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Elvis Presley – Wearin’ That Loved On Look

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Elvis Presley – Wearin’ That Loved On Look




Elvis Presley – Wearin’ That Loved On Look


Einleitung

Elvis Presley – Wearin’ That Loved On Look ist ein Song des US-amerikanischen Sängers Elvis Presley. Das Stück wurde von Dallas Frazier und Arthur L. „Doodle“ Owens geschrieben und am 13. Januar 1969 im American Sound Studio in Memphis aufgenommen. Es eröffnet das Album From Elvis in Memphis, das 1969 erschien und als wichtiges Werk in Presleys später Karrierephase gilt.

Der Song verbindet Elemente aus Rockmusik, Rhythm and Blues, Soul, Country-Musik und Blues. Im Mittelpunkt steht eine konfliktreiche Beziehungssituation: Ein zurückkehrender Erzähler glaubt, an der Erscheinung seiner Partnerin erkennen zu können, dass sie während seiner Abwesenheit untreu gewesen sei. Damit behandelt das Lied Themen wie Eifersucht, Vertrauen, Untreue, Wahrnehmung, Kommunikation und die Unsicherheit subjektiver Deutungen.

In diesem aiMOOC untersuchst Du den historischen Hintergrund, die musikalische Gestaltung, die Studioarbeit, die Erzählperspektive, die Sprache des Titels und mögliche Deutungen. Du lernst außerdem, zwischen überprüfbaren Werkdaten, hörbaren musikalischen Merkmalen und interpretativen Aussagen zu unterscheiden.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du:

  1. Werkdaten: zentrale Angaben zu Autorenschaft, Aufnahme, Album und Entstehungsort korrekt wiedergeben.
  2. Musikanalyse: Instrumentierung, Groove, Dynamik, Form und Gesang differenziert beschreiben.
  3. Textanalyse: Erzählperspektive, Beziehungskonflikt und sprachliche Besonderheiten untersuchen, ohne den vollständigen Liedtext zu vervielfältigen.
  4. Interpretation: mehrere plausible Lesarten entwickeln und mit Beobachtungen begründen.
  5. Medienkompetenz: zwischen Quelle, Höreindruck, Deutung und Werturteil unterscheiden.
  6. Urheberrecht: verantwortungsvoll mit geschützten Liedtexten und Tonaufnahmen umgehen.
  7. Transfer: den Song in den kulturgeschichtlichen Zusammenhang der Popmusik um 1969 einordnen.


Lernbereiche

  1. Musik: Analyse von Rhythmus, Melodie, Klangfarbe, Dynamik, Form und Instrumentierung.
  2. Englisch: Untersuchung von Titelbedeutung, Umgangssprache, Erzählperspektive und sprachlichen Bildern.
  3. Geschichte: Einordnung in die Musik- und Kulturgeschichte der USA am Ende der 1960er Jahre.
  4. Medienbildung: Quellenkritik, Urheberrecht und reflektierter Umgang mit Tonaufnahmen, Videos und Liedtexten.
  5. Sozialkunde: Auseinandersetzung mit Vertrauen, Eifersucht, Geschlechterrollen und Kommunikation in Beziehungen.
  6. Kunst und Kultur: Verständnis kreativer Zusammenarbeit zwischen Songwritern, Interpret, Studiomusikern und Produzenten.


Werkdaten

Merkmal Information
Titel Wearin’ That Loved On Look
Interpret Elvis Presley
Songwriter Dallas Frazier und Arthur L. Owens
Aufnahmedatum 13. Januar 1969
Aufnahmeort American Sound Studio, Memphis
Album From Elvis in Memphis
Veröffentlichungsjahr 1969
Stilistische Bezüge Rockmusik, Soul, Rhythm and Blues, Country-Musik und Blues
Produktion des Albumkontexts Chips Moman und Felton Jarvis

Die Schreibweise des Titels variiert in unterschiedlichen Veröffentlichungen und Nachschlagewerken. Häufig erscheint auch die Form „Wearin’ That Loved-On Look“. In diesem aiMOOC wird der vom Nutzer vorgegebene exakte Titel Elvis Presley – Wearin’ That Loved On Look verwendet.


