Prompting in der Bildung - KI im Deutschunterricht


Prompting in der Bildung - KI im Deutschunterricht
Einleitung
Prompting in der Bildung bedeutet, KI-Systeme durch durchdachte Eingaben so zu steuern, dass sie beim Lernen, Lesen, Schreiben, Überarbeiten, Argumentieren und Reflektieren sinnvoll unterstützen. Im Deutschunterricht der Klassen 5 bis 10 wird Prompting zu einer wichtigen Zukunftskompetenz, weil Lernende nicht nur Texte mit KI erzeugen, sondern Sprache bewusster untersuchen, Aufgaben präziser formulieren, Ergebnisse kritisch prüfen und eigene Schreibprozesse besser steuern können.

Dieser aiMOOC zeigt Dir, wie Künstliche Intelligenz im Unterricht verantwortungsvoll genutzt werden kann. Du lernst, was ein Prompt ist, wie ein guter Prompt aufgebaut wird, welche Chancen und Risiken KI im Deutschunterricht hat und wie Du KI-Ergebnisse kritisch bewertest. Der Schwerpunkt liegt nicht darauf, Texte einfach automatisch schreiben zu lassen, sondern darauf, mit KI als Lernpartner, Feedbackinstrument, Ideengeber und Reflexionshilfe umzugehen.
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Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was ein Prompt ist und warum genaue Sprache beim Umgang mit KI wichtig ist. Du kannst KI-Antworten prüfen, verbessern und mit eigenen Ideen verbinden. Du kannst Prompts für typische Aufgaben im Deutschunterricht formulieren, zum Beispiel für Textanalyse, Erörterung, kreatives Schreiben, Rechtschreibung, Grammatik, Leseförderung, Feedback und Medienbildung. Außerdem kannst Du Chancen, Grenzen und ethische Fragen des KI-Einsatzes benennen.
- Prompt-Kompetenz: Du formulierst klare, zielgerichtete und überprüfbare Prompts.
- Sprachbewusstsein: Du erkennst, wie Wortwahl, Kontext, Rolle, Zielgruppe und Textsorte ein KI-Ergebnis verändern.
- Medienkritik: Du prüfst KI-Ausgaben auf Richtigkeit, Einseitigkeit, Quellenlage, Stil, Datenschutz und mögliche Vorurteile.
- Schreibkompetenz: Du nutzt KI als Werkzeug für Planung, Überarbeitung und Reflexion, ohne Deine eigene Autorschaft aufzugeben.
- Kooperation: Du arbeitest mit Mitschülerinnen und Mitschülern an Prompt-Experimenten, Kriterienrastern und Unterrichtsprojekten.
Grundlagen: Was ist Prompting?
Ein Prompt ist eine Eingabe an ein KI-System. Das kann eine Frage, ein Arbeitsauftrag, ein Text, ein Bild, eine Rollenbeschreibung oder eine Kombination aus mehreren Elementen sein. Bei Sprachmodellen wie Chatbots entscheidet die Qualität des Prompts stark darüber, welche Antwort entsteht. Ein ungenauer Prompt führt oft zu allgemeinen, oberflächlichen oder fehlerhaften Antworten. Ein präziser Prompt macht deutlich, welche Aufgabe gelöst werden soll, welche Informationen berücksichtigt werden müssen, für wen die Antwort gedacht ist und in welcher Form das Ergebnis erscheinen soll.

Prompting ist deshalb mehr als das Schreiben einer Frage. Es ist ein sprachlicher Denkprozess. Du planst, formulierst, prüfst, veränderst und verbesserst Deine Eingabe. Dadurch lernst Du, Aufgaben genauer zu verstehen und Sprache bewusster einzusetzen. Im Deutschunterricht passt Prompting besonders gut, weil Deutsch ohnehin mit Kommunikation, Textsorten, Adressatenbezug, Argumentation, Stil, Überarbeitung und Sprachreflexion arbeitet.
Künstliche Intelligenz und generative KI
Künstliche Intelligenz ist ein Sammelbegriff für technische Systeme, die Aufgaben bearbeiten, für die Menschen normalerweise Wahrnehmung, Sprache, Mustererkennung, Planung oder Entscheidungskompetenz einsetzen. Generative Künstliche Intelligenz kann neue Inhalte erzeugen, zum Beispiel Texte, Bilder, Tabellen, Dialoge, Zusammenfassungen oder Übungsaufgaben. Solche Systeme verstehen Sprache nicht wie Menschen. Sie berechnen wahrscheinliche Fortsetzungen auf Grundlage ihrer Trainingsdaten, ihrer Architektur und der aktuellen Eingabe. Deshalb können sie überzeugend formulieren und trotzdem Fehler machen.
