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Weimarer Republik - aiMOOC

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Weimarer Republik - aiMOOC




Einleitung

Die Weimarer Republik bezeichnet die Epoche der deutschen Geschichte von der Novemberrevolution 1918 bis zur Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933. In dieser Zeit bestand im Deutschen Reich erstmals eine parlamentarische Demokratie auf nationalstaatlicher Ebene. Der Name geht auf die Stadt Weimar zurück, in der 1919 die verfassunggebende Nationalversammlung tagte. Amtlich hieß der Staat weiterhin Deutsches Reich.

Die Weimarer Republik war eine Zeit großer Gegensätze: Sie brachte Frauenwahlrecht, Grundrechte, kulturelle Moderne, Bauhaus, Film, Rundfunk und neue Formen politischer Beteiligung. Gleichzeitig war sie geprägt von Kriegsfolgen, politischen Morden, Putschversuchen, Hyperinflation, Weltwirtschaftskrise und dem Aufstieg antidemokratischer Bewegungen. In diesem aiMOOC lernst Du, wie diese Republik entstand, wie ihre Verfassung funktionierte, welche Krisen sie bewältigen musste, weshalb sie zeitweise stabil wirkte und warum sie schließlich zerstört wurde.

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Historischer Hintergrund


Vom Kaiserreich zur Republik

Am Ende des Ersten Weltkriegs befand sich das Deutsche Kaiserreich in einer tiefen militärischen, wirtschaftlichen und politischen Krise. Die militärische Niederlage war absehbar, die Versorgungslage war schlecht, viele Menschen litten unter Hunger, Erschöpfung und Zukunftsangst. Die politische Führung suchte im Herbst 1918 einen Waffenstillstand und leitete eine parlamentarische Reform ein, doch diese Reform kam zu spät, um die Monarchie zu retten.

Die Novemberrevolution begann mit Meutereien in der Marine und weitete sich rasch auf Arbeiter- und Soldatenräte in vielen Städten aus. Am 9. November 1918 wurde die Republik ausgerufen. Philipp Scheidemann verkündete vom Reichstagsgebäude aus die deutsche Republik, während Karl Liebknecht wenig später eine sozialistische Republik ausrief. Diese doppelte Ausrufung zeigt, wie umstritten die zukünftige Ordnung war: Sollte Deutschland eine parlamentarische Demokratie, eine Räterepublik oder eine andere Staatsform werden?

Nach der Abdankung Wilhelms II. übernahm der Rat der Volksbeauftragten die Regierungsgewalt. Friedrich Ebert von der SPD wollte eine gewählte Nationalversammlung, eine parlamentarische Ordnung und einen schnellen Übergang zu geregelten staatlichen Verhältnissen. Radikalere Kräfte forderten dagegen eine Revolution nach dem Vorbild der Russischen Revolution. Diese Spannung prägte die ersten Monate der Republik.


Die Wahl zur Nationalversammlung

Am 19. Januar 1919 fand die Wahl zur Nationalversammlung statt. Sie war historisch bedeutsam, weil Frauen im Deutschen Reich erstmals auf nationaler Ebene wählen und gewählt werden konnten. Das Frauenwahlrecht war ein demokratischer Fortschritt, der die politische Beteiligung deutlich erweiterte. Die Nationalversammlung trat zunächst in Weimar zusammen, weil Berlin nach den revolutionären Unruhen als zu unsicher galt.

Die stärksten republikanischen Parteien waren die SPD, das katholisch geprägte Zentrum und die linksliberale DDP. Gemeinsam bildeten sie die sogenannte Weimarer Koalition. Sie trugen die neue Demokratie, verloren aber in den folgenden Jahren an Zustimmung. Rechts und links standen Parteien und Bewegungen, die die Republik ablehnten oder nur widerwillig akzeptierten.