Historischer Hintergrund


Elvis Presley im Jahr 1969

Nach Jahren, in denen ein großer Teil von Presleys Veröffentlichungen mit seinen Filmen verbunden war, markierten die späten 1960er Jahre eine künstlerische Neuorientierung. Das Fernsehspecial Elvis von 1968 hatte seine Präsenz als Live- und Studiosänger neu hervorgehoben. Anfang 1969 nahm Presley erstmals seit langer Zeit wieder in Memphis auf.

Die Sessions im American Sound Studio führten ihn in eine Arbeitsumgebung, die nicht nach den bisherigen Routinen seiner üblichen Aufnahmetermine funktionierte. Produzent Chips Moman und die Studiomusiker brachten einen eigenständigen, stark von Memphis Soul, Country Soul und Rhythm and Blues geprägten Klang ein. Diese Zusammenarbeit ermöglichte Arrangements, in denen Presleys Stimme eng mit einer rhythmisch präzisen Studioband, markanten Basslinien, Tasteninstrumenten, Bläsern und Hintergrundgesang verbunden wurde.


Das American Sound Studio

Das American Sound Studio war ein bedeutendes Aufnahmestudio in Memphis. Es wurde mit zahlreichen erfolgreichen Produktionen der späten 1960er Jahre verbunden. Die dort arbeitenden Studiomusiker wurden informell als The Memphis Boys bekannt. Ihr Spiel verband stilistische Elemente, die in einer streng getrennten Genrebetrachtung oft als Country, Soul, Pop, Blues oder Rock bezeichnet werden.

Für die Analyse ist wichtig: Der sogenannte Memphis-Sound war kein einzelnes, unveränderliches Rezept. Er entstand aus dem Zusammenspiel von Songauswahl, Studiomusikern, Arrangement, Gesang, Aufnahmetechnik und Produktion. Bei „Wearin’ That Loved On Look“ trägt besonders die Verbindung aus rhythmischer Bassfigur, Schlagzeug, Gitarre, Orgel, Klavier, Bläsern und Hintergrundstimmen zur klanglichen Spannung bei.


Songwriter und Entstehung

Dallas Frazier war ein US-amerikanischer Songwriter und Sänger, dessen Arbeiten vor allem mit Country-Musik und populärer Musik verbunden sind. Arthur Leo „Doodle“ Owens schrieb ebenfalls zahlreiche Songs im Umfeld der Country- und Popmusik. Gemeinsam entwickelten sie einen Text, der eine alltägliche Beziehungssituation dramatisch zuspitzt.

Die Komposition folgt dem Prinzip des Storytelling im Song: Eine Situation wird aus der Perspektive einer beteiligten Figur erzählt. Der Erzähler kehrt nach einer Abwesenheit zurück, beobachtet seine Partnerin und deutet ihr Erscheinungsbild als Zeichen dafür, dass eine andere Person ihr nahegekommen sei. Entscheidend ist dabei, dass das Publikum nur seine Sicht erhält. Ob seine Schlussfolgerung zutrifft, bleibt innerhalb der erzählten Situation von seiner Wahrnehmung abhängig.

Diese Offenheit erlaubt verschiedene Interpretationen:

  1. Untreue: Der Erzähler könnte einen tatsächlichen Verrat erkannt haben.
  2. Eifersucht: Seine Beobachtung könnte durch Misstrauen verzerrt sein.
  3. Kommunikationsproblem: Statt eines offenen Gesprächs steht eine vorschnelle Deutung im Mittelpunkt.
  4. Unzuverlässiges Erzählen: Die erzählende Figur berichtet subjektiv und besitzt nicht automatisch vollständiges Wissen.
  5. Geschlechterrolle: Der Song kann im Zusammenhang mit zeittypischen Vorstellungen von Partnerschaft, Kontrolle und Besitzdenken untersucht werden.


