KI-Agenten in der Schule und KI im Deutschunterricht


KI-Agenten in der Schule und KI im Deutschunterricht
Einleitung
KI-Agenten in der Schule und KI im Deutschunterricht verändern, wie Du liest, schreibst, recherchierst, überarbeitest, argumentierst und über Medien nachdenkst. Besonders in den Klassen 5 bis 10 kann generative KI als Lernhilfe, Schreibpartner, Lesecoach, Gesprächsanlass und Gegenstand kritischer Reflexion genutzt werden. Entscheidend ist dabei nicht, dass eine KI möglichst viel Arbeit übernimmt, sondern dass Du besser verstehst, wie Sprache wirkt, wie Texte entstehen, wie Quellen geprüft werden und wie Verantwortung beim Lernen sichtbar bleibt.
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Der Begriff KI-Agent bezeichnet ein KI-System, das nicht nur eine einzelne Antwort erzeugt, sondern ein Ziel verfolgt, Teilschritte plant, Werkzeuge nutzen kann und Ergebnisse überprüft. Im schulischen Kontext kann ein solcher Agent zum Beispiel beim Planen eines Aufsatzes, beim Erstellen von Übungsaufgaben, beim Prüfen von Argumenten oder beim Simulieren eines literarischen Gesprächs helfen. Trotzdem gilt: Die pädagogische Verantwortung bleibt bei den Menschen. Lehrkräfte gestalten den Rahmen, Lernende dokumentieren ihren Arbeitsprozess, und Ergebnisse werden kritisch geprüft.

Was sind KI-Agenten?
Ein KI-Agent ist ein digitales System, das auf der Grundlage von Eingaben handelt. Bei einfachen Chatbots gibst Du eine Frage ein und erhältst eine Antwort. Bei KI-Agenten kommen zusätzliche Schritte hinzu: Der Agent kann ein Ziel in Teilaufgaben zerlegen, Informationen sammeln, Entwürfe vergleichen, eine Rückmeldung formulieren oder einen Arbeitsplan fortschreiben. Ein Agent kann also wie ein strukturierter Lernassistent wirken.
Wichtig ist der Unterschied zwischen einem Werkzeug und einem Ersatz. Ein Wörterbuch, eine Rechtschreibprüfung oder ein Textverarbeitungsprogramm unterstützt Dich. Ebenso kann KI Dich beim Lernen unterstützen. Sie darf aber nicht Deine eigene Urteilskompetenz, Deine Kreativität, Deine Textproduktion oder Deine Verantwortung ersetzen. Gute Arbeit mit KI bedeutet, dass Du die KI-Ergebnisse verstehst, überprüfst, verbesserst und transparent machst.
Agent, Chatbot und Sprachmodell
Ein großes Sprachmodell ist ein Sprachmodell, das mit sehr großen Textmengen trainiert wurde und daraus Muster für Sprache ableitet. Es kann Texte zusammenfassen, Fragen beantworten, Formulierungen vorschlagen, Stilvarianten erzeugen oder Dialoge simulieren. Ein Chatbot ist die sichtbare Gesprächsoberfläche, über die Du mit einem solchen Modell arbeitest. Ein KI-Agent erweitert dieses Prinzip um zielgerichtete Abläufe. Im Deutschunterricht kann daraus zum Beispiel ein Lesecoach, ein Schreibcoach, ein Argumentationsprüfer oder ein Rolleninterviewer entstehen.

Ein künstliches neuronales Netz verarbeitet Eingaben über mehrere miteinander verbundene Schichten. Für Dich ist nicht wichtig, jede mathematische Einzelheit zu berechnen. Wichtig ist, dass KI keine menschliche Einsicht besitzt. Sie erzeugt Ergebnisse auf Grundlage gelernter Muster, Wahrscheinlichkeiten, Trainingsdaten und Anweisungen. Deshalb können KI-Ergebnisse überzeugend klingen und trotzdem sachlich falsch, einseitig, unpassend oder erfunden sein.
Was bedeutet agentisches Arbeiten im Unterricht?
