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Nachsorge nach Suizidversuch - Suizid verstehen

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Version vom 20. Juni 2026, 15:44 Uhr von Glanz (Diskussion | Beiträge) (aiMOOC über GPT aiMOOC Action erstellt)
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Nachsorge nach Suizidversuch - Suizid verstehen




Einleitung

Wichtiger Schutz- und Sicherheitshinweis: Dieser aiMOOC behandelt Suizidalität, Suizidprävention und Nachsorge nach einem Suizidversuch. Der Kurs ersetzt keine ärztliche, psychotherapeutische, psychiatrische oder psychosoziale Hilfe. Wenn Du selbst gerade in akuter Gefahr bist oder eine Person in Deiner Nähe unmittelbar gefährdet ist, rufe sofort den Notruf 112 oder gehe in die nächste Notaufnahme. Bleib in einer akuten Krise nicht allein und hole eine vertraute erwachsene Person, eine Fachkraft, den Rettungsdienst oder einen Krisendienst dazu. In Deutschland erreichst Du die TelefonSeelsorge anonym und kostenfrei unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123. Kinder und Jugendliche können sich zusätzlich an die Nummer gegen Kummer unter 116 111 wenden. Außerhalb Deutschlands gilt: Nutze die örtliche Notrufnummer oder eine nationale Krisenhilfe.

Dieser aiMOOC hilft Dir, Suizid zu verstehen, ohne ihn zu romantisieren, zu verharmlosen oder zu tabuisieren. Du lernst, warum Suizidalität meist aus einem Zusammenspiel von psychischen, sozialen, körperlichen und gesellschaftlichen Belastungen entsteht, weshalb Nachsorge nach einem Suizidversuch so wichtig ist und wie Unterstützung in Schule, Ausbildung, Familie, Freundeskreis, Studium, Gesundheitswesen und Gesellschaft aussehen kann. Der Kurs verwendet bewusst eine sichere, methodenfreie Sprache: Es werden keine Details zu Suizidmethoden beschrieben.

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Das Video behandelt „Nachsorge nach Suizidversuch / Suizid verstehen“ mit dem Schwerpunkt Suizidprävention, Ursachen, Hilfe, psychische Gesundheit und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Nutze das Video als Einstieg: Achte beim Anschauen darauf, welche Formen von Hilfe genannt werden, welche Haltung gegenüber betroffenen Menschen sichtbar wird und wie über Suizidalität gesprochen wird.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du den Begriff Suizidalität erklären, Warnsignale ohne Panikmache einordnen, grundlegende Prinzipien der Krisenintervention und Nachsorge beschreiben, hilfreiche Gesprächsstrategien von schädlichen Reaktionen unterscheiden und gesellschaftliche Faktoren der Suizidprävention reflektieren. Du lernst außerdem, warum professionelle Hilfe, verlässliche Beziehungen, ein Sicherheitsplan, schnelle Folgekontakte, niedrigschwellige Beratungsangebote und eine verantwortungsvolle Medienberichterstattung zusammenwirken müssen.


Suizidalität verstehen

Suizidalität ist ein Oberbegriff für Suizidgedanken, Suizidabsicht, Suizidpläne, Suizidversuch und Suizid. Die Intensität kann schwanken: Eine Person kann an einem Tag sehr verzweifelt wirken, am nächsten ruhiger erscheinen und trotzdem weiter gefährdet sein. Deshalb ist es wichtig, nicht nur auf äußere Ruhe zu achten, sondern auf Beziehung, Sicherheit, professionelle Einschätzung und verlässliche Begleitung.

Ein Suizidversuch ist eine selbst ausgeführte Handlung mit der Absicht zu sterben, die nicht tödlich endet. Davon zu unterscheiden sind Formen von Selbstverletzung, bei denen nicht zwingend eine Todesabsicht besteht. Beide Bereiche sind ernst zu nehmen, denn sie können mit großem seelischem Schmerz, Überforderung, Kontrollverlust, Scham, Einsamkeit oder fehlender Hoffnung verbunden sein.