Die Weimarer Verfassung


Aufbau des Staates

Die Weimarer Reichsverfassung wurde am 31. Juli 1919 von der Nationalversammlung beschlossen und am 11. August 1919 unterzeichnet. Sie verband demokratische, parlamentarische und föderale Elemente. Der Reichstag wurde vom Volk gewählt und war das zentrale Parlament. Die Reichsregierung war politisch vom Vertrauen des Reichstags abhängig. Die Länder wirkten über den Reichsrat an der Gesetzgebung mit.

Eine wichtige Neuerung waren die umfangreichen Grundrechte. Sie regelten unter anderem Gleichheit vor dem Gesetz, Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Religionsfreiheit und soziale Grundsätze. Die Verfassung enthielt damit moderne demokratische Ansätze. Zugleich blieb vieles in Staat, Verwaltung, Justiz, Militär und Bildung von alten Eliten geprägt, die der Republik häufig skeptisch oder ablehnend gegenüberstanden.

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Reichspräsident und Artikel 48

Der Reichspräsident wurde direkt vom Volk gewählt und besaß starke Befugnisse. Er konnte den Reichskanzler ernennen und entlassen, den Reichstag auflösen und nach Artikel 48 in Krisensituationen Notverordnungen erlassen. Diese Konstruktion sollte den Staat handlungsfähig machen. In der Endphase der Republik wurde sie jedoch zu einem Problem, weil Regierungen zunehmend ohne stabile parlamentarische Mehrheit regierten.

Artikel 48 war nicht allein die Ursache des Scheiterns der Republik. Er wurde aber gefährlich, als wirtschaftliche Krise, Parteienzersplitterung, politische Gewalt und antidemokratische Interessen zusammenkamen. Die Präsidialkabinette ab 1930 stützten sich immer stärker auf Notverordnungen des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. Dadurch wurde das Parlament geschwächt, obwohl es formal weiterbestand.


Stärken und Schwächen der Verfassung

Die Weimarer Verfassung war für ihre Zeit fortschrittlich. Sie garantierte allgemeine, gleiche, geheime und unmittelbare Wahlen, ermöglichte politische Beteiligung und schuf rechtsstaatliche Strukturen. Eine bedeutende Stärke war die Verbindung von demokratischer Repräsentation und sozialen Grundideen. Viele ihrer Gedanken wirkten später auf das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.

Zu den Schwächen gehörten das sehr starke Amt des Reichspräsidenten, das Verhältniswahlrecht ohne Sperrklausel, die schwierige Regierungsbildung bei vielen Parteien und das fehlende gemeinsame demokratische Selbstverständnis großer Teile der Gesellschaft. Die Verfassung konnte nur funktionieren, wenn Parteien, Institutionen, Eliten und Bürgerinnen und Bürger bereit waren, demokratische Regeln zu achten.


Belastungen nach dem Ersten Weltkrieg


Der Versailler Vertrag

Der Versailler Vertrag von 1919 belastete die junge Republik stark. Deutschland musste Gebiete abtreten, seine Armee stark verkleinern, Reparationen leisten und im sogenannten Kriegsschuldartikel die Verantwortung Deutschlands und seiner Verbündeten für die Kriegsschäden anerkennen. Viele Deutsche empfanden den Vertrag als demütigend und ungerecht.

Die demokratischen Politikerinnen und Politiker der Weimarer Republik standen vor einem Dilemma: Sie mussten einen Vertrag erfüllen, den viele Menschen ablehnten, obwohl die militärische und außenpolitische Lage kaum Alternativen ließ. Antidemokratische Kräfte nutzten diese Ablehnung zur Propaganda gegen die Republik. Besonders wirksam war die Dolchstoßlegende, die behauptete, das deutsche Heer sei nicht militärisch besiegt, sondern von innen verraten worden. Diese Behauptung war historisch falsch, aber politisch sehr wirksam.


