Joseph Goebbels - aiMOOC


Joseph Goebbels - aiMOOC
Joseph Goebbels
Einleitung
Joseph Goebbels (1897–1945) war einer der zentralen Täter des Nationalsozialismus. Als Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Gauleiter von Berlin, enger Vertrauter Hitlers und radikaler Antisemit prägte er die öffentliche Kommunikation der NS-Diktatur. Dieser aiMOOC behandelt Goebbels nicht als bewundernde Biografie, sondern als kritische Auseinandersetzung mit Propaganda, Manipulation, Mediengeschichte, Tätergeschichte und der Verantwortung von Menschen in einer Demokratie.
Goebbels steht beispielhaft dafür, wie politische Gewalt nicht nur durch Waffen, Gesetze und Terror entsteht, sondern auch durch Sprache, Bilder, Rundfunk, Film, Zeitungen, Massenveranstaltungen und ständige Wiederholung von Feindbildern vorbereitet und begleitet wird. Für Lernende ist das Thema wichtig, weil es zeigt, wie Desinformation, Hassrede, Entmenschlichung und Verschwörungserzählungen Gesellschaften zerstören können. Zugleich stärkt die Beschäftigung mit Goebbels Deine Medienkompetenz, Deine Fähigkeit zur Quellenkritik und Dein Verständnis für den Schutz von Menschenrechten.

Das Bild zeigt Joseph Goebbels als historische Person. Im Unterricht ist wichtig: Solche Porträts dürfen nicht unkritisch betrachtet werden, denn das NS-Regime arbeitete gezielt mit inszenierten Bildern, um Macht, Entschlossenheit und Autorität zu vermitteln.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, welche Rolle Joseph Goebbels im Nationalsozialismus spielte. Du kannst darstellen, wie das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda Medien, Kultur und Öffentlichkeit kontrollierte. Du kannst typische Mittel der NS-Propaganda erkennen, darunter Vereinfachung, Wiederholung, Emotionalisierung, Feindbildkonstruktion und Inszenierung. Du kannst beurteilen, wie Antisemitismus und rassistische Propaganda zur Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung von Menschen beitrugen. Du kannst historische Propaganda mit heutigen Formen von Desinformation, Online-Hass und manipulativer Kommunikation vergleichen, ohne einfache Gleichsetzungen vorzunehmen.
Historischer Hintergrund
Herkunft und frühe Jahre
Paul Joseph Goebbels wurde am 29. Oktober 1897 in Rheydt geboren. Er wuchs in einer katholisch geprägten Familie auf und studierte unter anderem Germanistik, Geschichte und Philologie. 1921 promovierte er in Heidelberg über ein literaturwissenschaftliches Thema. Eine militärische Laufbahn im Ersten Weltkrieg war ihm wegen einer körperlichen Beeinträchtigung nicht möglich. Nach dem Studium versuchte er sich als Schriftsteller und Journalist, hatte damit jedoch nur begrenzten Erfolg.
Diese frühen Erfahrungen erklären nicht seine späteren Verbrechen, helfen aber zu verstehen, warum Goebbels besonders stark nach Anerkennung, Wirkung und politischer Bedeutung strebte. Entscheidend war nicht seine persönliche Kränkung, sondern seine bewusste Entscheidung, sich einer extremistischen, antisemitischen und antidemokratischen Bewegung anzuschließen.
Eintritt in die NSDAP und Aufstieg in Berlin
Goebbels trat in den 1920er-Jahren in die NSDAP ein. Er entwickelte sich schnell zu einem aggressiven Redner, Organisator und Propagandisten. 1926 ernannte Hitler ihn zum Gauleiter von Berlin. Berlin war damals eine politisch vielfältige, kulturell moderne und stark von Arbeiterbewegung, Presse und Parteien geprägte Metropole. Goebbels versuchte, die NSDAP dort durch Provokationen, Straßenkämpfe, Zeitungen, Kundgebungen und gezielte Skandalisierung sichtbar zu machen.
Mit der Zeitung Der Angriff schuf er ein Parteiorgan, das politische Gegner, Jüdinnen und Juden, Demokratinnen und Demokraten sowie die Weimarer Republik diffamierte. Die Propaganda der Berliner NSDAP verband scheinbar einfache Lösungen mit Hass, Gewaltbereitschaft und einem Kult um Hitler. Goebbels verstand, dass Aufmerksamkeit selbst dann politisch nützlich sein konnte, wenn sie durch Empörung entstand.
