Fotostorys im Unterricht


Fotostorys im Unterricht
Einleitung
Fotostorys im Unterricht verbinden Deutschunterricht, Kunstunterricht und Medienbildung zu einem kreativen Lernprojekt. Du erzählst eine Geschichte nicht nur mit Wörtern, sondern auch mit Fotos, Bildkomposition, Perspektive, Mimik, Gestik, kurzen Dialogen und einem passenden Layout. Eine Fotostory ähnelt einem Fotoroman oder Fotocomic: Mehrere Einzelbilder werden so angeordnet, dass daraus eine zusammenhängende Erzählung entsteht. In Klasse 5–6 eignet sich diese Methode besonders gut, weil Du dabei Lesen, Schreiben, Gestalten, Planen, Fotografieren, Präsentieren und Reflektieren miteinander verbindest.
In diesem aiMOOC lernst Du, wie aus einer Idee eine fertige Fotostory wird: Du entwickelst eine Handlung, planst Figuren und Schauplätze, zeichnest ein Storyboard, fotografierst passende Szenen, formulierst Sprechblasen oder Erzählertexte und prüfst am Ende, ob Deine Geschichte verständlich, spannend und fair gestaltet ist. Gleichzeitig lernst Du wichtige Regeln zu Urheberrecht, Creative Commons, Persönlichkeitsrecht und Recht am eigenen Bild kennen.
Videoimpuls
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Das Video gibt Dir einen Einstieg in das Thema Fotostorys im Unterricht / Deutsch, Kunst & Medienbildung Klasse 5–6. Achte beim Anschauen besonders darauf, wie Deutsch, Kunst und Medienbildung zusammenarbeiten: Eine gute Fotostory braucht eine klare Geschichte, ausdrucksstarke Bilder, eine bewusste Gestaltung und einen verantwortungsvollen Umgang mit Medien.
Was ist eine Fotostory?
Eine Fotostory ist eine Geschichte, die hauptsächlich mit Fotos erzählt wird. Die Bilder stehen in einer bestimmten Reihenfolge und zeigen wichtige Momente der Handlung. Kurze Texte, Sprechblasen, Denkblasen, Geräuschwörter oder Erzählerkästen ergänzen die Fotos. Anders als bei einem reinen Text sieht man in einer Fotostory sofort, wo die Geschichte spielt, wie Figuren aussehen und welche Gefühle sie zeigen.
Eine Fotostory kann lustig, spannend, nachdenklich, sachlich oder fantastisch sein. Im Unterricht eignet sie sich zum Beispiel für eine Freundschaftsgeschichte, eine Schulhofszene, eine moderne Märchenversion, eine Bildergeschichte zu einem Gedicht, eine Szene aus einer Lektüre, eine Anleitung oder eine kleine Reportage. Wichtig ist, dass Bild und Text zusammenarbeiten. Ein Foto allein erzählt oft noch nicht genug, ein Text allein nutzt die Möglichkeiten der Bilder nicht aus. Erst im Zusammenspiel entsteht eine überzeugende Bild-Text-Erzählung.
Warum Fotostorys im Unterricht?
Fotostorys fördern mehrere Fähigkeiten gleichzeitig. Im Deutschunterricht lernst Du, eine Handlung logisch aufzubauen, passende Wörter zu wählen, Dialoge zu schreiben und Texte zu überarbeiten. Im Kunstunterricht gestaltest Du Bilder bewusst: Du entscheidest über Ausschnitt, Perspektive, Licht, Farbe, Requisiten, Mimik und Gestik. In der Medienbildung lernst Du, digitale Werkzeuge sinnvoll einzusetzen, Medien kritisch zu betrachten und verantwortungsvoll zu veröffentlichen.
Besonders wichtig ist: Du bist nicht nur Nutzerin oder Nutzer von Medien, sondern wirst selbst zur Produzentin oder zum Produzenten. Du planst, erstellst, bearbeitest und präsentierst ein eigenes Medienprodukt. Dadurch verstehst Du besser, wie Bilder wirken und wie leicht Bilder eine bestimmte Stimmung, Meinung oder Erwartung erzeugen können.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was eine Fotostory ist und wodurch sie sich von einer gewöhnlichen Erzählung, einem Comic und einem Film unterscheidet. Du kannst eine kurze Geschichte mit Einleitung, Hauptteil und Schluss planen, ein Storyboard erstellen, geeignete Einstellungsgrößen und Perspektiven auswählen, treffende Dialoge schreiben und Deine Fotostory anhand von Kriterien verbessern. Außerdem kannst Du Regeln zu Datenschutz, Urheberrecht und Recht am eigenen Bild auf ein eigenes Projekt anwenden.
