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Soziale Medien und Suizid verstehen

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Version vom 20. Juni 2026, 15:33 Uhr von Glanz (Diskussion | Beiträge) (aiMOOC über GPT aiMOOC Action erstellt)
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Soziale Medien und Suizid verstehen




Einleitung

Soziale Medien & Suizid / Suizid verstehen ist ein aiMOOC über Suizidalität, psychische Gesundheit, Medienkompetenz und Suizidprävention. Du lernst, warum Suizid nie auf eine einzige Ursache reduziert werden darf, wie soziale Medien in Krisen belastend oder unterstützend wirken können und wie Du verantwortungsvoll mit Posts, Kommentaren, Videos und Hilferufen umgehst. Der Kurs behandelt das Thema sachlich, respektvoll und präventionsorientiert. Er enthält keine Beschreibungen von Suizidmethoden und ersetzt keine professionelle Hilfe.

Wichtig: Wenn Du selbst gerade nicht sicher bist oder befürchtest, dass eine andere Person unmittelbar gefährdet ist, hole sofort Hilfe. In akuter Gefahr gilt: Wähle den Notruf 112, gehe in eine nahe Notaufnahme oder sprich sofort eine erwachsene Vertrauensperson, eine Lehrkraft, Schulsozialarbeit, einen ärztlichen Dienst oder einen Krisendienst an. In Deutschland ist die TelefonSeelsorge rund um die Uhr kostenlos erreichbar unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123. Für Kinder und Jugendliche gibt es die Nummer gegen Kummer unter 116 111. Wenn Du außerhalb Deutschlands bist, nutze die lokale Notrufnummer oder einen Krisendienst in Deinem Land.

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Das Video „Soziale Medien & Suizid / Suizid verstehen“ führt in die Themen Suizidalität, Prävention, Ursachen, Hilfe und gesellschaftliche Rahmenbedingungen ein. Bearbeite das Video nicht allein, wenn Dich das Thema stark belastet. Pausiere, sprich mit einer vertrauten Person und nutze die Hilfsangebote, wenn Du merkst, dass Dich Inhalte überfordern.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was mit Suizidalität gemeint ist, warum Suizidprävention eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft ist und welche Rolle soziale Medien dabei spielen können. Du kannst belastende Online-Dynamiken wie Cybermobbing, sozialer Vergleich, algorithmische Verstärkung, FOMO und die Verbreitung gefährlicher Inhalte einordnen. Außerdem lernst Du, wie verantwortungsvolle Kommunikation Hoffnung, Hilfe und Schutz fördern kann.

  1. Begriffe klären: Du unterscheidest Suizid, Suizidalität, Suizidgedanken, Krise, psychische Erkrankung und Prävention.
  2. Zusammenhänge verstehen: Du beschreibst, warum biologische, psychische, soziale, kulturelle und digitale Faktoren zusammenwirken können.
  3. Medienkritik anwenden: Du analysierst, wie Plattformen, Algorithmen, Kommentare und Reichweite Risiken verstärken oder Hilfen sichtbar machen können.
  4. Sicher kommunizieren: Du formulierst Beiträge so, dass sie nicht dramatisieren, nicht beschämen, keine gefährlichen Details verbreiten und Hilfewege nennen.
  5. Handlungskompetenz entwickeln: Du weißt, wie Du bei Warnsignalen reagieren, Unterstützung aktivieren und Grenzen Deiner eigenen Verantwortung beachten kannst.


Grundbegriffe


Suizid und Suizidalität

Suizid bezeichnet den Tod eines Menschen durch eine selbst ausgeführte Handlung mit der Absicht zu sterben. Suizidalität ist der umfassendere Begriff: Er umfasst Suizidgedanken, Suizidabsichten, Suizidpläne, Suizidversuche und akute Krisen. In diesem aiMOOC wird bewusst der Begriff Suizid verwendet. Begriffe wie „Selbstmord“ können abwertend wirken, weil das Wort „Mord“ Schuld und Kriminalität nahelegt. Der Begriff „Freitod“ kann problematisch sein, weil er die schwere Verzweiflung, Einengung und Not einer suizidalen Krise verharmlosen oder romantisieren kann.