Reichspropagandaleiter und Wahlkämpfe
1930 wurde Goebbels Reichspropagandaleiter der NSDAP. In dieser Funktion koordinierte er die Wahlpropaganda der Partei. Besonders wichtig waren moderne Mittel: Plakate, Lautsprecherwagen, Flugblätter, Pressearbeit, Filmaufnahmen, Massenkundgebungen und der gezielte Einsatz von Hitler als zentraler Führungsfigur. Die NSDAP präsentierte sich je nach Zielgruppe unterschiedlich: Arbeiterinnen und Arbeiter sollten anders angesprochen werden als Mittelstand, Jugendliche, Frauen, Bauern oder nationalkonservative Kreise.
Die Propaganda behauptete, die NSDAP könne Arbeitslosigkeit, politische Unsicherheit und nationale Demütigung lösen. Tatsächlich bot sie keine demokratische Lösung, sondern bereitete eine rassistische Diktatur vor. Die Erfolge der NSDAP entstanden nicht allein durch Propaganda. Sie hingen auch mit Wirtschaftskrise, politischer Gewalt, Fehlern demokratischer Eliten, antidemokratischen Traditionen und der Unterstützung einflussreicher Kreise zusammen. Propaganda war jedoch ein entscheidendes Mittel, um Zustimmung, Hoffnung, Hass und Gefolgschaft zu organisieren.
Propagandaminister im NS-Staat
Nach der Machtübertragung an Hitler im Januar 1933 wurde Goebbels im März 1933 zum Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda ernannt. Das Ministerium sollte die öffentliche Meinung kontrollieren und die Gesellschaft im Sinne der NS-Ideologie ausrichten. Goebbels war außerdem Präsident der Reichskulturkammer, durch die Kunst, Musik, Theater, Literatur, Film, Presse und Rundfunk überwacht wurden.

Das Propagandaministerium griff tief in Kultur und Alltag ein. Wer schreiben, filmen, musizieren, senden oder veröffentlichen wollte, war abhängig von politischen Vorgaben. Jüdische, demokratische, linke, liberale, pazifistische und moderne Stimmen wurden ausgeschlossen, verfolgt oder ins Exil gedrängt. Zensur und Gleichschaltung bedeuteten, dass öffentliche Vielfalt zerstört wurde.
Bücherverbrennung und Kulturterror
Am 10. Mai 1933 fanden in mehreren deutschen Städten Bücherverbrennungen statt. In Berlin hielt Goebbels eine Rede. Verbrannt wurden Werke von Autorinnen und Autoren, die von den Nationalsozialisten als politisch, kulturell oder rassistisch unerwünscht markiert wurden. Betroffen waren unter anderem jüdische, linke, liberale und pazifistische Stimmen. Die Bücherverbrennungen waren ein sichtbares Zeichen dafür, dass die NS-Diktatur nicht nur politische Macht, sondern auch geistige und kulturelle Kontrolle beanspruchte.
Die Bücherverbrennung zeigt, wie Propaganda und Gewalt zusammenwirkten. Erst wurden Menschen und Ideen sprachlich abgewertet, dann wurden Bücher aus Bibliotheken entfernt, schließlich wurden Menschen ausgegrenzt, verfolgt, deportiert und ermordet. Deshalb ist Erinnerungskultur nicht nur Rückblick, sondern eine Aufgabe für die Gegenwart.
Antisemitismus und Wegbereitung des Holocaust
Goebbels verbreitete radikalen Antisemitismus. Seine Propaganda stellte Jüdinnen und Juden nicht als Menschen mit gleichen Rechten dar, sondern als angebliche Gefahr. Diese Entmenschlichung war ein zentrales Element der NS-Ideologie. Sie bereitete Zustimmung, Gleichgültigkeit oder Mitwirkung an Ausgrenzung und Gewalt vor.
Goebbels spielte eine wichtige Rolle bei der Propaganda rund um die Novemberpogrome 1938. Während der Pogrome wurden Synagogen zerstört, jüdische Geschäfte geplündert, Menschen misshandelt, verhaftet und ermordet. Die Propaganda stellte Gewalt als angeblich spontane Reaktion dar, obwohl sie politisch organisiert und geduldet war. Damit zeigt sich ein Grundmuster von Diktaturen: Gewalt wird vorbereitet, verschleiert, gerechtfertigt und anschließend propagandistisch umgedeutet.
