KI und Urteilskraft - Zukunftswerkstatt Schule - aiMOOC


KI und Urteilskraft - Zukunftswerkstatt Schule - aiMOOC
Einleitung
KI und Urteilskraft / Zukunftswerkstatt Schule ist ein aiMOOC über die Frage, wie Künstliche Intelligenz, Making, Medienbildung, Technik, Kreativität und Zukunftskompetenzen so in Schule eingesetzt werden können, dass nicht nur schnellere Ergebnisse entstehen, sondern bessere Entscheidungen, verantwortliches Handeln und echte Bildung. Im Zentrum steht Deine Fähigkeit zur Urteilskraft: Du sollst lernen, KI-Ergebnisse zu prüfen, Quellen einzuordnen, eigene Kriterien zu entwickeln, kreative Prototypen zu bauen und die Folgen technischer Entscheidungen für Menschen, Schule und Gesellschaft zu reflektieren.
Der aiMOOC eignet sich für Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Berufliche Bildung, Lehrerbildung, Medienbildung, Informatik, Ethik, Politische Bildung und schulische Projektarbeit. Er kann als Unterrichtseinheit, als Projektkurs, als Fortbildung oder als Baustein einer schulischen Zukunftswerkstatt genutzt werden.
{{#ev:youtube| https://www.youtube.com/watch?v=6UcPjo5oW64 |500|center}}
Das Video dient als Impuls: Es verbindet die Themen KI, Making, Medien, Technik, Kreativität und Zukunftskompetenz. Nutze es nicht nur als Information, sondern als Ausgangspunkt für eigene Fragen: Welche Schule willst Du mitgestalten? Welche Rolle soll KI spielen? Wo braucht es menschliche Verantwortung? Wo können technische Werkzeuge Kreativität, Teilhabe und Lernen erweitern?

Orientierung: Worum geht es?
Leitfrage
Die zentrale Leitfrage dieses aiMOOCs lautet: Wie kann Schule KI nutzen, ohne menschliche Urteilskraft, Verantwortung, Kreativität und Demokratiebildung zu schwächen?
Diese Frage ist anspruchsvoll, weil KI-Systeme sehr leistungsfähig wirken. Sie können Texte schreiben, Bilder erzeugen, Lernmaterial vorschlagen, Daten ordnen, Programmcode erstellen, Rückmeldungen formulieren und Ideen entwickeln. Gleichzeitig können sie falsche Informationen erzeugen, bestehende Vorurteile verstärken, persönliche Daten gefährden oder Lernende dazu verleiten, Ergebnisse ungeprüft zu übernehmen. Deshalb braucht Schule nicht nur mehr Technik, sondern vor allem mehr Urteilskraft.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du:
- KI als Werkzeug, Lerngegenstand und gesellschaftliche Herausforderung beschreiben.
- Urteilskraft als begründetes, kritisches und verantwortliches Entscheiden erklären.
- Ergebnisse von generativer KI anhand von Kriterien prüfen.
- Chancen und Risiken von KI in Schule, Alltag und Beruf abwägen.
- eigene Prompts verbessern und KI-Nutzung transparent dokumentieren.
- in einer Zukunftswerkstatt Ideen für Schule entwickeln, prototypisch umsetzen und reflektieren.
- Making als handlungsorientierte Lernform mit Medien, Technik und Kreativität verbinden.
- Datenschutz, Fairness, Transparenz und Verantwortung im Umgang mit KI formulieren.
Grundbegriffe
Künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz bezeichnet technische Systeme, die Aufgaben bearbeiten, für die normalerweise menschliche Fähigkeiten wie Erkennen, Ordnen, Entscheiden, Planen, Sprachverstehen oder Problemlösen nötig erscheinen. Viele heutige KI-Anwendungen beruhen auf maschinellem Lernen. Dabei werden große Datenmengen genutzt, um Muster zu erkennen und daraus Vorhersagen oder neue Inhalte zu erzeugen.
Besonders sichtbar sind generative KI-Systeme, etwa Chatbots, Bildgeneratoren, Übersetzungssysteme, Lernassistenten oder Programme zur Code-Erstellung. Sie erzeugen Texte, Bilder, Musik, Zusammenfassungen oder Programmcode. Sie können sehr hilfreich sein, aber sie verstehen die Welt nicht wie ein Mensch. Sie berechnen wahrscheinliche Ausgaben auf Grundlage gelernter Muster. Deshalb können sie überzeugend klingen und trotzdem falsch liegen.