Wichtig ist: Suizidalität ist oft Ausdruck einer schweren Krise, nicht Ausdruck von Schwäche. Menschen in suizidalen Krisen erleben häufig, dass ihr Denken enger wird, dass Hoffnung verloren geht und dass sie kaum noch Auswege sehen. Genau deshalb ist Krisenintervention wichtig. Hilfe kann die Wahrnehmung wieder weiten, Sicherheit schaffen und nächste Schritte ermöglichen.


Suizidprävention

Suizidprävention bedeutet, Bedingungen zu schaffen, die Leben schützen. Dazu gehören leicht erreichbare Beratung, gute psychotherapeutische Behandlung, Behandlung psychischer Erkrankungen, Unterstützung in Schulen, Familien und Betrieben, Schutz vor Gewalt, Schutz vor gefährlichen Online-Inhalten, verantwortungsvolle Medienberichte und eine Kultur, in der über Krisen gesprochen werden darf. Prävention besteht nicht nur aus Notfallhilfe. Sie beginnt schon dort, wo Menschen Zugehörigkeit, Anerkennung, soziale Sicherheit, verlässliche Beziehungen und Zugang zu Unterstützung erleben.

Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt Suizid als globales Gesundheitsproblem. Weltweit sterben jedes Jahr sehr viele Menschen durch Suizid, und auf jeden Suizid kommen zahlreiche Suizidversuche. Zugleich betonen Fachorganisationen: Viele Suizide sind verhinderbar, wenn Warnsignale ernst genommen, Hilfen zugänglich gemacht und riskante Kommunikationsweisen vermieden werden.


Psychische Gesundheit und Krise

Psychische Gesundheit bedeutet nicht, immer glücklich zu sein. Sie bedeutet, mit Belastungen umgehen zu können, Hilfe anzunehmen, Beziehungen zu gestalten und Sinn, Selbstwirksamkeit und Zugehörigkeit zu erleben. Eine Krise kann entstehen, wenn Belastungen über längere Zeit zu groß werden oder plötzlich eskalieren. Dazu können Depression, Angststörungen, Traumatisierung, Sucht, Einsamkeit, Verlust, Diskriminierung, finanzielle Not, familiäre Konflikte, Mobbing oder digitale Überforderung beitragen.

Eine suizidale Krise ist ein Notfall, wenn eine Person sich nicht mehr von Suizidgedanken distanzieren kann, konkrete Absichten äußert oder unmittelbar gefährdet wirkt. Dann zählt nicht, ob ein Post „ernst gemeint“ oder „nur online“ erscheint. Entscheidend ist: Sicherheit geht vor, Hilfe wird aktiviert, und die Person bleibt nicht allein.


Ursachen und Schutzfaktoren


Warum es nie nur eine Ursache gibt

Suizidalität entsteht meist aus einem Zusammenspiel vieler Faktoren. Es kann persönliche Verletzlichkeit geben, belastende Lebensereignisse, psychische Erkrankungen, fehlende Unterstützung, gesellschaftliche Ausgrenzung oder digitale Verstärkung. Ein einzelner Streit, eine schlechte Note, ein Kommentar oder ein Video ist in der Regel nicht „die Ursache“. Solche Ereignisse können aber in einer bereits belasteten Situation eine Krise verschärfen. Deshalb ist eine einfache Schuldzuweisung falsch und gefährlich.

Für die Analyse ist ein Mehr-Ebenen-Modell hilfreich. Auf der individuellen Ebene geht es um Gefühle, Gedanken, Erkrankungen und Bewältigungsstrategien. Auf der Beziehungsebene geht es um Familie, Freundschaften, Schule, Ausbildung und Arbeit. Auf der gesellschaftlichen Ebene geht es um Armut, Diskriminierung, Versorgung, Stigma und politische Rahmenbedingungen. Auf der digitalen Ebene geht es um Plattformdesign, Algorithmen, Kommentare, Reichweite, Datenschutz und Moderation.