Viele Menschen in einer suizidalen Krise erleben Ambivalenz: Ein Teil möchte nicht mehr so weiterleben, ein anderer Teil sucht Entlastung, Verbindung und einen Ausweg aus dem Schmerz. Genau an dieser Stelle setzt Suizidprävention an. Sie fragt nicht: „Warum stellst Du Dich so an?“, sondern: „Was macht Dein Leben gerade so schwer, und wie können wir Dich jetzt sicher unterstützen?“


Sprache und Haltung

Sprache beeinflusst, ob Menschen Hilfe suchen oder schweigen. Begriffe wie „Selbstmord“ können moralisch wertend wirken, weil das Wort „Mord“ Schuld und Verbrechen mitschwingen lässt. In fachlichen und präventiven Kontexten sind Begriffe wie Suizid, Suizidversuch, Suizidgedanken oder suizidale Krise angemessener. Entscheidend ist eine Haltung der Wertschätzung, Empathie und Nicht-Beschämung.

Hilfreiche Sätze können sein: „Ich mache mir Sorgen um Dich“, „Danke, dass Du es sagst“, „Du musst damit jetzt nicht allein bleiben“, „Wir holen gemeinsam Hilfe“ oder „Ich bleibe bei Dir, bis Unterstützung da ist“. Weniger hilfreich sind Vorwürfe, Schuldzuweisungen, moralischer Druck, Verharmlosung, Geheimhaltungsversprechen oder Sätze wie „Denk doch an die anderen“. Solche Reaktionen können Scham verstärken und verhindern, dass Betroffene offen sprechen.


Ursachen und Risikofaktoren

Suizidalität hat selten nur eine einzige Ursache. Sie entsteht meist aus mehreren Belastungen, die sich gegenseitig verstärken. Dazu können Depression, Angststörung, Psychose, Sucht, traumatische Erfahrungen, chronische Schmerzen, Einsamkeit, Mobbing, Verlust, Diskriminierung, Armut, Überschuldung, Gewalterfahrungen, Beziehungskonflikte, schulischer oder beruflicher Druck und fehlender Zugang zu Hilfe gehören. Ein früherer Suizidversuch gilt als wichtiger Risikofaktor und sollte in der professionellen Einschätzung beachtet werden.

Risikofaktoren sind jedoch keine Vorhersageformel. Nicht jede Person mit Risikofaktoren wird suizidal, und nicht jede suizidale Krise ist von außen sofort erkennbar. Deshalb braucht Prävention aufmerksame Beziehungen, fachliche Angebote, niedrigschwellige Hilfen und gesellschaftliche Bedingungen, in denen Menschen ohne Scham über Belastung sprechen können.


Schutzfaktoren

Schutzfaktoren sind Bedingungen, die eine suizidale Krise abmildern oder Hilfe wahrscheinlicher machen. Dazu gehören vertrauensvolle Beziehungen, erreichbare professionelle Unterstützung, ein persönlicher Sicherheitsplan, Behandlung psychischer Erkrankungen, Hoffnung auf Veränderung, soziale Teilhabe, sinnstiftende Aktivitäten, kulturelle oder religiöse Ressourcen, körperliche Stabilisierung, ein sichereres Umfeld und das Wissen, wohin man sich in einer Krise wenden kann.

Ein Schutzfaktor ist nicht automatisch eine Lösung. Auch Menschen mit Familie, Freundschaften oder guten Leistungen können suizidal werden. Schutz entsteht vor allem, wenn Beziehungen wirklich erreichbar sind, wenn Hilfe nicht beschämt und wenn eine Person in der Krise nicht allein gelassen wird.