Agentisches Arbeiten bedeutet, dass Du mit einem KI-System nicht nur eine schnelle Antwort suchst, sondern einen Lernprozess strukturierst. Du formulierst ein Ziel, gibst Bedingungen vor, prüfst Zwischenergebnisse, stellst Rückfragen und entscheidest, was übernommen, geändert oder verworfen wird. Im Deutschunterricht passt das besonders gut, weil Lesen, Schreiben, Sprechen und Zuhören ohnehin mehrstufige Prozesse sind.
Ein Beispiel: Du sollst eine Erörterung schreiben. Ein KI-Agent kann zunächst helfen, das Thema zu verstehen, dann Pro- und Contra-Argumente sammeln, anschließend eine Gliederung vorschlagen und am Ende eine Checkliste zur Überarbeitung bereitstellen. Der fertige Text sollte aber nicht einfach von der KI stammen. Du musst eigene Argumente entwickeln, Beispiele auswählen, sprachliche Entscheidungen treffen und Deinen Arbeitsweg offenlegen.
KI im Deutschunterricht Klasse 5 bis 10
Der Deutschunterricht fördert Lesekompetenz, Schreibkompetenz, Sprachbewusstsein, literarisches Lernen, Medienkompetenz und Kommunikationskompetenz. KI kann in allen diesen Bereichen hilfreich sein, wenn sie bewusst eingesetzt wird. Sie kann Lernende unterstützen, indem sie Aufgaben erklärt, Texte vereinfacht, Rückfragen stellt oder alternative Formulierungen anbietet. Sie kann aber auch Probleme verursachen, wenn Lernende Ergebnisse ungeprüft übernehmen, persönliche Daten eingeben oder nicht mehr selbst denken.
Lesen und Verstehen
Beim Lesen kann KI als Lesecoach genutzt werden. Du kannst Dir schwierige Begriffe erklären lassen, einen Text in Abschnitte gliedern, Fragen zum Inhalt erzeugen oder unterschiedliche Zusammenfassungen vergleichen. Gerade bei Sachtexten, Erzählungen, Balladen, Kurzgeschichten oder Jugendbüchern kann KI helfen, den ersten Zugang zu erleichtern. Entscheidend bleibt, dass Du selbst am Text arbeitest: Du markierst Schlüsselstellen, findest Belege, unterscheidest Wichtiges von Nebensächlichem und prüfst, ob die KI den Text richtig verstanden hat.
Für Klasse 5 und 6 eignen sich einfache Aufgaben wie Worterklärungen, Lesefragen oder Figurensteckbriefe. Für Klasse 7 und 8 können KI-Vorschläge zu Inhaltsangaben, Perspektivenwechseln und Argumentationen verglichen werden. Für Klasse 9 und 10 geht es stärker um Interpretation, Quellenkritik, rhetorische Mittel, Manipulation, Medienanalyse und die Frage, wie maschinell erzeugte Texte unsere Vorstellung von Autorenschaft verändern.
Schreiben und Überarbeiten
Schreiben ist ein Prozess aus Planen, Formulieren, Überarbeiten und Veröffentlichen. KI kann an jeder Stelle helfen: beim Finden von Ideen, beim Strukturieren eines Aufsatzes, beim Erkennen unklarer Formulierungen oder beim Erstellen einer Checkliste. Besonders sinnvoll ist KI, wenn sie nicht den endgültigen Text produziert, sondern Rückmeldung gibt. Ein Schreibcoach kann zum Beispiel fragen: Ist Deine These klar? Gibt es passende Beispiele? Ist der Übergang zwischen den Absätzen logisch? Verwendest Du abwechslungsreiche Satzanfänge?
Für die Schule ist dabei Transparenz wichtig. Wenn KI genutzt wurde, solltest Du notieren, wofür sie genutzt wurde. Zum Beispiel: Ideensammlung mit KI, sprachliche Überarbeitung mit KI, Quellenprüfung ohne KI oder Endfassung selbst geschrieben. So wird sichtbar, welche Leistung von Dir stammt und an welcher Stelle ein digitales Werkzeug geholfen hat.
