Klassenzeitung im Unterricht


Klassenzeitung im Unterricht
Einleitung
Eine Klassenzeitung ist ein gemeinsames Medienprojekt, bei dem Du mit Deiner Klasse Texte, Bilder, Überschriften, Seiten und digitale Beiträge zu einer Zeitung entwickelst. Im Unterschied zu einer großen Schülerzeitung, die oft für die ganze Schule erscheint, entsteht eine Klassenzeitung meist in einer einzelnen Klasse, in einer Projektwoche oder in einer Unterrichtseinheit. Sie verbindet Deutschunterricht, Kunstunterricht und Medienbildung: Du recherchierst, schreibst, überarbeitest, gestaltest, prüfst Quellen und veröffentlichst verantwortungsvoll.
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In diesem aiMOOC lernst Du, wie eine Klassenzeitung geplant, geschrieben, gestaltet und präsentiert wird. Du erfährst, welche Textsorten in einer Zeitung vorkommen, wie eine Redaktion arbeitet, warum Recherche, Quellenkritik, Urheberrecht, Datenschutz und Pressefreiheit wichtig sind und wie Du mit Layout, Typografie, Bildsprache und Farbe eine lesbare und ansprechende Zeitung gestaltest.

Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was eine Klassenzeitung ist, welche Aufgaben eine Redaktion übernimmt und wie aus einer Idee ein fertiger Zeitungsbeitrag wird. Du kannst einfache journalistische Textsorten unterscheiden, eine eigene Nachricht, einen Bericht, ein Interview, eine Reportage, eine Rezension oder einen Kommentar planen und überarbeiten. Außerdem kannst Du grundlegende Gestaltungsregeln für Layout, Schrift, Bildauswahl und Titelseite anwenden. Du lernst, Quellen zu prüfen, fremde Inhalte korrekt zu verwenden und persönliche Daten anderer zu schützen.
Warum eine Klassenzeitung im Unterricht sinnvoll ist
Eine Klassenzeitung ist besonders geeignet für die Klassen 5 und 6, weil viele Fähigkeiten miteinander verbunden werden: Im Deutschunterricht übst Du Schreiben, Lesen, Zuhören, Sprechen und Überarbeiten. Im Kunstunterricht gestaltest Du Seiten, Bilder, Comics, Collagen, Logos und Überschriften. In der Medienbildung lernst Du, Informationen zu suchen, zu bewerten und fair zu veröffentlichen. Die Zeitung wird dadurch zu einem gemeinsamen Produkt, auf das die Klasse stolz sein kann.
Eine Klassenzeitung fördert auch Teamarbeit. Jede Person kann eine Rolle übernehmen: schreiben, interviewen, fotografieren, zeichnen, layouten, korrigieren, moderieren oder präsentieren. Wichtig ist, dass alle Beiträge zusammenpassen und dass die Redaktion verantwortungsvoll arbeitet.
Grundlagen der Klassenzeitung
Was ist eine Klassenzeitung?
Eine Klassenzeitung ist eine gedruckte oder digitale Veröffentlichung einer Klasse. Sie kann einmalig erscheinen, zum Beispiel als Ergebnis einer Projektarbeit, oder regelmäßig weitergeführt werden. Sie enthält Themen, die für die Klasse, die Schule oder die Lebenswelt der Lernenden wichtig sind. Beispiele sind Berichte über Ausflüge, Interviews mit Lehrkräften, Umfragen in der Klasse, Buch- und Filmempfehlungen, Rätsel, Comics, Fotoreportagen, Kommentare zu Schulthemen, kreative Texte oder Kunstseiten.
Eine gute Klassenzeitung ist nicht einfach eine Sammlung einzelner Texte. Sie hat ein erkennbares Konzept, eine Zielgruppe, eine klare Struktur, ein passendes Layout und einen sorgfältig geprüften Inhalt. Sie verbindet sachliche Informationen mit kreativen Elementen.
Klassenzeitung und Schülerzeitung
Die Begriffe Klassenzeitung und Schülerzeitung sind verwandt, aber nicht völlig gleich. Eine Schülerzeitung richtet sich meist an viele Schülerinnen und Schüler einer Schule und wird häufig von einer festen Redaktion erstellt. Eine Klassenzeitung entsteht oft in einer bestimmten Klasse und kann stärker an Unterrichtsthemen gebunden sein. Beide Formen haben gemeinsam, dass Kinder und Jugendliche eigene Themen, Meinungen und kreative Ideen veröffentlichen können.