Urteilskraft
Urteilskraft ist die Fähigkeit, in einer konkreten Situation begründet zu entscheiden. Dazu gehören Wissen, Erfahrung, Wahrnehmung, Werte, Empathie, Zweifel, Perspektivwechsel und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. In der Tradition der Philosophie wird Urteilskraft oft als Fähigkeit verstanden, Einzelfälle mit allgemeinen Regeln, Kriterien oder Prinzipien zu verbinden.
Im Umgang mit KI bedeutet Urteilskraft: Du übernimmst nicht automatisch, was ein System ausgibt. Du fragst nach dem Ziel, prüfst die Qualität, vergleichst Quellen, erkennst Unsicherheiten, beachtest Rechte anderer Menschen und entscheidest, ob ein Ergebnis angemessen, fair und verantwortbar ist.
KI-Kompetenz
KI-Kompetenz umfasst Wissen über KI, praktische Anwendung, kritische Prüfung und verantwortliches Handeln. Dazu gehört, dass Du KI-Systeme bedienen kannst, ihre Grenzen kennst, Risiken einschätzt, Ergebnisse überprüfst und eigene Entscheidungen begründest. KI-Kompetenz ist deshalb mehr als Prompt-Schreiben. Sie verbindet Informatik, Medienkompetenz, Ethik, Datenschutz, Kommunikation, Kreativität und Demokratiebildung.
Zukunftswerkstatt
Eine Zukunftswerkstatt ist eine Methode, mit der Gruppen gemeinsam Probleme erkennen, Zukunftsbilder entwerfen und konkrete Schritte zur Umsetzung planen. Häufig werden drei Phasen unterschieden: Kritikphase, Fantasiephase und Verwirklichungsphase. Für Schule ist diese Methode besonders geeignet, weil sie Beteiligung ermöglicht: Lernende analysieren ihre Lernumgebung, entwickeln Visionen und setzen Ideen praktisch um.
In der Zukunftswerkstatt Schule wird KI nicht als fertige Lösung betrachtet, sondern als Werkzeug in einem offenen Gestaltungsprozess. Die entscheidende Frage lautet nicht: Was kann KI alles? Sondern: Was wollen wir mit KI sinnvoll, gerecht und lernförderlich gestalten?
Making
Making bedeutet lernendes Herstellen. Du entwickelst nicht nur Ideen, sondern baust, testest und verbesserst etwas: ein Modell, eine App-Idee, ein Erklärvideo, einen Sensor, ein Lernspiel, ein digitales Plakat, einen Chatbot-Prototyp oder ein Unterrichtskonzept. Maker Education verbindet Handlungsorientierung, Problemlösen, Kreativität, Teamarbeit, Fehlerkultur und Technikbildung.

Warum KI Urteilskraft braucht
KI ist stark bei Mustern, aber schwach bei Verantwortung
KI-Systeme können große Datenmengen verarbeiten und Muster erkennen. Sie können Vorschläge machen, Texte strukturieren, Fragen beantworten, Bilder erzeugen oder Alternativen entwerfen. Sie übernehmen aber keine moralische Verantwortung. Ein KI-System kann nicht fühlen, ob eine Entscheidung gerecht ist. Es weiß nicht aus eigener Erfahrung, was Vertrauen, Angst, Ausgrenzung oder Bildung bedeuten. Es kann keine Verantwortung gegenüber einer Klasse, einer Schule oder einer Gesellschaft tragen.
Deshalb bleibt der Mensch verantwortlich. Lehrkräfte, Lernende und Schulgemeinschaften müssen entscheiden, wann KI hilfreich ist, wann sie begrenzt werden muss und wann sie nicht eingesetzt werden sollte. Urteilskraft bedeutet, KI als Werkzeug zu nutzen, ohne sich von ihr beherrschen zu lassen.
Halluzinationen und scheinbare Sicherheit
Ein wichtiges Risiko generativer KI sind sogenannte Halluzinationen. Damit sind plausible, aber falsche oder erfundene Aussagen gemeint. Eine KI kann Quellen erfinden, Zusammenhänge verzerren oder veraltete Informationen wiedergeben. Das Problem ist nicht nur die Falschinformation selbst. Gefährlich ist besonders, dass viele Ausgaben sprachlich sicher, höflich und überzeugend wirken.
