Aktiv und Passiv leicht erklärt - aiMOOC


Aktiv und Passiv leicht erklärt - aiMOOC
Aktiv und Passiv leicht erklärt
Einleitung
In diesem aiMOOC lernst Du den Unterschied zwischen Aktiv und Passiv in der deutschen Grammatik. Das Thema gehört im Deutschunterricht der Klasse 6 zu den wichtigen Grundlagen, weil Du damit Sätze genauer untersuchen, umformen und bewusster formulieren kannst. Du erkennst, ob in einem Satz jemand selbst handelt oder ob in den Vordergrund rückt, was mit einer Person oder Sache geschieht.
Aktiv und Passiv beschreiben verschiedene Blickrichtungen auf dasselbe Geschehen. Im Aktiv steht meistens die handelnde Person oder Sache im Mittelpunkt. Im Passiv steht dagegen das Geschehen selbst oder das betroffene Satzglied im Mittelpunkt. Das hilft besonders beim Schreiben von Berichten, Versuchsbeschreibungen, Zeitungsartikeln und sachlichen Texten.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was Aktiv und Passiv bedeuten. Du kannst Aktivsätze und Passivsätze erkennen, einfache Aktivsätze ins Passiv umformen und die Wirkung des Passivs in Texten beschreiben. Außerdem lernst Du den Unterschied zwischen Vorgangspassiv und Zustandspassiv kennen.
- Aktiv: Du erkennst Sätze, in denen das Subjekt selbst handelt.
- Passiv: Du erkennst Sätze, in denen betont wird, was geschieht.
- Vorgangspassiv: Du bildest Sätze mit werden und Partizip II.
- Zustandspassiv: Du bildest Sätze mit sein und Partizip II.
- Satzumformung: Du wandelst einfache Aktivsätze in Passivsätze um.
- Textwirkung: Du beurteilst, warum das Passiv in sachlichen Texten nützlich sein kann.
Video zum Einstieg
Das folgende Video erklärt Aktiv und Passiv leicht verständlich für den Deutschunterricht der Klasse 6. Schaue es Dir zuerst an und achte besonders darauf, wie ein Aktivsatz Schritt für Schritt in einen Passivsatz umgewandelt wird.
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Was bedeutet Aktiv?
Ein Satz steht im Aktiv, wenn das Subjekt selbst etwas tut oder wenn der Satz in der normalen Verbform steht. Häufig kannst Du nach der handelnden Person oder Sache fragen: Wer oder was tut etwas?
Beispiel:
| Aktivsatz | Frage | Antwort |
|---|---|---|
| Die Schülerin liest den Text. | Wer liest den Text? | Die Schülerin. |
| Der Hund jagt den Ball. | Wer jagt den Ball? | Der Hund. |
| Die Klasse schreibt einen Bericht. | Wer schreibt einen Bericht? | Die Klasse. |
Im Aktivsatz steht die handelnde Person oder Sache meistens als Subjekt im Satz. Das Verb beschreibt, was diese Person oder Sache tut. Darum wirkt ein Aktivsatz oft direkt, lebendig und klar.
Was bedeutet Passiv?
Ein Satz steht im Passiv, wenn nicht die handelnde Person im Mittelpunkt steht, sondern das Geschehen oder das betroffene Objekt. Du fragst dann eher: Was geschieht mit jemandem oder etwas?
Beispiel:
| Aktiv | Passiv | Veränderung |
|---|---|---|
| Die Schülerin liest den Text. | Der Text wird gelesen. | Der Text steht im Mittelpunkt. |
| Der Hund jagt den Ball. | Der Ball wird gejagt. | Der Ball steht im Mittelpunkt. |
| Die Klasse schreibt einen Bericht. | Ein Bericht wird geschrieben. | Der Bericht steht im Mittelpunkt. |
Im Passivsatz muss die handelnde Person nicht genannt werden. Das ist sinnvoll, wenn sie unbekannt, unwichtig oder selbstverständlich ist. Du kannst sie aber mit einer Täterangabe ergänzen: Der Text wird von der Schülerin gelesen.