Risikofaktoren

Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Krise, bedeuten aber nicht, dass eine Person zwangsläufig suizidal wird. Dazu gehören schwere Depression, frühere Suizidversuche, starke Hoffnungslosigkeit, soziale Isolation, Mobbing, Gewalt, Diskriminierung, Sucht, chronische Schmerzen, belastende Familienverhältnisse, akute Verluste und fehlender Zugang zu Hilfe. Im digitalen Raum können belastende Kommentare, Beschämung, Bloßstellung, gezielte Ausgrenzung, permanente Vergleichbarkeit und die Wiederholung belastender Inhalte hinzukommen.


Schutzfaktoren

Schutzfaktoren stärken die Fähigkeit, Krisen zu überstehen. Dazu gehören verlässliche Beziehungen, schnelle professionelle Hilfe, ein sicherer Schlaf-Wach-Rhythmus, Bewegung, Teilhabe, kreative Ausdrucksmöglichkeiten, Selbstwirksamkeit, Wissen über Krisen, eine realistische Hoffnungsperspektive und die Erfahrung: „Ich muss da nicht allein durch.“ Auch digitale Räume können Schutzfaktoren bieten, wenn sie respektvoll moderiert sind, Hilfsangebote sichtbar machen und Betroffene nicht beschämen.


Soziale Medien als Risiko und Chance


Belastende Dynamiken in sozialen Medien

Soziale Medien können Krisen verstärken, weil sie schnell, emotional, öffentlich und dauerhaft wirken. Ein verletzender Kommentar kann viele Menschen erreichen. Ein Gerücht kann sich rasch verbreiten. Ein peinliches Bild kann weitergeleitet werden. Cybermobbing kann rund um die Uhr weitergehen und sich für Betroffene unausweichlich anfühlen. Auch ständiger sozialer Vergleich kann Druck erzeugen: scheinbar perfekte Körper, perfekte Beziehungen, perfekte Leistungen und perfekte Lebensläufe lassen das eigene Leben schlechter erscheinen, als es ist.

Ein weiterer Punkt ist algorithmische Verstärkung. Plattformen zeigen oft Inhalte, die Aufmerksamkeit binden. Wenn eine Person wiederholt düstere, hoffnungslose oder selbstschädigende Inhalte ansieht, kommentiert oder teilt, können ähnliche Inhalte häufiger erscheinen. Das bedeutet nicht, dass ein Algorithmus allein Suizidalität verursacht. Es bedeutet aber, dass Plattformdesign Krisen verschärfen kann, wenn verletzliche Menschen in belastende Inhaltsschleifen geraten.


Hilfreiche Potenziale sozialer Medien

Soziale Medien können auch helfen. Menschen finden dort Informationen über psychische Gesundheit, Erfahrungsberichte, Selbsthilfegruppen, Hinweise auf Beratungsstellen, kreative Ausdrucksformen und ermutigende Geschichten. Wer sich schämt, persönlich über Belastungen zu sprechen, findet online manchmal den ersten Schritt zu Hilfe. Gerade junge Menschen nutzen digitale Kommunikation, um Gefühle zu zeigen, die sie offline nicht aussprechen können.

Hilfreich sind Beiträge, die Hoffnung vermitteln, Bewältigungswege zeigen, professionelle Hilfe normalisieren und klar machen: Krisen können sich verändern. Auch das Teilen von Hilfenummern, Beratungsstellen und Informationen über Therapie kann Schutz fördern. Entscheidend ist die Art der Darstellung: nicht dramatisieren, nicht romantisieren, keine gefährlichen Details, keine Schuldzuweisungen, sondern Orientierung, Verbindung und konkrete Hilfewege.


Werther-Effekt und Papageno-Effekt

Der Werther-Effekt beschreibt das Risiko, dass problematische Darstellungen von Suizid Nachahmung begünstigen können. Besonders riskant sind sensationsorientierte Überschriften, detaillierte Darstellungen, romantisierende Erzählungen, Heroisierung, Schuldzuweisungen und Bilder, die eine Handlung oder einen Ort in den Mittelpunkt stellen. In sozialen Medien können solche Inhalte durch Likes, Kommentare, Reposts und Empfehlungen zusätzlich verstärkt werden.