Zielgruppe und Zweck
Bevor Du einen Beitrag schreibst, solltest Du wissen, für wen Du schreibst. Eine Klassenzeitung kann sich an Mitschülerinnen und Mitschüler, Eltern, Lehrkräfte, die Schulgemeinschaft oder eine Projektgruppe richten. Die Zielgruppe entscheidet mit darüber, welche Sprache, welche Bilder und welche Themen passen. Ein Text für Fünftklässlerinnen und Fünftklässler sollte verständlicher geschrieben sein als ein Text für Erwachsene. Ein Artikel für Eltern braucht oft mehr Hintergrundinformationen als ein Artikel für die eigene Klasse.
Der Zweck einer Klassenzeitung kann unterschiedlich sein: informieren, unterhalten, dokumentieren, zum Nachdenken anregen, Meinungen sichtbar machen oder Ergebnisse aus dem Unterricht präsentieren. Eine gute Zeitung schafft eine Mischung aus Information, Meinung, Kreativität und Service.
Die Redaktion
Rollen in der Redaktion
In einer Redaktion arbeiten verschiedene Personen zusammen. Die Rollen können fest verteilt oder gewechselt werden. Wichtig ist, dass jede Person Verantwortung übernimmt und dass Absprachen eingehalten werden.
- Chefredaktion: Koordiniert Themen, Termine und den roten Faden der Zeitung.
- Redaktionsteam: Plant Beiträge, recherchiert Informationen und entscheidet über Inhalte.
- Autorinnen und Autoren: Schreiben Artikel, Geschichten, Kommentare oder Rätsel.
- Interview-Team: Bereitet Fragen vor, führt Gespräche und fasst Antworten zusammen.
- Fotografie-Team: Erstellt passende Bilder und achtet auf Einverständnis und Bildrechte.
- Illustration-Team: Zeichnet Comics, Karikaturen, Symbole, Titelbilder oder Infografiken.
- Layout-Team: Ordnet Texte, Bilder, Überschriften und Seitenzahlen an.
- Korrektur-Team: Prüft Rechtschreibung, Grammatik, Verständlichkeit und Fairness.
- Moderation: Achtet in Besprechungen darauf, dass alle zu Wort kommen.
- Dokumentation: Sammelt Quellen, Bildnachweise, Einverständnisse und Arbeitsstände.
Redaktionskonferenz
Eine Redaktionskonferenz ist ein Treffen, bei dem die Redaktion Entscheidungen trifft. Dort werden Themen gesammelt, Aufgaben verteilt und Termine vereinbart. Für die Klassen 5 und 6 hilft eine einfache Tagesordnung: Was ist schon fertig? Was fehlt noch? Welche Probleme gibt es? Wer braucht Unterstützung? Was muss bis zum nächsten Termin erledigt sein?
In einer fairen Redaktionskonferenz wird zugehört, begründet und abgestimmt. Kritik soll helfen, nicht verletzen. Gute Formulierungen sind zum Beispiel: „Ich verstehe die Überschrift noch nicht ganz“, „Das Bild passt gut, aber die Quelle fehlt“ oder „Der Text wird klarer, wenn Du zuerst das Wichtigste erklärst“.
Vom Thema zum fertigen Beitrag
Ein Zeitungsbeitrag entsteht in mehreren Schritten. Diese Schritte helfen Dir, sorgfältig zu arbeiten.
- Themenfindung: Sammle Ideen aus der Klasse, der Schule und Deiner Lebenswelt.
- Recherche: Suche Informationen, befrage Personen und prüfe Quellen.
- Planung: Lege Textsorte, Zielgruppe, Überschrift, Länge und Bildidee fest.
- Entwurf: Schreibe eine erste Fassung, ohne sofort alles perfekt machen zu wollen.
- Überarbeitung: Prüfe Aufbau, Sprache, Inhalt, Quellen, Rechtschreibung und Wirkung.
- Gestaltung: Setze Text, Bild, Überschrift und Zwischenüberschriften in ein Layout.
- Abnahme: Lass den Beitrag von Redaktion und Lehrkraft prüfen.
- Veröffentlichung: Drucke, präsentiere oder veröffentliche die Zeitung in vereinbarter Form.

