in mehreren Sprachniveaus erschlossen und anschließend kritisch verglichen.
- Mathematikunterricht: Lernende lassen sich Lösungswege erklären und prüfen die Erklärung auf Fehler.
- Fremdsprachenunterricht: KI wird als Gesprächspartner genutzt, danach werden sprachliche Korrektheit und Angemessenheit reflektiert.
- Inklusion: Texte werden vorgelesen, vereinfacht oder in andere Darstellungsformen übertragen.
- Projektarbeit: Gruppen nutzen KI zur Ideensammlung, dokumentieren aber ihre Entscheidungen und Quellen.
- Berufsorientierung: Lernende analysieren, wie KI Berufsbilder verändert und welche Kompetenzen wichtig bleiben.
Prüfungskultur und Leistungsbewertung
KI verändert die Aussagekraft traditioneller Hausaufgaben, Referate und Schreibprodukte. Wenn Lernende Texte, Gliederungen, Lösungen oder Bilder mit KI erzeugen können, muss Schule stärker prüfen, welche Kompetenzen tatsächlich sichtbar werden. Eine zeitgemäße Prüfungskultur setzt deshalb auf Prozesse, mündliche Erklärungen, Reflexion, Quellenarbeit, Transfer, individuelle Entscheidungen, Dokumentation und Anwendung in neuen Situationen.
Die Leistungsbewertung bleibt eine pädagogische Aufgabe. KI kann Korrekturhinweise vorbereiten oder Feedback strukturieren, aber die abschließende Bewertung braucht menschliche Verantwortung, fachliche Prüfung und rechtliche Absicherung. Lernende sollten außerdem wissen, wann KI erlaubt ist, wie sie ihren Einsatz kennzeichnen und welche Leistungen eigenständig erbracht werden müssen.
Kennzeichnung von KI-Nutzung
Eine einfache schulische Regel kann lauten: Wenn KI wesentlich zur Erstellung eines Produkts beigetragen hat, wird dies angegeben. Die Kennzeichnung kann beschreiben, welches Tool genutzt wurde, wofür es genutzt wurde und wie das Ergebnis geprüft oder verändert wurde. Dadurch wird KI-Nutzung nicht automatisch bestraft, sondern zum Gegenstand von Reflexion und Lernkompetenz.
Beispiel für eine transparente Angabe: Ich habe ein KI-Sprachmodell genutzt, um Ideen für die Gliederung zu sammeln. Die Auswahl, Beispiele und abschließende Formulierung stammen von mir. Zwei Fakten habe ich anschließend mit anderen Quellen geprüft.
Chancengerechtigkeit und Teilhabe
Chancengerechtigkeit ist ein Schlüsselthema. Wenn manche Lernende zu Hause kostenpflichtige KI-Tools nutzen und andere keinen Zugang haben, entstehen neue Ungleichheiten. Wenn KI nur von leistungsstarken Lernenden reflektiert eingesetzt wird, vergrößert sich die Schere. Schulen brauchen daher faire Zugänge, klare Regeln und gezielte Unterstützung.
KI kann Teilhabe fördern, wenn sie Barrieren abbaut: Texte können vorgelesen, übersetzt, vereinfacht oder strukturiert werden. Lernende mit unterschiedlichen Voraussetzungen können zusätzliche Beispiele, Erklärungen oder Übungsformen erhalten. Diese Chancen entstehen jedoch nur, wenn die Schule bewusst plant, wie KI inklusiv, datenschutzkonform und pädagogisch sinnvoll genutzt wird.
