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Gatekeeper-Training - Suizid verstehen

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Gatekeeper-Training - Suizid verstehen



Einleitung

Gatekeeper-Training / Suizid verstehen ist ein aiMOOC über Suizidalität, Suizidprävention, psychische Gesundheit, Krisenintervention und verantwortungsvolles Helfen. Du lernst, wie Suizidgedanken entstehen können, warum sie fast nie eine einzelne Ursache haben und wie Menschen im Umfeld aufmerksam, ruhig und hilfreich reagieren können. Ein Gatekeeper ist keine Therapeutin und kein Therapeut, sondern eine Person, die Warnzeichen wahrnimmt, ein Gespräch anbietet, Sicherheit ernst nimmt und professionelle Hilfe vermittelt.

Wichtiger Krisenhinweis: Wenn Du selbst akut nicht mehr weiterweißt oder befürchtest, dass eine Person sich unmittelbar etwas antun könnte, hole sofort Hilfe. In Deutschland gilt bei akuter Gefahr der Notruf 112. Die TelefonSeelsorge erreichst Du kostenlos, anonym und rund um die Uhr unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123. Kinder und Jugendliche können sich zusätzlich an die Nummer gegen Kummer unter 116 111 wenden. Dieser aiMOOC ersetzt keine medizinische, psychotherapeutische oder notfallbezogene Hilfe.

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Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was Suizidalität bedeutet, warum Suizidprävention eine Aufgabe von Einzelpersonen, Institutionen und Gesellschaft ist und welche Rolle ein Gatekeeper spielt. Du kannst Warnzeichen sensibel einordnen, ohne vorschnell zu diagnostizieren. Du kannst ein unterstützendes Gespräch beginnen, Grenzen Deiner Verantwortung erkennen und geeignete Hilfewege benennen. Außerdem reflektierst Du, wie Sprache, Stigma, Medienberichterstattung und soziale Rahmenbedingungen das Hilfesuchen beeinflussen.


Grundbegriffe


Suizid, Suizidalität und Krise

Der Begriff Suizid bezeichnet die Selbsttötung eines Menschen. Suizidalität meint ein Spektrum von Gedanken, Wünschen, Absichten, Krisen und Handlungen, die mit dem Wunsch verbunden sein können, nicht mehr leben zu wollen. Viele Menschen erleben in schweren Krisen ambivalente Gefühle: Ein Teil möchte, dass der Schmerz aufhört; ein anderer Teil sucht weiterhin nach Entlastung, Verbindung und Sicherheit. Genau hier setzt Suizidprävention an.

Eine psychische Krise kann entstehen, wenn Belastungen, Verluste, Konflikte, Krankheit, Einsamkeit, Diskriminierung, Gewalt, Schulden, Überforderung oder andere Faktoren die vorhandenen Bewältigungsmöglichkeiten übersteigen. Suizidale Gedanken sind dabei kein Zeichen von Schwäche und kein moralisches Versagen. Sie sind ein ernstes Signal, dass ein Mensch Unterstützung, Schutz und oft professionelle Hilfe braucht.


Suizid verstehen: Keine einfache Ursache

Suizidalität entsteht meist durch ein Zusammenwirken mehrerer Faktoren. Dazu gehören individuelle Faktoren wie Depression, Angststörung, Suchterkrankung, Trauma, chronische Schmerzen oder Hoffnungslosigkeit. Hinzu kommen soziale Faktoren wie Isolation, Mobbing, familiäre Konflikte, Arbeitslosigkeit, Armut, Verlust, Diskriminierung oder fehlender Zugang zu Hilfe. Auch gesellschaftliche Faktoren spielen eine Rolle: Stigma, Tabuisierung, geringe Versorgung, unsichere Lebensbedingungen und belastende Medienbilder können Hilfesuchen erschweren.

Wichtig ist: Risikofaktor bedeutet nicht, dass ein Suizid unausweichlich ist. Schutzfaktor bedeutet nicht, dass jede Krise automatisch verschwindet. Prävention fragt deshalb: Was erhöht Sicherheit, Verbindung, Behandlung, Würde, Entlastung und Hoffnung?