Musikalische Analyse


Stil und Klangbild

Das Stück steht im Spannungsfeld mehrerer Genres. Die erzählerische Direktheit und die Beziehungsthematik erinnern an Country-Musik. Die rhythmische Gestaltung, die Bassarbeit, die Orgel, der Hintergrundgesang und die Bläser verweisen zugleich auf Soul und Rhythm and Blues. Presleys energische Gesangsweise verbindet diese Elemente mit Rock- und Bluestraditionen.

Eine Genrezuordnung sollte deshalb nicht als starre Schublade verstanden werden. Sinnvoller ist es, konkrete Merkmale zu benennen und anschließend zu erklären, warum sie an bestimmte musikalische Traditionen erinnern.


Rhythmus und Groove

Der Groove entsteht aus dem engen Zusammenspiel von Schlagzeug, Bassgitarre, Gitarren und Tasteninstrumenten. Die Basslinie besitzt eine besonders auffällige Funktion und prägt den Vorwärtsdrang des Arrangements. In Darstellungen zum Album wird hervorgehoben, dass der Song mit einem ungewöhnlich deutlich geführten elektrischen Bass beginnt.

Beim Hören kannst Du auf folgende Aspekte achten:

  1. Puls: Ist der Grundschlag deutlich oder eher verdeckt?
  2. Synkope: Werden Akzente zwischen den erwarteten Zählzeiten gesetzt?
  3. Basslinie: Wiederholt der Bass ein Muster oder verändert er sich mit den Gesangsphrasen?
  4. Backbeat: Welche Wirkung haben die Schläge auf den betonten Zählzeiten?
  5. Spannungsaufbau: Wie verändern zusätzliche Instrumente die Energie?


Instrumentierung

Die offizielle Dokumentation zur Aufnahme nennt eine umfangreiche Besetzung. Dazu gehören unter anderem:

  1. Gesang: Elvis Presley sowie mehrere Hintergrundsängerinnen und Hintergrundsänger.
  2. Gitarre: Elvis Presley und Reggie Young.
  3. Bassgitarre: Tommy Cogbill und Mike Leech.
  4. Schlagzeug: Gene Chrisman.
  5. Klavier: Bobby Wood sowie weitere beteiligte Musiker.
  6. Orgel: Bobby Emmons.
  7. Steelgitarre: John Hughey.
  8. Mundharmonika: Ed Kollis.
  9. Blasinstrument: Trompeten, Saxophone, Posaunen und Hörner.

Nicht jedes genannte Instrument muss während des gesamten Songs gleich deutlich hörbar sein. Eine Aufnahme kann außerdem durch nachträgliche Ergänzungen, Mischentscheidungen und unterschiedliche Lautstärkeverhältnisse geprägt werden. Gute Musikanalyse beschreibt deshalb zuerst, was tatsächlich hörbar ist, und gleicht den Höreindruck anschließend mit verlässlichen Produktionsangaben ab.


Gesang und Ausdruck

Presleys Vortrag wirkt angespannt, drängend und emotional. Er gestaltet die Erzählung nicht neutral, sondern als direkte Konfrontation. Dabei beeinflussen mehrere Parameter die Wirkung:

  1. Phrasierung: Wörter und Silben werden rhythmisch gedehnt, verkürzt oder akzentuiert.
  2. Dynamik: Lautstärke und stimmliche Intensität verändern sich im Verlauf.
  3. Timbre: Rauere und weichere Klanganteile vermitteln unterschiedliche emotionale Zustände.
  4. Artikulation: Umgangssprachliche Verkürzungen und deutliche Konsonanten steigern die Direktheit.
  5. Hintergrundgesang: Zusätzliche Stimmen verdichten die musikalische Aussage und reagieren teilweise auf die Hauptstimme.

Die Stimme übernimmt damit mehrere Funktionen zugleich: Sie transportiert den Text, strukturiert die Form, erzeugt emotionale Spannung und lenkt die Aufmerksamkeit auf bestimmte Aussagen.


