Selbstbestimmung am Lebensende - Den Tod verstehen


Selbstbestimmung am Lebensende - Den Tod verstehen
Einleitung
Selbstbestimmung am Lebensende bedeutet, dass Menschen auch in der letzten Lebensphase möglichst über ihr eigenes Leben, ihre medizinische Behandlung, ihre Beziehungen, ihren Ort des Sterbens und ihre Vorstellungen von Würde mitentscheiden können. Das Thema verbindet Ethik, Medizin, Recht, Psychologie, Religion, Soziologie und Biologie. Es berührt persönliche Fragen: Was ist ein guter Umgang mit Sterben? Wie kann man Tod verstehen? Welche Rolle spielen Trauer, Erinnerung, Fürsorge und Autonomie? Und wie kann eine Gesellschaft Menschen schützen, ohne sie zu bevormunden?
In diesem aiMOOC lernst Du, den Tod aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten: als biologisches Lebensende, als kulturell gedeutetes Ereignis, als soziale Erfahrung und als ethische Herausforderung. Du lernst Begriffe wie Palliativmedizin, Hospiz, Sterbebegleitung, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, assistierter Suizid, Sterbehilfe und Trauerarbeit kennen. Dabei geht es nicht darum, schnelle Antworten zu geben. Ziel ist, sorgfältig zu unterscheiden, begründet zu urteilen, sensibel zu sprechen und die Würde aller Beteiligten zu achten.
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Hinweis: Dieser aiMOOC dient der Bildung und ethischen Orientierung. Er ersetzt keine medizinische, psychologische, seelsorgliche oder rechtliche Beratung. Wenn Dich das Thema persönlich stark belastet, sprich mit einer vertrauten Person, einer Beratungsstelle, einer Ärztin, einem Arzt, einer Lehrkraft oder dem schulischen Beratungsteam.

Den Tod verstehen
Biologische Perspektive
Aus biologischer Sicht bezeichnet der Tod das unumkehrbare Ende der Lebensfunktionen eines Organismus. Beim Menschen werden dafür medizinische Kriterien verwendet, etwa das dauerhafte Ausfallen lebenswichtiger Organfunktionen oder der irreversible Ausfall aller Hirnfunktionen. Medizinisch ist der Tod nicht nur ein einzelner Moment, sondern oft ein Prozess: Atmung, Kreislauf, Stoffwechsel und Bewusstsein verändern sich. Gerade in der modernen Intensivmedizin ist es wichtig, zwischen Sterben, Koma, Hirntod, schwerer Krankheit und endgültigem Tod zu unterscheiden.
Der biologische Blick hilft, körperliche Vorgänge zu verstehen. Er beantwortet aber nicht alle Fragen. Menschen fragen auch nach Sinn, Beziehung, Angst, Hoffnung, Erinnerung und Verantwortung. Deshalb ist der Tod zugleich ein medizinisches, persönliches, kulturelles und gesellschaftliches Thema.
Psychologische Perspektive
Psychologisch ist der Tod eng mit Angst, Trauer, Abschied, Bindung und Identität verbunden. Viele Menschen erleben widersprüchliche Gefühle: Hoffnung und Verzweiflung, Ruhe und Wut, Nähe und Rückzug. Solche Reaktionen sind nicht „falsch“, sondern menschlich. Auch Angehörige können sich hilflos fühlen, weil sie helfen möchten, aber den Tod nicht verhindern können.
Ein bekanntes Modell zur Auseinandersetzung mit Sterben und Trauer ist das Kübler-Ross-Modell. Es beschreibt Phasen wie Nicht-wahrhaben-Wollen, Zorn, Verhandeln, Depression und Akzeptanz. Wichtig ist: Dieses Modell ist keine feste Reihenfolge und keine Pflichtliste. Menschen trauern unterschiedlich. Manche sprechen viel, andere schweigen. Manche suchen Rituale, andere brauchen Alltag. Gute Begleitung respektiert diese Unterschiede.