Der Holocaust war der staatlich organisierte, systematische Mord an den europäischen Jüdinnen und Juden. Goebbels war nicht der einzige Verantwortliche, aber er war einer der entscheidenden ideologischen Wegbereiter und publizistischen Verstärker. Seine Sprache, seine Kampagnen und seine Kontrolle über Medien trugen zur Radikalisierung und zur Akzeptanz der Verbrechen bei.
Rundfunk, Film und der Volksempfänger
Goebbels erkannte früh die Bedeutung moderner Massenmedien. Besonders der Rundfunk sollte möglichst viele Menschen erreichen. Der sogenannte Volksempfänger war ein vergleichsweise günstiges Radiogerät, das die Verbreitung offizieller Sendungen erleichtern sollte. Das Radio verband politische Nachrichten, Unterhaltung, Musik, Kriegsberichte und Führerkult zu einem dauerhaften Strom staatlich kontrollierter Kommunikation.

Auch der Film wurde gezielt eingesetzt. Wochenschauen, Kulturfilme, Spielfilme und Dokumentarformen sollten Wirklichkeit im Sinn der NS-Ideologie deuten. Propaganda war dabei nicht immer plump. Sie konnte emotional, unterhaltsam, scheinbar sachlich oder ästhetisch eindrucksvoll wirken. Gerade deshalb ist Quellenkritik wichtig: Nicht nur offensichtliche Hetze, sondern auch scheinbar harmlose Unterhaltung kann politische Botschaften transportieren.
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Das Video kann zur Vertiefung genutzt werden. Achte beim Anschauen darauf, welche Quellen gezeigt werden, welche Begriffe verwendet werden und wie die Dokumentation Täterhandeln historisch einordnet.
Sportpalastrede und totaler Krieg
Nach der Niederlage der deutschen Wehrmacht bei Stalingrad hielt Goebbels im Februar 1943 im Berliner Sportpalast seine bekannteste Rede zum sogenannten totalen Krieg. Die Veranstaltung war sorgfältig inszeniert. Das Publikum war ausgewählt, die Stimmung vorbereitet, die Bilder für die Wochenschau geeignet. Goebbels wollte Durchhaltewillen erzeugen, Opferbereitschaft erzwingen und den Krieg als angeblich alternativlos darstellen.
Die Sportpalastrede zeigt, wie Propaganda mit Fragen, Ruf-Antwort-Situationen, Gruppendruck, starken Bildern und emotionaler Überwältigung arbeitet. Eine jubelnde Menge bedeutet nicht, dass eine Aussage wahr ist. Eine perfekt inszenierte Zustimmung kann Ergebnis von Auswahl, Druck, Angst, Karriereinteressen, Überzeugung und Manipulation sein.
Ende im Führerbunker
In den letzten Kriegstagen blieb Goebbels im Berliner Führerbunker. Nach Hitlers Suizid war er für kurze Zeit Reichskanzler. Am 1. Mai 1945 starb er durch Suizid. Zuvor wurden die sechs Kinder von Joseph und Magda Goebbels durch ihre Eltern ermordet. Diese Tat zeigt in erschütternder Weise die Verbindung von ideologischer Verblendung, fanatischer Loyalität und Täterhandeln.
Das Ende Goebbels’ darf nicht als tragisches Heldendrama missverstanden werden. Es steht für Verantwortungslosigkeit, Fanatismus und die Bereitschaft, selbst am Ende noch Menschenleben zu zerstören. Historisches Lernen bedeutet deshalb, Täter nicht zu mystifizieren, sondern ihre Entscheidungen, Strukturen und Wirkungen kritisch zu analysieren.
Propaganda verstehen
Was ist Propaganda?
Propaganda ist gezielte Kommunikation, die Wahrnehmungen, Gefühle und Handlungen von Menschen im Interesse einer politischen, ideologischen oder militärischen Macht beeinflussen soll. Sie unterscheidet sich von offener Diskussion dadurch, dass sie nicht an Wahrheitssuche, fairer Argumentation und pluralem Austausch interessiert ist. Propaganda will lenken, vereinfachen, emotionalisieren und Loyalität erzeugen.