Form und Dramaturgie

Der Song arbeitet mit wiederkehrenden Abschnitten und einem wiedererkennbaren Titelmotiv. Wiederholung erfüllt dabei nicht nur eine musikalische, sondern auch eine erzählerische Funktion. Der Verdacht des Erzählers wird immer wieder bekräftigt und dadurch emotional verstärkt.

Für eine Formanalyse kannst Du den Song in Hörabschnitte gliedern:

  1. Einleitung: instrumentaler Beginn und Aufbau des Grooves.
  2. Strophe: Entwicklung der erzählten Situation.
  3. Refrain oder refrainähnlicher Abschnitt: Verdichtung der Kernaussage.
  4. Überleitung: Verbindung zwischen Text- und Formabschnitten.
  5. Schluss: musikalische Bestätigung oder Steigerung des zentralen Motivs.

Je nach verwendeter Fachsystematik können einzelne Abschnitte unterschiedlich benannt werden. Entscheidend ist, dass Du Deine Einteilung anhand hörbarer Wiederholungen, Veränderungen und Übergänge begründest.


Aufnahmeprozess und alternative Takes

Mehrere erhaltene Takes ermöglichen einen Einblick in den Aufnahmeprozess. Ein Take ist ein vollständiger oder abgebrochener Aufnahmeversuch. Durch den Vergleich verschiedener Takes lässt sich untersuchen, wie Tempo, Artikulation, Instrumenteneinsätze, Balance und Ausdruck verändert wurden.

Alternative Takes sind keine bloßen Vorstufen, die automatisch wertlos wären. Sie dokumentieren Entscheidungen:

  1. Welche Fassung besitzt den überzeugendsten Groove?
  2. Wo reagieren Band und Sänger besonders geschlossen aufeinander?
  3. Welche kleinen Unregelmäßigkeiten wirken lebendig?
  4. Welche Elemente wurden für die veröffentlichte Fassung stabilisiert?
  5. Wie verändert sich die emotionale Wirkung durch minimale Unterschiede?

Damit wird Musikproduktion als Prozess sichtbar. Eine veröffentlichte Aufnahme ist das Ergebnis von Auswahl, Wiederholung, Kommunikation und ästhetischer Entscheidung.


Text- und Sprachanalyse


Erzählperspektive

Der Liedtext wird aus der Ich-Perspektive erzählt. Diese Perspektive schafft Nähe, begrenzt aber zugleich das Wissen. Der Erzähler teilt seine Beobachtungen und Schlussfolgerungen mit, doch das Publikum erhält keine unabhängige Bestätigung.

Für die Interpretation ist daher zwischen drei Ebenen zu unterscheiden:

  1. Beobachtung: Was nimmt die Figur nach eigener Darstellung wahr?
  2. Deutung: Welche Bedeutung gibt sie dieser Wahrnehmung?
  3. Wertung: Wie beurteilt sie die andere Person und die Situation?

Diese Trennung verhindert, dass die Behauptung einer Figur automatisch als objektive Wahrheit behandelt wird.


Bedeutung des Titels

„Wearin’“ ist eine umgangssprachlich verkürzte Form von „wearing“. Das ausgelassene „g“ wird durch ein Apostroph markiert. „Loved on“ bezeichnet in diesem Zusammenhang sichtbare oder vorgestellte Spuren körperlicher und emotionaler Nähe. Der gesamte Titel kann sinngemäß so verstanden werden, dass eine Person einen Ausdruck oder ein Erscheinungsbild trägt, das auf vorherige intime Zuwendung hindeuten soll.

Eine direkte Übersetzung ist schwierig, weil der englische Ausdruck zugleich konkret, umgangssprachlich und bildhaft ist. Mögliche deutsche Annäherungen wären Formulierungen wie „der Blick nach einer Liebesnacht“ oder „ein Aussehen, das verrät, dass jemand Dir nahe war“. Keine dieser Fassungen deckt alle Bedeutungsnuancen vollständig ab.