Für den Deutschunterricht ist diese Einsicht zentral: Eine sprachlich elegante KI-Antwort ist nicht automatisch wahr, passend, gerecht oder originell. Du musst KI-Ergebnisse prüfen, vergleichen und überarbeiten. Gute KI-Nutzung bedeutet, dass Du Verantwortung für das Ergebnis übernimmst.
Prompting als Kulturtechnik
Kulturtechniken verändern sich, wenn neue Medien entstehen. Früher kamen Buchdruck, Radio, Film, Fernsehen, Computer und Internet hinzu. Heute verändert Künstliche Intelligenz die Art, wie Menschen Informationen suchen, Texte planen, Inhalte überarbeiten und Wissen darstellen. Im Unterricht geht es daher nicht nur darum, KI zu bedienen. Es geht darum, mündig zu entscheiden, wann KI hilft, wann sie stört und wann sie nicht verwendet werden sollte.
Prompting verbindet mehrere Fähigkeiten: Du musst ein Ziel formulieren, Vorwissen aktivieren, relevante Informationen auswählen, eine passende Sprachebene bestimmen, das Ergebnis prüfen und mit eigenen Maßstäben bewerten. Damit ist Prompting eng verbunden mit Lesekompetenz, Schreibkompetenz, Urteilskompetenz und Medienkompetenz.
Bausteine eines guten Prompts
Ein guter Prompt ist klar, konkret und überprüfbar. Besonders hilfreich ist eine Struktur aus Rolle, Aufgabe, Kontext, Material, Kriterien und Ausgabeformat. Diese Bausteine müssen nicht immer vollständig vorkommen, aber sie helfen Dir, bessere Ergebnisse zu erhalten.
- Rolle: Lege fest, aus welcher Perspektive die KI antworten soll, zum Beispiel als Schreibcoach, Grammatiktrainer oder Literaturkritikerin.
- Aufgabe: Beschreibe genau, was getan werden soll, zum Beispiel zusammenfassen, vergleichen, überarbeiten, Fragen stellen oder Feedback geben.
- Kontext: Erkläre die Situation, die Klassenstufe, das Thema, die Textsorte oder das Lernziel.
- Material: Gib den Text, die Stichpunkte oder die Kriterien an, auf die sich die KI beziehen soll.
- Kriterien: Nenne Qualitätsmaßstäbe, zum Beispiel verständlich, altersgerecht, sachlich, quellenkritisch oder argumentativ ausgewogen.
- Ausgabeformat: Bestimme die Form, zum Beispiel Tabelle, Stichwortliste, Musterlösung, Feedbackbogen, Dialog oder Schreibplan.
Beispiel für einen schwachen Prompt
Schwacher Prompt: Schreibe etwas über Balladen.
Dieser Prompt ist zu allgemein. Die KI weiß nicht, welche Klassenstufe gemeint ist, welche Ballade behandelt wird, ob ein Sachtext, eine Analyse, ein Quiz oder eine Erklärung entstehen soll und wie lang die Antwort sein darf. Das Ergebnis wird wahrscheinlich allgemein und wenig passend.
Beispiel für einen starken Prompt
Starker Prompt: Du bist ein verständlicher Lerncoach für Klasse 7. Erkläre mir in 180 Wörtern, woran man eine Ballade erkennt. Verwende die Begriffe Erzählung, Gedicht, Spannung, Dialog und Reim. Gib danach drei kurze Prüf-Fragen ohne Lösungen.
Dieser Prompt ist besser, weil Rolle, Zielgruppe, Umfang, Inhalt und Ausgabeformat klar sind. Du kannst das Ergebnis leichter prüfen, verbessern und mit eigenen Lernzielen vergleichen.
Prompting im Deutschunterricht
Der Deutschunterricht ist besonders geeignet, um Künstliche Intelligenz kritisch und produktiv einzusetzen. KI kann beim Sammeln von Ideen helfen, Textentwürfe strukturieren, Formulierungsvorschläge machen, Verständnisfragen erzeugen, schwierige Texte vereinfachen oder Feedback geben. Gleichzeitig muss der Unterricht deutlich machen, dass KI keine verlässliche Quelle und kein Ersatz für eigenes Denken ist.
