Manierismus - Krisen, Körper und künstliche Eleganz


Manierismus - Krisen, Körper und künstliche Eleganz
Einleitung
Manierismus: Krisen, Körper und künstliche Eleganz ist ein aiMOOC zur Kunstgeschichte und zu den Epochen und Stilrichtungen der europäischen bildenden Kunst. Du lernst, warum der Manierismus häufig als Kunst der Spannung, der Unsicherheit und der virtuosen Übersteigerung verstanden wird. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, wie Künstlerinnen und Künstler nach der Hochrenaissance mit deren Ideal von Harmonie, Proportion und Naturstudium umgingen, warum Körper plötzlich lang, verdreht oder schwerelos wirken konnten und weshalb künstliche Eleganz im 16. Jahrhundert nicht als Fehler, sondern als künstlerischer Anspruch verstanden wurde.
Der Begriff Manierismus leitet sich von italienisch maniera ab, also von Manier, Art, Weise oder persönlichem Stil. Damit ist bereits ein Kern der Epoche benannt: Kunst sollte nicht nur die Natur nachahmen, sondern eine besondere, geistreiche und unverwechselbare Form hervorbringen. Der Manierismus entstand vor allem in Italien und wird meist ungefähr zwischen 1520 und 1620 eingeordnet. Er steht zwischen Renaissance und Barock, überschneidet sich aber je nach Region, Künstler und Medium mit beiden Epochen.
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Das Video behandelt den Manierismus als Kunstepoche zwischen Renaissance, Spätrenaissance und frühem Barock. Besonders wichtig sind dabei die Themen Krise, Körper, Künstlichkeit, Eleganz und Bildanalyse.
Historischer Hintergrund
Europa im 16. Jahrhundert: Ordnung und Krise
Der Manierismus entwickelte sich in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen. Die Reformation erschütterte die religiöse Einheit Westeuropas. Die Gegenreformation veränderte die Anforderungen an religiöse Bilder. Politische Machtkämpfe, höfische Konkurrenz, der Sacco di Roma von 1527, neue wissenschaftliche Weltbilder und globale Handelsverschiebungen prägten das Denken vieler Zeitgenossen. Kunstgeschichte deutet den Manierismus deshalb oft als Reaktion auf eine krisenhafte Gegenwart: Die scheinbar sichere Ordnung der Hochrenaissance wurde nicht einfach fortgeführt, sondern bewusst verkompliziert.
Die Kunst der Hochrenaissance hatte mit Künstlern wie Leonardo da Vinci, Raffael und Michelangelo ein Ideal von Ausgewogenheit, körperlicher Vollkommenheit, klarer Perspektive und ruhiger Komposition erreicht. Für die nachfolgende Generation stellte sich die Frage: Wie kann man noch originell sein, wenn die großen Meister scheinbar alles vollendet haben? Der Manierismus beantwortete diese Frage nicht durch Rückkehr zur Einfachheit, sondern durch Steigerung: Körper wurden gedehnt, Haltungen kompliziert, Räume irritierend, Farben künstlich und Bildthemen vieldeutig.

Das Selbstporträt im Konvexspiegel von Parmigianino ist ein gutes Beispiel für das manieristische Interesse an Wahrnehmung, Spiegelung und virtuoser Täuschung. Nicht die einfache Ähnlichkeit steht im Vordergrund, sondern die künstlerische Demonstration einer besonderen Sichtweise.
Von der Hochrenaissance zur Spätrenaissance
Der Manierismus wird oft als Spätrenaissance bezeichnet. Diese Einordnung ist hilfreich, wenn Du die Nähe zur Renaissance verstehen möchtest: Viele Künstler kannten die Regeln von Anatomie, Zentralperspektive und idealer Proportion sehr genau. Sie brachen diese Regeln nicht aus Unwissenheit, sondern aus Absicht. Genau darin liegt der Unterschied zu einer bloß „falschen“ Darstellung. Manieristische Kunst setzt Können voraus und zeigt dieses Können manchmal so demonstrativ, dass die Kunst selbst zum Thema wird.