Zahlen und gesellschaftliche Bedeutung

Weltweit sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation jedes Jahr mehr als 720.000 Menschen durch Suizid. In Deutschland beendeten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2024 10.372 Menschen ihr Leben durch Suizid. Diese Zahlen zeigen, dass Suizidprävention kein Randthema ist, sondern ein wichtiges Feld von Gesundheitsbildung, Sozialarbeit, Psychologie, Medizin, Schule, Ausbildung und politischer Bildung.

Zahlen dürfen aber nie dazu führen, einzelne Menschen auf Statistik zu reduzieren. Hinter jeder Zahl stehen Menschen, Angehörige, Freundschaften, Kollegien, Schulklassen und Gemeinschaften. Suizidprävention bedeutet deshalb auch, Trauer, Schuldgefühle und Überforderung im Umfeld ernst zu nehmen.


Was ist Gatekeeper-Training?


Die Idee des Gatekeeper-Ansatzes

Ein Gatekeeper ist eine Person, die in Alltag, Schule, Ausbildung, Verein, Betrieb, Hochschule, Pflege, Beratung, Seelsorge oder Nachbarschaft früh wahrnehmen kann, dass jemand in einer schweren Krise steckt. Gatekeeper sollen nicht therapieren. Sie sollen sehen, ansprechen, zuhören, Sicherheit klären und weitervermitteln.

Der Begriff bedeutet sinngemäß: Eine Person steht an einem wichtigen Übergang und kann helfen, dass jemand nicht allein in der Krise bleibt, sondern Zugang zu Unterstützung bekommt. Gatekeeper können Lehrkräfte, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter, Ausbilderinnen und Ausbilder, Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Eltern, Freundinnen, Freunde, Jugendleiterinnen, Trainer, Kommilitoninnen oder Kolleginnen sein.


Typische Bausteine eines Gatekeeper-Trainings

Ein gutes Gatekeeper-Training vermittelt Wissen, Haltung und Handlungssicherheit. Es erklärt Grundbegriffe, Warnzeichen, Gesprächsführung, Grenzen der eigenen Rolle, Weitervermittlung und Selbstfürsorge. Besonders wichtig ist die Haltung: Du musst nicht perfekt reagieren. Hilfreich ist oft schon, wahrnehmbar da zu sein, ernst zu nehmen und nicht aus Angst zu schweigen.

  1. Wahrnehmen: Du achtest auf Veränderungen, Aussagen, Rückzug, Hoffnungslosigkeit oder starke Belastung.
  2. Ansprechen: Du sprichst Deine Sorge klar, respektvoll und direkt an.
  3. Zuhören: Du hörst zu, ohne zu belehren, zu verurteilen oder die Krise kleinzureden.
  4. Sicherheit: Du fragst, ob akute Gefahr besteht, und holst bei Bedarf sofort Hilfe.
  5. Vermittlung: Du begleitest den Weg zu professioneller Unterstützung.
  6. Nachsorge: Du bleibst im Rahmen Deiner Möglichkeiten in Kontakt und sorgst auch für Dich selbst.


Direkte Ansprache hilft

Viele Menschen haben Angst, eine suizidgefährdete Person durch eine direkte Frage erst auf die Idee zu bringen. Fachlich gilt: Eine respektvolle, ruhige und direkte Frage kann entlasten, weil sie das Tabu durchbricht und Gespräch ermöglicht. Eine hilfreiche Formulierung kann sein: Ich mache mir Sorgen um Dich. Denkst Du daran, Dir das Leben zu nehmen? Danach ist wichtig, nicht zu erschrecken, nicht zu moralisieren und nicht vorschnell zu versprechen, alles geheim zu halten.

Direktheit bedeutet nicht Druck. Du stellst eine klare Frage, bleibst zugewandt und vermittelst: Du bist nicht allein. Wir holen Hilfe.