Journalistische Textsorten
Nachricht
Eine Nachricht informiert kurz, sachlich und verständlich über ein aktuelles Ereignis. Sie beantwortet die wichtigen W-Fragen: Wer? Was? Wann? Wo? Wie? Warum? Welche Folgen? In einer Klassenzeitung kann eine Nachricht zum Beispiel über ein Sportfest, eine Projektwoche, eine Ausstellung oder eine neue AG informieren. Die wichtigste Information steht am Anfang.
Bericht
Ein Bericht ist ausführlicher als eine Nachricht. Er beschreibt ein Ereignis geordnet und sachlich. Ein Bericht über einen Klassenausflug sollte erklären, wohin die Klasse gefahren ist, was dort passiert ist, welche Stationen wichtig waren und was die Klasse gelernt hat. Ein Bericht enthält keine persönliche Wertung, sondern überprüfbare Informationen.
Interview
Ein Interview ist ein Gespräch mit einer Person, die etwas Interessantes erzählen kann. Vor einem Interview bereitest Du offene Fragen vor. Offene Fragen beginnen zum Beispiel mit „Wie“, „Warum“ oder „Was“. Sie führen meist zu längeren Antworten. Ein gutes Interview wirkt lebendig, respektvoll und verständlich. Nach dem Gespräch solltest Du prüfen, ob Zitate korrekt wiedergegeben werden.
Reportage
Eine Reportage erzählt anschaulich von einem Ort, einer Situation oder einem Ereignis. Sie verbindet Informationen mit Beobachtungen. Du beschreibst, was Du siehst, hörst oder fühlst, bleibst aber ehrlich und übertreibst nicht. Eine Reportage über die Schulbibliothek könnte zum Beispiel mit einer Szene beginnen: „Zwischen Bücherregalen rascheln Seiten, während zwei Kinder nach einem Comic suchen.“
Kommentar
Ein Kommentar ist ein Meinungstext. Du nimmst Stellung zu einem Thema und begründest Deine Meinung. Wichtig ist, dass Du Fakten und Meinung unterscheidest. Eine Behauptung wie „Die Pause ist zu kurz“ braucht Gründe: Warum ist sie zu kurz? Wen betrifft das? Welche Lösung schlägst Du vor? Ein guter Kommentar ist fair, sachlich und respektvoll.
Rezension
Eine Rezension bewertet ein Buch, einen Film, ein Spiel, eine Ausstellung oder ein Hörspiel. Du beschreibst kurz, worum es geht, ohne alles zu verraten. Danach erklärst Du, was gelungen ist und was weniger gut funktioniert. Eine Rezension sollte begründet sein: „spannend“ reicht nicht, besser ist: „spannend, weil jedes Kapitel mit einer offenen Frage endet“.
Kreative Beiträge
Eine Klassenzeitung darf auch kreative Formen enthalten: Comic, Karikatur, Gedicht, Kurzgeschichte, Rätsel, Fotostory, Infografik oder Collage. Solche Beiträge lockern die Zeitung auf und zeigen, dass Mediengestaltung mehr ist als reiner Text. Trotzdem gelten auch hier Regeln: Bilder müssen erlaubt sein, Personen dürfen nicht bloßgestellt werden und Aussagen sollten fair bleiben.
Recherche und Quellenkritik
Sorgfältig recherchieren
Recherche bedeutet, Informationen gezielt zu suchen und zu prüfen. Für eine Klassenzeitung kannst Du Personen befragen, Bücher nutzen, Webseiten lesen, Fotos auswerten oder eigene Beobachtungen notieren. Schreibe auf, woher Deine Informationen stammen. So kann die Redaktion später prüfen, ob der Beitrag zuverlässig ist.
Eine Information ist nicht automatisch wahr, nur weil sie im Internet steht. Vergleiche mehrere Quellen, achte auf Autorinnen und Autoren, Datum, Zweck der Seite und mögliche Werbung. Bei wichtigen Aussagen solltest Du nach Belegen suchen. Wenn Du unsicher bist, kennzeichne eine Aussage nicht als Tatsache.
Quellen prüfen
Eine Quelle ist besonders hilfreich, wenn sie aktuell, verständlich, nachvollziehbar und fachlich passend ist. Stelle Dir beim Prüfen Fragen: Wer hat den Text geschrieben? Wann wurde er veröffentlicht? Will die Quelle informieren, werben oder beeinflussen? Gibt es Belege? Stimmen die Informationen mit anderen seriösen Quellen überein?