Merkmale des Manierismus
Künstliche Eleganz
Künstliche Eleganz bedeutet im Manierismus nicht einfach Unnatürlichkeit. Gemeint ist eine bewusst gestaltete, raffinierte und oft höfische Form von Schönheit. Figuren wirken schlank, glatt, kühl oder überaus vornehm. Kleidung, Gesten und Blicke können wie ein kompliziertes gesellschaftliches Spiel erscheinen. Besonders in der höfischen Porträtmalerei ist diese Eleganz wichtig, weil sie Status, Bildung, Kontrolle und Distanz ausdrückt.

Agnolo Bronzino zeigt in seiner Allegorie mit Venus, Amor, Narrheit und Zeit eine hochkomplexe Bildwelt. Glatte Körper, kühle Erotik, rätselhafte Figuren und verschlüsselte Bedeutungen verbinden sich zu einer Kunst, die nicht sofort „lesbar“ ist. Gerade diese Schwierigkeit ist typisch für viele manieristische Werke.
Gestreckte Körper und übersteigerte Anatomie
Manieristische Körper sind häufig langgezogen, verdreht oder scheinbar schwerelos. Hände, Hälse, Arme und Beine können übernatürlich elegant erscheinen. Das bedeutet nicht, dass die Künstler Anatomie nicht beherrschten. Vielmehr wird der Körper als Ausdrucksträger genutzt: Er soll Spannung, Geist, Schönheit, Unsicherheit oder religiöse Erregung sichtbar machen.

Die Madonna mit dem langen Hals von Parmigianino zeigt, wie stark der menschliche Körper im Manierismus idealisiert und gedehnt werden konnte. Der lange Hals, die weichen Proportionen und die ungewöhnliche Raumordnung erzeugen eine anmutige, aber zugleich irritierende Wirkung.
Figura serpentinata
Ein Schlüsselbegriff ist die Figura serpentinata. Damit ist eine schlangenartig gedrehte Körperhaltung gemeint. Der Körper wird nicht frontal und ruhig gezeigt, sondern in einer Drehbewegung. Dadurch entstehen Dynamik, Spannung und Mehransichtigkeit. In der Bildhauerei lädt diese Form dazu ein, eine Figur aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. In der Malerei erzeugt sie Bewegung und innere Unruhe.

Giambologna entwickelte in seiner Skulpturengruppe zum Raub der Sabinerin eine spiralförmige Komposition, die von allen Seiten betrachtet werden kann. Die Figuren scheinen sich in einer aufsteigenden Bewegung umeinander zu winden.
Unsichere Räume und spannungsvolle Kompositionen
In der Renaissance diente die Perspektive häufig dazu, Raum klar und rational zu ordnen. Im Manierismus kann Raum dagegen instabil wirken. Figuren sind gedrängt, schweben, geraten an den Bildrand oder werden in schwer erklärbare Tiefenräume gesetzt. Manchmal scheint das Hauptgeschehen nicht dort zu liegen, wo Du es erwartest. Dadurch entsteht eine aktive Betrachtung: Du musst das Bild entschlüsseln, statt es nur anzuschauen.

Pontormo zeigt in seiner Kreuzabnahme eine emotional aufgeladene Szene ohne klare Bodenhaftung. Die Figuren wirken hell, schwerelos und eng verschlungen. Die Komposition ist nicht ruhig ausbalanciert, sondern kreist um Schmerz, Bewegung und Unsicherheit.
Künstliche Farben und gesteigerter Ausdruck
Viele manieristische Gemälde verwenden ungewöhnliche, helle oder kühle Farben. Rosa, Türkis, Violett, Zitronengelb oder kaltes Blau können stärker wirken als natürliche Lokalfarben. Die Farbe dient nicht nur der Nachahmung der sichtbaren Welt, sondern der Steigerung von Stimmung, Fremdheit und Ausdruck. Diese Farbigkeit kann besonders in religiösen Bildern eine übernatürliche oder visionäre Atmosphäre erzeugen.
Rätsel, Allegorien und gelehrte Bildsprache
Der Manierismus liebt Allegorien, verschlüsselte Bedeutungen und gelehrte Anspielungen. Viele Werke richten sich an ein gebildetes Publikum, das mythologische, religiöse oder literarische Bezüge erkennen konnte. Die Bildbetrachtung wird dadurch zu einer Denkaufgabe. Du sollst nicht nur sehen, sondern kombinieren, deuten und vergleichen.