Der Papageno-Effekt beschreibt die schützende Wirkung von Geschichten, in denen Menschen eine schwere Krise überstehen, Hilfe finden und neue Perspektiven entwickeln. Solche Erzählungen können zeigen, dass Suizidgedanken veränderbar sind und dass Hilfe erreichbar ist. Für Prävention ist deshalb nicht Schweigen das Ziel, sondern verantwortungsvolles Sprechen.


Verantwortungsvolle Kommunikation


Sicher über Suizid sprechen

Über Suizid zu sprechen ist nicht grundsätzlich gefährlich. Im Gegenteil: Ein ruhiges, direktes und wertschätzendes Gespräch kann entlasten. Wichtig ist, wie gesprochen wird. Sichere Kommunikation vermeidet Schuld, Scham, Sensationslust und gefährliche Details. Sie fragt nach, hört zu, nimmt Aussagen ernst und verbindet mit Hilfe. Du musst keine perfekte Lösung haben. Du kannst aber ein wichtiges Bindeglied sein.

Eine hilfreiche Frage kann lauten: „Denkst Du daran, Dir etwas anzutun oder nicht mehr leben zu wollen?“ Diese Frage ist direkt, aber nicht drängend. Sie zeigt, dass das Thema ausgesprochen werden darf. Wenn die Antwort Ja lautet oder unklar bleibt, ist der nächste Schritt nicht Diskussion, sondern Unterstützung: bei der Person bleiben, Hilfe holen, eine erwachsene Vertrauensperson einbeziehen, professionelle Stellen kontaktieren und bei unmittelbarer Gefahr den Notruf wählen.


Sicher posten und kommentieren

Wenn Du online über Suizidalität oder psychische Gesundheit sprichst, kannst Du Verantwortung übernehmen. Verwende eine ruhige Sprache. Nenne Hilfsangebote. Teile keine gefährlichen Details. Poste keine Bilder, Orte oder Inhalte, die Nachahmung begünstigen könnten. Stelle nicht die Handlung in den Mittelpunkt, sondern Hilfe, Schutz, Trauer, Würde und Wege aus Krisen. Vermeide Formulierungen, die Suizid als „mutig“, „romantisch“, „egoistisch“ oder „logische Lösung“ darstellen.

Wenn Du einen belastenden Beitrag siehst, reagiere nicht mit Spott, Streit oder öffentlichem Druck. Schreibe unterstützend, melde riskante Inhalte über die Plattform, informiere eine erwachsene Vertrauensperson und nutze Notfallwege, wenn Gefahr besteht. Versprich nicht, ein Geheimnis zu bewahren, wenn das Leben einer Person gefährdet sein könnte.


Was tun bei einem alarmierenden Post?

Ein alarmierender Post kann direkt sein, zum Beispiel „Ich kann nicht mehr“, oder indirekt, zum Beispiel Abschiedsworte, starke Hoffnungslosigkeit, Verschenken wichtiger Dinge, drastischer Rückzug oder Aussagen, dass niemand einen vermissen würde. Solche Signale sind keine Diagnose, aber sie verdienen Aufmerksamkeit. Nimm sie ernst, auch wenn die Person später sagt, es sei „nur ein Witz“ gewesen.

Handlungsleitend ist die Reihenfolge: wahrnehmen, ruhig ansprechen, Sicherheit prüfen, Hilfe aktivieren, dranbleiben. Wenn Du die Person kennst, kontaktiere sie direkt und wertschätzend. Wenn Du sie nicht kennst, nutze Meldefunktionen der Plattform und weise auf Hilfsangebote hin. Wenn Du eine akute Gefahr vermutest und reale Kontaktdaten oder einen Aufenthaltsort kennst, informiere den Notruf oder zuständige Erwachsene. Deine Aufgabe ist nicht, Therapeutin oder Therapeut zu sein. Deine Aufgabe ist, Hilfe nicht zu verzögern.


Plattformen, Verantwortung und Gesellschaft


Plattformdesign und Moderation

Plattformen tragen Verantwortung, weil sie entscheiden, welche Inhalte sichtbar werden, wie schnell Meldungen bearbeitet werden, welche Hilfsangebote eingeblendet werden und wie Minderjährige geschützt sind. Gute Prävention im digitalen Raum braucht klare Regeln gegen gefährliche Inhalte, wirksame Moderation, einfache Meldewege, Krisenhinweise, Alters- und Jugendschutz, Transparenz über Empfehlungslogiken und Forschung zu Risiken. Dabei müssen Meinungsfreiheit, Datenschutz, Schutz vor Überwachung und Schutz vor konkreter Gefahr sorgfältig abgewogen werden.