Grundlagen der Fotostory
Bild und Text erzählen gemeinsam
Eine gute Fotostory entsteht, wenn Bild und Text unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Das Foto zeigt zum Beispiel den Ort, die Figuren, die Körperhaltung und die Stimmung. Der Text kann Gedanken, Gespräche, Geräusche, Zeitangaben oder zusätzliche Informationen liefern. Wenn Bild und Text genau dasselbe sagen, wirkt die Fotostory oft langweilig. Spannender wird sie, wenn die Bilder etwas zeigen und die Texte etwas ergänzen.
Beispiel: Ein Foto zeigt zwei Kinder, die sich auf dem Schulhof den Rücken zukehren. Ein kurzer Textkasten könnte lauten: Seit dem Streit am Morgen sprechen Mia und Ben nicht mehr miteinander. Eine Denkblase könnte zeigen: Soll ich mich entschuldigen? So erfährst Du nicht nur, was zu sehen ist, sondern auch, was eine Figur fühlt.
Erzählstruktur
Viele Fotostorys folgen einer einfachen Erzählstruktur. Am Anfang wird die Ausgangssituation gezeigt. Dann entsteht ein Problem oder ein Konflikt. Im Hauptteil wird deutlich, wie die Figuren handeln, scheitern, nachdenken oder Hilfe bekommen. Am Ende gibt es eine Lösung, eine Überraschung oder eine offene Frage.
Für Klasse 5–6 ist ein klarer Aufbau besonders hilfreich. Eine Fotostory mit sechs bis zehn Bildern kann bereits eine vollständige Handlung erzählen. Wichtig ist, dass jedes Bild eine Aufgabe hat. Ein Bild kann eine Figur einführen, ein Problem zeigen, Spannung aufbauen, eine Entscheidung darstellen oder die Lösung sichtbar machen.
Figuren, Ort und Thema
Bevor Du fotografierst, brauchst Du eine Idee. Überlege zuerst: Wer kommt vor? Wo spielt die Geschichte? Was ist das Problem? Was verändert sich am Ende? Eine Figur sollte ein Ziel haben, zum Beispiel etwas finden, jemanden überzeugen, einen Fehler wiedergutmachen oder eine schwierige Entscheidung treffen. Dadurch bekommt die Handlung Richtung.
Gute Themen für Fotostorys in Klasse 5–6 sind zum Beispiel Freundschaft, Streit und Versöhnung, Mut, Ausgrenzung, Hilfsbereitschaft, Mediennutzung, Umweltschutz, Schulregeln, Fantasiegeschichten, Märchen im Alltag oder ein Tag aus der Sicht eines Gegenstands. Wichtig ist, dass das Thema für Deine Gruppe verständlich und fotografierbar ist.
Storyboard als Planungshilfe
Ein Storyboard ist ein Plan für die spätere Fotostory. In kleinen Kästchen skizzierst Du die einzelnen Bilder. Daneben notierst Du, was zu sehen ist, welche Figur spricht, welche Perspektive geplant ist und welcher Text später eingefügt werden soll. Das Storyboard hilft Dir, beim Fotografieren nichts Wichtiges zu vergessen.

Ein Storyboard muss nicht perfekt gezeichnet sein. Es ist kein fertiges Kunstwerk, sondern ein Arbeitsplan. Strichfiguren, Pfeile, kurze Notizen und einfache Symbole reichen aus. Wichtig ist, dass Deine Gruppe versteht, welches Foto später entstehen soll.

Gestaltungsmittel
Einstellungsgrößen
Die Einstellungsgröße bestimmt, wie nah die Kamera an einer Figur oder einem Gegenstand ist. Eine Totale zeigt viel Umgebung und eignet sich gut, um den Ort einzuführen. Eine Halbnahaufnahme zeigt Figuren mit Körperhaltung und Gestik. Eine Nahaufnahme lenkt den Blick auf Gefühle im Gesicht. Eine Detailaufnahme zeigt einen wichtigen Gegenstand, zum Beispiel einen Schlüssel, einen Brief oder ein Handy.