Warnsignale ernst nehmen

Warnsignale können direkt oder indirekt auftreten. Direkte Hinweise sind Aussagen über Todeswünsche, Hoffnungslosigkeit oder das Gefühl, anderen nur zur Last zu fallen. Indirekte Hinweise können sozialer Rückzug, starke Stimmungsschwankungen, Abschiedsgesten, plötzliche Ordnung persönlicher Angelegenheiten, riskantes Verhalten, Schlaflosigkeit, starke Unruhe, zunehmender Substanzkonsum oder eine auffällige Veränderung nach einer schweren Krise sein. Auch scheinbare Entspannung nach extremer Verzweiflung sollte aufmerksam eingeordnet werden.

Warnsignale bedeuten nicht, dass Du allein eine Diagnose stellen sollst. Sie bedeuten: Sprich die Sorge ruhig, direkt und wertschätzend an, bleib nicht allein mit der Verantwortung und vermittle professionelle Hilfe. In akuter Gefahr gilt immer: Sicherheit zuerst und sofort Hilfe holen.


Direkt ansprechen

Es ist erlaubt und wichtig, Suizidgedanken direkt anzusprechen. Eine mögliche Frage lautet: „Denkst Du daran, Dir das Leben zu nehmen?“ oder „Hast Du Angst, dass Du Dir etwas antun könntest?“ Solche Fragen sollten ruhig, respektvoll und ohne Schockreaktion gestellt werden. Wer fragt, öffnet einen Raum, in dem Scham kleiner und Hilfe wahrscheinlicher werden kann.

Nach einer bejahenden Antwort zählt nicht perfekte Gesprächstechnik, sondern Sicherheit und Verbindung. Höre zu, bleibe bei der Person, frage nach unmittelbarer Gefahr, entferne Dich nicht, informiere eine zuständige erwachsene Person oder Fachkraft und rufe in akuten Situationen den Notruf.


Nachsorge nach einem Suizidversuch

Nachsorge nach einem Suizidversuch beginnt nicht erst Wochen später, sondern unmittelbar nach der akuten medizinischen Versorgung. Sie umfasst körperliche Stabilisierung, psychiatrische oder psychotherapeutische Einschätzung, psychosoziale Unterstützung, Schutz vor erneuter akuter Gefährdung, Einbezug vertrauter Personen mit Zustimmung der betroffenen Person, Planung der nächsten Stunden und Tage sowie verlässliche Anschlusskontakte.

Besonders wichtig ist der Übergang aus Klinik, Notaufnahme, Rettungsdienst, Beratungsstelle oder Krisendienst in den Alltag. Nach einer akuten Krise darf kein „Loch“ entstehen. Verbindliche Termine, klare Ansprechpersonen, ein schriftlicher oder digitaler Sicherheitsplan, verständliche Notfallwege und die aktive Kontaktaufnahme nach Entlassung können Sicherheit geben. Gute Nachsorge fragt nicht nur nach Symptomen, sondern auch nach Wohnen, Schule, Arbeit, Schulden, Konflikten, Gewalt, Sucht, Einsamkeit und Zugang zu Behandlung.


Elemente guter Nachsorge

  1. Akute Sicherheit: Zuerst wird geklärt, ob unmittelbare Gefahr besteht und welche Unterstützung jetzt notwendig ist.
  2. Medizinische Versorgung: Körperliche Folgen eines Suizidversuchs oder einer Krise müssen fachgerecht behandelt werden.
  3. Psychiatrische Einschätzung: Fachkräfte prüfen Risiko, Schutzfaktoren, psychische Erkrankungen, Substanzkonsum, Belastungen und Ressourcen.
  4. Sicherheitsplan: Die betroffene Person entwickelt gemeinsam mit Fachkräften konkrete Schritte für schwierige Momente.
  5. Folgekontakt: Nach Entlassung oder Ersthilfe werden zeitnahe Termine, Telefonate oder aufsuchende Hilfen vereinbart.
  6. Angehörigenarbeit: Vertrauenspersonen werden mit Zustimmung einbezogen, damit Unterstützung nicht zufällig bleibt.
  7. Alltagsstabilisierung: Schlaf, Essen, Medikamente, Therapie, Schule, Arbeit, Wohnen, Finanzen und soziale Kontakte werden praktisch mitgedacht.
  8. Würde: Die Person wird nicht auf den Suizidversuch reduziert, sondern als Mensch mit Geschichte, Rechten, Bedürfnissen und Zukunft behandelt.