Vorgangspassiv und Zustandspassiv
Im Deutschen unterscheidet man besonders häufig das Vorgangspassiv und das Zustandspassiv. Beide Formen sehen ähnlich aus, haben aber unterschiedliche Bedeutungen.
| Form | Bildung | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Vorgangspassiv | werden + Partizip II | Eine Handlung oder ein Vorgang geschieht gerade, geschah oder wird geschehen. | Die Tür wird geöffnet. |
| Zustandspassiv | sein + Partizip II | Ein Zustand als Ergebnis einer Handlung wird beschrieben. | Die Tür ist geöffnet. |
Das Vorgangspassiv beschreibt also den Ablauf einer Handlung. Das Zustandspassiv beschreibt das Ergebnis. Wenn Du sagst: Die Tür wird geöffnet, stellst Du den Vorgang des Öffnens in den Mittelpunkt. Wenn Du sagst: Die Tür ist geöffnet, beschreibst Du den Zustand der Tür.
So wandelst Du Aktiv in Passiv um
Beim Umformen vom Aktiv ins Passiv hilft Dir ein fester Ablauf. Besonders leicht ist die Umformung bei Sätzen mit einem Akkusativobjekt.
Beispiel: Lina repariert das Fahrrad.
- Prädikat suchen: Das Verb ist repariert.
- Akkusativobjekt suchen: das Fahrrad.
- Das Akkusativobjekt an den Anfang stellen: Das Fahrrad.
- Die passende Form von werden einsetzen: wird.
- Das Vollverb ins Partizip II setzen: repariert.
- Die handelnde Person bei Bedarf mit von ergänzen: von Lina.
Ergebnis: Das Fahrrad wird von Lina repariert.
Aktiv und Passiv im Vergleich
| Aktivsatz | Passivsatz | Was ändert sich? |
|---|---|---|
| Tom öffnet das Fenster. | Das Fenster wird von Tom geöffnet. | Das Akkusativobjekt wird zum Subjekt des Passivsatzes. |
| Die Lehrerin erklärt die Aufgabe. | Die Aufgabe wird von der Lehrerin erklärt. | Die Aufgabe steht nun im Mittelpunkt. |
| Der Hausmeister repariert die Tür. | Die Tür wird vom Hausmeister repariert. | Die handelnde Person wird mit von ergänzt. |
| Die Kinder schmücken den Klassenraum. | Der Klassenraum wird von den Kindern geschmückt. | Das Geschehen wird betont. |
Merke: Nicht jeder Aktivsatz lässt sich gleich gut ins Passiv umformen. Besonders gut gelingt es mit Sätzen, die ein Akkusativobjekt enthalten. Sätze ohne passendes Objekt klingen im Passiv oft unnatürlich oder sind gar nicht möglich.
Passiv in verschiedenen Zeitformen
Das Vorgangspassiv kann in verschiedenen Zeitformen stehen. Für die Klasse 6 ist es wichtig, die häufigsten Formen zu kennen.
| Zeitform | Aktiv | Passiv |
|---|---|---|
| Präsens | Die Klasse löst die Aufgabe. | Die Aufgabe wird gelöst. |
| Präteritum | Die Klasse löste die Aufgabe. | Die Aufgabe wurde gelöst. |
| Perfekt | Die Klasse hat die Aufgabe gelöst. | Die Aufgabe ist gelöst worden. |
| Futur I | Die Klasse wird die Aufgabe lösen. | Die Aufgabe wird gelöst werden. |
Im Passiv bleibt das Partizip II des Vollverbs wichtig. Die Form von werden zeigt die Zeitform an. Im Perfekt lautet die Form oft ist ... worden. Verwechsle sie nicht mit dem Zustandspassiv, bei dem ist ... einen Zustand ausdrückt.
Wann benutzt man das Passiv?
Das Passiv ist besonders nützlich, wenn die handelnde Person nicht wichtig ist. In einer Versuchsbeschreibung schreibt man zum Beispiel: Das Wasser wird erhitzt. Es geht dann nicht darum, wer das Wasser erhitzt, sondern um den Vorgang. In einem Bericht kann das Passiv helfen, sachlicher zu schreiben: Die Straße wurde gesperrt. Hier steht das Ereignis im Mittelpunkt.
Das Passiv wird häufig verwendet, wenn die handelnde Person unbekannt ist. Beispiel: Das Fenster wurde beschädigt. Niemand weiß, wer es getan hat. Das Passiv wird auch verwendet, wenn die handelnde Person allgemein bekannt oder unwichtig ist. Beispiel: Die Hausaufgaben werden kontrolliert. In der Schule ist meistens klar, wer kontrolliert.