Im NS-Staat war Propaganda mit Terror, Zensur, Überwachung und Gewalt verbunden. Wer widersprach, riskierte Ausgrenzung, Berufsverbot, Haft, Folter oder Tod. Deshalb ist es falsch, die Wirkung der NS-Propaganda nur als Frage geschickter Werbung zu sehen. Sie funktionierte in einem System, das Alternativen zerstörte und Angst erzeugte.
Typische Mittel der NS-Propaganda
- Vereinfachung: Komplexe Probleme wurden auf einfache Feindbilder reduziert.
- Wiederholung: Schlagworte, Symbole und Parolen wurden ständig wiederholt.
- Emotionalisierung: Angst, Stolz, Wut, Hoffnung und Hass wurden gezielt angesprochen.
- Personenkult: Hitler wurde als angeblich unfehlbarer Führer inszeniert.
- Feindbild: Jüdinnen und Juden, Kommunistinnen und Kommunisten, Demokratinnen und Demokraten sowie andere Gruppen wurden abgewertet.
- Inszenierung: Massenaufmärsche, Fahnen, Musik, Licht, Architektur und Choreografie erzeugten Gemeinschaftsgefühl.
- Scheinalternative: Die Diktatur stellte sich als einzige Lösung dar.
- Zensur: Andere Stimmen wurden unterdrückt.
- Desinformation: Niederlagen, Verbrechen und Gewalt wurden verschwiegen, beschönigt oder umgedeutet.
- Alltagsdurchdringung: Propaganda erschien in Schule, Jugendorganisationen, Radio, Kino, Presse, Kunst und Freizeit.
Medienkritik statt einfacher Erklärungen
Goebbels wird oft als besonders mächtiger Manipulator dargestellt. Das ist nur teilweise hilfreich. Zwar war er ein einflussreicher Propagandist, aber Propaganda wirkt nicht automatisch. Menschen bringen eigene Erwartungen, Ängste, Vorurteile, Interessen und Erfahrungen mit. Viele Deutsche glaubten nicht einfach alles, was sie hörten. Manche passten sich an, manche profitierten, manche stimmten zu, manche schwiegen aus Angst, manche leisteten Widerstand.
Für historisches Lernen ist deshalb wichtig: Propaganda hatte Wirkung, aber sie entlastet die Gesellschaft nicht von Verantwortung. Wer antisemitische Hetze übernahm, wer ausgrenzte, wer wegsah oder profitierte, handelte nicht nur als Opfer von Manipulation. Verantwortung bleibt ein zentraler Begriff der Täterforschung und der Erinnerungskultur.
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Dieses Video eignet sich zur Ergänzung, weil es den Wandel der Medien in der NS-Zeit erklärt. Prüfe auch hier: Welche Beispiele werden gezeigt? Welche Formen von Medienkontrolle werden erklärt? Wo erkennst Du Parallelen und Unterschiede zu heutiger digitaler Kommunikation?
Gegenwartsbezug: Was hat das mit Dir zu tun?
Das Thema Goebbels ist kein Thema, um historische Propaganda nachzuahmen. Es ist ein Thema, um Manipulation zu erkennen und demokratische Widerstandskraft zu stärken. Heute verbreiten sich Fake News, Deepfakes, Verschwörungserzählungen, Hassrede und algorithmisch verstärkte Empörung in sozialen Netzwerken sehr schnell. Moderne Gesellschaften sind nicht mit der NS-Diktatur gleichzusetzen, aber sie müssen aus der Geschichte lernen.
Du kannst Dich schützen, indem Du Quellen prüfst, starke Emotionen hinterfragst, Bilder nicht sofort glaubst, Statistiken überprüfst, Minderheiten nicht für komplexe Probleme verantwortlich machst und demokratische Diskussion von Hetze unterscheidest. Medienkompetenz bedeutet nicht Misstrauen gegen alles, sondern begründetes Prüfen: Wer spricht? Mit welchem Ziel? Welche Belege gibt es? Welche Gegenpositionen werden verschwiegen? Welche Gefühle sollen ausgelöst werden?
