Deep Purple - Smoke on the water


Deep Purple - Smoke on the water
Einleitung
Deep Purple - Smoke on the water führt Dich in einen der bekanntesten Hard-Rock-Songs ein. Du untersuchst nicht nur das berühmte Riff, sondern auch Metrum, Klangfarbe, Arrangement, Songtext und Musikproduktion. Der Kurs arbeitet mit Hörbeispielen, Bildern und praktischen Musikaufgaben.
| Merkmal | Kurzinfo |
|---|---|
| Interpret | Deep Purple |
| Album | Machine Head |
| Entstehung | Dezember 1971 in Montreux |
| Veröffentlichung | 1972 auf dem Album, 1973 als gekürzte Single |
| Genre | Hard Rock |
| Metrum | 4/4-Takt |
| Tonales Zentrum | g-Moll |
| Tempo | ungefähr 112 Schläge pro Minute |
Die Band und ihr Klang
Die Aufnahme entstand in der berühmten Mark-II-Besetzung: Ian Gillan singt, Ritchie Blackmore spielt E-Gitarre, Roger Glover E-Bass, Jon Lord Hammond-Orgel und Ian Paice Schlagzeug. Besonders ist das fast gleichberechtigte Klangduell von Gitarre und Orgel. Lords stark verzerrte Orgel klingt stellenweise wie eine zweite Gitarre.


Entstehung in Montreux
Deep Purple wollte im Dezember 1971 mit dem mobilen Studio der Rolling Stones im Casino von Montreux aufnehmen. Während eines Konzerts von Frank Zappa und The Mothers of Invention geriet das Gebäude nach dem Abschuss einer Signalpistole in Brand. Der Rauch über dem Genfersee wurde zum Bild des Songtitels.


Der im Lied erwähnte Funky Claude war Claude Nobs, Mitbegründer des Montreux Jazz Festivals. Er half bei der Evakuierung und unterstützte die Band bei der Suche nach neuen Räumen.

Improvisiertes Tonstudio
Nach dem Brand arbeitete die Band zunächst im Pavillon. Dort entstand die Grundspur von Smoke on the Water, bis Lärmbeschwerden die Session beendeten. Für den größten Teil des Albums wurde anschließend das fast leere Grand Hôtel in Territet genutzt. Flure, Türen und Matratzen dienten der akustischen Abschirmung. Der Gesang und weitere Teile des Songs wurden dort fertiggestellt.