Lesen und Textverstehen
Beim Lesen kann KI helfen, schwierige Wörter zu erklären, Kernaussagen zusammenzufassen oder Fragen an einen Text zu entwickeln. Wichtig ist, dass Du die KI nicht einfach entscheiden lässt, was ein Text bedeutet. Du vergleichst die KI-Antwort mit dem Originaltext, markierst Belege und prüfst, ob die Interpretation wirklich passt. Besonders hilfreich ist ein Prompt, der die KI zwingt, zwischen sicher belegbaren Aussagen und Vermutungen zu unterscheiden.
Beispiel-Prompt: Erstelle zu diesem Text fünf Verständnisfragen für Klasse 8. Ordne sie den Bereichen Informationen entnehmen, Zusammenhänge erkennen und bewerten zu. Gib zu jeder Frage eine Belegstelle aus dem Text an.
Schreiben und Überarbeiten
Beim Schreiben kann KI als Schreibcoach eingesetzt werden. Sie kann nicht nur fertige Texte erzeugen, sondern beim Planen, Strukturieren und Überarbeiten unterstützen. Im Unterricht ist besonders wertvoll, wenn Du eigene Textentwürfe mit KI-Feedback vergleichst und anschließend bewusst entscheidest, welche Hinweise Du übernimmst. So bleibt Deine Autorschaft erhalten.
Beispiel-Prompt: Gib mir Feedback zu meinem Einleitungssatz für eine Erörterung. Bewerte Verständlichkeit, Interesse, Themenbezug und sprachliche Genauigkeit. Schreibe keine neue Einleitung, sondern stelle mir drei Verbesserungsvorschläge.
Grammatik, Rechtschreibung und Sprachreflexion
In Grammatik und Rechtschreibung kann KI Übungssätze, Erklärungen und Fehleranalysen liefern. Du solltest aber prüfen, ob die Erklärung wirklich zur Regel passt. Besonders lernwirksam ist es, wenn KI nicht nur korrigiert, sondern erklärt, warum etwas falsch oder besser formuliert ist. Dadurch wird Sprache zum Gegenstand der Reflexion.
Beispiel-Prompt: Erkläre mir den Unterschied zwischen Hauptsatz und Nebensatz an drei eigenen Beispielen. Markiere jeweils das finite Verb und formuliere anschließend eine Übungsaufgabe für Klasse 6.
Literatur und Interpretation
Bei Literatur kann KI Zusammenhänge sichtbar machen, Figurenkonstellationen ordnen oder Deutungshypothesen vorschlagen. Trotzdem darf eine Interpretation nicht nur aus KI-Antworten bestehen. Jede Aussage muss am Text überprüft werden. Im Unterricht ist es sinnvoll, KI-Deutungen mit eigenen Markierungen, Zitaten und Gegenargumenten zu vergleichen.
Beispiel-Prompt: Formuliere drei unterschiedliche Deutungshypothesen zu dieser Szene. Gib zu jeder Hypothese an, welche Textstellen sie stützen könnten und welche Einwände möglich sind.
Argumentieren und Erörtern
Bei Argumentation kann KI Pro- und Contra-Argumente sammeln, Gegenargumente formulieren oder die Struktur einer Erörterung prüfen. Wichtig ist, dass Du Argumente nicht ungeprüft übernimmst. Du musst Beispiele ergänzen, Begriffe klären und bewerten, welche Argumente stark, schwach oder einseitig sind.
Beispiel-Prompt: Sammle Argumente zur Frage, ob KI im Unterricht erlaubt sein sollte. Ordne sie nach Pro und Contra. Kennzeichne jedes Argument als stark, mittel oder schwach und begründe die Einstufung.
Kreatives Schreiben
Beim kreativen Schreiben kann KI als Impulsgeberin genutzt werden. Sie kann ungewöhnliche Figuren, Orte, Konflikte oder Perspektiven vorschlagen. Entscheidend ist, dass Du daraus einen eigenen Text entwickelst. Kreativität entsteht nicht nur durch Ideen, sondern durch Auswahl, Umformung, Stil, Spannung und persönliche Entscheidungen.