Sprechen, Zuhören und Dialoge
KI-Agenten können Rollen übernehmen: eine literarische Figur, eine Journalistin, einen Kritiker, eine Moderatorin oder einen Debattenpartner. Dadurch entstehen Übungssituationen für Argumentation, Interview, Diskussion und szenisches Spiel. Du kannst zum Beispiel ein Gespräch mit einer Figur aus einer Kurzgeschichte führen und anschließend prüfen, ob die Antworten wirklich zum Text passen. So wird KI nicht zur Wahrheitsquelle, sondern zum Anlass für genaues Lesen.
In mündlichen Aufgaben kann KI auch helfen, Vorträge vorzubereiten. Sie kann Vorschläge für eine Gliederung, mögliche Rückfragen des Publikums oder verständlichere Formulierungen liefern. Die eigentliche Präsentation, die Auswahl der Inhalte und die Begründung Deiner Aussagen bleiben Deine Aufgabe.
Sprache untersuchen
Im Deutschunterricht untersuchst Du Grammatik, Stil, Wortwahl, Satzbau, Textsorten und Sprachwandel. KI kann dabei Beispiele erzeugen, Sätze umformen oder Stilvarianten zeigen. Du kannst einen neutralen Satz in eine werbende, sachliche, ironische oder erzählerische Fassung umwandeln lassen und anschließend untersuchen, welche sprachlichen Mittel die Wirkung verändern. Dadurch wird Sprachbewusstsein praktisch erfahrbar.
Gleichzeitig solltest Du KI-Ausgaben kritisch betrachten. Manche Beispiele sind sprachlich glatt, aber inhaltlich schwach. Andere klingen überzeugend, enthalten aber ungenaue Begriffe. Gerade deshalb eignet sich KI gut, um über Sprache zu sprechen: Was klingt glaubwürdig? Was ist wirklich begründet? Welche Wörter erzeugen Nähe, Distanz, Druck oder Unsicherheit?
Literatur und Kreativität
KI kann Schreibimpulse, Figurenideen, alternative Enden, Dialoganfänge oder Perspektivwechsel erzeugen. Das kann kreative Prozesse anregen. Im Literaturunterricht darf dabei aber nicht vergessen werden, dass literarisches Lernen mehr ist als Textproduktion. Es geht um Deutung, Ambivalenz, Mehrdeutigkeit, ästhetische Wirkung und persönliche Auseinandersetzung.
Eine gute Aufgabe lautet deshalb nicht: Lass die KI eine Interpretation schreiben. Besser ist: Lass die KI zwei unterschiedliche Deutungen vorschlagen, prüfe beide am Text und entscheide begründet, welche Deutung tragfähiger ist. So trainierst Du Textnähe, Urteilskraft und Argumentation.
Chancen von KI-Agenten
KI-Agenten können Lernen personalisieren, indem sie Aufgaben in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden anbieten. Sie können bei Sprachbarrieren helfen, indem sie Texte vereinfachen oder Fachbegriffe erklären. Sie können Motivation fördern, weil sie direkt reagieren und Rückfragen stellen. Sie können Lehrkräfte entlasten, wenn sie Materialideen, Differenzierungsvorschläge oder Übungsformate vorbereiten.

Besonders wertvoll ist KI, wenn sie Lernende dazu bringt, bessere Fragen zu stellen. Ein guter Prompt ist eine klare Arbeitsanweisung. Er enthält Ziel, Rolle, Kontext, Kriterien und gewünschtes Format. Wenn Du lernst, präzise Prompts zu schreiben, lernst Du zugleich, Aufgaben besser zu verstehen. Im Deutschunterricht ist das eine wichtige Zukunftskompetenz: Sprache steuert Denken, Zusammenarbeit und digitale Werkzeuge.
Beispiele für sinnvolle Einsatzszenarien
- Lesecoach: Ein KI-Agent erklärt schwierige Wörter, stellt Verständnisfragen und fordert Textbelege ein.
- Schreibcoach: Ein KI-Agent gibt Rückmeldung zu Aufbau, Verständlichkeit, Argumenten und Stil.