Typische Stolperstellen
Viele Lernende verwechseln Vorgangspassiv und Zustandspassiv. Achte deshalb genau auf die Hilfsverben. Wird zeigt meistens einen Vorgang an. Ist zeigt beim Zustandspassiv meistens ein Ergebnis an.
| Satz | Form | Erklärung |
|---|---|---|
| Die Tür wird geschlossen. | Vorgangspassiv | Jemand schließt die Tür gerade oder der Vorgang wird beschrieben. |
| Die Tür ist geschlossen. | Zustandspassiv | Die Tür befindet sich im geschlossenen Zustand. |
| Der Brief wird geschrieben. | Vorgangspassiv | Der Schreibvorgang steht im Mittelpunkt. |
| Der Brief ist geschrieben. | Zustandspassiv | Das Ergebnis liegt vor. |
Eine weitere Stolperfalle ist die Täterangabe. Im Passiv kann sie weggelassen werden. Wenn Du sie nennen willst, verwendest Du häufig von: Der Kuchen wird von der Mutter gebacken. Bei Mitteln oder Ursachen steht manchmal durch: Die Straße wurde durch den Sturm beschädigt.
Merksätze
- Aktiv bedeutet: Das Subjekt handelt selbst oder steht als Handelnder im Mittelpunkt.
- Passiv bedeutet: Das Geschehen oder das betroffene Objekt steht im Mittelpunkt.
- Vorgangspassiv bildest Du mit werden und Partizip II.
- Zustandspassiv bildest Du mit sein und Partizip II.
- Beim Umformen wird das Akkusativobjekt des Aktivsatzes oft zum Subjekt des Passivsatzes.
- Eine Täterangabe ist im Passiv möglich, aber nicht immer nötig.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was beschreibt ein Aktivsatz meistens? (Das Subjekt handelt selbst) (!Das Subjekt wird ausgelassen) (!Das Verb steht immer im Infinitiv) (!Der Satz braucht kein Verb)
Womit wird das Vorgangspassiv meistens gebildet? (werden und Partizip II) (!sein und Infinitiv) (!haben und Präsens) (!dürfen und Adjektiv)
Womit wird das Zustandspassiv gebildet? (sein und Partizip II) (!werden und Infinitiv) (!haben und Partizip I) (!können und Subjekt)
Welcher Satz steht im Passiv? (Das Buch wird gelesen.) (!Mira liest das Buch.) (!Das Buch liegt auf dem Tisch.) (!Mira hat ein Buch.)
Welche Form beschreibt ein Ergebnis? (Zustandspassiv) (!Aktivsatz) (!Fragesatz) (!Befehlssatz)
Was passiert beim Umformen oft mit dem Akkusativobjekt? (Es wird zum Subjekt) (!Es verschwindet immer) (!Es wird zum Prädikat) (!Es wird zum Adjektiv)
Warum benutzt man häufig das Passiv? (weil der Täter unwichtig oder unbekannt ist) (!weil der Satz dann immer kürzer wird) (!weil Verben dann nicht mehr gebraucht werden) (!weil jedes Nomen ein Verb wird)
Welche Ergänzung kann eine handelnde Person im Passiv einleiten? (von Lea) (!zu Lea) (!bei Lea) (!als Lea)
Welcher Satz steht im Zustandspassiv? (Der Kuchen ist gebacken.) (!Der Kuchen wird gebacken.) (!Der Bäcker backt den Kuchen.) (!Der Kuchen schmeckt gut.)
In welchem Satz handelt das Subjekt selbst? (Aktiv) (!Vorgangspassiv) (!Zustandspassiv) (!Täterangabe)
Memory
| Aktivsatz | Die Klasse löst die Aufgabe |
| Passivsatz | Die Aufgabe wird gelöst |
| Vorgangspassiv | Die Tür wird geöffnet |
| Zustandspassiv | Die Tür ist geöffnet |
| Täterangabe | von der Lehrerin |
| Partizip II | geschrieben |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Beispiel oder Bedeutung |
|---|---|
| Aktiv | Der Schüler öffnet die Tür |
| Vorgangspassiv | Die Tür wird geöffnet |
| Zustandspassiv | Die Tür ist geöffnet |
| Täterangabe | von dem Schüler |
| Partizip II | geöffnet |
Kreuzworträtsel
| Aktiv | Wie nennt man die Satzform, bei der das Subjekt selbst handelt? |
| Passiv | Wie nennt man die Satzform, bei der mit dem Subjekt etwas geschieht? |
| Subjekt | Welches Satzglied steht im Passiv oft an erster Stelle? |
| Objekt | Welches Satzglied wird beim Umformen vom Aktiv zum Passiv oft zum Subjekt? |
| Partizip | Welche Verbform brauchst Du zusammen mit werden? |
| Vorgangspassiv | Welche Passivart beschreibt eine laufende Handlung? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Aktiv erkennen: Suche in einem kurzen Lesetext fünf Aktivsätze und unterstreiche jeweils das Subjekt und das Verb.