Sprachliche Mittel

Der Text nutzt Merkmale gesprochener Sprache. Dazu gehören Verkürzungen, direkte Anrede, Wiederholung und bildhafte Deutung. Diese Mittel erfüllen unterschiedliche Funktionen:

  1. Umgangssprache erzeugt Nähe und vermittelt Spontaneität.
  2. Direkte Ansprache macht aus der Erzählung eine Konfrontation.
  3. Wiederholung verstärkt den Verdacht und schafft Wiedererkennbarkeit.
  4. Bildhafte Sprache verbindet äußeres Erscheinungsbild mit einer inneren oder vergangenen Handlung.
  5. Subtext lässt unausgesprochene Vorwürfe und Beziehungskonflikte mitschwingen.


Liebe, Eifersucht und Macht

Der Song kann als dramatische Darstellung verletzten Vertrauens gehört werden. Zugleich lohnt eine kritische Perspektive: Der Erzähler beansprucht, allein anhand eines Blicks oder Aussehens über das Verhalten der Partnerin urteilen zu können. Damit entsteht ein Machtverhältnis zwischen beobachtender, anklagender und beschuldigter Person.

Eine zeitgemäße Analyse fragt deshalb nicht nur, ob Untreue vorliegt, sondern auch:

  1. Wie verlässlich ist die Wahrnehmung des Erzählers?
  2. Welche Möglichkeiten hätte ein respektvolles Gespräch?
  3. Welche Rolle spielen Eifersucht und Besitzdenken?
  4. Wird die beschuldigte Person als eigenständige Stimme sichtbar?
  5. Welche Geschlechterbilder werden vorausgesetzt oder reproduziert?

Solche Fragen verurteilen das Kunstwerk nicht vorschnell. Sie erweitern die Analyse um gesellschaftliche und kommunikative Zusammenhänge.


Produktion und Interpretation


Zusammenspiel von Text und Musik

Text und Musik arbeiten auf eine gemeinsame Wirkung hin. Der Text formuliert Misstrauen und emotionale Verletzung. Der Groove hält die Bewegung aufrecht, während Gesang, Bass, Schlagzeug und Begleitstimmen die Spannung steigern. Dadurch entsteht ein Kontrast: Eine problematische Beziehungssituation wird in eine mitreißende musikalische Form überführt.

Dieser Gegensatz ist für populäre Musik typisch. Ein Song kann ein schmerzhaftes Thema behandeln und dennoch tanzbar, energisch oder unterhaltsam wirken. Die emotionale Wirkung entsteht nicht allein aus dem Text, sondern aus dem Verhältnis von:

  1. Melodie
  2. Harmonik
  3. Rhythmus
  4. Klangfarbe
  5. Dynamik
  6. Arrangement
  7. Gesangsinterpretation
  8. Aufnahmetechnik


Rolle der Studiomusiker

Populäre Aufnahmen werden häufig stark mit dem Namen des Stars verbunden. Dennoch entsteht der konkrete Klang durch Zusammenarbeit. Studiomusiker entwickeln oder realisieren rhythmische Figuren, instrumentale Antworten, Übergänge und Klangschichten. Produzenten koordinieren Entscheidungen über Ablauf, Wiederholung, Besetzung und Klangbalance.

Bei „Wearin’ That Loved On Look“ ist deshalb zwischen mehreren Ebenen kreativer Arbeit zu unterscheiden:

  1. Die Songwriter entwickelten Text und Komposition.
  2. Elvis Presley interpretierte das Stück stimmlich und war auch instrumental beteiligt.
  3. Die Studiomusiker formten Groove, Begleitung und klangliche Details.
  4. Die Produzenten und Tontechniker beeinflussten Auswahl, Aufnahme und Mischung.
  5. Das Plattenlabel organisierte Veröffentlichung und Vermarktung.

Diese Arbeitsteilung zeigt, dass ein Song zugleich Werk, Aufführung, Aufnahme und Medienprodukt ist.


Kulturgeschichtliche Einordnung


Memphis als Musikstadt

Memphis spielte eine zentrale Rolle in der Entwicklung von Blues, Soul, Rock ’n’ Roll und Rhythm and Blues. Unterschiedliche musikalische Traditionen trafen dort aufeinander. Studios, Radiostationen, Clubs, Kirchenmusik und regionale Netzwerke ermöglichten stilistische Überschneidungen.