- Dialogagent: Ein KI-Agent simuliert ein Gespräch mit einer literarischen Figur oder einer historischen Stimme, die anschließend überprüft wird.
- Quellenprüfer: Ein KI-Agent hilft beim Formulieren von Prüffragen, ersetzt aber nicht die echte Quellenkontrolle.
- Feedback-Assistent: Ein KI-Agent unterstützt Peer-Feedback durch klare Kriterien und sprachliche Hilfen.
- Differenzierung: Ein KI-Agent erstellt Aufgaben in leichter, mittlerer und anspruchsvoller Sprache.
- Sprachbewusstsein: Ein KI-Agent erzeugt Stilvarianten, die Du vergleichst und bewertest.
- Medienanalyse: Ein KI-Agent hilft, Merkmale manipulativer Sprache in Werbung, Kommentar oder Social Media zu erkennen.
Risiken und Grenzen
KI ist kein neutraler Wissensspeicher. Sie kann Fehler erzeugen, Quellen erfinden, Vorurteile aus Trainingsdaten wiedergeben oder unpassende Antworten liefern. Solche falschen, aber überzeugend klingenden Ergebnisse nennt man im KI-Kontext oft Halluzinationen. Deshalb solltest Du nie allein auf eine KI-Antwort vertrauen, wenn es um Fakten, Zitate, Quellen, Personen, Rechtsfragen oder sensible Themen geht.
Auch Datenschutz ist zentral. Gib keine privaten Informationen, keine vollständigen Namen von Mitschülerinnen und Mitschülern, keine Gesundheitsdaten, keine vertraulichen Schulunterlagen und keine ungeprüften personenbezogenen Daten in ein KI-System ein. Nutze nur Werkzeuge, die von Deiner Schule erlaubt sind. Frage nach, wenn Du unsicher bist.
Urheberrecht, Eigenleistung und Transparenz
Wenn KI Texte, Bilder oder Zusammenfassungen erzeugt, stellt sich die Frage nach Urheberrecht, Autorenschaft und Eigenleistung. In der Schule kommt es darauf an, dass Lernleistungen nachvollziehbar sind. Deshalb sollte KI-Nutzung dokumentiert werden. Eine einfache Dokumentation kann enthalten: verwendetes Werkzeug, Ziel der Nutzung, wichtige Prompts, übernommene Ideen, verworfene Vorschläge und eigene Überarbeitung.
Transparenz bedeutet nicht, dass KI grundsätzlich verboten ist. Sie bedeutet, dass Lernende zeigen, wie sie gearbeitet haben. Das ist ähnlich wie bei Quellenangaben: Wer fremde Informationen nutzt, macht sie kenntlich. Wer KI nutzt, erklärt den Einsatz.
Prüfen statt blind übernehmen
Ein hilfreicher Merksatz lautet: KI kann vorschlagen, aber Du musst prüfen. Für den Deutschunterricht kannst Du diese Prüffragen nutzen: Passt die Antwort zur Aufgabe? Gibt es Textbelege? Sind die Begriffe korrekt? Wird eine Quelle genannt? Ist die Quelle auffindbar? Ist die Sprache für die Zielgruppe angemessen? Fehlen wichtige Gegenargumente? Wird eine Meinung als Tatsache dargestellt?
Diese Fragen helfen Dir, aus KI-Nutzung echte Medienkompetenz zu machen. Wer KI kritisch prüft, lernt nicht weniger, sondern genauer.
Prompting im Deutschunterricht
Ein Prompt ist die Eingabe, mit der Du der KI sagst, was sie tun soll. Ein schwacher Prompt lautet: Schreib mir eine Inhaltsangabe. Ein besserer Prompt lautet: Hilf mir, eine Inhaltsangabe zu planen. Stelle mir zuerst fünf Fragen zum Text. Gib danach eine Gliederung mit Einleitung, Hauptteil und Schluss. Schreibe noch keine fertige Inhaltsangabe. Der zweite Prompt schützt Deine Eigenleistung und macht den Lernprozess sichtbar.