Politische Gewalt und Putschversuche

Die Anfangsjahre waren von Gewalt geprägt. Linksradikale Gruppen versuchten, revolutionäre Ziele durchzusetzen; rechtsradikale Kräfte wollten die Republik beseitigen und autoritäre oder monarchische Ordnungen wiederherstellen. Der Kapp-Lüttwitz-Putsch 1920 scheiterte vor allem am Generalstreik. 1923 versuchte Adolf Hitler mit dem Hitler-Ludendorff-Putsch in München, die Macht zu erzwingen. Auch dieser Putsch scheiterte, zeigte aber die Gefahr antidemokratischer Bewegungen.

Politische Morde erschütterten die Republik. Opfer waren unter anderem Matthias Erzberger und Walther Rathenau. Rechte Täter wurden von Teilen der Justiz oft milder behandelt als linke Täter. Dadurch entstand bei vielen Republikanerinnen und Republikanern der Eindruck, dass wichtige Teile des Staates die Demokratie nicht entschlossen genug verteidigten.


Das Krisenjahr 1923


Ruhrbesetzung und passiver Widerstand

1923 besetzten französische und belgische Truppen das Ruhrgebiet, weil Deutschland mit Reparationsleistungen im Rückstand war. Die Reichsregierung rief zum passiven Widerstand auf: Arbeiterinnen und Arbeiter sollten nicht mit den Besatzungsbehörden zusammenarbeiten. Der Staat unterstützte Streikende finanziell, nahm aber dafür immer mehr Geld in Umlauf. Das verschärfte die bereits vorhandene Inflation.


Hyperinflation und Rentenmark

Die Hyperinflation erreichte 1923 ihren Höhepunkt. Preise stiegen in immer kürzeren Abständen, Löhne verloren rasch an Wert, Ersparnisse wurden vernichtet. Viele Menschen aus dem Mittelstand verloren ihr Vertrauen in Staat, Währung und Demokratie. Wer Sachwerte oder Schulden hatte, konnte dagegen teilweise profitieren. Die soziale Erfahrung der Inflation blieb tief im kollektiven Gedächtnis.

Die Stabilisierung gelang Ende 1923 durch die Einführung der Rentenmark, das Ende des passiven Widerstands und eine vorsichtigere Finanzpolitik. Gustav Stresemann spielte als Reichskanzler und später als Außenminister eine wichtige Rolle. Das Krisenjahr zeigte jedoch, wie zerbrechlich die Republik war, wenn äußere Belastungen, wirtschaftliche Not und politische Radikalisierung zusammenwirkten.


Relative Stabilisierung 1924 bis 1929


Wirtschaftliche Erholung und Außenpolitik

Zwischen 1924 und 1929 erlebte die Weimarer Republik eine Phase relativer Stabilität. Der Dawes-Plan regelte die Reparationszahlungen neu und erleichterte internationale Kredite, besonders aus den USA. Die Wirtschaft erholte sich, die Währung war stabiler, und die außenpolitische Lage verbesserte sich. In den Verträgen von Locarno 1925 erkannte Deutschland seine Westgrenzen an. 1926 wurde Deutschland in den Völkerbund aufgenommen.

Diese Stabilität war jedoch nicht vollständig gesichert. Die deutsche Wirtschaft blieb stark von ausländischen Krediten abhängig. Landwirtschaft, kleine Betriebe und viele Arbeiterhaushalte profitierten nicht gleichermaßen von der Erholung. Die Demokratie wurde zwar von vielen akzeptiert, aber nicht von allen innerlich getragen. Daher spricht man oft von einer relativen Stabilisierung.


Gesellschaft und Sozialstaat

Die Republik brachte wichtige sozialpolitische Entwicklungen. Gewerkschaften, Parteien und Verbände spielten eine große Rolle. Die Arbeitslosenversicherung wurde 1927 eingeführt und war ein bedeutender Schritt in Richtung moderner Sozialstaat. Zugleich blieb die Gesellschaft von Klassengegensätzen, konfessionellen Milieus, Stadt-Land-Unterschieden und Geschlechterrollen geprägt.