Beispiel-Prompt: Gib mir fünf ungewöhnliche Anfangsideen für eine Kurzgeschichte über ein verlorenes Handy. Die Ideen sollen für Klasse 7 geeignet sein, aber keine fertigen Geschichten enthalten.
Prompt-Muster für den Unterricht
Prompt-Muster sind wiederverwendbare Formulierungen, die Du an unterschiedliche Aufgaben anpassen kannst. Sie helfen Dir, mit KI planvoll zu arbeiten. Ein Muster ist kein starres Rezept, sondern ein Startpunkt für eigene Experimente.
- Erklär-Prompt: Erkläre den Begriff in einfacher Sprache für Klasse X und gib ein Beispiel.
- Feedback-Prompt: Bewerte meinen Text nach den Kriterien Inhalt, Aufbau, Sprache und Wirkung. Gib zuerst Stärken, dann konkrete Verbesserungsideen.
- Vergleichs-Prompt: Vergleiche zwei Textstellen hinsichtlich Sprache, Wirkung und Aussage. Nutze eine Tabelle.
- Frage-Prompt: Erstelle Verständnisfragen auf drei Schwierigkeitsstufen und gib an, welche Kompetenz geprüft wird.
- Perspektivwechsel-Prompt: Schreibe eine Szene aus der Sicht einer anderen Figur und erkläre danach, was sich verändert hat.
- Prüf-Prompt: Prüfe diese KI-Antwort auf mögliche Fehler, unklare Begriffe und fehlende Belege.
Prompting als Dialog
Ein guter KI-Dialog endet selten nach der ersten Eingabe. Du kannst nachfragen, einschränken, verbessern und kritisch widersprechen. Dieser Prozess heißt iteratives Prompting. Dabei formulierst Du zunächst einen Prompt, prüfst die Antwort und gibst anschließend gezieltes Feedback. So entstehen bessere Ergebnisse und Du lernst, Deine Anforderungen genauer zu beschreiben.

Ein sinnvoller Prompting-Dialog kann so ablaufen: Zuerst beschreibst Du die Aufgabe. Danach prüfst Du, ob die Antwort zum Ziel passt. Anschließend forderst Du eine Überarbeitung mit konkreten Kriterien an. Am Ende vergleichst Du die KI-Ausgabe mit Deinen eigenen Gedanken und entscheidest, was Du übernimmst. So wird KI zu einem Werkzeug im Lernprozess, nicht zu einer Abkürzung um den Lernprozess herum.
Chancen von KI im Deutschunterricht
KI kann Lernen unterstützen, wenn sie bewusst eingesetzt wird. Sie kann unterschiedliche Lernstände berücksichtigen, zusätzliche Beispiele anbieten, Sprachhilfen geben und Rückmeldungen ermöglichen. Für Lernende, die Schwierigkeiten mit Textplanung, Wortschatz oder Struktur haben, kann KI eine niedrigschwellige Hilfe sein. Für leistungsstarke Lernende kann KI anspruchsvolle Gegenargumente, Vergleichsaufgaben oder Stilvarianten erzeugen.
Besonders wertvoll ist KI, wenn sie nicht nur Ergebnisse liefert, sondern Denkprozesse sichtbar macht. Du kannst Dir erklären lassen, warum eine Formulierung wirkt, wie ein Argument aufgebaut ist oder warum ein Text an einer Stelle unklar wird. Dadurch kann KI zur Metakognition beitragen: Du lernst, über Dein eigenes Lernen nachzudenken.
Risiken und Verantwortung
KI kann falsche Informationen erfinden, Quellen ungenau wiedergeben, Vorurteile verstärken oder sehr überzeugend klingen, obwohl die Antwort problematisch ist. Dieses Phänomen wird oft als Halluzination bezeichnet. Außerdem spielen Datenschutz, Urheberrecht, Transparenz, Chancengerechtigkeit und Leistungsbewertung eine große Rolle. Du solltest keine persönlichen Daten, vertraulichen Informationen oder fremde unveröffentlichte Texte ohne Erlaubnis in KI-Systeme eingeben.
Ein verantwortungsvoller Umgang mit KI bedeutet: Du machst kenntlich, wenn KI genutzt wurde. Du prüfst Ergebnisse. Du nennst eigene Entscheidungen. Du nutzt KI nicht, um Aufgaben zu täuschen, sondern um besser zu lernen. Im Unterricht sollten Regeln transparent vereinbart werden, damit alle wissen, wann KI erlaubt, eingeschränkt oder verboten ist.