Die Fünf-Bausteine-Methode
Ein guter Unterrichts-Prompt kann aus fünf Bausteinen bestehen. Erstens beschreibst Du die Rolle der KI, zum Beispiel Lesecoach oder Schreibberaterin. Zweitens erklärst Du das Ziel, etwa eine bessere Argumentation. Drittens gibst Du den Kontext an, zum Beispiel Klasse 8, Erörterung, Thema Schuluniform. Viertens nennst Du Kriterien, etwa sachlich, verständlich, mit Gegenargumenten. Fünftens bestimmst Du das Format, zum Beispiel Tabelle, Checkliste oder Rückfragen.
Beispiel: Du bist ein Schreibcoach für Klasse 8. Hilf mir, die Argumentation meiner Erörterung zu verbessern. Stelle zuerst Rückfragen. Achte auf These, Begründung, Beispiel und Gegenargument. Gib Deine Rückmeldung als Checkliste.
Prompts für verschiedene Lernziele
- Lesestrategie: Lass Dir Fragen zum Text stellen, bevor Du eine Zusammenfassung formulierst.
- Textüberarbeitung: Bitte um Rückmeldung zu Verständlichkeit, rotem Faden und Satzbau, ohne dass die KI Deinen Text vollständig neu schreibt.
- Argumentation: Bitte um Gegenargumente und prüfe, welche davon wirklich stark sind.
- Literarische Interpretation: Bitte um mögliche Deutungen und verlange Textstellen, die diese Deutungen stützen müssten.
- Sprachstil: Lass einen Absatz in verschiedenen Stilen umformulieren und vergleiche die Wirkung.
- Medienkritik: Bitte um Prüffragen zu einem Online-Text, aber recherchiere die Quellen selbst.
Unterrichtsmodell: KI-Agenten verantwortungsvoll nutzen
Ein gutes Unterrichtsmodell besteht aus vier Phasen: Verstehen, Ausprobieren, Prüfen und Reflektieren. In der ersten Phase lernst Du Begriffe wie Künstliche Intelligenz, Sprachmodell, Prompt, Algorithmus, Datenschutz und Bias. In der zweiten Phase nutzt Du KI für eine klar begrenzte Aufgabe. In der dritten Phase prüfst Du die Ausgabe mit Kriterien. In der vierten Phase erklärst Du, was Dir geholfen hat, was problematisch war und was Du selbst gelernt hast.
Dieses Modell passt zu vielen Textsorten: Inhaltsangabe, Beschreibung, Bericht, Kommentar, Erörterung, Gedichtinterpretation, Kurzgeschichte, Buchvorstellung, Redeanalyse oder Medienanalyse. Entscheidend ist immer, dass KI nicht die Aufgabe ersetzt, sondern den Lernprozess sichtbar macht.
Rollen für KI-Agenten im Deutschunterricht
- Lesecoach: Stellt Verständnisfragen und fordert Belege aus dem Text.
- Schreibberater: Gibt Rückmeldung zu Struktur, Stil und Verständlichkeit.
- Argumentationspartner: Prüft Thesen, Begründungen und Beispiele.
- Redaktionsassistent: Unterstützt beim Kürzen, Gliedern und Überarbeiten.
- Rollenfigur: Simuliert eine Figur, deren Aussagen am Originaltext überprüft werden.
- Sprachdetektiv: Findet auffällige Wörter, Satzmuster und Stilmittel.
- Medienkritiker: Hilft beim Erkennen von Meinung, Werbung, Manipulation und fehlenden Quellen.
Klassen 5 bis 10: Kompetenzaufbau
Für Klasse 5 und 6 sollte KI vor allem erklären, üben und Rückfragen stellen. Lernende können Worterklärungen vergleichen, einfache Lesefragen beantworten oder eigene Märchenanfänge überarbeiten. Für Klasse 7 und 8 wird KI stärker als Werkzeug für Schreibplanung, Argumentation und Medienkritik genutzt. Lernende können KI-Feedback prüfen und eigene Kriterien entwickeln. Für Klasse 9 und 10 rücken Quellenkritik, Ethik, Prüfungskultur, Urheberrecht, Desinformation und die Veränderung von Schreibprozessen in den Mittelpunkt.