Wenn Du immer dieselbe Einstellungsgröße verwendest, wirkt die Fotostory schnell eintönig. Wechsle deshalb bewusst zwischen Übersicht, Handlung und Gefühl. Frage Dich bei jedem Bild: Was soll das Publikum hier besonders beachten?
Perspektive
Die Perspektive beeinflusst, wie Figuren wirken. Bei der Normalperspektive befindet sich die Kamera ungefähr auf Augenhöhe. Das wirkt meist ruhig und natürlich. Eine Froschperspektive lässt Figuren größer, mächtiger oder bedrohlicher erscheinen. Eine Vogelperspektive kann Figuren kleiner, hilfloser oder beobachtet wirken lassen. Eine schräge Perspektive kann Unruhe oder Spannung erzeugen.
In einer Fotostory solltest Du Perspektiven nicht zufällig wählen. Wenn eine Figur Angst hat, kann eine hohe Perspektive passen. Wenn eine Figur stark auftreten soll, kann eine niedrige Perspektive sinnvoll sein. Die Perspektive unterstützt also die Aussage der Szene.
Bildkomposition
Die Bildkomposition beschreibt, wie Figuren, Gegenstände und Hintergrund im Bild angeordnet sind. Ein unruhiger Hintergrund kann vom Wesentlichen ablenken. Ein klarer Bildausschnitt hilft dem Publikum, die Handlung schnell zu verstehen. Achte darauf, dass wichtige Dinge gut sichtbar sind und keine störenden Gegenstände im Bild auftauchen.
Hilfreich ist die Frage: Wohin soll der Blick zuerst gehen? Die wichtigste Figur oder der wichtigste Gegenstand sollte gut erkennbar sein. Auch Abstand, Blickrichtung und Körperhaltung erzählen mit. Wenn zwei Figuren weit auseinanderstehen, kann das Distanz zeigen. Wenn sie einander zugewandt sind, kann das Nähe oder Gesprächsbereitschaft zeigen.
Licht, Farbe und Stimmung
Licht und Farbe beeinflussen die Stimmung. Helles Licht kann freundlich, offen oder sachlich wirken. Dunklere Bilder können geheimnisvoll oder traurig wirken. Warme Farben können Nähe und Geborgenheit erzeugen. Kühle Farben können Ruhe, Distanz oder Spannung unterstützen. In Klasse 5–6 reicht es oft schon, bewusst einen gut beleuchteten Ort zu wählen und darauf zu achten, dass Gesichter erkennbar sind.
Du brauchst keine professionelle Ausrüstung. Ein Tablet oder Smartphone genügt, wenn die Fotos scharf, gut ausgeleuchtet und passend geschnitten sind. Wichtig ist nicht die teuerste Technik, sondern die bewusste Gestaltung.
Mimik, Gestik und Körpersprache
Mimik ist der Gesichtsausdruck einer Figur. Gestik beschreibt Bewegungen der Hände und Arme. Körpersprache meint die gesamte Haltung des Körpers. In einer Fotostory sind diese Mittel besonders wichtig, weil Fotos nicht automatisch Geräusche, Stimmen oder Bewegungen zeigen. Eine Figur kann durch gesenkte Schultern traurig wirken, durch verschränkte Arme abweisend, durch ein Lächeln freundlich oder durch einen erschrockenen Blick überrascht.
Beim Fotografieren solltest Du mit Deinen Mitspielenden besprechen, welches Gefühl eine Szene zeigen soll. Manchmal hilft es, eine Szene mehrfach aufzunehmen und danach das ausdrucksstärkste Foto auszuwählen.
Sprache in der Fotostory
Sprechblasen und Denkblasen
Sprechblasen zeigen, was Figuren sagen. Denkblasen zeigen Gedanken, die andere Figuren in der Szene nicht hören. Beide sollten kurz und gut lesbar sein. Lange Sätze passen selten in eine Fotostory, weil sie das Bild überdecken und das Lesen erschweren. Besser sind kurze, treffende Aussagen.