KI-Antworten prüfen
Nutze die folgende Prüffrage: Kann ich erklären, warum ich dieses KI-Ergebnis für richtig, passend und fair halte? Wenn Du das nicht kannst, musst Du weiter prüfen. Hilfreich ist ein Prüfraster mit fünf Bereichen.
- Richtigkeit: Stimmen Fakten, Begriffe und Zusammenhänge?
- Textbezug: Gibt es Belege aus dem Ausgangstext?
- Aufgabenbezug: Passt die Antwort wirklich zur Aufgabenstellung?
- Sprache: Ist der Stil angemessen für Zielgruppe und Textsorte?
- Fairness: Werden Perspektiven ausgewogen dargestellt und Vorurteile vermieden?
Unterrichtsbeispiele für Klasse 5 bis 10
Klasse 5 und 6: Sprache entdecken
In Klasse 5 und 6 kann KI vor allem als Erklärhilfe und Übungspartner genutzt werden. Lernende können Wortarten, Satzglieder, Märchenmerkmale, Fabeln oder Rechtschreibstrategien wiederholen. Wichtig ist eine enge Anleitung durch die Lehrkraft. Die Aufgaben sollten klar begrenzt sein und das eigene Formulieren stärken.
Mini-Projekt: Vergleiche eine KI-Erklärung zum Begriff Adjektiv mit einer Erklärung aus dem Schulbuch. Markiere, welche Erklärung verständlicher ist und welche Beispiele Dir beim Lernen helfen.
Klasse 7 und 8: Schreiben verbessern
In Klasse 7 und 8 kann KI beim Planen und Überarbeiten von Inhaltsangabe, Bericht, Balladenanalyse, Beschreibung, Erörterung oder Kurzgeschichte helfen. Lernende sollten nicht nur eine KI-Antwort lesen, sondern sie verbessern, kommentieren und begründen.
Mini-Projekt: Schreibe einen eigenen Absatz für eine Balladenanalyse. Lass Dir von KI Feedback geben. Überarbeite den Absatz und erkläre in drei Sätzen, welche Hinweise Du übernommen hast und welche nicht.
Klasse 9 und 10: Kritisch argumentieren
In Klasse 9 und 10 kann KI für anspruchsvolle Aufgaben genutzt werden: dialektische Erörterungen, literarische Interpretationen, Sachtextanalysen, Reden, Debatten oder Medienkritik. Hier geht es besonders um Quellenprüfung, Argumentationsqualität und Transparenz.
Mini-Projekt: Erstelle mit KI eine Pro-Contra-Liste zur Frage, ob KI-generierte Texte in Klassenarbeiten erlaubt sein sollten. Bewerte danach jedes Argument und ergänze eigene Beispiele aus dem Schulalltag.
Transparenz und Kennzeichnung
Wenn KI im Unterricht genutzt wird, sollte die Nutzung sichtbar gemacht werden. Eine einfache KI-Dokumentation kann enthalten: verwendetes Tool, Datum, Zweck, wichtigste Prompts, übernommene Inhalte, verworfene Inhalte und eigene Überarbeitungen. So wird deutlich, dass Lernen ein Prozess ist. Die KI-Dokumentation schützt auch vor Täuschung, weil sie zeigt, wie Du gearbeitet hast.
Beispiel für eine kurze KI-Dokumentation: Ich habe KI genutzt, um drei mögliche Gliederungen für eine Erörterung zu vergleichen. Übernommen habe ich nur die Reihenfolge der stärksten Argumente. Die Beispiele und Formulierungen stammen von mir. Eine KI-Antwort habe ich verworfen, weil sie unbelegte Behauptungen enthielt.
Prompt-Labor: Methode für den Unterricht
Ein Prompt-Labor ist eine Unterrichtsform, bei der Lernende Prompts systematisch testen. Die Klasse arbeitet in Gruppen. Jede Gruppe verändert nur einen Baustein des Prompts, zum Beispiel Rolle, Zielgruppe, Umfang oder Ausgabeformat. Danach werden die Ergebnisse verglichen. So wird sichtbar, wie stark Sprache die Qualität von KI-Ausgaben beeinflusst.
- Versuch: Formuliere einen Ausgangsprompt.
- Variation: Verändere genau einen Baustein.