Das Frauenwahlrecht veränderte die politische Kultur, auch wenn Frauen in Parlamenten weiterhin deutlich unterrepräsentiert waren. Viele Frauen arbeiteten in neuen Berufen, engagierten sich in Parteien, Verbänden und sozialen Bewegungen. Dennoch bestanden traditionelle Erwartungen an Ehe, Familie und Erwerbsarbeit fort. Die Weimarer Gesellschaft war also zugleich modern und von alten Strukturen geprägt.


Kultur der Weimarer Republik


Moderne, Massenkultur und Großstadt

Die Weimarer Republik war eine Blütezeit moderner Kunst und Kultur. Besonders in Berlin entstanden neue Formen der Massenkultur: Kino, Rundfunk, Tanzlokale, Illustrierte, Kabarett und moderne Werbung prägten das Lebensgefühl vieler Großstadtbewohnerinnen und Großstadtbewohner. Filme wie Metropolis von Fritz Lang zeigten technische Visionen, soziale Ängste und Faszination für die moderne Großstadt.

Die Literatur griff neue Erfahrungen von Tempo, Arbeitswelt, Armut, Vergnügen und Entfremdung auf. Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz ist ein Beispiel für die literarische Moderne. In der Kunst prägte die Neue Sachlichkeit einen nüchternen, genauen Blick auf soziale Wirklichkeit. Künstlerinnen und Künstler reagierten auf Kriegserfahrung, soziale Spannungen und politische Unsicherheit.


Bauhaus und Neue Sachlichkeit

Das Staatliche Bauhaus wurde 1919 in Weimar von Walter Gropius gegründet. Es verband Kunst, Handwerk, Architektur und Design. Funktionalität, klare Formen und moderne Materialien wurden zentrale Leitideen. Das Bauhaus wurde 1925 nach Dessau verlegt und entwickelte sich zu einem weltweit einflussreichen Zentrum der Moderne.

Die kulturelle Moderne war jedoch umstritten. Konservative und völkische Gruppen sahen in moderner Kunst, Jazz, Kino oder neuen Geschlechterrollen einen angeblichen Verfall. Kultur wurde damit selbst zum politischen Kampffeld. Die Auseinandersetzung um moderne Lebensformen zeigt, dass Demokratie nicht nur in Parlamenten, sondern auch im Alltag, in Medien, Schulen, Familien und kulturellen Räumen verhandelt wird.


Weltwirtschaftskrise und Ende der Republik


Die Krise ab 1929

Die Weltwirtschaftskrise traf die Weimarer Republik besonders hart. Nach dem Börsenkrach in den USA wurden Kredite abgezogen, Unternehmen gerieten unter Druck, Exporte sanken und die Arbeitslosigkeit stieg dramatisch. Millionen Menschen verloren Arbeit, Einkommen und Hoffnung. Viele zweifelten daran, dass die demokratischen Parteien die Krise lösen könnten.

Die Krise schwächte die politische Mitte. Parteien, die Kompromisse suchten, verloren an Zustimmung. Radikale Parteien wie NSDAP und KPD gewannen Stimmen, indem sie einfache Lösungen, Feindbilder und einen Bruch mit dem bisherigen System versprachen. Die politische Debatte wurde aggressiver, Gewalt auf Straßen und in Versammlungen nahm zu.


Präsidialkabinette und Aushöhlung der Demokratie

Ab 1930 regierten sogenannte Präsidialkabinette unter Heinrich Brüning, Franz von Papen und Kurt von Schleicher zunehmend ohne stabile parlamentarische Mehrheit. Sie stützten sich auf den Reichspräsidenten und auf Notverordnungen. Damit wurde der Reichstag immer stärker umgangen. Die Demokratie wurde nicht sofort abgeschafft, sondern Schritt für Schritt ausgehöhlt.

Konservative Eliten glaubten, sie könnten Hitler politisch einbinden und kontrollieren. Diese Fehleinschätzung war entscheidend. Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Hindenburg Hitler zum Reichskanzler. Nach dem Reichstagsbrand und dem Ermächtigungsgesetz von 1933 wurden Grundrechte, Gewaltenteilung und parlamentarische Demokratie beseitigt. Die Weimarer Republik endete in der nationalsozialistischen Diktatur.