Automatische Erkennung von Suizidrisiken durch Künstliche Intelligenz kann Hinweise liefern, ist aber fehleranfällig. Sie kann Menschen fälschlich übersehen oder fälschlich markieren. Deshalb darf sie menschliche Hilfe, professionelle Einschätzung und gute Versorgung nicht ersetzen. Technische Lösungen müssen transparent, fair, datenschutzsensibel und in reale Hilfestrukturen eingebettet sein.


Schule, Familie und Peergroup

Schule, Familie und Peergroup können Schutzräume sein. Dafür braucht es Wissen, Vertrauen und klare Wege. Lernende sollten wissen, an wen sie sich wenden können: Klassenleitung, Vertrauenslehrkraft, Schulsozialarbeit, Schulpsychologie, Eltern, Jugendhilfe, Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapie oder Krisendienste. Schulen sollten Regeln gegen Cybermobbing haben, Medienbildung ernst nehmen und nach belastenden Ereignissen nicht spekulieren, sondern professionell und würdevoll handeln.

In Freundschaften ist wichtig: Du darfst zuhören, Du darfst fragen, Du darfst Hilfe holen. Du bist aber nicht verantwortlich dafür, eine Krise allein zu lösen. Wer unterstützt, braucht selbst Unterstützung. Auch Helfende dürfen entlastet werden.


Videoarbeit


Beobachtungsaufträge zum Video

Schaue das Video abschnittsweise und halte nach jedem Abschnitt kurz inne. Notiere keine gefährlichen Details, sondern konzentriere Dich auf Zusammenhänge, Schutzfaktoren und Hilfen. Die folgenden Beobachtungsaufträge helfen Dir bei der Analyse:

  1. Begriffsarbeit: Welche Begriffe werden erklärt und welche Begriffe sollten besonders sensibel verwendet werden?
  2. Ursachenanalyse: Welche Faktoren werden als Teil eines komplexen Zusammenspiels dargestellt?
  3. Medienanalyse: Welche Rolle spielen soziale Medien bei Belastung, Sichtbarkeit, Vergleich, Vernetzung und Hilfe?
  4. Prävention: Welche konkreten Hilfen, Haltungen oder gesellschaftlichen Maßnahmen werden genannt?
  5. Reflexion: Welche Aussage aus dem Video kann Hoffnung stärken, ohne das Thema zu verharmlosen?


Gesprächsregeln für die Auswertung

Bei der Auswertung gilt: Niemand muss persönliche Erfahrungen erzählen. Niemand wird gedrängt, Details zu teilen. Die Gruppe spricht respektvoll, ohne Witze über Krisen, ohne Spekulationen über einzelne Personen und ohne beschämende Kommentare. Wenn persönliche Betroffenheit auftaucht, wird sie nicht im Klassenraum gelöst, sondern vertraulich an geeignete Hilfe weitergeleitet. Das Ziel ist Medienkompetenz, Empathie und Handlungsfähigkeit, nicht Sensationswissen.


Präventionswissen für den Alltag


Hilfreiche Sprache

Hilfreiche Sprache ist klar und respektvoll. Statt jemanden zu bewerten, kannst Du sagen: „Ich mache mir Sorgen um Dich.“ Statt eine Lösung aufzudrängen, kannst Du fragen: „Was würde Dir helfen, die nächste Stunde sicher zu überstehen?“ Statt ein Geheimnis zu versprechen, kannst Du sagen: „Ich bleibe bei Dir, aber ich hole Hilfe, weil Dein Leben wichtig ist.“ Solche Sätze nehmen die Person ernst und zeigen, dass Hilfe kein Verrat ist.