Bei Bildern gilt zusätzlich: Wer hat das Bild erstellt? Unter welcher Lizenz steht es? Darfst Du es verändern? Musst Du den Namen der Urheberin oder des Urhebers nennen? Für Klassenzeitungen sind selbst erstellte Bilder oft besonders geeignet, weil die Klasse Gestaltung und Rechte besser kontrollieren kann.
Fakten, Meinung und Gerücht unterscheiden
Ein Fakt ist überprüfbar. Eine Meinung ist eine persönliche Bewertung. Ein Gerücht ist eine ungesicherte Behauptung. In einer Klassenzeitung müssen diese Formen klar getrennt werden. Wenn Du schreibst „Die Klasse 6b gewann das Turnier“, ist das ein Fakt, der geprüft werden kann. Wenn Du schreibst „Das Turnier war das beste Ereignis des Schuljahres“, ist das eine Meinung. Wenn Du schreibst „Vielleicht wird die AG abgeschafft“, ohne Beleg, ist das ein Gerücht und sollte nicht als Nachricht erscheinen.
Medienrecht, Fairness und Verantwortung
Pressefreiheit und Verantwortung
Pressefreiheit bedeutet, dass Medien Informationen und Meinungen veröffentlichen dürfen. Gleichzeitig gibt es Verantwortung: Niemand darf beleidigt, verleumdet, bloßgestellt oder ohne Erlaubnis in privaten Situationen gezeigt werden. Gerade in einer Klassenzeitung ist Fairness wichtig, weil sich alle Beteiligten im Schulalltag wiederbegegnen.
Urheberrecht und Creative Commons
Das Urheberrecht schützt Texte, Bilder, Musik, Videos und andere Werke. Du darfst fremde Inhalte nicht einfach kopieren und als eigene Arbeit ausgeben. Wenn Du fremde Bilder oder Texte verwendest, brauchst Du eine Erlaubnis oder eine passende freie Lizenz. Creative Commons-Lizenzen können erlauben, Werke zu nutzen, wenn bestimmte Bedingungen eingehalten werden. Häufig muss der Name der Urheberin oder des Urhebers genannt werden.
Am sichersten ist es, eigene Fotos, Zeichnungen und Texte zu verwenden. Auch dann brauchst Du bei Fotos von Personen eine Einwilligung, besonders wenn die Zeitung veröffentlicht wird.
Datenschutz und Persönlichkeitsrechte
Datenschutz bedeutet, dass persönliche Informationen geschützt werden. In einer Klassenzeitung solltest Du vorsichtig mit Namen, Fotos, Adressen, Telefonnummern, privaten Problemen und sensiblen Informationen umgehen. Frage immer, bevor Du jemanden fotografierst oder zitierst. Bei Kindern und Jugendlichen ist besondere Vorsicht nötig. Nutze im Zweifel Vornamen, Gruppenbezeichnungen oder erfundene Namen, wenn keine Veröffentlichung einzelner Personen nötig ist.
Impressum und Verantwortung
Wenn eine Zeitung veröffentlicht wird, braucht sie meist ein Impressum. Darin steht, wer für die Veröffentlichung verantwortlich ist. Die genauen Regeln hängen davon ab, wo und wie die Zeitung erscheint. In der Schule sollte die Redaktion deshalb mit der Lehrkraft und der Schulleitung klären, welche Angaben nötig sind. Für eine interne Unterrichtszeitung können andere Regeln gelten als für eine öffentlich zugängliche Online-Ausgabe.
Gestaltung im Kunstunterricht
Layout und Blickführung
Das Layout entscheidet, wie Texte und Bilder auf einer Seite angeordnet werden. Eine gute Seite ist übersichtlich. Überschrift, Bild, Text und Zwischenüberschrift sollen zusammenarbeiten. Die Leserinnen und Leser sollen schnell erkennen, worum es geht und wo sie anfangen sollen.
Wichtige Gestaltungsfragen sind: Was ist die Hauptmeldung? Welches Bild zieht den Blick an? Wo stehen Überschrift und Vorspann? Gibt es genug Weißraum? Sind die Spalten gut lesbar? Sind Seitenzahlen und Rubriken einheitlich?