Zusammenfassung
Joseph Goebbels war ein zentraler Täter des Nationalsozialismus. Er organisierte Propaganda, kontrollierte Medien und Kultur, verbreitete Antisemitismus und trug zur Radikalisierung der deutschen Gesellschaft bei. Seine Macht beruhte nicht nur auf Redetalent, sondern auf Ministerium, Partei, Zensur, Gewalt und einem diktatorischen Staat. Die Beschäftigung mit Goebbels hilft Dir, die Verbindung von Sprache, Medien, Ideologie und Gewalt zu verstehen. Sie zeigt auch, warum Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, Pluralismus, Menschenwürde und kritische Bildung für eine Demokratie unverzichtbar sind.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Funktion hatte Joseph Goebbels ab 1933 im NS-Staat? (Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda) (!Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft) (!Reichspräsident der Weimarer Republik) (!Oberbefehlshaber der Kriegsmarine)
Welche Stadt leitete Goebbels als Gauleiter seit 1926 besonders intensiv für die NSDAP? (Berlin) (!München) (!Hamburg) (!Köln)
Wofür stand die Propaganda Goebbels besonders deutlich? (Für gezielte Beeinflussung durch Medien, Sprache und Inszenierung) (!Für freie Presse und offene Debatten) (!Für unabhängige Gerichte) (!Für die Stärkung parlamentarischer Opposition)
Welches Medium wollte Goebbels mit dem Volksempfänger besonders stark nutzen? (Rundfunk) (!Telegrafie) (!Fotokopie) (!Satellitenfernsehen)
Was bedeutet Gleichschaltung im Zusammenhang mit der NS-Diktatur? (Unterwerfung von Institutionen unter die NS-Ideologie) (!Demokratische Beteiligung aller Parteien) (!Freie Wahl verschiedener Medienanbieter) (!Schutz politischer Minderheiten)
Welche Aussage beschreibt die Bücherverbrennungen von 1933 am besten? (Sie waren ein Zeichen von Kulturterror und Zensur) (!Sie waren ein Fest der Meinungsfreiheit) (!Sie dienten der Rettung beschädigter Bücher) (!Sie waren eine unpolitische Kunstaktion)
Welche Ideologie verbreitete Goebbels besonders aggressiv? (Antisemitismus) (!Pazifismus) (!Liberalismus) (!Humanismus)
Was war ein Ziel der Sportpalastrede von 1943? (Durchhaltewillen und Zustimmung zum totalen Krieg zu erzeugen) (!Den Krieg sofort zu beenden) (!Freie Wahlen anzukündigen) (!Die Pressefreiheit wiederherzustellen)
Warum reicht es nicht, NS-Propaganda nur als geschickte Werbung zu verstehen? (Weil sie mit Terror, Zensur und Gewalt verbunden war) (!Weil sie nur harmlose Unterhaltung war) (!Weil sie ohne staatliche Macht stattfand) (!Weil sie demokratische Vielfalt förderte)
Welche Fähigkeit stärkt die kritische Beschäftigung mit Goebbels heute besonders? (Medienkompetenz) (!Gedankenloses Teilen von Meldungen) (!Glaube an einfache Feindbilder) (!Ablehnung jeder Quellenprüfung)
Memory
| Propaganda | gezielte Beeinflussung |
| Volksempfänger | Radio als Massenmedium |
| Zensur | Unterdrückung unerwünschter Stimmen |
| Bücherverbrennung | Kulturterror |
| Sportpalast | inszenierte Kriegsrede |
| Reichskulturkammer | Kontrolle des Kulturbetriebs |
| Antisemitismus | menschenfeindliche Ideologie |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Rheydt | Geburtsort |
| Berlin | Gauleiter |
| Rundfunk | Massenmedium |
| Bücherverbrennung | Kulturterror |
| Sportpalast | Rede zum totalen Krieg |
| Reichskulturkammer | Kontrolle von Kunst und Kultur |
Kreuzworträtsel
| Propaganda | Wie nennt man gezielte politische Beeinflussung durch Medien, Sprache und Inszenierung? |
| Berlin | In welcher Stadt war Goebbels ab den zwanziger Jahren Gauleiter? |
| Rundfunk | Welches Massenmedium nutzte das NS-Regime besonders für direkte Ansprache im Alltag? |
| Zensur | Wie heißt die Unterdrückung oder Kontrolle unerwünschter Veröffentlichungen? |
| Diktatur | Welche Herrschaftsform zerstört Demokratie, Gewaltenteilung und politische Freiheit? |
| Holocaust | Wie heißt der nationalsozialistische Völkermord an den europäischen Jüdinnen und Juden? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffskarte Propaganda: Erstelle eine Begriffskarte zu Propaganda mit Definition, drei Merkmalen und einem historischen Beispiel aus dem NS-Staat.