Risiken und Schutzmaßnahmen
Eine professionelle KI-Strategie benennt Risiken offen. Dazu gehören falsche Informationen, Halluzination, Bias, Datenschutzverletzungen, Urheberrechtsfragen, Abhängigkeit von kommerziellen Plattformen, Leistungsverschleierung, Desinformation, Deepfakes, Cyberrisiken und eine mögliche Schwächung eigenständiger Denkprozesse. Risiken sind kein Grund für Stillstand, aber ein Grund für klare Schutzmaßnahmen.
| Risiko | Schutzmaßnahme |
|---|---|
| Falsche KI-Ausgaben | Quellenprüfung, Gegenrecherche und fachliche Kontrolle |
| Unklare Datenverarbeitung | Nur freigegebene Tools und keine sensiblen Daten eingeben |
| Ungerechte Zugänge | Schulische Zugänge und niedrigschwellige Unterstützung bereitstellen |
| Unklare Leistung | KI-Nutzung dokumentieren und Prozessleistungen bewerten |
| Überforderung im Kollegium | Fortbildungsplan, Beispiele und kollegiale Beratung anbieten |
| Unkritische Nutzung | Medienbildung, Promptanalyse und Fehlerkultur stärken |
Rollen und Verantwortlichkeiten
Ein KI-Leitfaden funktioniert nur, wenn Zuständigkeiten geklärt sind. Die Schulleitung setzt Prioritäten, ermöglicht Zeitfenster und kommuniziert den Prozess. Die Steuergruppe koordiniert Erprobungen, sammelt Rückmeldungen und entwickelt Vorschläge. Die Fachkonferenzen konkretisieren KI-Nutzung fachspezifisch. Die Datenschutzbeauftragten oder zuständigen Stellen prüfen rechtliche Fragen. Der Schulträger unterstützt Infrastruktur und Zugänge. Lernende und Eltern geben Rückmeldung, damit Regeln verständlich und praktikabel bleiben.
Ein einfaches Zuständigkeitsraster
| Aufgabe | Mögliche Verantwortung | Ergebnis |
|---|---|---|
| KI-Leitbild entwerfen | Schulleitung und Steuergruppe | Beschlussvorlage für schulische Gremien |
| Unterrichtsbeispiele sammeln | Fachkonferenzen | Materialpool mit erprobten Szenarien |
| Toolfreigabe klären | Schulleitung, Schulträger und Datenschutz | Liste zulässiger Anwendungen |
| Fortbildungen planen | Fortbildungskoordination | Jahresplan mit kurzen Formaten |
| Lernende beteiligen | Klassenleitungen und Schülervertretung | Rückmeldungen und Bedarfe |
| Eltern informieren | Schulleitung und Klassenleitungen | Elternbrief oder Informationsabend |
| Evaluation durchführen | Steuergruppe | Bericht mit nächsten Schritten |
KI-Leitfaden: Musterstruktur für eine Schule
Ein schulischer KI-Leitfaden kann in sieben kurze Kapitel gegliedert werden. Die folgenden Bausteine können direkt als Grundlage für eine schulinterne Arbeitsgruppe dienen.
- Zielsetzung: Warum beschäftigt sich die Schule mit KI und welche pädagogischen Ziele stehen im Vordergrund?
- Begriffe: Welche KI-Anwendungen meint die Schule und welche Grundbegriffe müssen alle verstehen?
- Nutzungsregeln: Wann ist KI erlaubt, eingeschränkt oder ausgeschlossen?
- Datenschutz: Welche Daten dürfen nicht eingegeben werden und welche Tools sind freigegeben?
- Unterricht: Wie wird KI lernförderlich, kritisch und transparent eingesetzt?
- Leistungsbewertung: Wie wird KI-Nutzung gekennzeichnet und wie werden eigenständige Leistungen sichtbar?
- Evaluation: Wie werden Erfahrungen gesammelt, ausgewertet und in die nächste Version übertragen?
Prompting als professionelle Kompetenz
Prompting ist mehr als das Schreiben einer Frage. Ein guter Prompt beschreibt Rolle, Ziel, Kontext, Material, Niveau, Format, Kriterien und Prüfauftrag. Lehrkräfte können Prompting nutzen, um Unterrichtsideen, Differenzierungen, Erwartungshorizonte oder Feedbackraster vorzubereiten. Lernende können Prompting nutzen, um Denkprozesse zu strukturieren. Wichtig ist: Ein Prompt ersetzt keine fachliche Prüfung.