Ein guter Dialog klingt natürlich, ist aber trotzdem geplant. Figuren müssen nicht alles erklären. Vieles kann das Bild zeigen. Wenn eine Figur auf ein kaputtes Plakat zeigt, muss sie nicht sagen: Da ist ein kaputtes Plakat. Spannender wäre: Wer war das? oder Das müssen wir klären.
Erzählertexte
Ein Erzählertext kann Zeit, Ort oder Hintergrund erklären. Er steht oft in einem kleinen Kasten. Erzählertexte helfen, Sprünge zwischen Bildern verständlich zu machen. Sie sollten jedoch sparsam eingesetzt werden. Wenn jedes Bild einen langen Erzählertext braucht, sind die Fotos vielleicht noch nicht aussagekräftig genug.
Gute Erzählertexte beantworten Fragen wie: Wann passiert etwas? Wo befinden sich die Figuren? Was ist kurz vorher geschehen? Was weiß das Publikum, was die Figuren vielleicht noch nicht wissen?
Geräuschwörter und Wirkung
Geräuschwörter wie Krach, Klack, Psst oder Rums können eine Fotostory lebendiger machen. Sie erinnern an Comics und helfen, Bewegungen oder Geräusche sichtbar zu machen. Verwende sie gezielt. Zu viele Geräuschwörter wirken schnell unruhig oder albern, wenn sie nicht zur Geschichte passen.
Überarbeiten von Texten
Texte in einer Fotostory sollten fehlerarm, kurz und verständlich sein. Lies alle Sprechblasen laut vor. So merkst Du, ob die Sätze natürlich klingen. Prüfe auch Rechtschreibung, Zeichensetzung und Groß- und Kleinschreibung. Achte darauf, dass die Schrift groß genug und gut lesbar ist. Der Text darf wichtige Bildteile nicht verdecken.
Von der Idee zur fertigen Fotostory
Schritt 1: Thema und Aussage finden
Am Anfang steht eine Idee. Überlege, welche Aussage Deine Fotostory haben soll. Soll sie unterhalten, informieren, warnen, zum Nachdenken anregen oder eine Lösung zeigen? Eine klare Aussage hilft Dir, unnötige Bilder wegzulassen. Für eine Schul-Fotostory könnte die Aussage zum Beispiel lauten: Ein Streit kann gelöst werden, wenn beide Seiten zuhören. Oder: Nicht jedes Bild gehört ins Internet.
Schritt 2: Handlung planen
Schreibe Deine Handlung zunächst in wenigen Sätzen auf. Eine einfache Planung kann so aussehen: Am Anfang gibt es eine normale Situation. Dann passiert etwas Unerwartetes. Die Figuren reagieren unterschiedlich. Es entsteht ein Problem. Die Figuren suchen nach einer Lösung. Am Ende verändert sich etwas.
Diese Planung ist wichtig, damit Deine Fotostory nicht nur aus einzelnen schönen Fotos besteht, sondern wirklich eine Geschichte erzählt.
Schritt 3: Storyboard erstellen
Zeichne für jedes geplante Foto ein kleines Kästchen. Notiere darunter oder daneben: Was sieht man? Wer spricht? Welche Einstellungsgröße wird verwendet? Welche Perspektive passt? Welche Requisiten werden gebraucht? Wo wird fotografiert? Das Storyboard ist auch eine gute Grundlage, um Aufgaben in der Gruppe zu verteilen.
Schritt 4: Rollen verteilen
In einer Gruppe können verschiedene Rollen helfen. Eine Person kann die Regie übernehmen und auf den Ablauf achten. Eine Person fotografiert. Andere spielen Figuren. Eine Person achtet auf Requisiten, Licht und Hintergrund. Eine weitere Person prüft, ob alle Bilder des Storyboards aufgenommen wurden. Rollen können auch wechseln, damit alle verschiedene Aufgaben kennenlernen.
Schritt 5: Fotografieren
Beim Fotografieren zählt Genauigkeit. Achte auf scharfe Bilder, erkennbare Gesichter, passende Ausschnitte und einen ruhigen Hintergrund. Fotografiere wichtige Szenen mehrfach aus leicht unterschiedlichen Blickwinkeln. Prüfe zwischendurch, ob die Reihenfolge verständlich bleibt. Denke daran: Nicht die Menge der Fotos ist entscheidend, sondern die Auswahl der passenden Bilder.