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Warum scheiterte die Weimarer Republik?

Das Scheitern der Weimarer Republik hatte mehrere Ursachen. Es lässt sich nicht durch einen einzigen Faktor erklären. Die Republik war durch den verlorenen Krieg, den Versailler Vertrag und wirtschaftliche Krisen belastet. Ihre Verfassung enthielt problematische Elemente, vor allem die starke Stellung des Reichspräsidenten und die Möglichkeit umfassender Notverordnungen. Zugleich fehlte vielen einflussreichen Gruppen ein klares Bekenntnis zur Demokratie.

Antidemokratische Parteien, politische Gewalt, Propaganda, soziale Not und das Misstrauen gegenüber Kompromissen schwächten die demokratische Kultur. Besonders gefährlich wurde die Situation, als konservative Machtgruppen glaubten, sie könnten die Massenbewegung des Nationalsozialismus für eigene Ziele nutzen. Die Republik scheiterte also nicht zwangsläufig. Sie wurde durch Krisen, Fehlentscheidungen und gezielte Angriffe zerstört.

Für heutige Demokratien ist die Weimarer Republik deshalb ein wichtiges Lernfeld. Sie zeigt, dass demokratische Institutionen allein nicht ausreichen. Demokratie braucht Menschen, die Grundrechte schützen, politische Gegner nicht entmenschlichen, Kompromisse akzeptieren, freie Medien achten und Machtbegrenzung ernst nehmen.


Grundbegriffe

  1. Novemberrevolution: Umbruch von 1918, der das Ende der Monarchie und den Beginn der Republik einleitete.
  2. Weimarer Verfassung: demokratische Verfassung von 1919 mit Grundrechten, Parlament, Reichspräsident und föderalen Elementen.
  3. Weimarer Koalition: Bündnis aus SPD, Zentrum und DDP, das die Republik in ihrer Anfangsphase trug.
  4. Versailler Vertrag: Friedensvertrag von 1919, der Deutschland stark belastete und innenpolitisch umkämpft war.
  5. Hyperinflation: extreme Geldentwertung, die 1923 ihren Höhepunkt erreichte.
  6. Rentenmark: Übergangswährung, die 1923 zur Stabilisierung beitrug.
  7. Goldene Zwanziger: Bezeichnung für die kulturell und wirtschaftlich relativ stabile Phase der Mitte der 1920er Jahre.
  8. Präsidialkabinett: Regierung, die sich vor allem auf den Reichspräsidenten und Notverordnungen stützte.
  9. Ermächtigungsgesetz: Gesetz von 1933, das der nationalsozialistischen Regierung diktatorische Gesetzgebung ermöglichte.
  10. Demokratie: politische Ordnung, in der Macht durch Wahlen, Grundrechte, Gewaltenteilung und öffentliche Kontrolle begrenzt wird.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wann begann die Weimarer Republik politisch? (Mit der Novemberrevolution 1918) (!Mit der Reichsgründung 1871) (!Mit dem Dawes Plan 1924) (!Mit dem Ermächtigungsgesetz 1933)




Warum heißt die Weimarer Republik so? (Weil die Nationalversammlung zunächst in Weimar tagte) (!Weil Weimar die größte deutsche Stadt war) (!Weil der Reichspräsident immer aus Weimar kam) (!Weil der Versailler Vertrag in Weimar unterzeichnet wurde)




Welche Parteien bildeten die klassische Weimarer Koalition? (SPD Zentrum und DDP) (!NSDAP KPD und DNVP) (!SPD NSDAP und Zentrum) (!DDP KPD und Bayerische Volkspartei)




Welche Neuerung war bei der Wahl zur Nationalversammlung 1919 besonders wichtig? (Frauen konnten wählen und gewählt werden) (!Der Kaiser bestimmte die Abgeordneten) (!Nur Soldaten durften abstimmen) (!Parteien waren verboten)