Wichtig ist ein altersgerechter Umgang. Jüngere Lernende brauchen klare Regeln und geschützte Werkzeuge. Ältere Lernende sollten zunehmend selbst begründen können, wann KI sinnvoll ist und wann nicht. So entsteht Zukunftskompetenz: nicht blinde Technikbegeisterung, sondern reflektierte, sprachbewusste und verantwortliche Nutzung.
Regeln für die KI-Nutzung in der Klasse
- Transparenz: Du machst sichtbar, wann und wofür Du KI genutzt hast.
- Eigenleistung: Du übernimmst Verantwortung für Inhalt, Sprache und Begründung Deiner Arbeit.
- Datenschutz: Du gibst keine persönlichen oder vertraulichen Daten ein.
- Quellenkritik: Du prüfst Fakten, Zitate und Belege außerhalb der KI.
- Fairness: Du nutzt KI nicht heimlich, um Leistungsnachweise zu verfälschen.
- Reflexion: Du erklärst, was Dir die KI gebracht hat und wo ihre Grenzen lagen.
- Textnähe: Bei literarischen Aufgaben zählt immer der Bezug zum Originaltext.
- Lernprozess: Prompts, Zwischenergebnisse und Überarbeitungen können Teil der Bewertung sein.
Beispielprojekt: KI-Schreibwerkstatt
In einer KI-Schreibwerkstatt entwickelst Du einen eigenen Text und nutzt KI nur in klar markierten Phasen. Zuerst sammelst Du eigene Ideen. Danach lässt Du Dir von einem Schreibcoach Rückfragen stellen. Anschließend formulierst Du einen Entwurf selbst. Danach nutzt Du KI-Feedback zu Struktur, Verständlichkeit und Stil. Zum Schluss überarbeitest Du Deinen Text und verfasst eine Reflexion: Welche Vorschläge waren hilfreich? Welche waren falsch oder unpassend? Was hast Du selbst entschieden?
Diese Projektform eignet sich für Erzählungen, Kommentare, Reden, Buchkritiken, Reportagen, Gedichtanalysen oder Argumentationen. Sie verbindet Textproduktion, Feedback, Medienbildung und Reflexion.
Beispielprojekt: KI und literarische Figuren
Bei einem Literaturprojekt kann ein KI-Agent eine Figur simulieren. Du führst ein Interview mit der Figur und vergleichst die Antworten anschließend mit dem Originaltext. Dabei entstehen wichtige Fragen: Spricht die Figur so, wie sie im Text angelegt ist? Werden Ereignisse korrekt wiedergegeben? Erfindet die KI Informationen? Welche Deutung steckt in den Antworten?
So lernst Du, dass KI keine endgültige Interpretation liefert. Sie erzeugt eine mögliche Perspektive, die Du kritisch am Text überprüfst. Das stärkt Textanalyse, Interpretation und Urteilskompetenz.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist ein KI-Agent im schulischen Kontext? (Ein KI-System, das zielgerichtet Schritte planen und Aufgaben unterstützen kann) (!Ein Mensch, der alle Hausaufgaben kontrolliert) (!Ein gedrucktes Schulbuch mit Lösungen) (!Ein Gerät, das nur Rechtschreibfehler markiert)
Welche Haltung ist beim Einsatz von KI im Deutschunterricht besonders wichtig? (Kritisch prüfen und eigene Entscheidungen begründen) (!Alle KI-Antworten sofort übernehmen) (!KI grundsätzlich immer als unfehlbar ansehen) (!Quellenangaben durch KI-Antworten ersetzen)
Was ist ein Prompt? (Eine Arbeitsanweisung oder Eingabe an ein KI-System) (!Ein automatisch bewerteter Schulabschluss) (!Eine geheime Datei im Schulnetz) (!Ein literarisches Stilmittel aus der Antike)
Wobei kann KI im Schreibprozess sinnvoll helfen? (Beim Planen, Überarbeiten und Reflektieren von Texten) (!Beim Ersetzen jeder eigenen Schreibleistung) (!Beim Verstecken fremder Inhalte) (!Beim Abschaffen von Textüberarbeitung)