Presleys Rückkehr zu Aufnahmen in Memphis hatte daher nicht nur biografische Bedeutung. Sie verband seine Interpretation mit einer lokalen Studiokultur, die von rhythmischer Präzision, stilistischer Offenheit und der Zusammenarbeit erfahrener Sessionmusiker geprägt war.


Genregrenzen und kulturelle Verflechtung

Die Aufnahme verdeutlicht, dass Genregrenzen historisch durchlässig sind. Begriffe wie Country, Soul, Blues, Pop und Rock helfen bei der Orientierung, können aber die tatsächlichen Austauschprozesse vereinfachen.

Eine verantwortungsvolle musikgeschichtliche Analyse berücksichtigt außerdem, dass viele Grundlagen US-amerikanischer Popmusik aus afroamerikanischen Musiktraditionen stammen. Dazu gehören unter anderem Bluesformen, Gospelgesang, rhythmische Konzepte, Call-and-Response-Strukturen und expressive Gesangstechniken. Gleichzeitig wirkten Country-, Folk- und Poptraditionen auf die konkrete Gestaltung ein.

Der Song eignet sich daher als Beispiel für kulturellen Austausch, aber auch für die Frage, wie Musikindustrie, Vermarktung, Rassismus und ungleiche Sichtbarkeit beeinflussen, welche Künstler öffentlich als stilprägend wahrgenommen werden.


Urheberrecht und verantwortungsvolle Nutzung

Der Liedtext und die Tonaufnahme sind urheberrechtlich geschützt. Für schulische Analysen gelten je nach Land, Plattform und Nutzungssituation unterschiedliche Regeln. Grundsätzlich solltest Du:

  1. keine vollständigen Liedtexte ohne Erlaubnis veröffentlichen,
  2. nur kurze, für die Analyse notwendige Textausschnitte verwenden,
  3. Quelle und Urheberschaft nennen,
  4. eingebettete legale Angebote statt unerlaubter Kopien nutzen,
  5. eigene Analyse klar von fremden Inhalten unterscheiden,
  6. bei Veröffentlichungen die geltenden Urheberrechtsregeln prüfen.

Eine gute Aufgabe kann den Song untersuchen, ohne den vollständigen Text abzudrucken. Paraphrasen, Formbeschreibungen, Höraufträge und selbst formulierte Interpretationen sind dafür besonders geeignet.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wer schrieb Wearin’ That Loved On Look? (Dallas Frazier und Arthur L. Owens) (!Elvis Presley und Chips Moman) (!Jerry Leiber und Mike Stoller) (!Sam Phillips und Scotty Moore)




Wann wurde Elvis Presleys Aufnahme des Songs eingespielt? (Am 13. Januar 1969) (!Am 8. Januar 1935) (!Am 16. August 1977) (!Am 21. Dezember 1970)




In welchem Studio entstand die Aufnahme? (Im American Sound Studio) (!Im Abbey Road Studio) (!Im Motown Studio A) (!Im Electric Lady Studio)




Auf welchem Album erschien der Song? (From Elvis in Memphis) (!Blue Hawaii) (!Elvis’ Christmas Album) (!Aloha from Hawaii via Satellite)




Welche Stadt ist für den Aufnahmeort entscheidend? (Memphis) (!Liverpool) (!Berlin) (!Detroit)




Welches Instrument prägt den Beginn und den Groove besonders deutlich? (Der elektrische Bass) (!Die Harfe) (!Das Cembalo) (!Die Tuba)




Welche Erzählperspektive bestimmt den Liedtext? (Die Ich-Perspektive) (!Ein allwissender Erzähler) (!Eine neutrale Nachrichtensprecherin) (!Eine reine Du-Perspektive ohne Erzähler)




Was ist ein Take bei einer Studioaufnahme? (Ein einzelner Aufnahmeversuch) (!Eine gedruckte Konzertkarte) (!Ein Verstärkertyp) (!Eine Tanzfigur)