Schritt 6: Auswählen und ordnen
Nach dem Fotografieren wählst Du die besten Bilder aus. Frage Dich: Ist die Handlung ohne lange Erklärung verständlich? Fehlt ein wichtiger Schritt? Gibt es doppelte Bilder? Ist eine Szene unklar? Ordne die Bilder so, dass das Publikum der Handlung folgen kann. Manchmal merkt man erst beim Sortieren, dass ein zusätzliches Foto gebraucht wird.
Schritt 7: Texte einfügen und Layout gestalten
Nun fügst Du Sprechblasen, Denkblasen, Erzählerkästen oder Geräuschwörter ein. Achte auf ein ruhiges Layout. Bilder sollten nicht zu klein sein. Texte müssen gut lesbar bleiben. Farben, Schriftarten und Rahmen sollten zur Geschichte passen, aber nicht vom Inhalt ablenken. Eine klare Titelseite oder Überschrift hilft dem Publikum, in die Geschichte einzusteigen.
Schritt 8: Präsentieren und Feedback nutzen
Stelle Deine Fotostory der Klasse vor. Das Publikum kann Rückmeldung geben: Was war verständlich? Welche Stelle war besonders gelungen? Wo war die Handlung unklar? Welche Bildgestaltung hat gut funktioniert? Nutze Feedback nicht als Kritik an Deiner Person, sondern als Hilfe für die Überarbeitung Deines Produkts.
Medienbildung, Datenschutz und Fairness
Recht am eigenen Bild
Beim Fotografieren von Menschen ist das Recht am eigenen Bild besonders wichtig. Für den Unterricht bedeutet das: Fotografiere Personen nur nach Absprache. Veröffentliche Fotos oder Videos nicht ohne Erlaubnis. Bei Minderjährigen müssen Lehrkräfte und Erziehungsberechtigte die schulischen Regeln beachten. Wenn jemand nicht fotografiert werden möchte, wird das respektiert.
Eine sichere Alternative ist, Figuren von hinten zu zeigen, Gesichter zu verdecken, Hände oder Gegenstände sprechen zu lassen, Zeichnungen einzubauen oder mit Spielfiguren zu arbeiten. Auch Schatten, Symbole und Detailaufnahmen können eine Geschichte wirkungsvoll erzählen.
Urheberrecht und Creative Commons
Urheberrecht schützt Werke wie Fotos, Texte, Musik, Zeichnungen und Videos. Du darfst nicht einfach fremde Bilder aus dem Internet kopieren und in Deiner Fotostory verwenden. Nutze eigene Fotos oder frei nutzbare Materialien, zum Beispiel unter einer passenden Creative-Commons-Lizenz. Auch dann musst Du prüfen, ob eine Namensnennung nötig ist und ob Bearbeitungen erlaubt sind.
Für ein Unterrichtsprojekt ist es am sichersten, eigene Fotos zu erstellen und eigene Texte zu schreiben. Wenn Du fremde Materialien nutzt, notiere die Quelle sofort, damit Du sie später korrekt angeben kannst.
Fairness und Darstellung
Fotostorys können Menschen stark darstellen: lustig, peinlich, mächtig, schwach, freundlich oder gemein. Deshalb ist Fairness wichtig. Niemand sollte durch eine Fotostory bloßgestellt, beleidigt oder ausgeschlossen werden. Überlege, ob Deine Geschichte Vorurteile verstärkt oder ob sie respektvoll erzählt ist. Besonders bei Themen wie Streit, Ausgrenzung, Körper, Herkunft, Religion, Behinderung oder Geschlecht ist ein sensibler Umgang wichtig.
Künstliche Intelligenz und Bildbearbeitung
Wenn Du digitale Werkzeuge oder Künstliche Intelligenz nutzt, solltest Du offen damit umgehen. Eine KI kann Ideen, Bildbeschreibungen oder Formulierungshilfen liefern, aber Deine Gruppe bleibt verantwortlich für Inhalt, Fairness und Quellen. KI-Bilder können außerdem Fragen zu Urheberrecht, Echtheit und Darstellung auslösen. Kennzeichne KI-Unterstützung, wenn Deine Lehrkraft dies verlangt, und prüfe Ergebnisse kritisch.