Für die Schule heißt das: KI-Ergebnisse sind kein Ersatz für Quellenkritik. Du solltest wichtige Aussagen mit zuverlässigen Quellen vergleichen, Fachbegriffe nachschlagen, Gegenargumente suchen und bei Unsicherheit nachfragen. Eine gute Regel lautet: Je wichtiger eine Entscheidung ist, desto stärker muss geprüft werden.
Bias und Fairness
Bias bedeutet Verzerrung. KI-Systeme können Vorurteile oder Ungleichheiten aus Trainingsdaten übernehmen. Wenn Daten bestimmte Gruppen benachteiligen oder unsichtbar machen, kann auch das KI-Ergebnis unfair sein. Das betrifft zum Beispiel Geschlecht, Herkunft, Sprache, Behinderung, soziale Lage, Religion, Alter oder kulturelle Perspektiven.
In einer demokratischen Schule darf KI nicht unkritisch eingesetzt werden. Du solltest fragen: Wer wird sichtbar? Wer wird übersehen? Welche Sprache wird verwendet? Welche Annahmen stecken im Ergebnis? Wem nützt die Lösung? Wer könnte benachteiligt werden?
Datenschutz und Persönlichkeitsrechte
Beim Umgang mit KI sind Datenschutz und Persönlichkeitsrechte zentral. Persönliche Daten, vertrauliche Informationen, Gesundheitsdaten, Noten, private Konflikte oder Bilder von Personen dürfen nicht unbedacht in KI-Systeme eingegeben werden. In der Schule ist besondere Vorsicht nötig, weil Kinder und Jugendliche schutzbedürftig sind.
Eine verantwortliche KI-Nutzung achtet auf Datensparsamkeit: Gib nur die Informationen ein, die wirklich nötig sind. Anonymisiere Beispiele. Nutze keine echten Namen, keine sensiblen Details und keine privaten Dokumente ohne Erlaubnis. Kläre außerdem, welche Tools in Deiner Schule erlaubt sind.
Transparenz und Lernleistung
Wenn KI beim Lernen hilft, muss der Arbeitsprozess transparent sein. Es ist ein Unterschied, ob Du KI nutzt, um Ideen zu sammeln, eine Struktur zu verbessern, Feedback zu erhalten oder eine komplette Arbeit schreiben zu lassen. Schule muss lernen, nicht nur fertige Produkte zu bewerten, sondern auch Wege, Entscheidungen und Reflexionen.
Eine faire Lernkultur kann verlangen, dass Du dokumentierst:
- Prompt: Welche Eingaben hast Du verwendet?
- Auswahl: Welche Vorschläge hast Du übernommen, verändert oder verworfen?
- Prüfung: Welche Quellen hast Du verglichen?
- Reflexion: Was hast Du selbst gelernt?
- Verantwortung: Warum ist das Ergebnis angemessen?
KI als Werkzeug in der Zukunftswerkstatt Schule
Die drei Phasen der Zukunftswerkstatt
In einer schulischen Zukunftswerkstatt kannst Du KI in allen Phasen nutzen, aber immer mit Urteilskraft.
- Kritikphase: Du sammelst Probleme, Widersprüche und Herausforderungen. KI kann helfen, Aussagen zu sortieren oder Fragen zu formulieren. Die Bewertung der Probleme bleibt bei der Gruppe.
- Fantasiephase: Du entwickelst Zukunftsbilder ohne sofortige Begrenzung. KI kann kreative Alternativen vorschlagen, Visualisierungen anregen oder ungewöhnliche Perspektiven eröffnen. Die Gruppe prüft, welche Ideen menschlich, gerecht und sinnvoll sind.
- Verwirklichungsphase: Du planst konkrete Schritte. KI kann Projektpläne, Checklisten, Prototypen oder Kommunikationsentwürfe unterstützen. Die Gruppe entscheidet, was realistisch, verantwortbar und wirksam ist.
Beispielprojekt: Der KI-gestützte Lernraum
Stell Dir vor, Deine Klasse will einen besseren Lernraum gestalten. In der Kritikphase sammelt Ihr Probleme: zu laut, zu wenig Rückzug, unklare Materialien, schwierige Gruppenarbeit, fehlende digitale Unterstützung. Danach fragt Ihr eine KI nach möglichen Raumkonzepten. Die KI liefert Vorschläge wie Lerninseln, Ruhebereich, digitale Stationen oder Feedback-Wand.