Persönliche Grenzen und Selbstfürsorge

Wer sich mit Suizidalität beschäftigt, braucht Selbstfürsorge. Es ist in Ordnung, Pausen zu machen, Inhalte zu meiden, die Dich belasten, Benachrichtigungen auszuschalten, mit vertrauten Menschen zu sprechen oder professionelle Unterstützung zu suchen. Digitale Verantwortung bedeutet auch, die eigenen Grenzen zu kennen. Du darfst helfen, aber Du musst nicht allein tragen, was professionelle Hilfe braucht.


Notfallkarte für den Unterricht

Eine schulische Notfallkarte kann ohne sensible Details erstellt werden. Sie enthält: eine erwachsene Vertrauensperson in der Schule, eine Vertrauensperson außerhalb der Schule, eine professionelle Hilfestelle, den Notruf 112 und eine kurze Erinnerung: Nicht allein bleiben. Hilfe holen. Gefahr ernst nehmen. Diese Karte ist kein Therapieplan, sondern eine Orientierung für Krisenmomente.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was bedeutet Suizidalität? (Gedanken, Pläne oder Handlungen mit Bezug auf Suizid) (!Eine normale schlechte Laune ohne Krisenbezug) (!Eine bestimmte Social-Media-Plattform) (!Eine Methode zur Medienanalyse)




Warum wird im Kurs der Begriff Suizid bevorzugt? (Weil er sachlicher und weniger abwertend ist) (!Weil er das Thema romantisiert) (!Weil er Schuld zuweist) (!Weil er nur in sozialen Medien verwendet wird)




Was ist bei akuter Gefahr zuerst wichtig? (Sofort Hilfe holen und die Person nicht allein lassen) (!Über die Schuldfrage diskutieren) (!Den Beitrag möglichst oft teilen) (!Die Situation ignorieren)




Welche Aussage beschreibt den Werther-Effekt? (Problematische Darstellungen können Nachahmung begünstigen) (!Hoffnungsvolle Bewältigungsgeschichten können schützen) (!Plattformen löschen automatisch alle riskanten Inhalte) (!Suizid entsteht immer durch eine einzelne Ursache)




Welche Aussage beschreibt den Papageno-Effekt? (Geschichten über bewältigte Krisen können Hoffnung fördern) (!Detaillierte Darstellungen sind immer hilfreich) (!Schweigen ist die einzige Form von Prävention) (!Beschämung motiviert Menschen zur Hilfe)




Welche Online-Dynamik kann Krisen verstärken? (Algorithmische Verstärkung belastender Inhalte) (!Verlässliche Beratung durch Fachkräfte) (!Unterstützende Gespräche) (!Sichtbare Hilfsangebote)




Was gehört zu verantwortungsvollem Posten über Suizid? (Hilfsangebote nennen und gefährliche Details vermeiden) (!Orte und Abläufe ausführlich beschreiben) (!Die betroffene Person beschuldigen) (!Die Handlung romantisch darstellen)




Welche Rolle können soziale Medien auch positiv spielen? (Sie können Hilfe sichtbar machen und Unterstützung vermitteln) (!Sie ersetzen professionelle Hilfe vollständig) (!Sie verursachen immer allein Suizidalität) (!Sie machen Warnsignale grundsätzlich bedeutungslos)




Was ist bei einem alarmierenden Post sinnvoll? (Ruhig nachfragen, ernst nehmen und Hilfe aktivieren) (!Öffentlich bloßstellen) (!Spöttisch kommentieren) (!Ein Geheimnis versprechen, auch bei Lebensgefahr)




Warum darf Suizid nicht auf eine einzige Ursache reduziert werden? (Weil meist viele persönliche, soziale und gesellschaftliche Faktoren zusammenwirken) (!Weil Ursachenanalyse grundsätzlich verboten ist) (!Weil soziale Medien immer die einzige Ursache sind) (!Weil psychische Gesundheit keine Rolle spielt)





Memory

Suizidalität Gedanken, Pläne oder Handlungen mit Bezug auf Suizid
Suizidprävention Maßnahmen zum Schutz von Leben und zur Unterstützung in Krisen
Werther-Effekt Risiko durch problematische Darstellung
Papageno-Effekt Schutz durch hoffnungsvolle Bewältigungsgeschichten
Cybermobbing Digitale Verletzung durch wiederholte Angriffe
Krisenintervention Schnelle Unterstützung bei akuter Belastung
Algorithmus System zur Auswahl und Empfehlung von Inhalten
Schutzfaktor Bedingung, die Sicherheit und Bewältigung stärkt