- Passiv markieren: Schreibe fünf Passivsätze aus dem Schulalltag auf und markiere die Form von werden oder sein.
- Satzbilder: Zeichne zu einem Aktivsatz und zu einem Passivsatz jeweils ein kleines Bild, das die unterschiedliche Blickrichtung zeigt.
- Partnerübung: Erkläre einer Mitschülerin oder einem Mitschüler den Unterschied zwischen Aktiv und Passiv mit zwei eigenen Beispielen.
Standard
- Umformungstraining: Forme zehn einfache Aktivsätze ins Vorgangspassiv um und ergänze bei fünf Sätzen eine Täterangabe mit von.
- Zeitformen vergleichen: Wähle einen Aktivsatz und bilde dazu Passivsätze im Präsens, Präteritum, Perfekt und Futur I.
- Passiv im Alltag: Sammle fünf Passivsätze aus Nachrichten, Schulbriefen oder Sachtexten und erkläre, warum dort das Passiv verwendet wird.
- Erklärplakat: Gestalte ein Plakat mit Regeln, Beispielen und Merksätzen zum Thema Aktiv und Passiv.
Schwer
- Zeitungsbericht überarbeiten: Schreibe einen kurzen Bericht zuerst im Aktiv und dann sachlicher mit passenden Passivformen.
- Versuchsbeschreibung: Beschreibe einen einfachen Versuch so, dass die Vorgänge im Mittelpunkt stehen und das Passiv sinnvoll eingesetzt wird.
- Fehleranalyse: Erstelle eine Liste mit typischen Fehlern beim Passiv und verbessere dazu jeweils einen Beispielsatz.
- Grammatikvideo: Plane ein kurzes Lernvideo mit Drehbuch, Beispielsätzen und einer Übungsaufgabe zu Aktiv und Passiv.

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Lernkontrolle
- Perspektivwechsel: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, wie sich die Wirkung eines Satzes verändert, wenn Du ihn vom Aktiv ins Passiv umformst.
- Sachtextanalyse: Untersuche einen kurzen Sachtext und entscheide, an welchen Stellen Passiv sinnvoll ist und an welchen Stellen Aktiv klarer wirkt.
- Bericht schreiben: Schreibe einen Unfallbericht oder Schulbericht, in dem Du mindestens fünf passende Passivformen verwendest.
- Fehlerdiagnose: Lies sechs fehlerhafte Passivsätze, verbessere sie und erkläre jeweils, welcher Fehler gemacht wurde.
- Vorgang und Zustand: Vergleiche zwei Sätze wie Die Tür wird geschlossen und Die Tür ist geschlossen und erkläre den Bedeutungsunterschied.
- Transferaufgabe: Erkläre, warum das Passiv in Versuchsbeschreibungen, Anleitungen und Nachrichten besonders häufig vorkommt.
Lernnachweis
Erstelle zum Abschluss ein kleines Portfolio zum Thema Aktiv und Passiv. Dein Portfolio soll zeigen, dass Du nicht nur Regeln auswendig kennst, sondern Aktiv und Passiv sicher anwenden und erklären kannst.
- Regelteil: Formuliere mit eigenen Worten, was Aktiv, Vorgangspassiv und Zustandspassiv bedeuten.
- Beispielteil: Schreibe fünf Aktivsätze und forme sie korrekt ins Passiv um.
- Anwendungsteil: Verfasse einen kurzen sachlichen Text mit mindestens vier sinnvollen Passivformen.
- Reflexion: Erkläre, in welchen Situationen Aktiv besser passt und in welchen Situationen Passiv besser passt.
- Überarbeitung: Prüfe Deine Sätze auf Hilfsverb, Partizip II, Satzglieder und Verständlichkeit.
OERs zum Thema
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