Der Sicherheitsplan

Ein Sicherheitsplan ist ein persönlicher Plan für Krisenmomente. Er sollte gemeinsam mit Fachkräften entstehen und für die betroffene Person leicht zugänglich sein. Er enthält typischerweise Warnzeichen, die zeigen, dass eine Krise stärker wird, eigene beruhigende Strategien, sichere Orte, Menschen, die kurzfristig erreichbar sind, professionelle Kontakte, Notfallnummern und Gründe, weiter Hilfe anzunehmen. Er ist kein Vertrag und keine Garantie, sondern ein Werkzeug, das in einer schwierigen Situation Orientierung geben kann.

Ein guter Sicherheitsplan ist konkret, kurz, realistisch und regelmäßig aktualisiert. Er sollte nicht beschämend formuliert sein und nicht mit Druck arbeiten. Hilfreich sind Fragen wie: „Woran merkst Du früh, dass es gefährlich wird?“, „Was hat schon einmal ein paar Minuten geholfen?“, „Wen kannst Du wirklich erreichen?“, „Welche Orte sind sicherer?“, „Welche Fachstelle ist zuständig?“ und „Was soll eine Vertrauensperson tun, wenn Du Dich zurückziehst?“


Angehörige und Freundeskreis

Angehörige, Freundinnen, Freunde und Mitschülerinnen oder Mitschüler können keine Therapie ersetzen, aber sie können entscheidend dazu beitragen, dass eine Person nicht allein bleibt. Wichtig sind ruhige Präsenz, klares Nachfragen, praktische Unterstützung und die Bereitschaft, professionelle Hilfe einzuschalten. Wer unterstützt, braucht selbst Unterstützung. Auch Angehörige können Angst, Schuld, Wut, Erschöpfung oder Hilflosigkeit erleben.

Wenn Du als Freund oder Freundin von Suizidgedanken erfährst, versprich keine Geheimhaltung. Sage stattdessen: „Ich nehme Dich ernst. Ich kann das nicht allein tragen. Wir holen Hilfe.“ In Schule und Ausbildung sollten Vertrauenslehrkräfte, Schulsozialarbeit, Beratungslehrkräfte, Eltern oder andere zuständige Erwachsene einbezogen werden, wenn Sicherheit gefährdet ist.


Schule, Ausbildung und Studium

Bildungseinrichtungen können Suizidprävention stärken, ohne Lernende zu überfordern. Dazu gehören klare Notfallpläne, bekannte Ansprechpersonen, Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen, Mobbingprävention, diskriminierungssensible Schulentwicklung, Schutz vor Leistungsdruck ohne Unterstützung, ein respektvoller Umgang mit Fehlzeiten und der Zugang zu Beratungsangeboten.

Unterricht zu diesem Thema braucht Schutzregeln: Niemand muss eigene Erfahrungen offenlegen, keine Details zu Methoden, keine Mutproben, keine sensationsorientierten Fallgeschichten, keine Diagnosen über Mitschülerinnen oder Mitschüler. Lernende dürfen sich zurückziehen, Unterstützung holen und Aufgaben alternativ bearbeiten. Ziel ist nicht Schock, sondern Handlungskompetenz.


Gesellschaftliche Rahmenbedingungen

Suizidprävention ist nicht nur Aufgabe einzelner Betroffener. Sie ist eine öffentliche Gesundheitsaufgabe. Gesellschaftliche Faktoren wie Armut, Einsamkeit, Diskriminierung, Gewalt, Wohnungsnot, Krankheit, Pflegebelastung, digitale Überforderung, Versorgungslücken und Stigmatisierung beeinflussen, ob Menschen in Krisen früh Hilfe finden. Gute Prävention stärkt daher nicht nur Einzelne, sondern auch Hilfesysteme, soziale Gerechtigkeit, diskriminierungssensible Angebote und regionale Vernetzung.

Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt Suizidprävention als Mehrebenenaufgabe. Dazu gehören ein sichereres Umfeld, verantwortungsvolle Medienarbeit, sozial-emotionale Kompetenzen junger Menschen und frühe Erkennung, Behandlung und Nachsorge bei gefährdeten Personen. Für Deutschland betonen Fachgesellschaften, Beratungsstellen und staatliche Strategien besonders die bessere Vernetzung von Krisendiensten, Telefon- und Online-Beratung, Gesundheitsversorgung und regionalen Angeboten.


Medien, Werther-Effekt und Papageno-Effekt

Medienberichterstattung kann Risiken erhöhen oder Schutz fördern. Der Werther-Effekt beschreibt die Gefahr von Nachahmung, wenn Suizide prominent, detailliert, romantisierend oder sensationell dargestellt werden. Deshalb sollten Medien keine Methodendetails, keine dramatisierenden Bilder, keine Schuldzuweisungen und keine vereinfachten Ursachenketten verbreiten.

Der Papageno-Effekt beschreibt eine schützende Wirkung von Berichten, in denen Menschen Krisen bewältigen, Hilfe finden und alternative Wege aus Verzweiflung sichtbar werden. Präventive Medienarbeit nennt Hilfsangebote, zeigt Ambivalenz, vermeidet Sensation und stärkt die Botschaft: Krisen können sich verändern, Hilfe ist möglich, und niemand muss allein bleiben.


Ethik, Rechte und Verantwortung

Der Umgang mit Suizidalität berührt ethische Fragen: Autonomie, Schutzpflicht, Schweigepflicht, Datenschutz, Würde, Einwilligung und Verantwortung. Grundsätzlich verdienen Menschen in Krisen Respekt und Beteiligung an Entscheidungen. Gleichzeitig kann akute Selbstgefährdung Schutzmaßnahmen notwendig machen. Fachkräfte müssen deshalb sorgfältig abwägen, dokumentieren, transparent kommunizieren und so viel Selbstbestimmung wie möglich erhalten.

Für Laien gilt: Du musst keine ethische Einzelfallentscheidung allein treffen. Wenn Gefahr besteht, hole professionelle Hilfe. Es ist besser, eine Person kurzfristig zu verärgern, als sie in Lebensgefahr allein zu lassen.


Hilfen und Anlaufstellen

  1. Notruf: Bei unmittelbarer Gefahr in Deutschland und vielen europäischen Ländern die 112 wählen.
  2. Notaufnahme: Bei akuter Selbstgefährdung kann eine psychiatrische oder allgemeine Notaufnahme helfen.
  3. TelefonSeelsorge: In Deutschland anonym, kostenfrei und rund um die Uhr unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123 erreichbar.
  4. Nummer gegen Kummer: Für Kinder und Jugendliche in Deutschland unter 116 111 erreichbar.
  5. Ärztlicher Bereitschaftsdienst: In Deutschland kann die 116 117 bei nicht lebensbedrohlichen medizinischen Anliegen Orientierung geben.
  6. Sozialpsychiatrischer Dienst: Kommunale Dienste können Beratung, Krisenhilfe und Vermittlung regionaler Unterstützung anbieten.
  7. Psychotherapie und Psychiatrie: Fachbehandlung kann helfen, Ursachen, Symptome und Krisenmuster zu bearbeiten.
  8. Vertrauensperson: Eine erreichbare erwachsene Person kann helfen, den nächsten sicheren Schritt zu gehen.


Umgang mit dem Video

Schau das eingebettete Video nicht allein, wenn Dich das Thema stark belastet. Pausiere, wenn Du merkst, dass Deine Anspannung steigt. Notiere beim Anschauen nicht Details zu Suizidhandlungen, sondern hilfreiche Aussagen, Schutzfaktoren, Anlaufstellen und Fragen zur Nachsorge. Besprich offene Fragen mit einer Lehrkraft, einer Beratungsfachkraft oder einer anderen geeigneten erwachsenen Person.