Unterrichtsprojekt: Eine Fotostory erstellen
Projektauftrag
Erstellt in einer Gruppe eine Fotostory mit sechs bis zwölf Bildern zum Thema Ein Missverständnis und seine Lösung. Die Fotostory soll eine klare Handlung, mindestens zwei Figuren, einen erkennbaren Konflikt und eine passende Lösung enthalten. Nutzt unterschiedliche Einstellungsgrößen und mindestens zwei verschiedene Perspektiven. Fügt kurze Dialoge oder Erzählertexte ein. Achtet auf Datenschutz, Urheberrecht und respektvolle Darstellung.
Material
Für das Projekt brauchst Du ein Tablet, Smartphone oder eine Kamera, Papier für das Storyboard, Stifte, Requisiten, gegebenenfalls Verkleidungsteile, eine App oder ein Programm zur Gestaltung des Layouts und eine Möglichkeit zur Präsentation. Auch einfache Mittel reichen aus. Eine gut geplante Szene ist wichtiger als aufwendige Technik.
Zeitplan für den Unterricht
- Ideenphase: Thema, Figuren, Ort und Aussage finden.
- Planungsphase: Handlung schreiben, Storyboard erstellen und Rollen verteilen.
- Produktionsphase: Fotos aufnehmen und passende Bilder auswählen.
- Gestaltungsphase: Texte einfügen, Layout entwickeln und Quellen prüfen.
- Präsentationsphase: Fotostory vorstellen, Feedback erhalten und überarbeiten.
- Reflexionsphase: Lernweg, Gruppenarbeit und Medienentscheidungen auswerten.
Bewertungskriterien
Eine gelungene Fotostory wird nicht nur danach bewertet, ob sie schön aussieht. Wichtig sind mehrere Kriterien: Die Handlung ist verständlich und spannend. Die Bilder zeigen wichtige Momente. Die Gestaltungsmittel passen zur Aussage. Die Texte sind kurz, korrekt und gut lesbar. Die Gruppe arbeitet planvoll zusammen. Datenschutz, Urheberrecht und Fairness werden beachtet. Die Präsentation erklärt die wichtigsten Entscheidungen.
Differenzierung
Wenn Du Unterstützung brauchst, kannst Du mit einer vorgegebenen Handlung, einem leeren Storyboard oder Satzanfängen für Dialoge arbeiten. Wenn Du schneller bist oder eine größere Herausforderung suchst, kannst Du eine überraschende Wendung, eine besondere Perspektive, ein Symbolmotiv, einen Rückblick oder eine offene Schlussfrage einbauen. So kann jede Gruppe auf einem passenden Niveau arbeiten.
Tipps für starke Fotostorys
Verständlichkeit prüfen
Lege Deine Bilder ohne Texte in die richtige Reihenfolge und zeige sie einer anderen Gruppe. Wenn die Gruppe die Handlung ungefähr versteht, sind die Fotos aussagekräftig. Wenn viele Fragen offen bleiben, brauchst Du vielleicht ein zusätzliches Bild, eine klarere Perspektive oder einen kurzen Erzählertext.
Weniger ist oft mehr
Eine Fotostory wird nicht besser, wenn sie sehr viele Bilder enthält. Zu viele ähnliche Bilder können langweilen. Wähle die entscheidenden Momente aus. Ein gutes Bild kann mehr erzählen als mehrere unklare Bilder. Auch Texte sollten knapp bleiben. Jedes Wort sollte eine Aufgabe haben.
Titel und Schluss gestalten
Der Titel macht neugierig und passt zur Geschichte. Er sollte nicht alles verraten, aber eine Erwartung wecken. Der Schluss kann eine Lösung zeigen, eine Pointe setzen oder eine Frage offenlassen. Wichtig ist, dass der Schluss zur Aussage der Geschichte passt.