Welche Funktion hatte der Reichstag in der Weimarer Republik? (Er war das gewählte Parlament) (!Er war das höchste Gericht) (!Er war der Generalstab der Reichswehr) (!Er war eine ausländische Kontrollkommission)




Wodurch wurde Artikel 48 politisch problematisch? (Er ermöglichte Notverordnungen des Reichspräsidenten) (!Er schaffte das Wahlrecht für Frauen ab) (!Er verbot Parteien im Reichstag) (!Er erklärte den Versailler Vertrag für ungültig)




Was kennzeichnete die Hyperinflation von 1923? (Die Währung verlor extrem schnell an Wert) (!Die Preise sanken dauerhaft) (!Deutschland führte den Euro ein) (!Alle Reparationen wurden gestrichen)




Welche Entwicklung gehört zur relativen Stabilisierung ab 1924? (Die Einführung stabilerer wirtschaftlicher Verhältnisse und internationale Verständigung) (!Die vollständige Abschaffung des Reichstags) (!Die Rückkehr Wilhelms des Zweiten) (!Die sofortige Machtübernahme der NSDAP)




Welche kulturelle Bewegung ist eng mit der Weimarer Moderne verbunden? (Bauhaus) (!Barock) (!Romantik) (!Biedermeier)




Was trug wesentlich zum Ende der Weimarer Republik bei? (Wirtschaftskrise politische Radikalisierung und Aushöhlung des Parlamentarismus) (!Eine lange Phase ohne politische Konflikte) (!Die Abschaffung aller Parteien im Jahr 1919) (!Der freiwillige Rücktritt aller Reichspräsidenten)





Memory

Novemberrevolution Ende der Monarchie
Weimarer Verfassung demokratische Grundordnung
Artikel 48 Notverordnungen
Rentenmark Währungsstabilisierung
Bauhaus moderne Gestaltung
Versailler Vertrag Reparationsfrage
Präsidialkabinette Schwächung des Reichstags





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Novemberrevolution Entstehung der Republik
Nationalversammlung Ausarbeitung der Verfassung
Ruhrbesetzung Krisenjahr
Locarno internationale Verständigung
Präsidialkabinette Aushöhlung des Parlamentarismus
Ermächtigungsgesetz Beginn der Diktatur






Kreuzworträtsel

Ebert Wer wurde der erste Reichspräsident der Weimarer Republik?
Bauhaus Welche Schule steht für moderne Architektur und Gestaltung?
Rentenmark Welche Währung half 1923 bei der Stabilisierung?
Versailles Welcher Friedensvertrag belastete die Republik stark?
Hindenburg Welcher Reichspräsident ernannte Hitler zum Reichskanzler?
Notverordnung Welches Mittel erlaubte Regieren in Krisen ohne normales Gesetzgebungsverfahren?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die

entstand nach der Novemberrevolution und war die erste parlamentarische Demokratie im Deutschen Reich. Ihre Verfassung wurde in der Stadt

vorbereitet und 1919 beschlossen. Der Reichstag war das gewählte

, während der Reichspräsident durch Artikel 48 besondere Notbefugnisse erhielt. Der

belastete die junge Republik politisch und wirtschaftlich. Im Jahr 1923 führte die

zu massiver sozialer Verunsicherung. Die

trug zur Stabilisierung der Währung bei. In der Phase der relativen Stabilisierung gewannen Außenpolitik und Kultur an Bedeutung, etwa durch Locarno, Völkerbund und

. Nach der Weltwirtschaftskrise wurden die demokratischen Parteien geschwächt, und die

regierten zunehmend mit Notverordnungen. Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler leitete 1933 die Zerstörung der

ein.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Zeitleiste: Erstelle eine Zeitleiste mit zehn wichtigen Stationen der Weimarer Republik und ergänze zu jedem Ereignis einen kurzen Erklärungssatz.
  2. Begriffskarte: Gestalte eine Begriffskarte zu fünf zentralen Begriffen wie Verfassung, Reichstag, Reichspräsident, Inflation und Demokratie.
  3. Bildanalyse: Wähle ein historisches Bild zur Weimarer Republik aus und beschreibe, was Du siehst, welche Stimmung entsteht und welche Fragen offenbleiben.
  4. Tagebucheintrag: Schreibe einen fiktiven Tagebucheintrag einer Person, die 1923 die Inflation erlebt.