Künstlerinnen, Künstler und Zentren
Italienische Zentren: Florenz, Rom, Parma, Mantua und Venedig
Der Manierismus hatte wichtige Zentren in Florenz, Rom, Parma, Mantua und Venedig. In Florenz wirkten Pontormo, Rosso Fiorentino, Bronzino und Giambologna. In Parma steht Parmigianino für elegante Überlängung und virtuose Wahrnehmungsexperimente. In Mantua entwickelte Giulio Romano illusionistische Raumwirkungen. In Venedig verband Tintoretto dramatische Lichtführung, starke Bewegungen und kühne Perspektiven.

Die Sala dei Giganti im Palazzo del Te von Giulio Romano zeigt, wie Architektur, Malerei und Illusion im Manierismus ineinandergreifen können. Die Wände und die Decke verwandeln sich in einen überwältigenden Bildraum.
El Greco: Manieristische Spannung in Spanien
El Greco verbindet byzantinische, venezianische und spanische Einflüsse mit einer extrem eigenen Bildsprache. Seine Figuren sind lang, flammenartig, spirituell aufgeladen und oft in kühlen, unwirklichen Farben gestaltet. In seinen Werken wird der Körper zum Zeichen religiöser Ekstase und innerer Bewegung.

In El Grecos Vision des heiligen Johannes werden Körper, Farbe und Raum zu Ausdrucksmitteln einer spirituellen Erfahrung. Die Figuren wirken weniger irdisch stabil als visionär bewegt.
Tintoretto: Dynamik und dramatisches Licht
Tintoretto steht am Übergang zwischen Manierismus und Barock. Seine Werke zeigen kühne Perspektiven, dramatische Lichtführung und dynamische Figuren. Anders als die ruhige Ordnung vieler Renaissancebilder setzt Tintoretto häufig auf schräg geführte Bildachsen und auf eine starke räumliche Spannung.

In Tintorettos Abendmahl wird der Raum diagonal geöffnet. Licht, Bewegung und Perspektive erzeugen eine dramatische Wirkung, die schon auf den Barock vorausweist.
Manierismus verstehen: Krisen, Körper und Eleganz
Krise als Deutungsmodell
Wenn Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker den Manierismus mit Krise verbinden, meinen sie nicht, dass jedes Bild direkt ein politisches Ereignis darstellt. Gemeint ist eher ein kulturelles Klima der Unsicherheit. Die alte Ordnung der Renaissance wird nicht zerstört, aber sie wird fraglich. Bilder werden komplizierter, Körper instabiler, Räume unklarer und Bedeutungen mehrdeutiger. Der Manierismus zeigt damit, dass Kunst nicht nur Harmonie erzeugen, sondern auch Zweifel, Spannung und geistige Herausforderung ausdrücken kann.
Der Körper als Experimentierfeld
Der menschliche Körper war seit der Renaissance ein zentrales Thema der Kunst. Im Manierismus wird er zum Experimentierfeld. Künstler dehnen, verdrehen, verfeinern oder dramatisieren ihn. Dadurch entsteht eine neue Form von Schönheit: weniger natürlich, weniger ausgewogen, aber oft intensiver, intellektueller und emotionaler. Der Körper zeigt nicht nur physische Anwesenheit, sondern auch innere Zustände und künstlerische Virtuosität.
Kunst über Kunst
Der Manierismus ist oft selbstbewusst. Viele Werke zeigen, dass sie Kunst sind. Sie spielen mit Zitaten, Übertreibungen, Rätseln und kunstvollen Schwierigkeiten. Wer manieristische Kunst betrachtet, soll die Meisterschaft erkennen: die schwierige Haltung, die komplizierte Komposition, die raffinierte Farbe, die gelehrte Anspielung. In diesem Sinn ist der Manierismus eine Kunst über Kunst.