Typografie
Typografie ist die Gestaltung mit Schrift. Für eine Klassenzeitung sollten Schriften gut lesbar sein. Nutze nicht zu viele verschiedene Schriftarten. Eine Schrift für Fließtexte und eine Schrift für Überschriften reicht oft aus. Überschriften dürfen auffallen, aber der Text muss angenehm zu lesen bleiben. Vermeide zu kleine Schrift, zu enge Zeilen und zu viele Effekte.
Bilder, Illustrationen und Infografiken
Bilder können informieren, erklären oder Stimmung erzeugen. Ein gutes Bild passt zum Artikel und hat eine klare Bildaussage. Eine Bildunterschrift hilft zu verstehen, was zu sehen ist. Illustrationen und Comics können komplizierte Themen vereinfachen oder humorvoll darstellen. Infografiken zeigen Daten, Abläufe oder Vergleiche übersichtlich.
Bei Bildern gilt: Keine peinlichen Situationen veröffentlichen, keine Personen ungefragt zeigen und keine fremden Bilder ohne Erlaubnis nutzen. Bildbearbeitung darf den Sinn eines Ereignisses nicht verfälschen.
Titelseite und Logo
Die Titelseite ist der erste Eindruck der Zeitung. Sie braucht einen Namen, ein Logo, eine Ausgabe, ein Datum und eine klare Hauptgeschichte. Der Name der Klassenzeitung sollte zur Klasse passen und leicht zu merken sein. Beispiele sind „Klassenblick“, „Die 6er-Seite“, „Pausenpost“, „KunstKurier“ oder „WortWerkstatt“. Ein Logo sollte einfach, wiedererkennbar und auch klein gut sichtbar sein.
Medienbildung und digitale Veröffentlichung
Print, PDF oder Online-Ausgabe
Eine Klassenzeitung kann gedruckt, als PDF verteilt oder online veröffentlicht werden. Jede Form hat Vorteile. Eine gedruckte Zeitung kann man anfassen, auslegen und gestalten wie ein echtes Heft. Eine PDF-Ausgabe lässt sich leicht weitergeben und archivieren. Eine Online-Ausgabe kann Bildergalerien, Audio oder Video einbinden, braucht aber besonders sorgfältige Absprachen zu Datenschutz, Rechten und Zugänglichkeit.
Digitale Werkzeuge sinnvoll nutzen
Digitale Werkzeuge können beim Schreiben, Korrigieren, Layouten und Präsentieren helfen. Wichtig ist, dass das Werkzeug zum Ziel passt. Für die Planung eignen sich gemeinsame Tabellen, Pinnwände oder Mindmaps. Für Texte eignen sich Textverarbeitungsprogramme. Für Layouts können Präsentationsprogramme, einfache Desktop-Publishing-Programme oder Lernplattformen genutzt werden. Entscheidend ist nicht das komplizierteste Programm, sondern ein klarer Arbeitsprozess.
KI als Hilfsmittel kritisch nutzen
Künstliche Intelligenz kann Ideen sammeln, Fragen vorschlagen, Texte sprachlich vereinfachen oder Checklisten erstellen. Trotzdem bleibt die Redaktion verantwortlich. KI kann Fehler machen, Quellen erfinden oder Vorurteile übernehmen. Nutze KI deshalb nicht als Ersatz für eigene Recherche, sondern als Werkzeug, das geprüft werden muss. Ein KI-Vorschlag sollte immer überarbeitet, mit Quellen verglichen und an die eigene Zielgruppe angepasst werden.
Unterrichtsprojekt: Klassenzeitung in sechs Phasen
Phase 1: Themen finden
Sammelt Themen aus Eurem Schulalltag, aus dem Deutschunterricht, aus dem Kunstunterricht und aus Eurer Medienwelt. Nutzt eine Mindmap oder eine Ideenwand. Sortiert die Ideen nach Rubriken wie Schule, Klasse, Kultur, Bücher, Sport, Umwelt, Medien, Kunst, Rätsel und Meinung. Entscheidet anschließend, welche Themen zur Zielgruppe passen.
Phase 2: Redaktionsplan erstellen
Ein Redaktionsplan zeigt, wer welchen Beitrag bis wann erstellt. Er enthält Thema, Textsorte, verantwortliche Person, benötigte Bilder, Quellen, Abgabetermin und Bearbeitungsstand. Für Klasse 5 und 6 reicht eine einfache Tabelle. Wichtig ist, dass alle wissen, was sie tun sollen.