Jetzt beginnt die Urteilskraft: Welche Vorschläge passen zu Eurer Schule? Welche kosten Geld? Welche schließen Menschen aus? Welche fördern Zusammenarbeit? Welche Daten würden digitale Systeme sammeln? Welche Regeln braucht Ihr? Anschließend baut Ihr im Making einen Prototyp: ein Modell aus Karton, eine digitale Skizze, eine Umfrage, einen Raumplan oder eine kleine Teststation.
Beispielprojekt: KI als Feedbackpartner
Eine andere Gruppe entwickelt Regeln für KI-gestütztes Feedback. Eine KI kann zu Texten Rückmeldungen geben: Verständlichkeit, Struktur, Grammatik oder Argumentation. Doch die Gruppe prüft: Ist das Feedback fachlich richtig? Ist es ermutigend? Werden kreative Lösungen zu stark vereinheitlicht? Verändert sich die Rolle der Lehrkraft? Lernen die Schülerinnen und Schüler wirklich mehr?
Das Ergebnis könnte ein Klassenvertrag sein: KI darf Feedback geben, aber die Endentscheidung liegt bei Dir. Jede KI-Rückmeldung wird geprüft. Mindestens eine menschliche Rückmeldung wird ergänzt. Persönliche Daten werden geschützt. Der Lernfortschritt wird reflektiert.
Beispielprojekt: Faire KI in der Schule
Eine Zukunftswerkstatt kann auch fragen: Wie fair sind KI-Anwendungen? Lernende können mit neutralen und veränderten Prompts testen, ob eine KI bestimmte Berufe, Geschlechter, Namen oder Herkunftsbeschreibungen unterschiedlich darstellt. Danach werden Ergebnisse verglichen und diskutiert. Wichtig ist dabei ein respektvoller Umgang: Ziel ist nicht, Menschen zu bewerten, sondern technische und gesellschaftliche Muster zu erkennen.
Methoden für Urteilskraft
Die Prüffrage-Methode
Wenn Du mit KI arbeitest, kannst Du diese Prüffragen nutzen:
- Zielklärung: Was will ich erreichen?
- Kontext: Für wen ist das Ergebnis gedacht?
- Quelle: Welche Aussagen muss ich überprüfen?
- Qualität: Ist das Ergebnis sachlich, verständlich und angemessen?
- Perspektive: Welche Sichtweisen fehlen?
- Ethik: Ist das Ergebnis fair, respektvoll und verantwortbar?
- Datenschutz: Enthält meine Eingabe persönliche oder vertrauliche Daten?
- Lernwert: Was habe ich selbst verstanden und geleistet?
- Transparenz: Wie dokumentiere ich die KI-Nutzung?
- Entscheidung: Was übernehme ich, was ändere ich, was verwerfe ich?
Das Ampelmodell der KI-Nutzung
Ein einfaches Ampelmodell kann helfen, Situationen einzuschätzen.
- Grün: KI kann genutzt werden, wenn keine persönlichen Daten eingegeben werden, das Risiko gering ist und das Ergebnis geprüft wird. Beispiele sind Ideensammlung, Sprachübungen oder Strukturvorschläge.
- Gelb: KI kann vorsichtig genutzt werden, wenn Fachrichtigkeit, Fairness oder Datenschutz besonders geprüft werden müssen. Beispiele sind Referate, Bewerbungen, Projektpläne oder Feedback zu Texten.
- Rot: KI sollte nicht genutzt werden, wenn vertrauliche Daten, sensible Entscheidungen, Täuschung oder Sicherheitsrisiken betroffen sind. Beispiele sind Notenentscheidungen, persönliche Konflikte, medizinische Diagnosen oder das Abgeben fremder Arbeit als eigene Leistung.
Gute Prompts sind Denkwerkzeuge
Ein Prompt ist eine Eingabe an ein KI-System. Gute Prompts sind nicht nur Befehle, sondern Denkwerkzeuge. Sie klären Ziel, Rolle, Kontext, Material, Kriterien und gewünschtes Format. Ein schwacher Prompt lautet: Schreib etwas über KI in der Schule. Ein stärkerer Prompt lautet: Erstelle eine sachliche Übersicht für eine 9. Klasse über Chancen und Risiken von KI in Schule. Nenne Beispiele, erkläre Fachbegriffe einfach und formuliere am Ende drei Prüffragen zur Urteilskraft.