Welche Aussage beschreibt die Deutung des Erzählers am treffendsten? (Er deutet das Aussehen seiner Partnerin als Zeichen möglicher Untreue) (!Er berichtet von einer Reise nach Europa) (!Er plant eine Studioeröffnung) (!Er beschreibt ein Sportereignis)




Warum ist die Sicht des Erzählers nicht automatisch objektiv? (Weil das Publikum nur seine subjektive Wahrnehmung kennt) (!Weil der Song keinen Gesang enthält) (!Weil alle Instrumente gleichzeitig schweigen) (!Weil die Handlung von einem Historiker erzählt wird)





Memory

Elvis Presley Interpret der Aufnahme
Dallas Frazier Mitautor des Songs
Arthur L. Owens Zweiter Mitautor
American Sound Studio Aufnahmeort in Memphis
From Elvis in Memphis Album von 1969
Chips Moman Produzent im Memphis-Kontext
Gene Chrisman Schlagzeuger der Session
Bobby Emmons Organist der Session





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Interpret Elvis Presley
Songwriter Dallas Frazier und Arthur L. Owens
Aufnahmestudio American Sound Studio
Album From Elvis in Memphis
Erzählperspektive Ich-Perspektive
Zentrales Konfliktthema Misstrauen in einer Beziehung





Kreuzworträtsel

Memphis In welcher Stadt wurde der Song aufgenommen?
Frazier Wie lautet der Nachname eines der beiden Songwriter?
Owens Wie lautet der Nachname des zweiten Songwriters?
Presley Wie lautet der Nachname des Interpreten?
Moman Wie lautet der Nachname des Produzenten Chips?
Bass Welches Instrument prägt den Groove besonders deutlich?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Der Song wurde von Dallas Frazier und Arthur L.

geschrieben. Elvis Presley nahm das Stück am 13. Januar

auf. Die Aufnahme entstand im American Sound Studio in

. Der Song eröffnet das Album From Elvis in

. Eine besonders auffällige Rolle übernimmt der elektrische

. Der Erzähler spricht aus der

. Er deutet das Erscheinungsbild seiner Partnerin als Zeichen möglicher

. Diese Schlussfolgerung bleibt an seine subjektive

gebunden. Mehrere Aufnahmeversuche eines Songs werden als

bezeichnet. Der Gesamtklang verbindet unter anderem Rock, Country, Blues und

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Hörprotokoll: Höre den Song einmal vollständig und notiere fünf Instrumente oder Klangquellen, die Du sicher oder vermutlich erkennst. Kennzeichne Vermutungen ausdrücklich.
  2. Stimmungswortschatz: Sammle zwölf Adjektive zur Wirkung der Aufnahme und ordne sie den Bereichen Gesang, Rhythmus, Klang und Textaussage zu.
  3. Titelübersetzung: Entwickle drei unterschiedliche deutsche Übertragungen des Titels und erkläre jeweils, welche Bedeutungsnuance erhalten bleibt oder verloren geht.
  4. Werkdatenkarte: Gestalte eine übersichtliche Karte mit Interpret, Songwritern, Aufnahmedatum, Studio, Album und Stilbezügen.


Standard

  1. Formanalyse: Markiere beim Hören die Zeitpunkte wichtiger Formabschnitte und begründe Deine Einteilung anhand von Wiederholung, Instrumentierung und Gesang.
  2. Erzählperspektive: Schreibe die geschilderte Situation aus der Perspektive der beschuldigten Partnerin neu, ohne Textzeilen des Originals zu übernehmen.
  3. Take-Vergleich: Vergleiche die veröffentlichte Aufnahme mit mindestens einem alternativen Take. Untersuche Tempo, Phrasierung, Instrumenteneinsätze und emotionale Wirkung.
  4. Genrevergleich: Wähle je ein Beispiel aus Country, Soul und Blues und vergleiche konkrete Merkmale mit „Wearin’ That Loved On Look“.