- Bildanalyse: Beschreibe das Porträt von Joseph Goebbels sachlich und erkläre, warum historische Täterbilder kritisch eingeordnet werden müssen.
- Zeitleiste: Gestalte eine kurze Zeitleiste mit mindestens sechs Stationen zu Goebbels’ politischem Aufstieg und seinem Ende.
- Quellenfrage: Formuliere fünf Fragen, die Du an eine historische Quelle zur NS-Propaganda stellen würdest.
Standard
- Medienvergleich: Vergleiche Rundfunk, Zeitung und Film als Propagandamedien im Nationalsozialismus und erkläre ihre jeweiligen Stärken.
- Sprachanalyse: Untersuche einen kurzen historischen Darstellungstext über NS-Propaganda und markiere Begriffe, die auf Manipulation, Feindbilder oder Emotionalisierung hinweisen.
- Lernplakat: Erstelle ein Plakat mit dem Titel Wie erkenne ich Propaganda? und verbinde historische Beispiele mit heutigen Prüffragen.
- Podcastskript: Schreibe ein dreiminütiges Skript für einen Bildungspodcast über Goebbels, Propaganda und Verantwortung.
Schwer
- Fallstudie Sportpalast: Analysiere die Sportpalastrede als inszeniertes Ereignis und unterscheide zwischen Inhalt, Publikum, Raum, Medienwirkung und politischem Ziel.
- Vergleich Gegenwart: Vergleiche NS-Propaganda mit heutiger digitaler Desinformation, ohne die Systeme gleichzusetzen, und arbeite Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus.
- Erinnerungskultur: Entwickle ein Konzept für eine schulische Ausstellung über Propaganda, Antisemitismus und demokratische Medienkompetenz.
- Argumentationsessay: Schreibe einen Essay zur Frage, warum Propaganda Menschen nicht von Verantwortung entlastet.

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Lernkontrolle
- Transfer Propaganda und Demokratie: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, warum freie Medien und pluralistische Debatten ein Schutz gegen Propaganda sein können.
- Ursache und Wirkung: Zeige, wie antisemitische Sprache zur gesellschaftlichen Ausgrenzung und schließlich zur Gewalt beitragen kann.
- Quellenkritik: Beurteile eine historische Fotografie aus der NS-Zeit nach Urheber, Zweck, Inszenierung, Zielgruppe und möglicher Wirkung.
- Gegenwartsbezug: Entwickle fünf Regeln, mit denen Jugendliche manipulative Inhalte in sozialen Netzwerken prüfen können.
- Verantwortungsurteil: Nimm begründet Stellung zu der Aussage: Propaganda erklärt Verhalten, aber sie entschuldigt kein Täterhandeln.
- Medienethik: Entwirf Leitlinien für eine verantwortungsvolle Darstellung von NS-Tätern im Unterricht, in Dokumentationen oder auf Lernplattformen.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis erstellst Du ein Portfolio zum Thema Goebbels, NS-Propaganda und Medienkritik. Dein Portfolio soll aus drei Teilen bestehen: erstens einer historischen Einordnung Goebbels’ als Täter, zweitens einer Analyse eines Propagandamediums wie Rundfunk, Film, Zeitung, Plakat oder Massenrede, drittens einem Gegenwartsbezug zur Frage, wie demokratische Gesellschaften Desinformation und Hassrede begegnen können. Wichtig ist, dass Du nicht nur Fakten sammelst, sondern Zusammenhänge erklärst, Quellen prüfst und ein eigenes begründetes Urteil formulierst.
OERs zum Thema
Weiterführende offene Quellen und Materialien
- LeMO: Joseph Goebbels: Biografische Informationen des Deutschen Historischen Museums.
- LeMO: NS-Propaganda: Überblick zur Propaganda im NS-Regime.
- bpb: Medien und Propaganda 1933: Hintergrund zur Rolle von Medien bei der Etablierung der Diktatur.
- United States Holocaust Memorial Museum: Joseph Goebbels: Historische Einordnung auf Englisch.
- Wikimedia Commons: Joseph Goebbels: Freie Medien und Bildquellen zur kritischen Quellenarbeit.
Links
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