Bildanalyse: Wie Du ein manieristisches Werk untersuchst
Schrittweise Bildbetrachtung
- Erster Eindruck: Beschreibe, welche Stimmung das Bild erzeugt und ob es harmonisch, unruhig, künstlich, elegant, dramatisch oder rätselhaft wirkt.
- Komposition: Prüfe, ob die Figuren ruhig geordnet sind oder ob Diagonalen, Drehungen, Ballungen und instabile Bewegungen dominieren.
- Körperdarstellung: Achte auf gestreckte Gliedmaßen, verdrehte Haltungen, ungewöhnliche Proportionen und die Figura serpentinata.
- Raumdarstellung: Untersuche, ob der Raum logisch, eng, leer, überdehnt, schräg oder widersprüchlich erscheint.
- Farbe: Beschreibe, ob die Farben natürlich, kühl, grell, pastellhaft, symbolisch oder künstlich wirken.
- Bildinhalt: Kläre, ob es sich um ein religiöses, mythologisches, allegorisches, höfisches oder porträthaftes Thema handelt.
- Deutung: Verbinde Form und Inhalt: Welche Bedeutung entsteht gerade durch die Übersteigerung, Künstlichkeit oder Rätselhaftigkeit?
Vergleich: Renaissance, Manierismus und Barock
| Aspekt | Renaissance | Manierismus | Barock |
|---|---|---|---|
| Menschenbild | ideal, harmonisch, naturbezogen | gestreckt, elegant, künstlich, spannungsvoll | dynamisch, affektgeladen, körperlich präsent |
| Raum | klar, perspektivisch, geordnet | instabil, irritierend, mehrdeutig | tief, dramatisch, bühnenhaft |
| Komposition | ausgewogen und symmetrisch | kompliziert, gedreht, spannungsvoll | dramatisch, bewegt, wirkungsorientiert |
| Farbe und Licht | ausgewogen und naturhaft | kühl, künstlich, ungewöhnlich | kontrastreich, emotional, theatralisch |
| Wirkung | Ruhe, Maß und Klarheit | Geist, Rätsel und Verfeinerung | Pathos, Bewegung und Überwältigung |
Zentrale Begriffe
- Maniera: Persönliche künstlerische Weise, die im Manierismus besonders wichtig wird.
- Figura serpentinata: Schlangenartig gedrehte Körperhaltung mit dynamischer Wirkung.
- Allegorie: Bildliche Darstellung abstrakter Ideen durch Figuren, Gegenstände oder Handlungen.
- Spätrenaissance: Kunsthistorische Bezeichnung für die Phase nach der Hochrenaissance, oft eng mit dem Manierismus verbunden.
- Künstlichkeit: Bewusste Abweichung von natürlicher Darstellung zugunsten von Stil, Geist und Wirkung.
- Virtuosität: Sichtbare technische Meisterschaft, die manchmal selbst zum Thema des Kunstwerks wird.
- Proportion: Verhältnis der Körperteile oder Bildteile zueinander, im Manierismus oft bewusst gedehnt oder verändert.