Noch besser wird ein Prompt, wenn Du die KI aufforderst, Unsicherheiten zu nennen, Gegenargumente zu berücksichtigen und Quellenarten vorzuschlagen. Trotzdem bleibt die Prüfung Deine Aufgabe.
Schule der Zukunft: Kompetenzen statt Technikgläubigkeit
Zukunftskompetenzen
Zukunftskompetenzen sind Fähigkeiten, die Menschen brauchen, um in einer veränderlichen Welt handlungsfähig zu bleiben. Dazu gehören kritisches Denken, Kreativität, Zusammenarbeit, Kommunikation, digitale Kompetenz, Selbstregulation, Werteorientierung, Problemlösen und Bereitschaft zum lebenslangen Lernen.
KI verändert diese Kompetenzen nicht dadurch, dass sie sie ersetzt. Vielmehr macht sie sie wichtiger. Wenn Maschinen schnelle Antworten liefern, wird die Fähigkeit, gute Fragen zu stellen, noch bedeutsamer. Wenn Texte automatisch entstehen, wird die Fähigkeit zur Bewertung und zum eigenen Standpunkt wichtiger. Wenn Bilder künstlich erzeugt werden, braucht es mehr Medienkritik. Wenn Entscheidungen durch Systeme unterstützt werden, braucht es mehr Verantwortung.
Kreativität mit KI und Making
Kreativität bedeutet nicht nur, etwas völlig Neues zu erschaffen. Kreativität zeigt sich auch darin, Ideen zu verbinden, Perspektiven zu wechseln, Fehler produktiv zu nutzen und Lösungen zu verbessern. KI kann kreative Prozesse anregen, aber sie ersetzt nicht Deine Haltung, Deine Erfahrungen und Deine Ziele.
Im Making wird Kreativität sichtbar. Du baust etwas, testest es, scheiterst vielleicht, verbesserst es und erklärst Deine Entscheidung. KI kann dabei helfen, Entwürfe zu vergleichen, Materiallisten zu erstellen, Programmfehler zu finden oder Präsentationen zu planen. Entscheidend ist, dass Du nicht nur konsumierst, sondern gestaltest.

Neue Rolle der Lehrkraft
Lehrkräfte werden durch KI nicht überflüssig. Ihre Rolle verändert sich. Sie gestalten Lernumgebungen, stellen gute Fragen, begleiten Reflexion, schützen Lernende, fördern Urteilskraft und sorgen für faire Leistungsbewertung. KI kann Routineaufgaben erleichtern, aber pädagogische Verantwortung bleibt menschlich.
Eine Schule der Zukunft braucht Lehrkräfte, die Technik weder ablehnen noch unkritisch feiern. Sie braucht eine kritisch-konstruktive Haltung: offen für Chancen, wachsam gegenüber Risiken und klar in pädagogischen Zielen.
Neue Rolle der Lernenden
Auch Lernende werden aktiver. Du bist nicht nur Empfängerin oder Empfänger von Informationen. Du wirst zur Fragestellerin, zum Prüfer, zur Gestalterin, zum Teammitglied, zur Produzentin und zum verantwortlichen Entscheider. KI kann Dir helfen, aber sie nimmt Dir das Lernen nicht ab. Gerade wenn ein Ergebnis schnell entsteht, musst Du fragen: Habe ich es verstanden? Kann ich es erklären? Ist es wahr? Ist es gerecht? Ist es meine Leistung?
Rechtliche und ethische Orientierung
KI-Verordnung und KI-Kompetenz
Die Europäische Union hat mit der KI-Verordnung einen Rechtsrahmen geschaffen, der vertrauenswürdige KI fördern soll. Für Bildungseinrichtungen ist besonders wichtig, dass Menschen, die KI-Systeme einsetzen, angemessene KI-Kompetenz benötigen. Das betrifft Wissen, Verständnis, Chancen, Risiken und mögliche Schäden. Schule sollte deshalb nicht nur Tools bereitstellen, sondern Lerngelegenheiten schaffen, in denen KI reflektiert, geprüft und verantwortungsvoll genutzt wird.