Ein pädagogisch sinnvoller Prompt sollte die Lernenden nicht nur zum Ergebnis führen, sondern zum Denken anregen. Statt „Schreibe mir die Lösung“ kann eine Aufgabe lauten: „Gib mir drei mögliche Lösungswege, aber nenne noch nicht die Endlösung. Stelle mir danach zwei Rückfragen, damit ich selbst weiterdenken kann.“ So wird KI zum Lernbegleiter und nicht zur Abkürzung.
Praxisimpuls: 90-Tage-Plan für die KI-Schulentwicklung
| Zeitraum | Schwerpunkt | Konkretes Ergebnis |
|---|---|---|
| Startphase | Orientierung und Standortbestimmung | Kollegiale Abfrage, erste Leitfragen und Steuergruppe |
| Entwicklungsphase | Leitlinien und Pilotprojekt | Entwurf eines KI-Leitfadens und ein begrenztes Unterrichtsprojekt |
| Erprobungsphase | Unterricht, Fortbildung und Dokumentation | Materialbeispiele, Kennzeichnungsregel und Feedback der Beteiligten |
| Auswertungsphase | Evaluation und Beschluss | Überarbeiteter Leitfaden und nächste Fortbildungsplanung |
Der 90-Tage-Plan ist bewusst überschaubar. Er soll nicht alle Fragen endgültig lösen, sondern einen strukturierten Anfang ermöglichen. Danach wird der Leitfaden in regelmäßigen Abständen angepasst.
Qualitätscheck für KI-Projekte
Bevor eine Schule ein KI-Projekt ausweitet, sollte sie einen Qualitätscheck durchführen. Die folgenden Fragen helfen bei einer fundierten Entscheidung.
- Lernwirksamkeit: Unterstützt die Anwendung nachweisbar oder plausibel ein konkretes Lernziel?
- Altersangemessenheit: Passt die Nutzung zum Entwicklungsstand der Lernenden?
- Datenschutz: Ist die Verarbeitung personenbezogener Daten geklärt?
- Transparenz: Können Lernende, Eltern und Kollegium verstehen, wie und warum KI genutzt wird?
- Fairness: Werden Benachteiligungen vermieden und Zugänge gerecht gestaltet?
- Fachlichkeit: Werden Ergebnisse fachlich geprüft?
- Nachhaltigkeit: Gibt es Support, Fortbildung und Evaluation?
- Verantwortung: Bleibt die pädagogische Letztentscheidung beim Menschen?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Warum braucht eine Schule einen KI-Leitfaden? (Er schafft gemeinsame Orientierung für pädagogisch verantwortliche KI-Nutzung) (!Er ersetzt die pädagogische Verantwortung der Lehrkräfte) (!Er erlaubt automatisch jedes digitale Werkzeug) (!Er macht Unterrichtsplanung überflüssig)
Was beschreibt Prompting am besten? (Die gezielte Formulierung von Eingaben an ein KI-System) (!Die automatische Bewertung aller Schülerleistungen) (!Die Speicherung sensibler Daten in einem Chatbot) (!Die technische Reparatur eines Schulnetzwerks)
Was ist ein geeignetes Ziel eines KI-Pilotprojekts? (Eine begrenzte Erprobung mit klarer Auswertung) (!Die sofortige Einführung aller verfügbaren Tools) (!Die Abschaffung von Fachkonferenzen) (!Die Benotung ohne menschliche Prüfung)
Warum ist Datenschutz bei KI in der Schule besonders wichtig? (Weil personenbezogene Daten von Lernenden geschützt werden müssen) (!Weil KI nur ohne Internet funktioniert) (!Weil Datenschutz jede Fortbildung ersetzt) (!Weil Lernende keine digitalen Medien nutzen dürfen)
Welche Rolle behält die Lehrkraft beim Einsatz von KI? (Sie trägt die pädagogische Verantwortung und prüft Ergebnisse) (!Sie gibt jede Entscheidung an das KI-System ab) (!Sie darf keine Rückmeldungen mehr geben) (!Sie bewertet ausschließlich automatisch erzeugte Texte)