Warnzeichen und Risikofaktoren


Mögliche Warnzeichen

Warnzeichen sind Hinweise, keine sicheren Beweise. Sie sollten immer im Zusammenhang betrachtet werden. Besonders ernst zu nehmen sind direkte oder indirekte Aussagen wie Ich kann nicht mehr, Ohne mich wäre es besser oder Ich sehe keinen Ausweg. Weitere Hinweise können starker Rückzug, plötzliche Verzweiflung, extreme Stimmungsschwankungen, Schlaflosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Abschiedshandlungen, riskantes Verhalten, Substanzmissbrauch, starke Schuldgefühle oder das Gefühl sein, anderen nur zur Last zu fallen.

Ein einzelnes Zeichen beweist keine Suizidalität. Mehrere Zeichen, eine deutliche Veränderung oder ein konkreter Anlass sollten jedoch immer ernst genommen werden. Im Zweifel ist Ansprechen besser als Schweigen.


Risikofaktoren und Schutzfaktoren

Risikofaktoren können die Wahrscheinlichkeit einer Krise erhöhen. Dazu zählen frühere Suizidversuche, psychische Erkrankungen, Suchterkrankungen, schwere Verluste, Gewalt- oder Traumaerfahrungen, Isolation, chronische Krankheit, akute Scham- oder Schuldkrisen, Mobbing, Diskriminierung und fehlender Zugang zu Hilfe.

Schutzfaktoren können Sicherheit und Stabilität stärken. Dazu gehören verlässliche Beziehungen, professionelle Behandlung, Krisenpläne, Zugang zu Beratungsstellen, Hoffnung, kulturelle oder spirituelle Ressourcen, Haustiere, sinnvolle Aufgaben, soziale Zugehörigkeit, Problemlösekompetenz, sichere Umgebung und die Erfahrung, ernst genommen zu werden.


Besondere Gruppen sensibel betrachten

Suizidprävention muss Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen erreichen. Jugendliche, ältere Menschen, Menschen mit psychischen Erkrankungen, Menschen nach Suizidversuchen, Menschen mit Behinderung, queere Menschen, Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung, pflegende Angehörige, Einsatzkräfte, von Gewalt betroffene Menschen und Hinterbliebene nach Suizid können besondere Belastungen erleben. Gleichzeitig gilt: Keine Gruppe ist nur Risiko. Prävention muss immer ressourcenorientiert, diskriminierungssensibel und respektvoll sein.


Gesprächsführung im Gatekeeper-Training


Haltung: Ernst nehmen, ruhig bleiben, verbinden

Eine hilfreiche Haltung verbindet Empathie, Klarheit und Verantwortung. Du kannst sagen, was Du wahrnimmst, ohne Vorwürfe zu machen. Du kannst zuhören, ohne die Krise lösen zu müssen. Du kannst Hoffnung vermitteln, ohne leere Versprechen zu geben. Du kannst Unterstützung anbieten, ohne die Kontrolle über das Leben der anderen Person übernehmen zu wollen.

Hilfreiche Sätze können sein: Danke, dass Du mir das sagst., Das klingt sehr schwer., Ich bleibe jetzt nicht allein damit., Wir holen gemeinsam Hilfe. Wenig hilfreich sind Sätze wie Denk doch positiv, Andere haben es schlimmer, Das meinst Du doch nicht ernst oder Du darfst so etwas nicht denken.


Ein mögliches Gesprächsmodell

Ein Gatekeeper-Gespräch kann sich an einem einfachen Modell orientieren. Es ersetzt keine professionelle Diagnostik, hilft aber, handlungsfähig zu bleiben.

  1. Beobachtung: Beschreibe konkret, was Dir aufgefallen ist, zum Beispiel Rückzug, starke Verzweiflung oder belastende Aussagen.
  2. Sorge: Sage klar, dass Du Dir Sorgen machst.
  3. Frage: Frage direkt und respektvoll nach Suizidgedanken.
  4. Zuhören: Lass Pausen zu, wiederhole Wichtiges und frage nach, ohne zu drängen.
  5. Sicherheit: Kläre, ob die Person gerade akut gefährdet ist.
  6. Hilfe: Kontaktiere gemeinsam geeignete Hilfe, bei akuter Gefahr sofort den Notruf.
  7. Verbindlichkeit: Vereinbare einen nächsten sicheren Schritt, zum Beispiel nicht allein bleiben, eine Vertrauensperson dazuholen oder eine Beratungsstelle kontaktieren.