Begriffe kompakt

  1. Suizidalität: Oberbegriff für Gedanken, Absichten, Pläne, Versuche und Handlungen im Zusammenhang mit Suizid.
  2. Suizidprävention: Maßnahmen, die suizidale Krisen verhindern, abmildern oder sichere Hilfe ermöglichen sollen.
  3. Nachsorge: Geplante Unterstützung nach einer akuten Krise oder nach einem Suizidversuch.
  4. Krisenintervention: Kurzfristige Hilfe zur Stabilisierung, Sicherheit und Weitervermittlung.
  5. Schutzfaktor: Ressource, die Belastung abmildern oder Hilfe wahrscheinlicher machen kann.
  6. Sicherheitsplan: Persönlicher Plan mit Warnzeichen, Strategien, Kontakten und Notfallwegen.
  7. Stigma: Abwertung oder Beschämung, die Betroffene vom Hilfesuchen abhalten kann.
  8. Gatekeeper: Geschulte Person, die Warnzeichen erkennt, anspricht und Hilfe vermittelt.


Quellen und Vertiefung

  1. Weltgesundheitsorganisation: Suicide prevention: Internationale Grundlagen zu Suizidprävention als öffentlicher Gesundheitsaufgabe.
  2. TelefonSeelsorge Deutschland: Anonyme telefonische, schriftliche und digitale Beratung in Krisen.
  3. Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Fachinformationen, Medienempfehlungen und Hinweise für Betroffene sowie Angehörige.
  4. Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention: Informationen zu Suizidalität, Depression, Warnsignalen und Hilfe.
  5. Statistisches Bundesamt: Suizide in Deutschland: Daten zur Todesursachenstatistik.
  6. Nationale Suizidpräventionsstrategie: Überblick über Handlungsfelder, Beratung, Krisendienste und Vernetzung in Deutschland.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist das wichtigste Ziel der Nachsorge nach einem Suizidversuch? (Sicherheit Stabilisierung und verlässliche Hilfe) (!Schnelles Vergessen der Krise) (!Öffentliche Erklärung der betroffenen Person) (!Alleinige Verantwortung der Angehörigen)




Welche Haltung ist in einem Gespräch über Suizidgedanken hilfreich? (Ruhig direkt und wertschätzend nachfragen) (!Das Thema sofort wechseln) (!Vorwürfe machen) (!Die Gefühle der Person bewerten)




Was beschreibt der Begriff Suizidalität? (Gedanken Pläne Versuche und Handlungen im Zusammenhang mit Suizid) (!Nur eine medizinische Diagnose) (!Nur Traurigkeit im Alltag) (!Nur Konflikte in der Familie)




Was gehört in einen Sicherheitsplan? (Warnzeichen Kontakte Strategien und Notfallwege) (!Schuldzuweisungen und Strafen) (!Öffentliche Kommentare in sozialen Medien) (!Eine Liste peinlicher Erlebnisse)




Warum sind Folgekontakte nach einer akuten Krise wichtig? (Sie verhindern Versorgungslücken und erleichtern weitere Hilfe) (!Sie ersetzen jede professionelle Behandlung) (!Sie dienen der Bestrafung) (!Sie machen Gespräche überflüssig)




Was ist ein Schutzfaktor? (Eine Ressource die Belastung abmildern kann) (!Ein Beweis dass keine Gefahr besteht) (!Eine Garantie gegen jede Krise) (!Ein Grund Hilfe zu verweigern)




Was bedeutet verantwortungsvolle Medienberichterstattung über Suizid? (Keine Methodendetails und Hilfsangebote nennen) (!Möglichst dramatisch berichten) (!Private Bilder veröffentlichen) (!Eine einzige Ursache behaupten)




Welche Nummer ist in Deutschland bei unmittelbarer Lebensgefahr passend? (112) (!116 111) (!0800 1110111) (!116 117)