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Akute Gefahr Sofort Hilfe holen
Papageno-Effekt Hoffnung durch bewältigte Krise
Werther-Effekt Risiko durch problematische Darstellung
Cybermobbing Verletzende digitale Angriffe
Hilfsangebot Kontakt zu Beratung und Unterstützung






Kreuzworträtsel

Papageno Wie heißt der Effekt, bei dem hoffnungsvolle Bewältigungsgeschichten schützen können?
Werther Wie heißt der Effekt, bei dem problematische Darstellungen Nachahmung begünstigen können?
Notruf Welche Hilfe wählst Du bei unmittelbarer Lebensgefahr?
Stigma Wie nennt man abwertende Zuschreibungen, die Menschen von Hilfe abhalten können?
Empathie Welche Haltung hilft, wenn Du einer belasteten Person respektvoll begegnest?
Algorithmus Wie heißt ein System, das Online-Inhalte auswählt und empfiehlt?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Suizidalität ist ein Sammelbegriff für Gedanken, Pläne und Handlungen, die sich auf

beziehen. Verantwortungsvolle Kommunikation vermeidet Schuldzuweisungen und setzt auf

. Soziale Medien können belasten, wenn Algorithmen immer wieder ähnliche problematische

empfehlen. Sie können aber auch schützen, wenn sie Beratungsstellen sichtbar machen und Menschen mit

verbinden. Der Werther-Effekt beschreibt ein Risiko durch problematische

. Der Papageno-Effekt beschreibt Hoffnung durch Geschichten über bewältigte

. Bei akuter Gefahr ist der wichtigste Schritt, sofort

zu holen. In Deutschland ist der Notruf

für akute Gefahr zuständig. Niemand sollte in einer suizidalen Krise

bleiben. Medienkompetenz bedeutet, Inhalte kritisch zu prüfen und verantwortungsvoll zu

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffskarte Suizidprävention: Erstelle eine Begriffskarte mit den Wörtern Suizidalität, Krise, Schutzfaktor, Hilfsangebot und Medienkompetenz. Erkläre jedes Wort in einem eigenen Satz.
  2. Hilfen sichtbar machen: Gestalte ein kleines Infoblatt mit seriösen Hilfsangeboten für Deine Schule oder Jugendgruppe. Achte darauf, dass es ruhig, würdevoll und nicht dramatisierend wirkt.
  3. Kommentartraining: Formuliere drei unterstützende Kommentare, die Du unter einen belastenden Post schreiben könntest, ohne die Person bloßzustellen.
  4. Medienpause reflektieren: Protokolliere einen Tag lang, wann soziale Medien Dir guttun und wann sie Dich belasten. Formuliere danach zwei persönliche Schutzregeln.


Standard

  1. Videoanalyse Prävention: Analysiere das eingebettete Video mithilfe der Beobachtungsaufträge. Erstelle eine Tabelle mit den Spalten Begriff, Erklärung, Risiko und Hilfe.
  2. Algorithmus und Aufmerksamkeit: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, wie ein Algorithmus Inhalte verstärken kann. Beschreibe, wie Plattformen gefährliche Inhaltsschleifen reduzieren könnten.
  3. Sichere Sprache: Überarbeite fünf problematische Formulierungen über Suizid so, dass sie sachlich, respektvoll und präventionsorientiert werden.
  4. Schulisches Hilfenetz: Recherchiere, welche Ansprechpersonen es an Deiner Schule, in Deiner Stadt oder online gibt. Erstelle daraus eine Notfallkarte ohne persönliche Daten.