Kulturelle und religiöse Perspektive
Alle Kulturen entwickeln Formen, um mit Sterben, Tod und Erinnerung umzugehen. Es gibt Bestattungsformen, Gedenktage, Trauerkleidung, Gebete, Musik, Schweigeminuten, Grabsteine, digitale Erinnerungsseiten oder Familienrituale. Solche Rituale helfen, das Unbegreifliche gemeinsam auszuhalten und dem Verlust eine Form zu geben.
In Religionen und Weltanschauungen gibt es unterschiedliche Vorstellungen von Tod, Seele, Jenseits, Wiedergeburt, Auferstehung oder endgültigem Ende. Auch säkulare Perspektiven können Sinn stiften, etwa durch Erinnerung, Verantwortung, Liebe, Spuren im Leben anderer oder die Weitergabe von Werten. Für den respektvollen Dialog ist wichtig: Niemand sollte wegen seiner Haltung zum Tod abgewertet werden. Entscheidend ist, zuzuhören und Unterschiede auszuhalten.
Gesellschaftliche Perspektive
In vielen modernen Gesellschaften ist das Sterben weniger sichtbar als früher. Viele Menschen sterben in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder Hospizen. Dadurch erleben Kinder, Jugendliche und Erwachsene das Sterben im Alltag seltener unmittelbar. Das kann Unsicherheit verstärken: Was soll man sagen? Darf man nachfragen? Wie begegnet man Trauernden?
Gleichzeitig wächst die Bedeutung öffentlicher Debatten über Selbstbestimmung, Pflege, Palliativversorgung, Demenz, Einsamkeit, Sterbehilfe und soziale Gerechtigkeit. Wer über Selbstbestimmung am Lebensende spricht, muss auch über Zugänge zu guter Versorgung sprechen: Schmerztherapie, Pflege, Hospizplätze, Angehörigenentlastung, Beratung, seelische Unterstützung und Schutz vor Druck.
Selbstbestimmung am Lebensende
Autonomie und Würde
Autonomie bedeutet, nach eigenen Werten entscheiden zu können. Am Lebensende kann das bedeuten, medizinische Maßnahmen anzunehmen oder abzulehnen, den Ort des Sterbens mitzubestimmen, spirituelle Begleitung zu wünschen, Besuche zu regeln, Abschiedsbriefe zu schreiben oder bestimmte Rituale vorzubereiten. Würde bedeutet, dass jeder Mensch einen unverlierbaren Wert besitzt, unabhängig von Leistungsfähigkeit, Gesundheit, Alter, Behinderung oder Abhängigkeit.
Selbstbestimmung ist jedoch nie völlig isoliert. Menschen leben in Beziehungen. Entscheidungen am Lebensende betreffen oft Angehörige, Freundinnen und Freunde, Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte. Deshalb braucht Selbstbestimmung auch Kommunikation, Fürsorge und Schutz vor Druck. Eine ethisch reife Haltung fragt nicht nur: „Was darf ich?“, sondern auch: „Wer ist betroffen?“, „Welche Unterstützung fehlt?“ und „Wie schützen wir verletzliche Menschen?“
Fürsorge und Schutz
Fürsorge bedeutet, die Bedürfnisse eines Menschen ernst zu nehmen und Leiden zu lindern. Sie darf nicht bevormunden, aber sie darf auch nicht wegsehen. Besonders gefährdet sind Menschen, die sich als Last erleben, einsam sind, starke Schmerzen haben, unter Depressionen leiden, schlecht informiert sind oder keinen Zugang zu guter Versorgung haben.
Eine humane Gesellschaft stärkt deshalb beides: Selbstbestimmung und Schutz. Das bedeutet: gute Aufklärung, erreichbare Palliativmedizin, niedrigschwellige Beratung, Suizidprävention, Unterstützung Angehöriger, seelsorgliche und psychologische Angebote sowie klare rechtliche Rahmenbedingungen. Niemand sollte aus Mangel an Hilfe glauben müssen, der Tod sei die einzige verbleibende Option.
Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Gespräche
Mit einer Patientenverfügung kann eine Person festlegen, welche medizinischen Maßnahmen sie in bestimmten Situationen wünscht oder ablehnt, falls sie später nicht mehr einwilligungsfähig ist. Eine Vorsorgevollmacht bestimmt, wer in wichtigen Angelegenheiten stellvertretend entscheiden darf. Eine Betreuungsverfügung kann festhalten, wer als rechtliche Betreuungsperson gewünscht oder nicht gewünscht ist.
Solche Dokumente sind wichtig, aber sie ersetzen kein Gespräch. Wer seine Wünsche erklärt, hilft Angehörigen und Behandlungsteams, Entscheidungen im Sinne der betroffenen Person zu treffen. Gute Vorsorge fragt nicht nur nach technischen Maßnahmen, sondern auch nach Werten: Was bedeutet Lebensqualität? Welche Ängste gibt es? Welche Behandlungen erscheinen akzeptabel? Wer soll einbezogen werden? Wo möchte die Person möglichst versorgt werden?
Medizinische Entscheidungen am Lebensende
Medizinische Entscheidungen am Lebensende betreffen häufig Fragen wie künstliche Ernährung, Beatmung, Wiederbelebung, Operationen, Schmerztherapie oder Sedierung. Ethisch entscheidend ist der Wille der Patientin oder des Patienten. Eine Behandlung braucht grundsätzlich eine medizinische Indikation und eine Einwilligung. Ist eine Maßnahme medizinisch nicht sinnvoll oder wird sie wirksam abgelehnt, darf sie nicht einfach fortgesetzt werden.
Dabei muss sorgfältig unterschieden werden: Das Unterlassen oder Beenden einer nicht gewünschten lebensverlängernden Behandlung ist nicht dasselbe wie das gezielte Töten eines Menschen. Eine gute Palliativversorgung versucht, Schmerzen, Atemnot, Angst, Übelkeit und andere belastende Symptome zu lindern. Ziel ist nicht die Beschleunigung des Todes, sondern Lebensqualität, Würde und Begleitung.
Begriffe unterscheiden
Sterbebegleitung
Sterbebegleitung meint Zuwendung, Unterstützung und Begleitung in der letzten Lebensphase. Sie kann durch Angehörige, Freundinnen und Freunde, Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte, Psychologinnen und Psychologen, Seelsorgende, Sozialarbeitende und Ehrenamtliche geschehen. Sterbebegleitung bedeutet oft: da sein, zuhören, Schmerzen ernst nehmen, Wünsche respektieren, Schweigen aushalten, Erinnerungen teilen und praktische Hilfe organisieren.
Palliativmedizin und Palliative Care
Palliativmedizin und Palliative Care richten sich an Menschen mit schweren, fortschreitenden oder unheilbaren Erkrankungen. Sie möchten Leiden lindern und Lebensqualität verbessern. Dazu gehören Schmerztherapie, Symptomkontrolle, Pflege, psychologische Unterstützung, soziale Beratung, spirituelle Begleitung und Hilfe für Angehörige. Palliative Versorgung kann früh beginnen und ist nicht nur für die letzten Tage gedacht.
Hospiz und Hospizbewegung
Ein Hospiz ist ein Ort oder ein Dienst, der schwerkranke und sterbende Menschen sowie ihre Angehörigen begleitet. Es gibt ambulante Hospizdienste, stationäre Hospize und spezialisierte palliative Angebote. Die Hospizbewegung betont: Sterben ist Teil des Lebens. Menschen sollen nicht allein, nicht unnötig leidend und nicht entwürdigt sterben müssen.
Sterbehilfe und assistierter Suizid
Der Begriff Sterbehilfe wird unterschiedlich verwendet und kann missverständlich sein. Deshalb ist eine genaue Sprache wichtig. Oft werden unterschieden: das Sterbenlassen durch Verzicht auf nicht gewünschte lebensverlängernde Maßnahmen, die indirekte Lebensverkürzung durch eine notwendige Leidenslinderung, die Tötung auf Verlangen und der assistierte Suizid. Beim assistierten Suizid nimmt die Person die tödliche Handlung selbst vor, erhält aber Hilfe von Dritten. Die ethische und rechtliche Bewertung ist in vielen Ländern unterschiedlich und Gegenstand intensiver Debatten.