- Komposition: Aufbau eines Bildes, im Manierismus häufig spannungsvoll und komplex.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bedeutet der Begriff Manierismus ursprünglich ungefähr? (Art und Weise oder persönlicher Stil) (!Maltechnik mit Wasserfarben) (!Mittelalterliche Kirchenordnung) (!Reine Naturnachahmung)
In welcher kunsthistorischen Position wird der Manierismus meist eingeordnet? (Zwischen Hochrenaissance und Barock) (!Zwischen Romanik und Gotik) (!Vor der Antike) (!Nach dem Impressionismus)
Welches Merkmal ist besonders typisch für manieristische Körperdarstellungen? (Gestreckte und verdrehte Figuren) (!Streng natürliche Alltagsproportionen) (!Völliger Verzicht auf menschliche Figuren) (!Ausschließlich kindliche Figuren)
Was bezeichnet die Figura serpentinata? (Eine schlangenartig gedrehte Körperhaltung) (!Eine reine Landschaftsperspektive) (!Eine Technik des Mosaiklegens) (!Eine mittelalterliche Schriftform)
Warum gilt Parmigianinos Madonna mit dem langen Hals als manieristisch? (Weil Proportionen und Raum bewusst elegant übersteigert sind) (!Weil sie streng symmetrisch wie eine Bauzeichnung wirkt) (!Weil sie ohne Figuren auskommt) (!Weil sie ausschließlich naturalistische Farben verwendet)
Welche Wirkung erzeugen viele manieristische Kompositionen? (Spannung und Unsicherheit) (!Vollkommene Leere ohne Bedeutung) (!Mathematische Ruhe ohne Bewegung) (!Reine Dokumentation eines Alltagsereignisses)
Welcher Künstler ist besonders mit kühler höfischer Eleganz und rätselhaften Allegorien verbunden? (Bronzino) (!Claude Monet) (!Caspar David Friedrich) (!Pablo Picasso)
Welche Rolle spielen Allegorien im Manierismus häufig? (Sie verschlüsseln Bedeutungen und fordern Deutung) (!Sie ersetzen jedes Bild durch einen Text) (!Sie verhindern jede Symbolik) (!Sie zeigen immer nur Landschaften)
Was unterscheidet den Manierismus von einer bloß fehlerhaften Darstellung? (Die Abweichungen beruhen meist auf bewusstem künstlerischem Können) (!Die Künstler kannten keine Anatomie) (!Die Werke entstanden ohne Absicht) (!Die Bilder sollten immer unvollendet bleiben)
Worauf weist Tintorettos dramatische Licht- und Raumwirkung teilweise voraus? (Auf den Barock) (!Auf die Romanik) (!Auf die Steinzeitkunst) (!Auf den Kubismus des 20. Jahrhunderts)
Memory
| Maniera | Persönlicher Stil |
| Figura serpentinata | Gedrehter Körper |
| Parmigianino | Langer Hals |
| Pontormo | Schwebende Kreuzabnahme |
| Bronzino | Rätselhafte Allegorie |
| Giambologna | Mehransichtige Skulptur |
| Tintoretto | Dramatische Diagonale |
| El Greco | Spirituelle Überlängung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Gestreckter Körper | Übersteigerte Proportion |
| Figura serpentinata | Drehbewegung |
| Allegorie | Verschlüsselte Bedeutung |
| Künstliche Farbe | Gesteigerter Ausdruck |
| Instabiler Raum | Irritation der Perspektive |
| Höfische Eleganz | Repräsentation und Distanz |
|}
Kreuzworträtsel
| Maniera | Wie heißt der italienische Begriff für persönliche künstlerische Art und Weise? |
| Pontormo | Welcher florentinische Künstler malte eine berühmte schwebend wirkende Kreuzabnahme? |
| Bronzino | Welcher Künstler ist für kühle höfische Eleganz und komplexe Allegorien bekannt? |
| Tintoretto | Welcher venezianische Maler nutzte dramatische Diagonalen und Lichtwirkungen? |
| Allegorie | Wie nennt man eine verschlüsselte Darstellung abstrakter Ideen? |
| Spannung | Welche Wirkung entsteht häufig durch instabile Kompositionen im Manierismus? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Bildbeschreibung: Wähle ein manieristisches Werk aus diesem aiMOOC und beschreibe in zehn Sätzen, was Du siehst, ohne zunächst zu deuten.
- Körperproportion: Zeichne eine einfache Figur zweimal: einmal mit natürlichen Proportionen und einmal manieristisch gestreckt. Vergleiche die Wirkung.
- Farbwirkung: Erstelle eine kleine Farbstudie mit kühlen, künstlichen Farben und erkläre, welche Stimmung entsteht.
- Begriffskarte: Gestalte eine Lernkarte zu den Begriffen Maniera, Figura serpentinata, Allegorie und Virtuosität.
Standard
- Bildanalyse: Analysiere Parmigianinos Madonna mit dem langen Hals nach Komposition, Körperdarstellung, Raum und Farbe.
- Epochenvergleich: Vergleiche ein Werk der Hochrenaissance mit einem Werk des Manierismus und erkläre drei zentrale Unterschiede.
- Allegorie entschlüsseln: Untersuche Bronzinos Allegorie und entwickle eine begründete Deutung zu mindestens vier Figuren oder Gegenständen.