Was bedeutet Bias bei KI-Systemen? (Eine Verzerrung in Daten, Modell oder Ergebnis) (!Eine besonders sichere Form der Verschlüsselung) (!Ein verbindlicher Lehrplan für Informatik) (!Ein anderes Wort für Klassenarbeit)
Was kennzeichnet eine zeitgemäße Prüfungskultur im Kontext von KI? (Sie macht Prozesse, Reflexion und eigenständige Leistung sichtbar) (!Sie verbietet jede Form von Feedback) (!Sie bewertet nur die Länge eines Textes) (!Sie verzichtet vollständig auf Aufgabenstellungen)
Was bedeutet Chancengerechtigkeit bei KI-Nutzung? (Alle Lernenden erhalten faire Zugänge und Unterstützung) (!Nur besonders leistungsstarke Lernende dürfen KI nutzen) (!Kostenpflichtige Tools sind immer Pflicht) (!Zugänge werden zufällig verteilt)
Was sollte eine Schule nach einer KI-Erprobung tun? (Wirkungen, Risiken und Erfahrungen systematisch auswerten) (!Alle Regeln sofort abschaffen) (!Nur positive Rückmeldungen berücksichtigen) (!Die Erprobung ohne Dokumentation wiederholen)
Welche Aussage passt zu lernförderlicher KI-Nutzung? (KI-Ausgaben werden geprüft, verglichen und reflektiert genutzt) (!KI-Ergebnisse gelten immer als wahr) (!KI ersetzt alle Gespräche im Unterricht) (!KI-Nutzung muss grundsätzlich geheim bleiben)
Memory
| KI-Leitbild | gemeinsame Orientierung |
| Pilotprojekt | begrenzte Erprobung |
| Datenschutz | Schutz personenbezogener Daten |
| Prompting | gezielte Eingabe |
| Evaluation | begründete Weiterentwicklung |
| Prüfungskultur | kompetenzorientierte Leistungsbewertung |
| Chancengerechtigkeit | fairer Zugang |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Orientierung | Ausgangslage klären |
| Leitlinien | gemeinsame Regeln entwickeln |
| Pilotierung | begrenzte Erprobung starten |
| Fortbildung | Kompetenzen im Kollegium aufbauen |
| Evaluation | Wirkungen und Risiken auswerten |
Kreuzworträtsel
| Leitbild | Welches Wort bezeichnet die gemeinsam vereinbarte Richtung einer Schule? |
| Prompt | Wie heißt eine gezielte Eingabe an ein KI-System? |
| Bias | Wie heißt eine Verzerrung in Daten oder Ergebnissen? |
| Evaluation | Wie heißt die systematische Auswertung eines Projekts? |
| Datenschutz | Welcher Begriff steht für den Schutz personenbezogener Daten? |
| Pilotierung | Wie heißt die begrenzte Erprobung vor der breiten Einführung? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- KI-Erfahrungen sammeln: Notiere drei Situationen, in denen Du oder Deine Lernenden bereits KI nutzen könnten, und ordne sie den Bereichen Unterricht, Organisation oder Lernen zu.
- Chancen-Risiken-Tabelle: Erstelle eine Tabelle mit fünf Chancen und fünf Risiken von KI an Deiner Schule und formuliere zu jedem Risiko eine Schutzmaßnahme.
- Prompt verbessern: Schreibe einen einfachen Prompt für eine Unterrichtsidee und verbessere ihn so, dass Ziel, Niveau, Format und Prüfkriterien klar werden.
- Video-Reflexion: Schaue das Einstiegsvideo erneut und formuliere drei Aussagen, die Du in einer Lehrerkonferenz diskutieren würdest.
Standard
- KI-Leitbild formulieren: Entwickle fünf Leitsätze für eine pädagogisch verantwortliche KI-Nutzung an Deiner Schule.
- Pilotprojekt planen: Entwirf ein vierwöchiges KI-Pilotprojekt für ein Fach oder eine Jahrgangsstufe mit Ziel, Ablauf, Datenschutzregel und Evaluation.
- Kennzeichnungsregel entwickeln: Formuliere eine verständliche Regel, wie Lernende KI-Nutzung in Aufgaben, Projekten oder Präsentationen transparent machen sollen.