Phase 3: Recherchieren und schreiben
Nun sammelt Ihr Informationen, führt Interviews, macht Notizen und schreibt erste Entwürfe. Achtet auf W-Fragen, verständliche Sätze und passende Überschriften. Schreibt zuerst den Inhalt, danach verbessert Ihr Sprache und Gestaltung. Niemand schreibt sofort perfekt.
Phase 4: Überarbeiten und prüfen
Texte werden besser, wenn sie überarbeitet werden. Prüft zuerst den Inhalt: Ist alles verständlich? Fehlt eine wichtige Information? Sind Fakten und Meinung getrennt? Danach prüft Ihr Sprache, Rechtschreibung und Grammatik. Am Ende prüft Ihr Quellen, Bildrechte und Einverständnisse.
Phase 5: Gestalten und layouten
Beim Layout verbindet Ihr Text und Bild. Legt ein gemeinsames Gestaltungsraster fest: Seitenränder, Spalten, Schriften, Farben, Rubriken und Seitenzahlen. Achtet darauf, dass alle Seiten zur gleichen Zeitung gehören. Nicht jede Seite muss gleich aussehen, aber die Zeitung braucht einen erkennbaren Stil.
Phase 6: Präsentieren und auswerten
Nach der Veröffentlichung stellt Ihr die Zeitung vor. Ihr könnt eine kleine Ausstellung machen, eine Lesung veranstalten oder die Zeitung in der Klasse auswerten. Fragt: Was ist gelungen? Was war schwierig? Welche Beiträge wurden besonders gern gelesen? Was würdet Ihr in der nächsten Ausgabe verbessern?

Checklisten für die Redaktion
Checkliste für Texte
- Überschrift: Die Überschrift macht neugierig und passt zum Inhalt.
- Einstieg: Der Anfang erklärt schnell, worum es geht.
- W-Fragen: Die wichtigsten Fragen sind beantwortet.
- Absatz: Der Text ist sinnvoll gegliedert.
- Sprache: Die Sätze sind verständlich und altersgerecht.
- Faktencheck: Wichtige Informationen wurden geprüft.
- Meinung: Meinungen sind klar als Meinungen erkennbar.
- Zitat: Wörtliche Aussagen sind korrekt wiedergegeben.
- Rechtschreibung: Der Text wurde sorgfältig korrigiert.
- Quelle: Verwendete Informationen sind notiert.
Checkliste für Bilder und Gestaltung
- Bildauswahl: Das Bild passt zum Beitrag.
- Einwilligung: Abgebildete Personen sind einverstanden.
- Bildrechte: Die Redaktion darf das Bild verwenden.
- Bildunterschrift: Das Bild wird kurz erklärt.
- Lesbarkeit: Schriftgröße und Zeilenabstand sind angenehm.
- Kontrast: Text und Hintergrund sind gut unterscheidbar.
- Weißraum: Die Seite wirkt nicht überfüllt.
- Rubrik: Die Seite ist klar einem Bereich zugeordnet.
- Logo: Name und Stil der Zeitung sind wiedererkennbar.
- Druckprobe: Die Seite wurde vor Veröffentlichung geprüft.
Differenzierung für Klasse 5 und 6
Unterstützende Hilfen
Für den Einstieg helfen Satzanfänge, Interviewkarten, W-Fragen-Plakate, Textsortenbeispiele, Wortlisten, Layoutvorlagen und Partnerfeedback. Lernende, die noch unsicher schreiben, können kürzere Texte, Bildunterschriften, Rätsel oder Interviewfragen übernehmen. Stärkere Lernende können Kommentare, Reportagen, Infografiken oder die Koordination einzelner Rubriken gestalten.
Mögliche Rubriken
- Klassenleben: Berichte über Projekte, Ausflüge, Feste und besondere Unterrichtsstunden.
- Schulkultur: Interviews mit Lehrkräften, AGs, Schulsozialarbeit oder Hausmeisterei.
- Deutsch: Buchtipps, Schreibwerkstatt, Gedichte, Kurzgeschichten und Lesetagebuch.
- Kunst: Galerie, Bildbesprechung, Comicseite, Logo-Wettbewerb und Titelbild.
- Medienbildung: Quellencheck, Netiquette, Datenschutz, Fake News und KI-Werkzeuge.