Grenzen der eigenen Rolle

Ein Gatekeeper ist nicht verantwortlich für alle Entscheidungen einer anderen Person. Du bist auch nicht verpflichtet, allein zu handeln. Besonders in Schule, Ausbildung, Jugendhilfe, Pflege, Beratung oder Betrieb müssen Schutzkonzepte, Meldewege und Zuständigkeiten bekannt sein. Wichtig ist: Versprich keine absolute Geheimhaltung, wenn Gefahr besteht. Besser ist: Ich nehme Dich ernst und ich werde Hilfe dazuholen, damit Du sicher bist.

Gatekeeper brauchen außerdem Selbstfürsorge. Wer mit suizidalen Krisen konfrontiert wird, kann selbst Angst, Schuld, Hilflosigkeit oder Überforderung erleben. Supervision, kollegiale Beratung, Nachbesprechung und eigene Unterstützung sind Teil verantwortlicher Prävention.


Hilfewege in Deutschland


Akute Gefahr

Bei akuter Gefahr gilt: Nicht allein lassen, Unterstützung holen und den Notruf 112 kontaktieren. Auch psychiatrische Notaufnahmen, ärztliche Bereitschaftsdienste, regionale Krisendienste, sozialpsychiatrische Dienste und vertraute Fachpersonen können wichtige Hilfewege sein. In einer akuten Krise zählt nicht, ob Du die Situation perfekt einschätzt. Entscheidend ist, dass Sicherheit Vorrang hat.


Niedrigschwellige Beratung

Die TelefonSeelsorge ist in Deutschland kostenlos, anonym und rund um die Uhr erreichbar: 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123. Für Kinder und Jugendliche gibt es die Nummer gegen Kummer unter 116 111. Je nach Bundesland gibt es regionale Krisendienste. Für junge Menschen mit Suizidgedanken gibt es außerdem spezialisierte Online- und Mailberatungen wie U25 Deutschland.

Ein Gatekeeper kann anbieten, gemeinsam anzurufen, beim Schreiben einer Nachricht dabeizubleiben, eine Begleitperson zu organisieren oder den Weg zu einer Beratungsstelle zu begleiten.


Nachsorge und Kontinuität

Suizidprävention endet nicht nach einem Gespräch. Menschen brauchen oft mehrere Kontakte, professionelle Behandlung, alltagsnahe Entlastung und verlässliche Nachfragen. Auch Angehörige und Freundinnen oder Freunde benötigen Unterstützung. Nach einem Suizidversuch, nach stationärer Behandlung oder nach einem Verlust kann die Zeit danach besonders verletzlich sein. Nachsorge bedeutet, Übergänge zu sichern und nicht so zu tun, als sei die Krise einfach erledigt.


Gesellschaftliche Rahmenbedingungen


Tabu, Stigma und Sprache

Stigma erschwert Hilfe. Wenn Menschen Angst haben, verurteilt, nicht ernst genommen oder als gefährlich abgestempelt zu werden, sprechen sie seltener über ihre Gedanken. Deshalb ist Sprache ein Teil von Suizidprävention. Respektvolle Sprache vermeidet Schuldzuweisungen, Sensationslust und Romantisierung. Sie betont Hilfe, Ambivalenz, Behandlungsmöglichkeiten und soziale Unterstützung.

In Lernkontexten ist besonders wichtig: Niemand wird gedrängt, persönliche Erfahrungen offenzulegen. Triggerwarnungen, freiwillige Beteiligung, klare Hilfsangebote und Nachgespräche schützen Lernende.