In Deutschland hat das Bundesverfassungsgericht im Jahr 2020 ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht abgeleitet und das damalige Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung für nichtig erklärt. Gleichzeitig bleiben Schutzpflichten des Staates, die Bedeutung freiverantwortlicher Entscheidungen und die Suizidprävention zentrale Fragen. Tötung auf Verlangen ist davon zu unterscheiden und bleibt in Deutschland strafbar.
Ethische Grundfragen
Freiheit und Verantwortung
Bei Selbstbestimmung am Lebensende treffen starke Werte aufeinander: Freiheit, Lebensschutz, Würde, Fürsorge, Gleichheit, Solidarität und Gewissensfreiheit. Eine Person kann sagen: „Ich möchte nicht jede medizinische Möglichkeit ausschöpfen.“ Eine andere kann sagen: „Ich möchte möglichst lange leben, auch wenn ich Hilfe brauche.“ Beide Haltungen verdienen Respekt, solange sie informiert und frei geäußert werden.
Ethisch schwierig wird es, wenn Druck entsteht: durch Kosten, Personalmangel, Einsamkeit, gesellschaftliche Altersbilder oder die Angst, anderen zur Last zu fallen. Deshalb muss jede Debatte über Sterben auch die Lebensbedingungen Sterbender betrachten.
Sprache und Sensibilität
Sprache prägt, wie wir über Sterben denken. Begriffe wie „lebenswert“, „aussichtslos“, „Last“ oder „Erlösung“ können entlasten, aber auch verletzen. Sensible Sprache achtet darauf, Menschen nicht auf Krankheit, Pflegebedarf oder Sterbeprozess zu reduzieren. Statt „der Sterbefall in Zimmer 12“ ist die Person mit Namen, Geschichte und Beziehungen wahrzunehmen.
Für Gespräche mit Trauernden oder Sterbenden gibt es keine perfekten Sätze. Oft helfen einfache, ehrliche Formulierungen: „Ich weiß nicht genau, was ich sagen soll, aber ich bin da.“ Wichtig ist, keine fertigen Deutungen aufzudrängen. Zuhören kann hilfreicher sein als Erklären.
Erinnerung und Bedeutung
Der Tod beendet ein Leben, aber nicht jede Form von Bedeutung. Menschen bleiben in Erinnerungen, Erzählungen, Bildern, Gesten, Projekten, Orten, Gewohnheiten und Werten präsent. Erinnerungskultur hilft, Trauer auszudrücken und die Beziehung zu Verstorbenen neu zu gestalten. Dabei kann Erinnerung trösten, aber auch schmerzen. Beides gehört zur Trauer.
Perspektiven für Schule, Ausbildung und Studium
Warum das Thema gelernt werden sollte
Das Thema gehört in Schule, Ausbildung und Studium, weil es Grundfragen menschlichen Lebens berührt. Es fördert Urteilskompetenz, Empathie, Medienkompetenz, Gesprächskompetenz und ethische Reflexion. In Pflege, Medizin, Sozialarbeit, Psychologie, Seelsorge, Pädagogik, Recht und Politik ist ein reflektierter Umgang mit Sterben und Tod besonders wichtig.
Leitfragen für die Arbeit mit dem Video
- Wissenschaftliche Perspektive: Wie erklärt das Video den Tod biologisch, psychologisch oder gesellschaftlich?
- Kulturelle Perspektive: Welche Rituale, Deutungen oder Formen der Erinnerung werden sichtbar?
- Ethische Perspektive: Welche Spannungen zwischen Selbstbestimmung, Fürsorge und Schutz werden angesprochen?
- Gesellschaftliche Perspektive: Welche Rolle spielen Medizin, Familie, Institutionen und öffentliche Debatten?