- Kunstkritik: Schreibe eine Rezension aus der Perspektive einer Person des 16. Jahrhunderts, die zum ersten Mal ein manieristisches Werk sieht.
Schwer
- Forschungsfrage: Untersuche, ob der Begriff „Krise“ den Manierismus gut erklärt, und formuliere eine differenzierte Antwort mit Beispielen.
- Kuratorisches Konzept: Plane eine kleine Ausstellung mit fünf Werken zum Thema „Körper und Künstlichkeit im Manierismus“ inklusive Wandtexten.
- Vergleichsanalyse: Vergleiche Pontormo, Tintoretto und El Greco hinsichtlich Raum, Licht, Körper und religiöser Wirkung.
- Künstlerisches Projekt: Entwickle ein eigenes manieristisches Bild oder Foto mit gestrecktem Körper, instabilem Raum und künstlicher Eleganz. Begründe Deine Entscheidungen schriftlich.


Lernkontrolle
- Transferanalyse: Erkläre an einem selbst gewählten modernen Modefoto, Musikvideo oder Werbebild, ob und wie dort manieristische Mittel wie Künstlichkeit, Überlängung oder raffinierte Pose weiterleben.
- Deutungskonflikt: Diskutiere, ob manieristische Kunst eher ein Zeichen von Krise oder eher ein Zeichen von künstlerischer Freiheit ist. Nutze mindestens zwei Werkbeispiele.
- Vergleichsurteil: Beurteile, ob ein harmonisches Renaissancebild oder ein spannungsreiches manieristisches Bild besser geeignet ist, religiöse Unsicherheit auszudrücken.
- Bildargumentation: Wähle ein Werk von Parmigianino, Pontormo, Bronzino, Tintoretto oder El Greco und zeige, wie Form und Inhalt zusammenwirken.
- Epochenmodell: Erkläre, warum Epochenbegriffe wie Renaissance, Manierismus und Barock hilfreich, aber auch problematisch sein können.
- Gestaltungsaufgabe: Entwirf ein Plakat für eine Ausstellung zum Manierismus und begründe, welche Farben, Körperformen und Schriften zur Epoche passen.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis zum Thema Manierismus solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Fakten wiedergeben, sondern Kunstwerke begründet untersuchen kannst. Wichtig sind eine genaue Bildbeschreibung, die sichere Verwendung zentraler Fachbegriffe, ein Verständnis für historische Zusammenhänge und die Fähigkeit, Form und Bedeutung miteinander zu verbinden.
- Fachbegriffe: Du verwendest Begriffe wie Maniera, Figura serpentinata, Allegorie, Komposition, Proportion, Virtuosität und Spätrenaissance korrekt.
- Historischer Kontext: Du erklärst, warum religiöse, politische und kulturelle Umbrüche des 16. Jahrhunderts für die Deutung des Manierismus wichtig sind.
- Werkkenntnis: Du kennst zentrale Künstler und Werke, etwa Parmigianino, Pontormo, Bronzino, Giambologna, Tintoretto und El Greco.
- Bildanalyse: Du beschreibst Körper, Raum, Farbe, Komposition und Wirkung eines Werkes präzise.
- Transfer: Du kannst manieristische Gestaltungsmittel auf ein unbekanntes Kunstwerk oder ein modernes Bildbeispiel anwenden.
- Urteil: Du formulierst eine eigene begründete Einschätzung zur Frage, ob der Manierismus als Krisenkunst, höfische Kunst oder Kunst der Virtuosität verstanden werden sollte.
OERs zum Thema
Medien zum Weiterlernen
- Wikimedia Commons: Suche nach Werken von Parmigianino, Pontormo, Bronzino, Giambologna, Tintoretto, El Greco und Giulio Romano, um unterschiedliche Formen des Manierismus zu vergleichen.
- Wikipedia: Nutze den Artikel Manierismus als Einstieg in Begriffe, Künstler und historische Einordnung.
- Museum: Viele Museen bieten digitale Sammlungen an, in denen Du hochauflösende Bilder manieristischer Kunst betrachten kannst.
- YouTube: Das eingebundene Video eignet sich zur Wiederholung der Themen Krise, Körper, Eleganz und Bildanalyse.
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