Medien: Werther-Effekt und Papageno-Effekt

Die Art der Medienberichterstattung kann Einfluss auf suizidales Verhalten haben. Der Werther-Effekt beschreibt, dass problematische, detaillierte oder romantisierende Darstellungen Nachahmung begünstigen können. Der Papageno-Effekt beschreibt, dass verantwortungsvolle Darstellungen von Krisenbewältigung, Hilfe und Alternativen schützend wirken können. Deshalb sollten Medien keine Details zu Suizidhandlungen nennen, keine Schuld vereinfachen und immer auf Hilfeangebote hinweisen.


Prävention als Gemeinschaftsaufgabe

Wirksame Suizidprävention umfasst mehrere Ebenen: individuelle Hilfe, Fortbildung von Gatekeepern, niedrigschwellige Krisendienste, psychotherapeutische und psychiatrische Versorgung, Entstigmatisierung, sichere Orte, verantwortliche Medien, Unterstützung von Angehörigen und politische Strategien. Die Nationale Suizidpräventionsstrategie in Deutschland betont, dass Suizidprävention eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.


Didaktischer Hinweis für Unterricht, Ausbildung und Studium

Dieser aiMOOC eignet sich für Sekundarstufe II, Berufliche Bildung, Sozialpädagogik, Pflegeausbildung, Psychologie, Medizin, Lehrkräftebildung, Schulsozialarbeit, Ethik und Politische Bildung. Das Thema muss sensibel eingeführt werden. Lehrende sollten vor Beginn regionale Hilfeangebote nennen, keine persönlichen Offenbarungen verlangen, keine Methoden besprechen und Lernende bei Bedarf aus Aufgaben entlassen. Rollenspiele sollten nur mit fiktiven, nicht detaillierten Szenarien durchgeführt werden und immer eine Auswertung enthalten.


Quellen und fachliche Orientierung

  1. Weltgesundheitsorganisation: Suizidprävention und globale Gesundheitsdaten.
  2. Statistisches Bundesamt: Suizidstatistik Deutschland 2024.
  3. TelefonSeelsorge: Hilfe in Krisen, telefonische Beratung, Chat- und Mailberatung.
  4. Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Fachinformationen, Vernetzung und Hilfen.
  5. Nationales Suizidpräventionsprogramm: Fachnetzwerk und Informationen zur Prävention.
  6. Nummer gegen Kummer: Beratung für Kinder, Jugendliche und Eltern.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist die wichtigste Aufgabe eines Gatekeepers in der Suizidprävention? (Warnzeichen wahrnehmen, ansprechen und Hilfe vermitteln) (!Eine psychotherapeutische Diagnose stellen) (!Eine Krise allein lösen) (!Der betroffenen Person Schweigen versprechen)




Welche Aussage über Suizidalität ist fachlich angemessen? (Suizidalität entsteht meist durch mehrere zusammenwirkende Faktoren) (!Suizidalität hat immer genau eine Ursache) (!Suizidalität ist ein Zeichen von Charakterschwäche) (!Suizidalität verschwindet immer ohne Hilfe)




Was ist bei akuter Gefahr in Deutschland besonders wichtig? (Sofort den Notruf 112 kontaktieren) (!Erst mehrere Tage abwarten) (!Die Person allein lassen, damit sie sich beruhigt) (!Die Situation geheim halten)




Welche Gesprächshaltung ist hilfreich? (Ruhig bleiben, ernst nehmen und zuhören) (!Schnell bewerten und belehren) (!Die Krise verharmlosen) (!Mit Schuldgefühlen Druck machen)




Warum kann eine direkte Frage nach Suizidgedanken hilfreich sein? (Sie kann das Tabu durchbrechen und ein Gespräch ermöglichen) (!Sie ersetzt professionelle Hilfe vollständig) (!Sie beweist automatisch eine Diagnose) (!Sie sollte grundsätzlich vermieden werden)




Was ist ein Schutzfaktor? (Ein Umstand, der Sicherheit und Stabilität stärken kann) (!Ein Beweis dafür, dass keine Krise möglich ist) (!Ein Zeichen, dass niemand Hilfe braucht) (!Ein Ersatz für alle Beratungsangebote)