- Rätsel: Kreuzworträtsel, Quiz, Suchbilder, Scherzfragen und Knobelseiten.
- Meinung: Kommentare zu Pausen, Hausaufgaben, Schulhof, Mensa oder Klassendiensten.
- Service: Termine, Tipps, Leseempfehlungen und hilfreiche Regeln.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist eine Klassenzeitung? (Eine Zeitung oder Zeitschrift, die eine Klasse gemeinsam erstellt) (!Ein Schulbuch für den Deutschunterricht) (!Eine private Nachricht an eine einzelne Person) (!Ein Plakat ohne Texte)
Welche Aufgabe hat eine Redaktion? (Sie plant, prüft, überarbeitet und gestaltet Beiträge) (!Sie verbietet grundsätzlich alle Meinungen) (!Sie druckt nur Bilder ohne Texte) (!Sie ersetzt jede Recherche durch Vermutungen)
Welche Frage gehört zu den W-Fragen einer Nachricht? (Wer war beteiligt) (!Welche Schriftart ist am schönsten) (!Wie viele Farben hat das Logo) (!Welches Papier riecht gut)
Was ist typisch für einen Kommentar? (Er enthält eine begründete Meinung) (!Er darf keine eigene Position zeigen) (!Er besteht nur aus Bildunterschriften) (!Er ersetzt Fakten durch Gerüchte)
Warum ist Quellenkritik wichtig? (Damit Informationen geprüft und zuverlässig sind) (!Damit alle Texte länger werden) (!Damit Bilder größer gedruckt werden) (!Damit Überschriften immer reimen)
Was muss bei Fotos von Personen besonders beachtet werden? (Die abgebildeten Personen müssen einverstanden sein) (!Jedes Foto darf ohne Nachfrage veröffentlicht werden) (!Gesichter müssen immer möglichst groß sein) (!Fotos brauchen nie eine Bildunterschrift)
Was bedeutet Layout? (Die Anordnung von Texten, Bildern und Überschriften auf einer Seite) (!Das zufällige Sammeln von Gerüchten) (!Das Vorlesen eines Interviews) (!Das Auswendiglernen von Schlagzeilen)
Welche Textsorte bewertet ein Buch, einen Film oder ein Spiel? (Rezension) (!Nachricht) (!Impressum) (!Seitenzahl)
Was sollte am Anfang einer Nachricht stehen? (Die wichtigste Information) (!Die unwichtigste Randbemerkung) (!Ein langes Rätsel ohne Lösung) (!Eine private Beleidigung)
Wofür ist ein Redaktionsplan hilfreich? (Er zeigt Aufgaben, Termine und Verantwortlichkeiten) (!Er macht Quellen überflüssig) (!Er ersetzt alle Gespräche) (!Er verhindert jede Überarbeitung)
Memory
| Nachricht | Kurze sachliche Information |
| Interview | Gespräch mit vorbereiteten Fragen |
| Kommentar | Begründete Meinung |
| Layout | Gestaltung einer Seite |
| Quelle | Herkunft einer Information |
| Impressum | Verantwortliche Angaben |
| Bildunterschrift | Kurze Erklärung zum Bild |
| Redaktion | Team der Zeitung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Themen sammeln | Beginn der Redaktionsarbeit |
| Recherche durchführen | Informationen prüfen |
| Entwurf schreiben | Erste Textfassung |
| Feedback einholen | Text verbessern |
| Layout gestalten | Seite anordnen |
| Veröffentlichung vorbereiten | Zeitung abschließen |
Kreuzworträtsel
| Recherche | Wie nennt man das gezielte Suchen und Prüfen von Informationen? |
| Layout | Wie heißt die Anordnung von Texten und Bildern auf einer Seite? |
| Interview | Welche Textform entsteht durch ein vorbereitetes Gespräch? |
| Kommentar | Welche Textsorte enthält eine begründete Meinung? |
| Impressum | Wie heißt der Bereich mit Angaben zur Verantwortung einer Veröffentlichung? |
| Quelle | Wie nennt man die Herkunft einer Information? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Themenliste: Sammle zehn mögliche Themen für eine Klassenzeitung und ordne sie den Rubriken Schule, Freizeit, Kunst, Lesen und Meinung zu.
- Interviewfragen: Formuliere acht offene Fragen für ein Interview mit einer Person aus Deiner Schule.