- Vergleich: Vergleiche die KI-Antworten nach festen Kriterien.
- Bewertung: Entscheide, welcher Prompt am besten zum Lernziel passt.
- Reflexion: Erkläre, was Du über Sprache, KI und Aufgabenstellungen gelernt hast.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist ein Prompt im Umgang mit KI? (Eine Eingabe oder Anweisung an ein KI-System) (!Ein automatisch garantiert richtiger Text) (!Ein Passwort für eine Lernplattform) (!Eine Bewertung durch die Lehrkraft)
Warum ist ein genauer Prompt im Deutschunterricht wichtig? (Weil er Ziel, Kontext und gewünschte Form der Antwort klärt) (!Weil er jede Quellenprüfung überflüssig macht) (!Weil er menschliches Schreiben ersetzt) (!Weil er immer dieselbe Antwort erzeugt)
Welche Aussage beschreibt generative KI am besten? (Sie kann neue Inhalte wie Texte oder Bilder erzeugen) (!Sie kann nur Taschenrechnungen bedienen) (!Sie versteht Texte immer wie ein Mensch) (!Sie liefert grundsätzlich fehlerfreie Quellen)
Welche Angabe gehört zu einem starken Prompt? (Die Zielgruppe der Antwort) (!Die private Adresse einer Person) (!Ein möglichst unklarer Arbeitsauftrag) (!Nur ein einzelnes Schlagwort ohne Kontext)
Was bedeutet iteratives Prompting? (Einen Prompt nach der Antwort gezielt weiterzuentwickeln) (!Einen Prompt nie zu verändern) (!KI-Ergebnisse ungeprüft abzugeben) (!Nur mit Bildern statt mit Texten zu arbeiten)
Welche Nutzung von KI passt besonders gut zum Schreibprozess? (Feedback zu einem eigenen Entwurf einholen) (!Einen fremden Text als eigenen ausgeben) (!Persönliche Daten in ein Tool eingeben) (!Eine Aufgabe ohne Lesen des Ausgangstextes lösen lassen)
Was solltest Du bei KI-Antworten immer tun? (Sie kritisch prüfen und mit der Aufgabe vergleichen) (!Sie automatisch als wahr behandeln) (!Sie ohne Kennzeichnung übernehmen) (!Sie nie mit eigenen Gedanken verbinden)
Welche Gefahr kann bei KI-Antworten auftreten? (Erfundene oder falsche Informationen) (!Garantierte Fehlerfreiheit) (!Vollständige Quellenneutralität) (!Automatische Bewertungsgerechtigkeit)
Was gehört zu einer transparenten KI-Dokumentation? (Die verwendeten Prompts und der Zweck der Nutzung) (!Die Behauptung, KI sei nie beteiligt gewesen) (!Private Zugangsdaten zum KI-Tool) (!Eine ungeprüfte Kopie der gesamten KI-Antwort)
Was ist ein gutes Lernziel beim Prompting? (Sprache bewusster einsetzen und Ergebnisse prüfen) (!Möglichst wenig selbst denken) (!Alle Texte automatisch schreiben lassen) (!Regeln des Unterrichts umgehen)
Memory
| Prompt | Eingabeauftrag |
| Rolle | Perspektive |
| Kontext | Situation |
| Ausgabeformat | Darstellungsform |
| Halluzination | erfundene Information |
| Transparenz | nachvollziehbare Nutzung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Rolle | Aus welcher Perspektive soll die KI antworten? |
| Aufgabe | Was soll die KI genau tun? |
| Kontext | Für welche Situation ist die Antwort gedacht? |
| Kriterien | Woran wird die Qualität gemessen? |
| Ausgabeformat | In welcher Form soll die Antwort erscheinen? |
...
Kreuzworträtsel
| Prompt | Eingabe an ein KI-System |
| Kontext | Situation einer Aufgabe |
| Feedback | Rückmeldung zu einem Text |
| Ballade | Mischform aus Gedicht und Erzählung |
| Quellen | Grundlage zur Prüfung von Informationen |
| Fairness | gerechter und ausgewogener Umgang |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Prompt-Vergleich: Formuliere zwei Prompts zum Thema Märchenmerkmale, einen ungenauen und einen genauen. Vergleiche, welche Antwort besser zum Lernen passt.
- Wortschatztraining: Lass Dir fünf schwierige Begriffe aus einem Deutschtext erklären. Prüfe die Erklärungen mit dem Schulbuch oder einem Wörterbuch.