Welche Aussage passt zur Rolle von Medien in der Suizidprävention? (Verantwortungsvolle Berichte betonen Hilfe und Bewältigung) (!Detaillierte Darstellungen sind immer hilfreich) (!Romantisierung schützt gefährdete Menschen) (!Hilfeangebote sollten in Berichten fehlen)




Was bedeutet Stigma im Zusammenhang mit psychischer Gesundheit? (Abwertung oder Ausgrenzung aufgrund eines Merkmals) (!Eine Form professioneller Behandlung) (!Ein sicherer Schutz vor Krisen) (!Ein anderes Wort für Nachsorge)




Welche Nummer gehört in Deutschland zur TelefonSeelsorge? (116 123) (!110 456) (!118 000) (!115 999)




Was sollte ein Gatekeeper nicht tun? (Absolute Geheimhaltung bei akuter Gefahr versprechen) (!Sorge klar aussprechen) (!Professionelle Hilfe einbeziehen) (!Nach Unterstützung im eigenen Umfeld fragen)





Memory

Gatekeeper Wahrnehmen und weitervermitteln
Suizidalität Gedanken und Krisen rund um Lebensmüdigkeit
Schutzfaktor Stärkt Sicherheit und Stabilität
Risikofaktor Kann eine Krise wahrscheinlicher machen
TelefonSeelsorge Anonyme Hilfe rund um die Uhr
Papageno-Effekt Darstellung gelingender Krisenbewältigung
Stigma Abwertung und Tabuisierung
Nachsorge Begleitung nach der akuten Krise





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Wahrnehmen Veränderungen und Warnzeichen bemerken
Ansprechen Sorge respektvoll und direkt formulieren
Zuhören Gefühle ernst nehmen und nicht bewerten
Sichern Bei akuter Gefahr sofort Hilfe holen
Vermitteln Kontakt zu professioneller Unterstützung herstellen






Kreuzworträtsel

Gatekeeper Welche Person erkennt Warnzeichen und vermittelt Hilfe?
Krise Wie nennt man eine zugespitzte seelische Belastungssituation?
Empathie Welche Haltung bedeutet einfühlendes Verstehen?
Hilfe Was soll bei akuter Gefahr sofort geholt werden?
Schutzfaktor Was stärkt Sicherheit und Stabilität in Krisen?
Nachsorge Wie heißt die Begleitung nach einer akuten Krise?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Ein

ist eine Person, die Warnzeichen wahrnimmt und Hilfe vermittelt. Suizidalität entsteht meist durch mehrere

und darf nicht vereinfacht werden. Eine direkte, respektvolle Frage nach Suizidgedanken kann das

durchbrechen. Bei akuter Gefahr hat

Vorrang vor Geheimhaltung. In Deutschland ist bei unmittelbarer Gefahr der Notruf

wichtig. Schutzfaktoren wie Beziehungen, Behandlung und Hoffnung stärken die

. Verantwortungsvolle Medienberichte vermeiden Details und zeigen Wege zu

. Nach einer Krise ist

wichtig, damit Menschen nicht allein bleiben.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffskarte: Erstelle eine Begriffskarte zu Gatekeeper, Suizidalität, Krisenintervention, Schutzfaktor und Risikofaktor mit je einer verständlichen Erklärung.
  2. Hilfenetz: Recherchiere seriöse Hilfeangebote in Deiner Region und gestalte eine übersichtliche Hilfekarte mit Telefonnummern, Öffnungszeiten und Zielgruppen.
  3. Sprache prüfen: Sammle drei unhelpful Sätze über psychische Krisen und formuliere sie in respektvolle, hilfreiche Sätze um.
  4. Warnzeichen erkennen: Entwickle ein fiktives, nicht detailliertes Beispiel, in dem eine Person belastet wirkt, und markiere mögliche Warnzeichen.