- Persönliche Reflexion: Welche Fragen bleiben offen und sollten respektvoll weiterdiskutiert werden?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bedeutet Selbstbestimmung am Lebensende vor allem? (Möglichst nach eigenen Werten über die letzte Lebensphase mitentscheiden) (!Andere Menschen vollständig aus Entscheidungen ausschließen) (!Jede medizinische Behandlung grundsätzlich ablehnen) (!Den Tod immer allein bewältigen müssen)
Was ist ein zentrales Ziel der Palliativmedizin? (Leiden lindern und Lebensqualität verbessern) (!Jede Krankheit heilen) (!Den Tod gezielt beschleunigen) (!Angehörige von Entscheidungen ausschließen)
Wozu dient eine Patientenverfügung? (Sie hält medizinische Wünsche für den Fall fehlender Einwilligungsfähigkeit fest) (!Sie ersetzt jedes Gespräch mit Angehörigen) (!Sie bestimmt automatisch das gesamte Erbe) (!Sie verpflichtet Ärztinnen und Ärzte zu jeder gewünschten Maßnahme)
Was beschreibt Sterbebegleitung am besten? (Zuwendung und Unterstützung in der letzten Lebensphase) (!Eine ausschließlich juristische Entscheidung) (!Eine Behandlung mit Heilungsgarantie) (!Ein Verbot von Trauer und Abschied)
Warum sind Rituale im Umgang mit Tod und Trauer bedeutsam? (Sie geben Abschied und Erinnerung eine gemeinsame Form) (!Sie verhindern jede Trauer) (!Sie machen medizinische Entscheidungen überflüssig) (!Sie sind in allen Kulturen identisch)
Was ist beim Kübler-Ross-Modell wichtig zu beachten? (Es beschreibt mögliche Reaktionen und keine starre Reihenfolge) (!Es gilt für alle Menschen exakt gleich) (!Es ersetzt professionelle Begleitung immer vollständig) (!Es beweist, dass Trauer nach kurzer Zeit endet)
Welche Spannung prägt viele ethische Debatten am Lebensende? (Die Spannung zwischen Autonomie, Fürsorge und Lebensschutz) (!Die Spannung zwischen Sport und Ernährung) (!Die Spannung zwischen Mode und Technik) (!Die Spannung zwischen Urlaub und Berufswahl)
Was bedeutet Hospizarbeit besonders? (Sterbende und Angehörige ganzheitlich zu begleiten) (!Sterben aus dem Leben auszuschließen) (!Nur Medikamente zu verteilen) (!Trauernde zur schnellen Normalität zu drängen)
Warum ist sensible Sprache beim Thema Tod wichtig? (Sie schützt Würde und vermeidet Verletzungen) (!Sie ersetzt alle Entscheidungen) (!Sie macht Trauer unmöglich) (!Sie verhindert jede Meinungsverschiedenheit)
Was gehört zu einer guten Vorsorge am Lebensende? (Gespräche über Werte, Wünsche und Vertrauenspersonen) (!Alle Entscheidungen erst im Notfall beginnen) (!Das Thema grundsätzlich vermeiden) (!Nur technische Geräte benennen)
Memory
| Autonomie | Selbstbestimmung |
| Palliativmedizin | Leidenslinderung |
| Hospiz | Begleitung |
| Patientenverfügung | Behandlungswille |
| Trauer | Verlustverarbeitung |
| Erinnerungskultur | Gedenken |
| Fürsorge | Schutz |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Biologische Perspektive | Körperliche Lebensfunktionen |
| Psychologische Perspektive | Gefühle und Trauer |
| Kulturelle Perspektive | Rituale und Deutungen |
| Ethische Perspektive | Werte und Verantwortung |
| Rechtliche Perspektive | Vorsorge und Schutz |
| Palliative Perspektive | Linderung und Lebensqualität |
Kreuzworträtsel
| Autonomie | Wie nennt man die Fähigkeit, nach eigenen Werten entscheiden zu können? |
| Hospiz | Wie heißt ein Ort oder Dienst zur Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen? |
| Trauer | Wie heißt die menschliche Reaktion auf Verlust und Abschied? |
| Wuerde | Welcher Wert gilt jedem Menschen unabhängig von Krankheit und Leistung? |
| Palliativ | Welcher Begriff beschreibt eine Versorgung, die Leiden lindern will? |
| Erinnerung | Was bewahrt die Bedeutung eines Menschen über den Tod hinaus? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffsplakat: Gestalte ein Plakat zu fünf zentralen Begriffen des Themas, zum Beispiel Autonomie, Würde, Palliativmedizin, Hospiz und Trauer.