UNESCO, OECD und Bildungspolitik
Internationale Organisationen wie UNESCO und OECD betonen, dass KI in Bildung menschenzentriert, inklusiv, kritisch und ethisch gestaltet werden soll. Es geht nicht nur darum, Unterricht effizienter zu machen. Es geht darum, Teilhabe, Gerechtigkeit, Datenschutz, Menschenrechte, Kreativität und kritisches Denken zu stärken.
Auch bildungspolitische Empfehlungen in Deutschland betonen einen konstruktiv-kritischen Umgang mit KI in schulischen Bildungsprozessen. Das bedeutet: Schulen sollen Chancen nutzen, aber klare Regeln, pädagogische Ziele und Prüfverfahren entwickeln.
Ethische Leitlinien für die Klasse
Eine Klasse kann eigene KI-Leitlinien formulieren. Solche Leitlinien könnten lauten:
- Transparenz: Wir sagen offen, wann und wie KI genutzt wurde.
- Eigenleistung: Wir übernehmen Verantwortung für das Ergebnis.
- Quellenkritik: Wir prüfen wichtige Aussagen.
- Datenschutz: Wir geben keine sensiblen Daten ein.
- Fairness: Wir achten auf diskriminierende oder einseitige Ergebnisse.
- Lernorientierung: Wir nutzen KI, um besser zu verstehen, nicht um Lernen zu umgehen.
- Kreativität: Wir verwenden KI als Impuls, nicht als Ersatz für eigene Ideen.
- Verantwortung: Wir entscheiden menschlich, was wir veröffentlichen oder abgeben.
Unterrichtsbaustein: Mini-Zukunftswerkstatt KI und Schule
Vorbereitung
Für eine Mini-Zukunftswerkstatt brauchst Du eine konkrete Frage, ein Team, Material zum Dokumentieren und eine klare Zeitstruktur. Eine mögliche Leitfrage lautet: Wie kann KI unser Lernen verbessern, ohne Fairness, Datenschutz und Eigenleistung zu gefährden?
Ablauf in fünf Schritten
- Problem sammeln: Notiere, wo Lernen mit digitalen Medien oder KI schwierig, ungerecht oder unklar ist.
- Perspektiven wechseln: Lass verschiedene Rollen sprechen, zum Beispiel Lernende, Lehrkräfte, Eltern, Schulleitung oder Datenschutzbeauftragte.
- Ideen entwickeln: Nutze KI für Vorschläge, aber ergänze eigene Ideen und ungewöhnliche Lösungen.
- Prototyp erstellen: Baue ein Modell, eine Regelkarte, ein Plakat, ein Lernspiel, eine Checkliste, ein Erklärvideo oder eine App-Skizze.
- Reflexion: Prüfe Euer Ergebnis anhand von Urteilskraft, Datenschutz, Fairness, Lernwert und Umsetzbarkeit.
Produktideen
- KI-Kompass: Eine Checkliste für verantwortliche KI-Nutzung in Deiner Klasse.
- Prompt-Karten: Karten mit guten Prompt-Bausteinen für verschiedene Fächer.
- Fairness-Test: Eine Unterrichtsaktion, bei der KI-Ausgaben auf Verzerrungen geprüft werden.
- Lernraum-Prototyp: Ein Modell für einen Raum, in dem KI, Making und Zusammenarbeit sinnvoll verbunden werden.
- KI-Lernvertrag: Eine Vereinbarung, welche KI-Nutzung erlaubt, dokumentiert oder ausgeschlossen ist.
- Erklärvideo: Ein kurzes Video über Urteilskraft im Umgang mit KI.