- Fortbildungssnack gestalten: Plane einen zwanzigminütigen Fortbildungssnack für Dein Kollegium mit Einstieg, Beispiel, Austausch und Transferauftrag.
Schwer
- Schulinterner KI-Leitfaden: Erstelle einen vollständigen Entwurf für einen schulischen KI-Leitfaden mit Leitbild, Nutzungsregeln, Toolprüfung, Prüfungskultur und Evaluation.
- Prüfungskultur transformieren: Überarbeite eine klassische Hausaufgabe oder Klassenarbeitsvorbereitung so, dass Prozess, Reflexion, Quellenprüfung und Transferleistung sichtbar werden.
- Stakeholder-Dialog: Plane einen Beteiligungsprozess mit Schulleitung, Lehrkräften, Lernenden, Eltern und Schulträger, um KI-Regeln gemeinsam zu entwickeln.
- Qualitätsprüfung eines KI-Tools: Entwickle ein Prüfraster für ein KI-Tool mit Kriterien zu Lernwirksamkeit, Datenschutz, Transparenz, Fairness, Support und Altersangemessenheit.

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Lernkontrolle
- Transferaufgabe Schulprogramm: Erkläre, wie ein KI-Leitfaden an ein bestehendes Schulprogramm angebunden werden kann, und nenne zwei konkrete Schulentwicklungsziele, die dadurch unterstützt werden.
- Fallanalyse Datenschutz: Eine Lehrkraft möchte Lernendenaufsätze in ein öffentliches KI-Tool kopieren, um Feedback zu erhalten. Analysiere die Situation und entwickle eine rechtssichere Alternative.
- Unterrichtsentwicklung: Entwirf eine Lernaufgabe, bei der KI genutzt werden darf, aber eigenständiges Denken, Quellenprüfung und Reflexion zwingend sichtbar bleiben.
- Prüfungskultur: Vergleiche eine traditionelle schriftliche Hausaufgabe mit einem prozessorientierten Leistungsnachweis und bewerte, welche Form im KI-Zeitalter aussagekräftiger ist.
- Chancengerechtigkeit: Entwickle Maßnahmen, damit KI-Nutzung nicht von privaten Geräten, kostenpflichtigen Zugängen oder Vorwissen der Eltern abhängt.
- Evaluation: Formuliere fünf Indikatoren, mit denen eine Schule nach drei Monaten prüfen kann, ob ihr KI-Pilotprojekt lernförderlich und verantwortbar war.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du Künstliche Intelligenz nicht nur als Tool, sondern als Thema der Schulentwicklung verstehst. Wichtig ist ein eigenes Produkt, zum Beispiel ein schulinterner KI-Leitfaden, ein Pilotprojektplan, ein Fortbildungskonzept oder ein Prüfraster für KI-Anwendungen. Dein Lernnachweis sollte folgende Elemente enthalten:
- Problemverständnis: Du beschreibst, warum KI für Deine Schule relevant ist.
- Zielbild: Du formulierst pädagogische Leitlinien für verantwortliche KI-Nutzung.
- Umsetzungsplan: Du entwickelst realistische Schritte mit Zuständigkeiten und Zeitplan.
- Rechts- und Datenschutzbewusstsein: Du benennst sensible Daten, Schutzmaßnahmen und Grenzen.
- Unterrichtsbezug: Du zeigst konkrete Lern- oder Prüfungsformate.
- Beteiligung: Du berücksichtigst Lehrkräfte, Lernende, Eltern, Schulleitung und Schulträger.
- Evaluation: Du legst Kriterien fest, mit denen Erfolg, Risiken und Anpassungsbedarf sichtbar werden.
- Reflexion: Du erklärst, welche Entscheidungen Du warum getroffen hast und welche Fragen offen bleiben.
OERs zum Thema
Weitere Orientierungsquellen
- Kultusministerkonferenz: Handlungsempfehlung für die Bildungsverwaltung zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz in schulischen Bildungsprozessen
- UNESCO: Guidance for generative AI in education and research
- Europäische Kommission: AI talent, skills and literacy
- Wikipedia: Künstliche Intelligenz
Links
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THE MONKEY DANCE





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