Warum müssen KI-Ausgaben geprüft werden? (Weil sie überzeugend klingen und trotzdem falsch sein können) (!Weil sie immer zu kurz sind) (!Weil sie nie sprachlich korrekt sind) (!Weil sie keine Sätze bilden können)
Welche Information solltest Du nicht in ein KI-System eingeben? (Persönliche Daten von Mitschülerinnen und Mitschülern) (!Eine selbst erfundene Märchenfigur) (!Ein allgemeines Übungsthema) (!Eine neutrale Grammatikfrage)
Was bedeutet Transparenz bei der KI-Nutzung? (Offenlegen, wann und wofür KI genutzt wurde) (!Verschweigen aller digitalen Hilfsmittel) (!Nur mündlich arbeiten) (!Jede KI-Antwort automatisch veröffentlichen)
Welche Aufgabe passt besonders gut zu KI im Literaturunterricht? (Mögliche Deutungen erzeugen und am Originaltext prüfen) (!Eine Klassenlektüre ungelesen ersetzen) (!Alle Textstellen frei erfinden lassen) (!Den Autorennamen ignorieren)
Was trainierst Du durch gutes Prompting? (Klare Ziele, Kriterien und Arbeitsaufträge zu formulieren) (!Zufällige Antworten ungeprüft zu sammeln) (!Texte ohne Zusammenhang zu kopieren) (!Die Bedeutung von Sprache zu vermeiden)
Welche Aussage beschreibt eine sinnvolle Prüfungs- und Lernkultur mit KI? (Der Lernprozess, die Eigenleistung und die Reflexion werden sichtbar) (!Nur das schnellste KI-Ergebnis zählt) (!Alle Hausaufgaben werden anonym abgegeben) (!Rückfragen sind grundsätzlich verboten)
Memory
| KI-Agent | Zielorientierter Assistent |
| Prompt | Arbeitsauftrag an die KI |
| Halluzination | Erfundenes Ergebnis |
| Quellenkritik | Prüfung von Belegen |
| Schreibprozess | Planen und Überarbeiten |
| Datenschutz | Schutz persönlicher Informationen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Lesecoach | Lesestrategien |
| Schreibcoach | Textüberarbeitung |
| Dialogagent | Sprechen und Zuhören |
| Quellenprüfer | Medienkritik |
| Stilberater | Sprachbewusstsein |
Kreuzworträtsel
| Agent | Wie heißt ein KI-System, das ein Ziel verfolgen und Schritte planen kann? |
| Prompt | Wie heißt eine Eingabe oder Arbeitsanweisung an eine KI? |
| Datenschutz | Welches Prinzip schützt persönliche Informationen? |
| Feedback | Wie nennt man eine Rückmeldung zur Verbesserung eines Textes? |
| Quelle | Was muss bei Fakten und Zitaten kritisch geprüft werden? |
| Revision | Wie heißt die gezielte Überarbeitung eines Textes? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- KI-Regelplakat: Gestalte ein Plakat mit fünf Regeln für faire, transparente und datenschutzbewusste KI-Nutzung im Deutschunterricht.
- Prompt-Vergleich: Schreibe zwei Prompts zu derselben Aufgabe, vergleiche die Ergebnisse und erkläre, welcher Prompt besser war.
- Wortschatzhilfe: Lass Dir schwierige Begriffe aus einem Sachtext erklären und prüfe die Erklärungen mit einem Wörterbuch oder Schulbuch.
- Lesefragen: Erstelle mit Hilfe eines KI-Agenten zehn Lesefragen zu einem kurzen Text und markiere anschließend die passenden Textstellen.
Standard
- Schreibkonferenz mit KI: Verfasse einen eigenen Text, nutze KI nur für Rückfragen und Feedback und dokumentiere alle Überarbeitungsschritte.
- Figureninterview: Führe ein KI-gestütztes Interview mit einer literarischen Figur und überprüfe jede Antwort anhand des Originaltextes.