- Ausstellung: Eine Präsentation mit Beispielen, Risiken, Regeln und Zukunftsideen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bedeutet Urteilskraft im Umgang mit KI am besten? (begründet kritisch und verantwortungsvoll entscheiden) (!KI-Ergebnisse immer übernehmen) (!möglichst viele Tools gleichzeitig nutzen) (!nur technische Fachbegriffe kennen)
Welches Risiko ist typisch für generative KI? (plausible aber falsche Informationen erzeugen) (!immer nur überprüfte Quellen ausgeben) (!persönliche Verantwortung übernehmen) (!automatisch gerechte Entscheidungen treffen)
Warum solltest Du KI-Aussagen mit anderen Quellen vergleichen? (um Zuverlässigkeit und Richtigkeit zu prüfen) (!um schneller fertig zu werden) (!um jede eigene Entscheidung zu vermeiden) (!um Datenschutzregeln zu umgehen)
Was beschreibt Making im schulischen Lernen? (Ideen praktisch als Prototypen umsetzen) (!nur fertige Produkte kaufen) (!Arbeitsblätter abschreiben) (!Technik ohne Reflexion einsetzen)
Welche Daten gehören nicht unbedacht in öffentliche KI-Systeme? (personenbezogene und vertrauliche Daten) (!allgemeine Fachbegriffe) (!selbst erfundene Beispielsätze) (!anonyme Übungsthemen)
Was bedeutet Bias bei KI-Systemen? (systematische Verzerrung in Daten oder Ergebnissen) (!vollständige Neutralität) (!automatische Wahrheit) (!technische Unfehlbarkeit)
Was gehört zu einem guten Prompt? (Ziel Kontext Aufgabe und Kriterien) (!nur ein einzelnes ungenaues Wort) (!möglichst viele private Daten) (!keine Angabe zum gewünschten Ergebnis)
Warum sollte KI-Nutzung in Lernprodukten dokumentiert werden? (um den Arbeitsprozess transparent zu machen) (!um die Eigenleistung zu verstecken) (!um Quellenprüfung unnötig zu machen) (!um Bewertung unmöglich zu machen)
Was ist eine Zukunftswerkstatt? (eine Methode vom Problem über Vision zur Umsetzung) (!eine reine Prüfung ohne Gestaltung) (!eine Sammlung fertiger KI-Antworten) (!eine Technikmesse ohne Reflexion)
Welche Rolle bleibt beim Menschen, wenn KI in der Schule genutzt wird? (Verantwortung für Bewertung und Entscheidung übernehmen) (!jede KI-Ausgabe automatisch veröffentlichen) (!keine Fragen mehr stellen) (!Lernen vollständig an Maschinen abgeben)
Memory
| Urteilskraft | begründet entscheiden |
| Prompt | Arbeitsauftrag an KI |
| Bias | Verzerrung in Daten |
| Making | lernendes Herstellen |
| Datenschutz | Schutz personenbezogener Daten |
| Halluzination | plausible Falschaussage |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Prompt prüfen | Qualität der Eingabe |
| Quellen vergleichen | Zuverlässigkeit |
| Daten schützen | Privatheit |
| Bias erkennen | Fairness |
| Prototyp bauen | Making |
Kreuzworträtsel
| Urteilskraft | Welche Fähigkeit hilft Dir, KI-Ergebnisse begründet zu bewerten? |
| Prompt | Wie nennt man eine Eingabe oder Aufgabenstellung an ein KI-System? |
| Bias | Wie heißt eine systematische Verzerrung in Daten oder Ergebnissen? |
| Datenschutz | Welcher Schutz ist bei persönlichen Informationen besonders wichtig? |
| Making | Wie nennt man lernendes Herstellen und praktisches Prototyping? |
| Ethik | Welcher Bereich fragt nach verantwortlichem und gerechtem Handeln? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- KI-Tagebuch: Beobachte eine Woche lang, wo Dir KI oder automatische Systeme im Alltag begegnen, und beschreibe jeweils, welche Entscheidung ein Mensch trotzdem treffen muss.
- Prompt verbessern: Formuliere zu einem Unterrichtsthema zuerst einen ungenauen und dann einen verbesserten Prompt mit Ziel, Kontext und Kriterien.
- Quellencheck: Lasse Dir von einer KI eine kurze Erklärung zu einem Fachbegriff geben und überprüfe drei zentrale Aussagen mit einem Schulbuch, einer seriösen Webseite oder einem Lexikon.
- Ampelkarte: Erstelle eine einfache Ampelkarte mit grünen, gelben und roten Beispielen für KI-Nutzung in Deiner Schule.
Standard
- Zukunftswerkstatt Schule: Führt in einer Gruppe eine Kritikphase, Fantasiephase und Verwirklichungsphase zur Frage durch, wie KI Euer Lernen verbessern könnte.
- Fairness-Test: Vergleicht KI-Ausgaben zu verschiedenen Rollen, Namen oder Berufsbildern und untersucht, ob stereotype Muster auftreten.
- Making-Prototyp: Baut einen Prototyp für ein Lernwerkzeug, eine Regelkarte, einen KI-Kompass oder eine Feedbackstation und testet ihn mit Mitschülerinnen und Mitschülern.