Schwer

  1. Quellenkritik: Recherchiere drei Quellen zur Aufnahme und prüfe, ob Angaben zu Veröffentlichungsdatum, Besetzung oder Schreibweise des Titels voneinander abweichen. Bewerte die Verlässlichkeit.
  2. Produktionsanalyse: Erstelle ein Schaubild, das Songwriting, Interpretation, Studioband, Produktion, Tontechnik und Veröffentlichung als zusammenhängenden Prozess darstellt.
  3. Genderanalyse: Untersuche, welche Vorstellungen von Liebe, Treue, Eifersucht und Kontrolle im Song sichtbar werden. Beziehe eine heutige Perspektive ein.
  4. Eigene Produktion: Komponiere oder produziere ein kurzes eigenes Stück, das mit Bass, Rhythmusgruppe und Hintergrundstimmen eine vergleichbare Spannung erzeugt, ohne Melodie oder Text des Originals zu kopieren.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Subjektivität und Wahrheit: Erkläre anhand des Songs, warum eine eindringlich erzählte Behauptung nicht automatisch objektiv wahr sein muss. Übertrage das Prinzip auf eine Alltagssituation oder eine Nachricht in sozialen Medien.
  2. Musik und Emotion: Zeige, wie mindestens drei musikalische Parameter die Wirkung des Beziehungskonflikts verstärken. Beziehe Dich auf konkrete Hörbeobachtungen.
  3. Kreative Zusammenarbeit: Analysiere, warum die Aufnahme weder allein den Songwritern noch allein Elvis Presley zugeschrieben werden kann. Entwickle ein Modell verteilter Kreativität.
  4. Genre als Werkzeug: Beurteile die Aussage „Der Song ist einfach nur Rockmusik“. Formuliere eine differenzierte Gegenposition mit mindestens vier hörbaren oder historischen Argumenten.
  5. Historischer Transfer: Vergleiche die Darstellung von Eifersucht im Song mit einem aktuellen Lied, Film oder literarischen Text. Untersuche Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Perspektive und Machtverhältnis.
  6. Urheberrechtlicher Transfer: Plane eine digitale Präsentation zum Song, die wissenschaftlich aussagekräftig ist, aber keine vollständigen geschützten Liedtexte oder unerlaubten Aufnahmen enthält.




Lernnachweis

  1. Du gibst die zentralen Werkdaten korrekt und quellenbewusst wieder.
  2. Du unterscheidest zwischen hörbarer Beobachtung, historischer Information, Interpretation und persönlichem Urteil.
  3. Du beschreibst mindestens vier musikalische Parameter mit passenden Fachbegriffen.
  4. Du analysierst die Ich-Perspektive und reflektierst ihre begrenzte Zuverlässigkeit.
  5. Du erklärst das Zusammenspiel von Songwriting, Interpretation, Studiomusik und Produktion.
  6. Du ordnest die Aufnahme in den Memphis-Kontext des Jahres 1969 ein.
  7. Du entwickelst eine eigenständige, nachvollziehbar begründete Interpretation.
  8. Du gehst verantwortungsvoll mit urheberrechtlich geschützten Texten und Aufnahmen um.
  9. Du dokumentierst verwendete Quellen vollständig.
  10. Du präsentierst Deine Ergebnisse sprachlich klar, fachlich korrekt und strukturiert.




Quellen und weiterführende Informationen

  1. Elvis Presley Official Site: Wearin’ That Loved On Look – Werkdaten, Aufnahmedatum und beteiligte Musiker.
  2. Elvis Presley Official Site: From Elvis In Memphis – Informationen zum Album und zu den Memphis-Sessions.
  3. Wikipedia: Wearin’ That Loved-On Look – Überblick zu Song und Autorenschaft.
  4. Wikipedia: From Elvis in Memphis – Albumkontext, Aufnahme und Veröffentlichung.
  5. Wikimedia Commons: Elvis Presley and Colonel Tom Parker 1969 – Bild- und Lizenzinformationen.
  6. Wikimedia Commons: From Elvis in Memphis text – freie Grafik und Lizenzinformationen.


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