Schwer

  1. Präventionskampagne: Entwickle eine Social-Media-Kampagne für Jugendliche, die Hilfewege sichtbar macht und den Papageno-Effekt nutzt. Begründe jede Gestaltungentscheidung.
  2. Fallanalyse ohne Schuldzuweisung: Analysiere eine fiktive Situation, in der Cybermobbing und Einsamkeit eine Krise verschärfen. Zeige, welche Personen und Institutionen sinnvoll handeln könnten.
  3. Plattformethik: Schreibe eine Stellungnahme dazu, welche Verantwortung Plattformen bei suizidbezogenen Inhalten haben. Berücksichtige Jugendschutz, Datenschutz, Meinungsfreiheit und Schutz vor Gefahr.
  4. Peer-Support-Konzept: Entwirf ein Konzept für eine Peer-Gruppe an einer Schule, die nicht therapeutisch arbeitet, sondern Zuhören, Weitervermittlung und Medienkompetenz stärkt.



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Lernkontrolle

  1. Transfer Medienethik: Ein Influencer möchte über eine suizidale Krise berichten. Entwickle fünf Regeln, die den Beitrag sicherer machen, und begründe sie mit Werther-Effekt und Papageno-Effekt.
  2. Handlungsplan: Du siehst einen alarmierenden Post einer bekannten Person. Beschreibe Schritt für Schritt, wie Du reagierst, ohne Dich selbst zu überfordern.
  3. Ursachenmodell: Erkläre an einem Modell mit mindestens drei Ebenen, warum Suizidalität nicht auf eine einzige Ursache reduziert werden darf.
  4. Schutzkonzept Schule: Entwickle Vorschläge, wie eine Schule soziale Medien, Cybermobbing und Krisenhilfe in einem Präventionskonzept verbinden kann.
  5. Kritische Plattformanalyse: Vergleiche zwei Funktionen sozialer Medien: eine Funktion, die Risiken verstärken kann, und eine Funktion, die Hilfe erleichtern kann.
  6. Sprache und Wirkung: Analysiere zwei fiktive Überschriften über Suizid. Zeige, welche Überschrift riskant ist und wie sie verantwortungsvoller formuliert werden kann.


Lernnachweis

Für den Lernnachweis erstellst Du ein kleines Portfolio. Es enthält eine Begriffsklärung, eine Videoanalyse, eine Reflexion zu sozialen Medien, eine Notfallkarte mit Hilfsangeboten und eine begründete Regel-Liste für verantwortungsvolles Posten. Achte darauf, keine gefährlichen Details, keine privaten Krisengeschichten anderer Personen und keine identifizierbaren Daten zu verwenden.

  1. Portfolio Baustein 1: Erkläre die Begriffe Suizidalität, Suizidprävention, Werther-Effekt und Papageno-Effekt.
  2. Portfolio Baustein 2: Fasse das Video in fünf sachlichen Kernaussagen zusammen.
  3. Portfolio Baustein 3: Analysiere eine Plattformfunktion und ihre möglichen Schutz- oder Risikowirkungen.
  4. Portfolio Baustein 4: Erstelle eine Hilfekarte mit mindestens vier seriösen Anlaufstellen.
  5. Portfolio Baustein 5: Formuliere persönliche Regeln für respektvolles Online-Handeln in Krisensituationen.




OERs zum Thema


Weiterführende Hilfen und Quellen

  1. TelefonSeelsorge: TelefonSeelsorge Deutschland – Telefonisch rund um die Uhr unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123.
  2. Nummer gegen Kummer: Nummer gegen Kummer – Beratung für Kinder und Jugendliche unter 116 111.
  3. Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention: Deutsche Depressionshilfe – Informationen zu Depression, Suizidalität und akuter Hilfe.
  4. Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: DGS – Fachinformationen und Hinweise für Betroffene und Angehörige.
  5. Weltgesundheitsorganisation: WHO Suicide prevention – internationale Informationen zur Suizidprävention.
  6. Bundesministerium für Gesundheit: Bundesministerium für Gesundheit – Informationen zur Nationalen Suizidpräventionsstrategie.
  7. Klicksafe: Klicksafe – Materialien zu Medienkompetenz, Jugendschutz und sicherem Verhalten im Netz.


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  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
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Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

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  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

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Nordrhein-Westfalen

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

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  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
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Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

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Mecklenburg-Vorpommern

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Rheinland-Pfalz

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  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

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  16. Will You Be Mine: #Love
  17. Arbeitsheft
  18. And Thanks for Your Meat: #AntiFactoryFarming #AnimalRights #MeatIndustry


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