- Lesefragen: Erstelle mit KI Verständnisfragen zu einem kurzen Sachtext. Markiere anschließend, welche Fragen direkt im Text beantwortet werden können.
- KI-Tagebuch: Schreibe eine Woche lang auf, wann Dir KI beim Lernen helfen könnte und wann Du lieber ohne KI arbeiten solltest.
Standard
- Schreibfeedback: Schreibe einen eigenen Absatz zu einer Inhaltsangabe und hole KI-Feedback ein. Überarbeite den Absatz und begründe Deine Änderungen.
- Balladenanalyse: Entwickle einen Prompt, der Dir beim Untersuchen einer Ballade hilft, ohne eine fertige Analyse zu schreiben. Teste und verbessere ihn.
- Argumentationsprüfung: Lass Dir Pro- und Contra-Argumente zu KI im Unterricht nennen. Bewerte, welche Argumente gut begründet sind und welche Beispiele fehlen.
- Prompt-Labor: Arbeite in einer Gruppe und verändert jeweils nur einen Prompt-Baustein. Präsentiert, welche Veränderung die größte Wirkung hatte.
Schwer
- KI-Kritik: Analysiere eine KI-Antwort zu einem literarischen Text. Prüfe, ob die Deutungen mit Textstellen belegt werden können.
- Unterrichtskonzept: Entwirf eine 45-minütige Deutschstunde, in der KI transparent und lernförderlich eingesetzt wird.
- Ethik-Debatte: Führt eine Debatte zur Frage, ob KI-Hilfe bei Hausaufgaben erlaubt sein sollte. Entwickelt vorher Regeln für faire Nutzung.
- Portfolio: Erstelle ein Prompt-Portfolio mit mindestens fünf eigenen Prompts, KI-Antworten, Überarbeitungen und Reflexionen zu Deinem Lernfortschritt.

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Lernkontrolle
- Transferaufgabe Prompting: Du erhältst die Aufgabe, eine Erörterung zum Thema Smartphoneverbot an Schulen vorzubereiten. Entwickle einen Prompt, der Dir nicht die fertige Erörterung liefert, sondern beim Planen, Abwägen und Strukturieren hilft. Begründe Deine Entscheidungen.
- Analyse KI-Antwort: Vergleiche eine KI-Zusammenfassung mit dem Originaltext. Erkläre, welche Informationen fehlen, welche Formulierungen zu allgemein sind und wie Du die Zusammenfassung verbessern würdest.
- Bewertungskonzept: Entwickle Kriterien, nach denen KI-gestützte Schreibprozesse im Deutschunterricht fair bewertet werden können. Berücksichtige Eigenleistung, Transparenz und Überarbeitung.
- Medienethik: Beurteile eine Situation, in der eine Schülerin einen KI-Text ohne Kennzeichnung abgibt. Entwickle eine pädagogisch sinnvolle Reaktion, die Lernen ermöglicht und Täuschung ernst nimmt.
- Unterrichtstransfer: Wähle eine Unterrichtseinheit aus dem Deutschunterricht und erkläre, an welcher Stelle KI hilfreich wäre, an welcher Stelle sie problematisch wäre und welche Regeln gelten sollten.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis erstellst Du ein kleines Prompt-Portfolio. Es enthält mindestens drei eigene Prompts, die zu unterschiedlichen Bereichen des Deutschunterrichts passen. Zu jedem Prompt dokumentierst Du Ziel, Kontext, KI-Antwort, eigene Prüfung, Überarbeitung und Reflexion. Wichtig ist nicht, dass die KI perfekte Ergebnisse liefert. Wichtig ist, dass Du zeigen kannst, wie Du Sprache bewusst nutzt, Ergebnisse kritisch prüfst und eigene Entscheidungen begründest.
- Dokumentation: Notiere Tool, Datum, Zweck und Prompt.
- Prüfung: Markiere Stärken, Schwächen, Fehler oder fehlende Belege der KI-Antwort.
- Überarbeitung: Verbessere den Prompt oder das Ergebnis mit eigenen Formulierungen.
- Reflexion: Erkläre, was Du über Deutschlernen, Sprache und KI gelernt hast.
- Transparenz: Kennzeichne deutlich, welche Teile von Dir stammen und wobei KI unterstützt hat.
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