Reflexion nach der Präsentation
Nach der Präsentation solltest Du nicht nur fragen, ob die Fotostory gefallen hat. Besser sind genauere Fragen: Welche Bildstelle war besonders verständlich? Wo hat ein Text geholfen? Welche Perspektive hatte eine starke Wirkung? Was könnte beim nächsten Mal verbessert werden? So lernst Du aus dem Projekt für weitere Medienarbeiten.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist eine Fotostory? (Eine Geschichte, die vor allem mit einer Reihenfolge von Fotos und kurzen Texten erzählt wird) (!Eine reine Textzusammenfassung ohne Bilder) (!Eine zufällige Sammlung einzelner Fotos) (!Ein Musikstück mit Hintergrundgeräuschen)
Wozu dient ein Storyboard? (Es plant die Reihenfolge der Bilder, Texte und Gestaltungsideen vor dem Fotografieren) (!Es ersetzt alle Fotos durch lange Texte) (!Es löscht automatisch unscharfe Bilder) (!Es ist nur für die fertige Präsentation gedacht)
Welche Aufgabe hat eine Nahaufnahme besonders häufig? (Sie zeigt Gefühle, Gesichtsausdruck oder wichtige Details deutlich) (!Sie zeigt immer den gesamten Ort der Handlung) (!Sie macht den Text automatisch fehlerfrei) (!Sie verhindert jede Bildbearbeitung)
Warum sind Sprechblasen in einer Fotostory kurz? (Weil sie gut lesbar bleiben und das Bild nicht verdecken sollen) (!Weil Figuren in Fotostorys nie sprechen dürfen) (!Weil lange Texte immer verboten sind) (!Weil Fotos dadurch unscharf werden)
Was bedeutet Recht am eigenen Bild im Unterricht besonders? (Personen werden nur nach Absprache fotografiert und Fotos nicht ohne Erlaubnis veröffentlicht) (!Alle Fotos aus dem Internet dürfen frei genutzt werden) (!Nur Erwachsene dürfen Fotos ansehen) (!Jedes Bild muss schwarzweiß sein)
Welche Aussage zur Bildkomposition ist richtig? (Die Anordnung von Figuren und Gegenständen lenkt den Blick des Publikums) (!Der Hintergrund ist immer unwichtig) (!Alle Figuren müssen immer genau in der Mitte stehen) (!Bildkomposition betrifft nur gedruckte Bücher)
Was gehört zu einer klaren Erzählstruktur? (Ausgangssituation, Problem, Entwicklung und Schluss) (!Nur eine Überschrift und ein einziges Foto) (!Eine Liste von zufälligen Requisiten) (!Möglichst viele Schriftarten ohne Handlung)
Warum sollte man eigene Fotos oder freie Materialien verwenden? (Weil Urheberrecht und Lizenzen beachtet werden müssen) (!Weil fremde Bilder immer besser aussehen) (!Weil Quellenangaben im Unterricht nie wichtig sind) (!Weil eigene Fotos automatisch Dialoge schreiben)
Welche Wirkung kann eine Froschperspektive haben? (Eine Figur kann größer, stärker oder bedrohlicher wirken) (!Eine Figur verschwindet immer aus dem Bild) (!Der Text wird automatisch kürzer) (!Das Foto wird zu einem Gedicht)
Was ist gutes Feedback zu einer Fotostory? (Eine genaue Rückmeldung zu Verständlichkeit, Bildwirkung, Text und Verbesserungsideen) (!Nur die Aussage Das war gut) (!Eine Bewertung ohne Begründung) (!Ein neues Thema ohne Bezug zur Fotostory)
Memory
| Storyboard | Plan der Bildfolge |
| Nahaufnahme | Gefühl oder Detail |
| Totale | Überblick über den Ort |
| Sprechblase | Gesprochener Text |
| Denkblase | Gedanke einer Figur |
| Requisite | Gegenstand in der Szene |
| Perspektive | Blickwinkel der Kamera |
| Layout | Anordnung von Bild und Text |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Idee | Ausgangspunkt der Geschichte |
| Storyboard | Planung der Bildfolge |
| Fotografieren | Aufnahme der Szenen |
| Layout | Anordnung von Bildern und Texten |
| Präsentation | Vorstellung vor der Lerngruppe |
Kreuzworträtsel
| Storyboard | Wie heißt die zeichnerische Planung einer Bildfolge? |
| Perspektive | Wie nennt man den Blickwinkel der Kamera? |
| Konflikt | Was treibt eine Geschichte durch ein Problem an? |
| Dialog | Wie heißt ein Gespräch zwischen Figuren? |
| Urheberrecht | Welches Recht schützt Fotos, Texte und andere Werke? |
| Layout | Wie nennt man die Anordnung von Bildern und Texten? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Ideensammlung: Sammle drei mögliche Themen für eine Fotostory aus Deinem Schulalltag und schreibe zu jedem Thema einen passenden Titel.