Standard

  1. Quellenanalyse: Analysiere eine politische Rede, ein Wahlplakat oder einen Zeitungsausschnitt aus der Weimarer Zeit und untersuche Absicht, Sprache und Zielgruppe.
  2. Verfassungsvergleich: Vergleiche ausgewählte Elemente der Weimarer Verfassung mit dem Grundgesetz und erkläre, welche Lehren erkennbar sind.
  3. Erklärvideo: Produziere ein kurzes Erklärvideo zur Frage, warum die Weimarer Republik nicht nur an ihrer Verfassung scheiterte.
  4. Streitgespräch: Entwickle ein Rollengespräch zwischen einer überzeugten Demokratin, einem konservativen Republikgegner und einem arbeitslosen Jugendlichen im Jahr 1932.


Schwer

  1. Historisches Urteil: Verfasse ein begründetes Urteil zur Aussage, die Weimarer Republik sei von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen.
  2. Forschungsprojekt: Untersuche anhand mehrerer Quellen, wie politische Gewalt die demokratische Kultur der Weimarer Republik schwächte.
  3. Podcast: Erstelle eine Podcastfolge mit Expertengespräch zur Frage, welche Bedeutung wirtschaftliche Krisen für politische Radikalisierung haben.
  4. Ausstellung: Plane eine digitale Ausstellung mit fünf Stationen zur Weimarer Republik, die Politik, Alltag, Kultur, Wirtschaft und das Ende der Demokratie verbindet.



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Lernkontrolle

  1. Demokratieanalyse: Erkläre, warum demokratische Institutionen allein nicht ausreichen, wenn wichtige gesellschaftliche Gruppen demokratische Regeln nicht akzeptieren.
  2. Ursachenmodell: Entwickle ein Ursachenmodell zum Scheitern der Weimarer Republik, das politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und internationale Faktoren verbindet.
  3. Gegenwartsbezug: Vergleiche eine heutige demokratische Herausforderung mit einer Herausforderung der Weimarer Republik, ohne vorschnelle Gleichsetzungen vorzunehmen.
  4. Perspektivwechsel: Beurteile die Krise von 1923 aus der Sicht einer Arbeiterfamilie, einer Unternehmerin, eines Beamten und einer demokratischen Politikerin.
  5. Medienkritik: Untersuche, wie Propaganda und Feindbilder politische Kompromisse erschweren können, und entwickle Kriterien für demokratische Medienkompetenz.
  6. Verfassungslehre: Zeige an Artikel 48, weshalb Notstandsregeln in Demokratien besonders sorgfältig begrenzt und kontrolliert werden müssen.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis kannst Du ein Portfolio erstellen. Es soll zeigen, dass Du nicht nur Einzelwissen gelernt hast, sondern Zusammenhänge erklären und bewerten kannst.

  1. Portfolio: Sammle eine Zeitleiste, eine Quellenanalyse, eine Bildanalyse, eine Begriffskarte und ein begründetes historisches Urteil.
  2. Reflexion: Schreibe eine Reflexion darüber, welche Faktoren Demokratien stabilisieren und welche sie gefährden.
  3. Transfer: Formuliere drei Lehren aus der Weimarer Republik für den Schutz heutiger Demokratien.
  4. Präsentation: Stelle Deine Ergebnisse in einer kurzen Präsentation vor und beantworte Rückfragen zu Ursachen, Verlauf und Folgen.
  5. Selbsteinschätzung: Bewerte, welche Aspekte Du sicher erklären kannst und welche Fragen Du weiter untersuchen möchtest.


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