Standard

  1. Gesprächsleitfaden: Schreibe einen kurzen Leitfaden für ein Gatekeeper-Gespräch mit den Schritten Wahrnehmen, Ansprechen, Zuhören, Sicherheit und Vermittlung.
  2. Schutzfaktoren-Plakat: Gestalte ein Plakat, das Schutzfaktoren im Alltag zeigt, zum Beispiel Beziehungen, Pausen, Behandlung, Bewegung, Struktur und Beratung.
  3. Medienanalyse: Analysiere einen fiktiven Medienbericht und überarbeite ihn so, dass er Hilfeangebote nennt, nicht sensationalisiert und keine gefährlichen Details enthält.
  4. Rollenklarheit: Erstelle eine Tabelle, was Gatekeeper leisten können und was professionelle Fachkräfte übernehmen müssen.


Schwer

  1. Präventionskonzept: Entwickle ein Konzept für eine Schule, einen Ausbildungsbetrieb oder Verein, das Zuständigkeiten, Fortbildung, Hilfewege und Nachsorge beschreibt.
  2. Fallreflexion: Bearbeite ein fiktives Krisenszenario und begründe, welche Schritte Du als Gatekeeper gehen würdest und wo Deine Grenzen liegen.
  3. Stigma-Projekt: Plane eine Kampagne gegen Stigmatisierung psychischer Krisen mit Zielgruppe, Botschaft, Medium, Schutzkonzept und Evaluation.
  4. Vergleich Präventionsstrategien: Vergleiche individuelle, institutionelle und gesellschaftliche Maßnahmen der Suizidprävention und bewerte ihr Zusammenspiel.



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Lernkontrolle

  1. Transferaufgabe Gespräch: Du bemerkst, dass eine Mitschülerin sich stark zurückzieht und hoffnungslos wirkt. Beschreibe, wie Du sie respektvoll ansprichst, welche Frage Du stellen kannst und wann Du Erwachsene oder professionelle Hilfe einbeziehst.
  2. Analyse Schutzfaktoren: Erkläre anhand eines fiktiven Beispiels, wie drei Schutzfaktoren zusammenwirken können und warum sie professionelle Hilfe nicht ersetzen müssen.
  3. Grenzen erkennen: Begründe, warum Gatekeeper keine Therapie übernehmen und warum absolute Geheimhaltung bei akuter Gefahr problematisch ist.
  4. Präventionskette: Entwickle eine Präventionskette von der ersten Beobachtung bis zur Nachsorge und erläutere, welche Personen oder Institutionen beteiligt sein können.
  5. Medienkompetenz: Vergleiche eine verantwortungsvolle und eine problematische Darstellung suizidaler Krisen und erkläre die möglichen Folgen.
  6. Gesellschaftliche Verantwortung: Diskutiere, warum Suizidprävention nicht nur Aufgabe einzelner Betroffener ist, sondern auch von Schule, Gesundheitssystem, Medien und Politik getragen werden muss.




Lernnachweis

Für den Lernnachweis erstellst Du ein kurzes Portfolio. Es enthält eine Begriffskarte, eine regionale Hilfekarte, einen Gesprächsleitfaden, eine Reflexion zu Rollengrenzen und eine Transferaufgabe. Das Portfolio soll zeigen, dass Du nicht nur Fakten kennst, sondern verantwortungsvoll handeln, Hilfewege benennen und die gesellschaftliche Dimension von Suizidprävention erklären kannst. Persönliche Krisenerfahrungen müssen nicht offengelegt werden.


OERs zum Thema



Links


Externe Fachinformationen

  1. Weltgesundheitsorganisation: Suicide Fact Sheet
  2. TelefonSeelsorge Deutschland
  3. TelefonSeelsorge: Telefonische Hilfe
  4. Nummer gegen Kummer
  5. Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention
  6. Nationales Suizidpräventionsprogramm für Deutschland
  7. Statistisches Bundesamt: Suizide in Deutschland


aiMOOC-Projekte





Schulfach+

Prüfungsliteratur 2026
Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Der Biberpelz - Gerhart Hauptmann
  4. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Gerichtskomödie; soziales Drama um Ausbeutung/Armut; Komödie/Satire um Diebstahl und Obrigkeit; Roman über Erinnerungsräume und Umbrüche.

Bremen

Abitur

  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  3. Bahnwärter Thiel - Gerhart Hauptmann

Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

Abitur

  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




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