Warum ist Stigma bei psychischen Krisen problematisch? (Es kann Menschen vom Hilfesuchen abhalten) (!Es verbessert die Versorgung) (!Es macht Krisen automatisch harmlos) (!Es ersetzt Beratung)




Welche Aussage passt zur Suizidprävention? (Suizidalität ist ansprechbar und Hilfe kann wirken) (!Über Suizid darf nie gesprochen werden) (!Nur Einzelpersonen tragen Verantwortung) (!Nachsorge ist unwichtig)





Memory

Suizidalität Oberbegriff für Gedanken Pläne und Handlungen
Nachsorge Hilfe nach einer akuten Krise
Sicherheitsplan Persönlicher Plan für schwierige Momente
Schutzfaktor Ressource die Risiko mindern kann
TelefonSeelsorge Anonyme Beratung in Krisen
Papageno-Effekt Schutz durch hoffnungsvolle Berichte
Gatekeeper Geschulte Ansprechperson im Alltag
Stigma Abwertung die Hilfe erschwert





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Akute Gefahr Notruf wählen
Suizidgedanken Direkt ansprechen
Entlassung Folgekontakt planen
Scham Entlastend sprechen
Medienbericht Hilfsangebote nennen
Sicherheitsplan Warnzeichen festhalten




...


Kreuzworträtsel

Sicherheit Was steht in der akuten Nachsorge immer zuerst?
Ambivalenz Wie heißt das Schwanken zwischen Lebenswunsch und Sterbewunsch?
Nachsorge Wie heißt geplante Unterstützung nach einer Krise?
Schutzfaktor Wie nennt man eine Ressource die Risiko mindern kann?
Gatekeeper Wie nennt man geschulte Personen die Warnzeichen erkennen und Hilfe vermitteln?
Papageno Welcher Effekt beschreibt schützende Berichte über bewältigte Krisen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Suizidalität ist ein

für Gedanken, Pläne, Versuche und Handlungen im Zusammenhang mit Suizid. In einer Krise erleben viele Menschen

, weil sie oft nicht das Leben selbst, sondern den unerträglichen Zustand beenden möchten. Nach einem Suizidversuch ist eine verlässliche

wichtig, damit keine Versorgungslücke entsteht. Ein

hält Warnzeichen, hilfreiche Strategien, Kontakte und Notfallwege fest. Gute Gespräche sind ruhig, direkt und

. Stigma kann Menschen daran hindern, rechtzeitig

zu suchen. Verantwortungsvolle Medienarbeit vermeidet Details und stärkt den

. In akuter Lebensgefahr gilt immer: Sicherheit zuerst und den

wählen.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffslandkarte: Erstelle eine übersichtliche Mindmap zu den Begriffen Suizidalität, Nachsorge, Sicherheitsplan, Schutzfaktor und Krisenintervention.
  2. Hilfenetz: Recherchiere für Deine Region mindestens fünf seriöse Hilfsangebote und ordne sie nach Notfallhilfe, Beratung, Therapie, Schulunterstützung und Angehörigenhilfe.
  3. Sensible Sprache: Formuliere fünf wertende oder verharmlosende Aussagen über psychische Krisen in respektvolle und hilfreiche Sätze um.
  4. Schutzfaktoren-Collage: Gestalte ein Plakat oder digitales Bild zu Schutzfaktoren, ohne persönliche Krisenerfahrungen von Mitschülerinnen oder Mitschülern abzufragen.


Standard

  1. Fiktiver Sicherheitsplan: Entwickle für eine erfundene Person einen beispielhaften Sicherheitsplan mit Warnzeichen, beruhigenden Strategien, sicheren Orten, Kontakten und professionellen Hilfen.
  2. Medienanalyse: Untersuche einen fiktiven Nachrichtenbeitrag zum Thema Suizid und verbessere ihn nach Regeln verantwortungsvoller Berichterstattung.
  3. Gesprächsleitfaden: Schreibe einen kurzen Leitfaden für ein erstes unterstützendes Gespräch, in dem direkte Ansprache, Zuhören, Grenzen und Weitervermittlung vorkommen.
  4. Schulisches Hilfekonzept: Entwirf eine Infoseite für Deine Schule oder Ausbildungsstätte, die Ansprechpersonen, Notfallwege und Beratungsangebote verständlich darstellt.