- KI-Lernvertrag: Entwickelt einen Klassenvertrag, der regelt, wann KI erlaubt ist, wie KI-Nutzung dokumentiert wird und wo Grenzen liegen.
Schwer
- Ethik-Debatte: Bereite eine Debatte zur Frage vor, ob KI in Leistungsbewertungen eingesetzt werden darf, und beziehe Datenschutz, Fairness, Transparenz und pädagogische Verantwortung ein.
- Schulentwicklung: Entwirf ein Konzept für eine KI-Zukunftswerkstatt an Deiner Schule mit Zeitplan, Rollen, Regeln, Produkten und Kriterien für Erfolg.
- Urteilskraft-Portfolio: Dokumentiere ein eigenes KI-gestütztes Projekt von der Frage über Prompts und Quellenprüfung bis zur Reflexion Deiner Entscheidungen.
- Policy-Analyse: Vergleiche schulische KI-Regeln mit ethischen Leitlinien und formuliere Verbesserungsvorschläge für eine lernförderliche und gerechte Nutzung.

| <inputbox>
type=create break=no preload=CHAT GPT TEXT HIER EINFÜGEN default= width=30 placeholder= Dein MOOC Titel buttonlabel=MOOC erstellen </inputbox> |

Lernkontrolle
- Transferaufgabe KI-Regeln: Eine Schule möchte KI für Hausaufgaben erlauben. Entwickle ein Regelmodell, das Eigenleistung, Datenschutz, Transparenz und Lernchancen miteinander verbindet.
- Fallanalyse Halluzination: Eine KI liefert in einem Referat drei falsche Angaben. Analysiere, welche Prüfschritte den Fehler verhindert hätten und wie die Klasse daraus lernen kann.
- Dilemma Fairness: Ein KI-Tool bewertet Texte automatisch. Erkläre, welche Chancen und Risiken entstehen und welche menschlichen Kontrollinstanzen nötig wären.
- Zukunftswerkstatt planen: Entwirf einen Ablauf für eine zweistündige Zukunftswerkstatt zum Thema KI und Lernen, bei der alle Beteiligten aktiv mitentscheiden.
- Making und Urteilskraft: Begründe, warum ein selbst gebauter Prototyp oft mehr Lernwert hat als eine fertige KI-Antwort.
- Perspektivwechsel: Schreibe eine kurze Stellungnahme aus Sicht einer Schülerin, einer Lehrkraft und eines Datenschutzbeauftragten zur Nutzung eines KI-Chatbots im Unterricht.
- Bewertungskriterien: Entwickle Kriterien, mit denen ein KI-gestütztes Lernprodukt bewertet werden kann, ohne nur das Endergebnis zu betrachten.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis erstellst Du ein Urteilskraft-Portfolio. Es besteht aus drei Teilen: Erstens dokumentierst Du ein KI-gestütztes Lern- oder Making-Projekt mit Fragestellung, Prompts, Zwischenschritten und Quellenprüfung. Zweitens reflektierst Du mindestens drei Entscheidungen, bei denen Du KI-Ergebnisse übernommen, verändert oder verworfen hast. Drittens formulierst Du eine persönliche Regel, wie Du KI künftig verantwortungsvoll für Schule, Ausbildung oder Studium nutzen willst.
Bewertet werden nicht perfekte Technikprodukte, sondern nachvollziehbare Entscheidungen, fachliche Prüfung, kreative Weiterentwicklung, Datenschutz, Fairness und die Fähigkeit, den eigenen Lernprozess zu erklären.
OERs zum Thema
Ergänzend kannst Du die folgenden Wikipedia-Artikel als offene Bildungsressourcen nutzen. Prüfe beim Lesen, welche Informationen für Dein Projekt hilfreich sind und welche Aussagen Du mit weiteren Quellen vergleichen möchtest.
Links
aiMOOC-Projekte
Schulfach+


aiMOOCs



aiMOOC Projekte


THE MONKEY DANCE





{{#ev:youtube | https://youtu.be/rFhZlg38Zf8?si=9KdMNZYRkRD81YTo%7C 500 | center}}
|
{{#ev:youtube | https://youtu.be/Ob7etf9QuBo?si=t_NBA71bWg3Rq3LI%7C 500 | center}}
| <inputbox>
type=create break=no preload=MOOCit Vorlage default= width=30 placeholder= Dein MOOC Titel buttonlabel=MOOC erstellen </inputbox> |