- Figurenkarte: Erstelle für eine Hauptfigur einen Steckbrief mit Name, Ziel, Problem, Stärke und Schwäche.
- Bildreihenfolge: Fotografiere drei harmlose Gegenstände so, dass daraus eine Mini-Geschichte mit Anfang, Mitte und Schluss entsteht.
- Dialogprobe: Schreibe für zwei Figuren einen kurzen Dialog mit höchstens sechs Sprechblasen.
Standard
- Storyboard erstellen: Plane eine Fotostory mit sechs Bildern und notiere zu jedem Bild Einstellungsgröße, Perspektive und Textidee.
- Bildwirkung untersuchen: Fotografiere dieselbe Szene einmal aus Normalperspektive, einmal aus Froschperspektive und einmal aus Vogelperspektive und beschreibe die unterschiedliche Wirkung.
- Fotostory produzieren: Erstellt in einer Gruppe eine vollständige Fotostory zum Thema Missverständnis und Lösung.
- Peer-Feedback: Gib einer anderen Gruppe eine Rückmeldung mit zwei Stärken und zwei konkreten Verbesserungsvorschlägen.
Schwer
- Perspektivwechsel: Erzähle dieselbe Fotostory einmal aus Sicht einer Hauptfigur und einmal aus Sicht einer Nebenfigur.
- Medienkritik: Untersuche, wie ein einzelnes Foto durch Bildausschnitt, Reihenfolge oder Text eine andere Bedeutung bekommen kann.
- Rechtscheck: Erstelle für Eure Gruppe eine Checkliste zu Recht am eigenen Bild, Urheberrecht, Quellenangaben und fairer Darstellung.
- Ausstellung planen: Entwickle ein Konzept für eine Klassen-Ausstellung mit Fotostorys, Feedbackstationen und kurzen Erklärtexten zu den Gestaltungsmitteln.

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Lernkontrolle
- Transfer Bildwirkung: Du erhältst drei Fotos derselben Szene aus unterschiedlichen Perspektiven. Erkläre, welche Version für eine spannende Konfliktszene am besten passt und begründe Deine Entscheidung.
- Überarbeitung einer Fotostory: Eine Fotostory ist unverständlich, weil zwei Handlungsschritte fehlen. Beschreibe, welche zusätzlichen Bilder Du einfügen würdest und warum.
- Adressatengerechte Gestaltung: Plane eine Fotostory für jüngere Kinder. Erkläre, wie Du Sprache, Bildgestaltung und Thema an diese Zielgruppe anpassen würdest.
- Medienethik: Eine Gruppe möchte ein peinliches Foto einer Mitschülerin verwenden, weil es lustig wirkt. Beurteile die Situation und entwickle eine faire Alternative.
- Vergleich von Erzählformen: Vergleiche eine Fotostory mit einer schriftlichen Erzählung. Erkläre, welche Möglichkeiten und Grenzen beide Formen haben.
- Projektreflexion: Beschreibe, welche Entscheidungen beim Fotografieren, Schreiben und Layouten Deine Fotostory besonders beeinflusst haben.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis reichst Du ein kleines Portfolio ein. Es zeigt nicht nur das fertige Ergebnis, sondern auch Deinen Lernweg. Dazu gehören die erste Idee, das Storyboard, ausgewählte Fotos, eine überarbeitete Fassung der Texte, eine kurze Quellen- und Rechteprüfung sowie eine Reflexion.
- Planung: Du erklärst, wie aus der ersten Idee eine klare Handlung wurde.
- Gestaltung: Du begründest mindestens drei Entscheidungen zu Perspektive, Einstellungsgröße, Licht oder Layout.
- Sprache: Du zeigst, wie Du Dialoge oder Erzählertexte gekürzt und verbessert hast.
- Medienverantwortung: Du weist nach, dass Personenrechte, Urheberrecht und Quellenangaben beachtet wurden.
- Reflexion: Du beschreibst, was in der Gruppe gut funktioniert hat und was Du beim nächsten Medienprojekt anders machen würdest.
OERs zum Thema
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