Schwer

  1. Präventionskampagne: Plane eine kleine Kampagne nach dem Papageno-Prinzip, die Hoffnung, Hilfsangebote und sichere Sprache sichtbar macht.
  2. Versorgungskette: Analysiere an einem fiktiven Fall, wie Rettungsdienst, Notaufnahme, Psychiatrie, Psychotherapie, Schulsozialarbeit und Angehörige zusammenarbeiten könnten.
  3. Ethikdiskussion: Erörtere den Konflikt zwischen Schweigepflicht, Selbstbestimmung und Schutzpflicht bei akuter Selbstgefährdung anhand eines erfundenen Beispiels.
  4. Fachinterview: Bereite ein Interview mit einer Fachperson aus Beratung, Psychotherapie, Medizin oder Sozialarbeit vor; frage nicht nach privaten Krisendetails, sondern nach Prävention, Nachsorge und Hilfesystemen.



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Lernkontrolle

  1. Fallanalyse: Eine fiktive Person kommt nach einem Suizidversuch aus der Klinik zurück in Schule oder Ausbildung. Entwickle einen sicheren Unterstützungsplan für die ersten zwei Wochen und begründe Deine Entscheidungen.
  2. Transferaufgabe: Erkläre, warum Nachsorge nicht nur aus einem Therapietermin besteht, sondern auch Alltag, Beziehungen, Wohnen, Schule, Arbeit und Krisenwege einbeziehen muss.
  3. Medienurteil: Bewerte einen erfundenen Social-Media-Post zum Thema Suizid nach den Kriterien Werther-Risiko, Papageno-Potenzial, Hilfsangebote, Sprache und Datenschutz.
  4. Perspektivwechsel: Beschreibe aus Sicht einer angehörigen Person, einer Fachkraft und der betroffenen Person, welche Bedürfnisse nach einer akuten Krise unterschiedlich sein können.
  5. Präventionskonzept: Entwickle für eine Schule, Hochschule oder Ausbildungsstätte drei Maßnahmen, die Stigma reduzieren und Hilfe früher erreichbar machen.
  6. Ethiktransfer: Begründe, warum direkte Ansprache von Suizidgedanken und gleichzeitige Wahrung von Würde kein Widerspruch sind.
  7. Systemanalyse: Zeige an einem Beispiel, wie individuelle Hilfe und gesellschaftliche Rahmenbedingungen zusammenwirken.




Lernnachweis

Der Lernnachweis soll zeigen, dass Du Zusammenhänge verstehst und verantwortungsvoll anwenden kannst. Wähle eine der folgenden Formen und arbeite ohne Methodendetails, ohne private Offenlegungspflicht und ohne externe Medien.

  1. Portfolio: Erstelle ein Portfolio mit Begriffslandkarte, Hilfenetz, fiktivem Sicherheitsplan, Medienanalyse und persönlicher Reflexion zur sicheren Sprache.
  2. Projektbericht: Dokumentiere eine Präventionsidee für Schule, Ausbildung oder Studium mit Zielgruppe, Schutzregeln, Hilfsangeboten, Ablauf und Auswertung.
  3. Fachtext: Schreibe einen erklärenden Text darüber, warum Nachsorge nach einem Suizidversuch medizinische, psychologische, soziale und ethische Aspekte verbinden muss.
  4. Präsentation: Entwickle eine kurze Präsentation für eine Lerngruppe, die Hilfewege, Schutzfaktoren und verantwortungsvolle Kommunikation erklärt.
  5. Reflexionsgespräch: Führe mit einer Lehrkraft oder Fachperson ein Auswertungsgespräch über das Gelernte und halte fest, welche Handlungsschritte Du in einer fiktiven Krise für angemessen hältst.




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