- Argumentationscheck: Lass eine KI Gegenargumente zu Deiner These formulieren und entscheide begründet, welche davon stark oder schwach sind.
- Medienanalyse: Untersuche einen Online-Kommentar mit Hilfe von KI-Prüffragen auf Meinung, Belege, Sprache und mögliche Manipulation.
Schwer
- KI-Schreibwerkstatt: Entwickle ein mehrstufiges Schreibprojekt mit Ideensammlung, Entwurf, KI-Feedback, eigener Überarbeitung und Reflexionsbericht.
- Ethikdebatte: Plane und moderiere eine Debatte zur Frage, ob KI-Agenten im Unterricht erlaubt, begrenzt oder verboten werden sollten.
- Quellenkritik-Projekt: Vergleiche eine KI-Antwort mit mindestens drei überprüfbaren Quellen und erstelle eine Fehleranalyse.
- Unterrichtsdesign: Entwirf eine Unterrichtsstunde für Klasse 7 bis 10, in der KI als Lerngegenstand und als Werkzeug verantwortungsvoll eingesetzt wird.

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Lernkontrolle
- Transferaufgabe Schreibprozess: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, an welchen Stellen KI Deinen Schreibprozess sinnvoll unterstützen kann und an welchen Stellen sie Deine Eigenleistung gefährden würde.
- Fallanalyse Datenschutz: Beurteile einen Fall, in dem Lernende Namen, Noten und Textentwürfe in ein KI-System eingeben wollen, und entwickle eine sichere Alternative.
- Argumentationsbewertung: Vergleiche eine selbst geschriebene Argumentation mit einer KI-Argumentation und bewerte beide nach These, Begründung, Beispiel, Gegenargument und sprachlicher Wirkung.
- Literaturinterpretation: Prüfe zwei KI-Deutungen zu einer literarischen Figur am Originaltext und entscheide begründet, welche Deutung tragfähiger ist.
- Medienkompetenz: Entwickle Kriterien, mit denen Deine Klasse KI-generierte Informationen von überprüfbaren Informationen unterscheiden kann.
- Prüfungskultur: Entwirf ein Aufgabenformat, bei dem KI-Nutzung erlaubt ist, aber Eigenleistung, Reflexion und Urteilskraft eindeutig sichtbar bleiben.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis erstellst Du ein KI-Lernportfolio zum Thema KI-Agenten im Deutschunterricht. Dein Portfolio enthält einen eigenen Text, mindestens einen dokumentierten Prompt, ein KI-Zwischenergebnis, Deine Überarbeitung, eine Quellenprüfung und eine Reflexion. Bewertet wird nicht, ob Du möglichst viel KI genutzt hast, sondern ob Du bewusst, transparent, kritisch und sprachlich reflektiert gearbeitet hast.
- Dokumentation: Halte fest, welches KI-Werkzeug Du verwendet hast, welches Ziel Du verfolgt hast und welche Prompts wichtig waren.
- Eigenleistung: Markiere deutlich, welche Teile von Dir stammen und welche Teile durch KI angeregt wurden.
- Überarbeitung: Zeige, wie Du KI-Vorschläge geprüft, verändert, verworfen oder weiterentwickelt hast.
- Reflexion: Erkläre, was Du über Sprache, Schreiben, Quellenkritik und Verantwortung gelernt hast.
- Präsentation: Stelle Deine Ergebnisse in der Klasse vor und beantworte Rückfragen zu Deinem Arbeitsprozess.
OERs zum Thema
- KMK: Handlungsempfehlung zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz in schulischen Bildungsprozessen
- Datenschutzkonferenz: Orientierungshilfen zu Künstlicher Intelligenz und Datenschutz
- Europäische Kommission: Rechtsrahmen zum AI Act
- UNESCO: Guidance for Generative AI in Education and Research
- Wikimedia Commons: Artificial Intelligence & AI & Machine Learning
- Wikimedia Commons: Artificial neural network
- Wikimedia Commons: AI, Machine Learning and Deep Learning
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