- Video-Notizen: Sieh Dir das Video an und notiere drei Aussagen, die Du wichtig findest, sowie zwei Fragen, die offenbleiben.
- Ritualsammlung: Sammle respektvoll Beispiele für Trauer- und Erinnerungsrituale aus unterschiedlichen Kulturen oder Familiengeschichten.
- Sprachübung: Formuliere fünf Sätze, die in einem Gespräch mit Trauernden hilfreich sein könnten, und fünf Sätze, die verletzend wirken könnten.
Standard
- Fallanalyse: Analysiere einen fiktiven Fall, in dem eine schwerkranke Person eine Behandlung ablehnen möchte. Unterscheide medizinische, rechtliche und ethische Aspekte.
- Interviewprojekt: Führe ein vorbereitetes Interview mit einer Fachperson aus Pflege, Seelsorge, Hospizarbeit, Medizin oder Sozialarbeit.
- Patientenverfügung verstehen: Recherchiere, welche Fragen in einer Patientenverfügung geklärt werden können, und erkläre sie in verständlicher Sprache.
- Debattenkarte: Erstelle eine Pro- und Contra-Karte zur Frage, wie Selbstbestimmung und Schutz am Lebensende ausbalanciert werden können.
Schwer
- Ethischer Essay: Schreibe einen Essay zur Leitfrage: Wo liegen die Grenzen individueller Selbstbestimmung, wenn andere Menschen betroffen sind?
- Vergleich der Perspektiven: Vergleiche biologische, psychologische, religiöse und gesellschaftliche Deutungen des Todes und zeige Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
- Versorgungskonzept: Entwickle ein Konzept für eine Schule, Pflegeeinrichtung oder Gemeinde, das Gespräche über Sterben, Trauer und Vorsorge erleichtert.
- Medienanalyse: Analysiere das Video hinsichtlich Bildsprache, Argumentationsstruktur, Begriffswahl und möglicher Wirkung auf unterschiedliche Zielgruppen.

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Lernkontrolle
- Dilemma-Analyse: Erkläre an einem Fallbeispiel, warum Selbstbestimmung am Lebensende ohne Fürsorge unvollständig sein kann.
- Transferaufgabe: Übertrage die Begriffe Autonomie, Würde und Schutz auf eine Situation in der Pflege oder im Krankenhaus.
- Perspektivwechsel: Beschreibe dieselbe Entscheidung am Lebensende aus Sicht der betroffenen Person, der Angehörigen und des Behandlungsteams.
- Begriffsabgrenzung: Erkläre, warum ungenaue Begriffe in Debatten über Sterbehilfe zu Missverständnissen führen können.
- Kommunikationsaufgabe: Entwickle Gesprächsregeln für eine respektvolle Diskussion über Tod, Trauer und Selbstbestimmung.
- Gesellschaftsanalyse: Beurteile, wie Einsamkeit, Armut, Pflegekräftemangel oder fehlende Beratung Entscheidungen am Lebensende beeinflussen können.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Fakten wiedergibst, sondern Zusammenhänge verstehst und begründet urteilst. Du solltest zentrale Begriffe korrekt erklären, ethische Spannungen erkennen, unterschiedliche Perspektiven respektvoll darstellen und sensibel kommunizieren können.
- Fachbegriffe: Du erklärst mindestens acht zentrale Begriffe korrekt und grenzt sie voneinander ab.
- Videoanalyse: Du fasst die Kernaussagen des Videos sachlich zusammen und bewertest sie kritisch.
- Fallbezug: Du wendest Dein Wissen auf einen realitätsnahen, aber fiktiven Fall an.
- Ethische Begründung: Du formulierst ein eigenes Urteil und begründest es mit mehreren Werten.
- Perspektivenvielfalt: Du berücksichtigst medizinische, rechtliche, psychologische, kulturelle und gesellschaftliche Perspektiven.
- Gesprächskultur: Du zeigst, dass Du über Tod und Trauer respektvoll und nicht verletzend sprechen kannst.
OERs zum Thema
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