- Bildunterschrift: Wähle ein selbst erstelltes Bild und schreibe drei verschiedene Bildunterschriften dazu.
- Zeitungsname: Erfinde fünf Namen für Eure Klassenzeitung und begründe, welcher Name am besten passt.
Standard
- Nachricht schreiben: Schreibe eine sachliche Nachricht über ein Ereignis in Deiner Klasse und beantworte die wichtigsten W-Fragen.
- Rezension gestalten: Verfasse eine Rezension zu einem Buch, Film, Spiel oder Hörspiel und begründe Deine Bewertung mit Beispielen.
- Layoutentwurf: Zeichne eine Doppelseite für Eure Klassenzeitung mit Überschrift, Bild, Textspalten, Seitenzahl und Rubrik.
- Quellencheck: Vergleiche zwei Internetquellen zu einem Thema und erkläre, welche Quelle glaubwürdiger wirkt und warum.
Schwer
- Reportage entwickeln: Schreibe eine Reportage über einen Ort in der Schule und verbinde Beobachtungen mit sachlichen Informationen.
- Kommentar verfassen: Schreibe einen Kommentar zu einem Schulthema, formuliere eine klare Position und schlage eine faire Lösung vor.
- Redaktionskonferenz leiten: Plane eine Redaktionskonferenz mit Tagesordnung, Rollen, Zeitplan und Feedbackregeln.
- Medienrecht prüfen: Erstelle eine Checkliste zu Urheberrecht, Datenschutz, Einwilligung und Impressum für Eure Klassenzeitung.

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Lernkontrolle
- Transferaufgabe Redaktion: Du bist Teil einer Redaktion und zwei Gruppen wollen dieselbe Titelseite gestalten. Entwickle ein Verfahren, wie die Klasse fair entscheidet und trotzdem beide Ideen würdigt.
- Fallanalyse Foto: Eine Mitschülerin wurde auf einem Pausenfoto zufällig im Hintergrund aufgenommen und möchte nicht in der Zeitung erscheinen. Erkläre, wie die Redaktion verantwortungsvoll handelt.
- Textsortenvergleich: Vergleiche Nachricht und Kommentar an einem selbst gewählten Schulthema und erkläre, warum beide Textsorten unterschiedlich aufgebaut sein müssen.
- Layoutbegründung: Entwirf eine Zeitungsseite und begründe, wie Überschrift, Bildgröße, Spalten, Weißraum und Farbe die Lesbarkeit verbessern.
- Quellenbewertung: Du findest widersprüchliche Informationen zu einem Thema. Beschreibe, wie Du prüfst, welche Information in die Klassenzeitung aufgenommen werden darf.
- Projektreflexion: Erkläre, welche drei Entscheidungen in einem Klassenzeitungsprojekt besonders wichtig sind und welche Folgen schlechte Absprachen für das Endprodukt haben können.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis erstellst Du allein oder in einer Gruppe einen vollständigen Beitrag für eine Klassenzeitung. Der Beitrag muss zu einer vereinbarten Rubrik passen, eine klare Zielgruppe haben und mindestens einmal überarbeitet werden. Du gibst außerdem eine kurze Reflexion ab, in der Du erklärst, welche Quellen Du genutzt hast, welche Gestaltungsentscheidungen Du getroffen hast und wie Du Datenschutz, Urheberrecht und Fairness berücksichtigt hast.
Kriterien für den Lernnachweis
- Inhalt: Der Beitrag ist verständlich, sachlich passend und für die Zielgruppe interessant.
- Textsortenbewusstsein: Die gewählte Textsorte ist erkennbar und passend umgesetzt.
- Recherche: Informationen wurden geprüft und Quellen wurden notiert.
- Gestaltung: Layout, Bild, Überschrift und Text arbeiten sinnvoll zusammen.
- Sprache: Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck wurden sorgfältig überarbeitet.
- Verantwortung: Persönlichkeitsrechte, Bildrechte, Urheberrecht und Fairness wurden beachtet.
- Reflexion: Die eigenen Entscheidungen werden nachvollziehbar begründet.
OERs zum Thema
- Wikipedia: Schülerzeitung
- Deutscher Presserat: Pressekodex
- Wikimedia Commons: Freie Medien
- so geht MEDIEN: Unterrichtsmaterialien für die Sekundarstufe
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