Das Riff: wenige Töne, starke Wirkung
Das Hauptmotiv ist eine kurze bluesgeprägte Figur in g-Moll. Blackmore spielt keine vollständigen Akkorde, sondern parallele Quart-Zweiklänge. Er greift zwei Saiten gleichzeitig und schlägt sie häufig mit den Fingern statt mit einem Plektrum an. Dadurch wirkt der Klang trocken, direkt und rhythmisch präzise.
Die Wirkung entsteht aus vier Bausteinen: einem leicht merkbaren Tonkern, markanten Pausen, Wiederholung mit kleinen Veränderungen und der Verdopplung durch Lords verzerrte Orgel. Das Riff ist deshalb einfach wiederzuerkennen, aber musikalisch reicher als die oft gespielte Ein-Saiten-Anfängerfassung.
Arrangement und Groove
Das Intro wächst schrittweise. Zuerst erklingt die Gitarre allein. Danach kommen Orgel und Hi-Hat, anschließend das vollständige Schlagzeug, der Bass und zuletzt die Stimme hinzu. Dieses Schichtprinzip steigert Dichte und Lautstärke, ohne das Grundmotiv zu verändern.
Paice verbindet einen geraden Backbeat auf den Zählzeiten zwei und vier mit lebendigen Fills. Glover hält das tonale Fundament stabil. Gillans Gesang erzählt das Ereignis knapp und beinahe berichtend. In Livefassungen werden Gitarren- und Orgelsoli oft erweitert; daraus entsteht ein musikalisches Frage-und-Antwort-Spiel.
Form und Song-Sprache
Der Song verbindet Strophe, Refrain, Riff-Rückkehr, Instrumentalsolo und Schlusssteigerung. Die Strophen berichten chronologisch vom Brand und von der schwierigen Aufnahmesituation. Der Refrain verdichtet das Geschehen in einem starken Bild. Musik und Text arbeiten daher ähnlich: Beide wiederholen einen klaren Kern und verändern seinen Kontext.
Besonderheiten auf einen Blick: reales Ereignis statt erfundener Handlung, sofort erkennbares Riff, parallele Quarten, verzerrte Hammond-Orgel, stufenweiser Instrumenteneinsatz, kraftvoller Midtempo-Groove und ausgeprägtes Zusammenspiel der Band.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Auf welchem Album erschien der Song zuerst? (Machine Head) (!Fireball) (!Perfect Strangers) (!Burn)
In welcher Stadt entstand die Geschichte des Songs? (Montreux) (!London) (!Birmingham) (!New York)
Welches Ereignis lieferte den Stoff für den Text? (Der Brand des Casinos) (!Ein Gewitter über einem Stadion) (!Eine Schiffsreise) (!Ein Stromausfall im Studio)
Wer spielte das berühmte Gitarrenriff der Originalaufnahme? (Ritchie Blackmore) (!Ian Gillan) (!Roger Glover) (!Ian Paice)
Welches Instrument verdoppelt das Riff mit verzerrtem Klang? (Hammond-Orgel) (!Saxofon) (!Violine) (!Akustikklavier)
In welchem Takt steht der Song? (4/4-Takt) (!3/4-Takt) (!5/4-Takt) (!7/8-Takt)
Welche Intervalle prägen Blackmores Doppelgriffe im Riff? (Quarten) (!Sexten) (!Oktaven) (!Sekunden)
Wie entwickelt sich das Intro? (Die Instrumente kommen schrittweise hinzu) (!Alle Instrumente beginnen gleichzeitig) (!Das Tempo wird immer schneller) (!Der Song startet mit einem Chorsatz)
Wer ist mit Funky Claude gemeint? (Claude Nobs) (!Claude Debussy) (!Claude Monet) (!Claude François)
Welche Wirkung hat die gekürzte Singlefassung? (Sie macht den langen Albumsong radiotauglicher) (!Sie verwandelt den Song in einen Walzer) (!Sie entfernt das Gitarrenriff) (!Sie ersetzt den Gesang durch Flöte)
Memory
| Ritchie Blackmore | E-Gitarre und Riff |
| Jon Lord | Verzerrte Hammond-Orgel |
| Ian Gillan | Leadgesang |
| Roger Glover | E-Bass |
| Ian Paice | Schlagzeug und Groove |
| Claude Nobs | Hilfe bei Brand und Aufnahme |
| Montreux | Ort der Entstehungsgeschichte |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Riff | Wiederkehrendes prägnantes Motiv |
| Quart-Zweiklang | Zwei Töne im Abstand einer Quarte |
| Backbeat | Betonung auf den Zählzeiten zwei und vier |
| Schichtprinzip | Instrumente treten nacheinander hinzu |
| Hammond-Orgel | Verzerrter Gegenklang zur Gitarre |
Kreuzworträtsel
| Montreux | In welcher Schweizer Stadt spielt die Entstehungsgeschichte? |
| Blackmore | Wie heißt der Gitarrist mit Nachnamen? |
| Hammond | Welche Orgelmarke prägt den Klang? |
| Gillan | Wie heißt der Sänger mit Nachnamen? |
| Claude | Welcher Vorname gehört zum Festivalleiter Nobs? |
| Hardrock | Welchem Musikstil wird der Song zugeordnet? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Hörprotokoll: Höre das Intro und notiere die Reihenfolge, in der Gitarre, Orgel, Schlagzeug, Bass und Gesang einsetzen.
- Rhythmus: Klatsche einen gleichmäßigen 4/4-Puls und betone dabei die Zählzeiten zwei und vier.
- Klangfarbe: Beschreibe mit fünf passenden Adjektiven den Unterschied zwischen Gitarren- und Orgelklang.
- Songgeschichte: Erzähle die Entstehung des Songs in höchstens sechs Sätzen nach.
Standard
- Riffanalyse: Markiere in einer selbst erstellten Hörgrafik Wiederholung, Pause und Variation des Hauptmotivs.
- Arrangement: Entwirf für eine Schulband ein Intro, bei dem fünf Klangschichten nacheinander hinzukommen.
- Coverversion: Vergleiche Studio- und Livefassung hinsichtlich Tempo, Soli, Klangdichte und Publikumswirkung.
- Musikjournalismus: Schreibe eine kurze Konzertkritik, in der Du mindestens sechs Fachbegriffe korrekt verwendest.
Schwer
- Songproduktion: Produziere eine eigene acht- bis sechzehntaktige Riff-Komposition mit schrittweisem Instrumentenaufbau.
- Musiktheorie: Untersuche, wie parallele Quarten den Charakter eines Riffs verändern, und demonstriere das Ergebnis am Instrument oder in einer Musiksoftware.
- Interpretation: Erkläre, warum ein sachlich erzählter Text zusammen mit einem schweren Hard-Rock-Klang besonders eindringlich wirken kann.
- Medienprojekt: Gestalte ein kurzes Erklärvideo über die Entstehung, den Klangaufbau und die kulturelle Wirkung des Songs. Nutze nur selbst erstelltes oder frei lizenziertes Material.


Lernkontrolle
- Zusammenhang von Text und Musik: Erkläre, wie das wiederkehrende Riff und der berichtende Text gemeinsam Erinnerung und Spannung erzeugen.
- Arrangement-Transfer: Übertrage das Schichtprinzip des Intros auf ein anderes Musikstück und begründe Deine Instrumentenreihenfolge.
- Klangvergleich: Beurteile, welchen Anteil Gitarre, Orgel, Bass und Schlagzeug an der Härte des Gesamtklangs haben.
- Historischer Kontext: Zeige, wie ein zufälliges Ereignis durch Auswahl, Verdichtung und musikalische Gestaltung zu einem kulturellen Symbol werden kann.
- Live und Studio: Entwickle Kriterien, mit denen sich eine Studiofassung und eine Livefassung fair vergleichen lassen.
- Eigenes Riff: Komponiere ein kurzes Motiv mit Pausen und Wiederholungen und erläutere, wodurch es wiedererkennbar wird.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du die Entstehungsgeschichte sicher erklären, das Intro hörend gliedern, die Instrumente und ihre Rollen zuordnen, Riff, Quart-Zweiklang, Backbeat, Klangfarbe und Arrangement korrekt anwenden sowie eine begründete eigene Analyse oder Gestaltung vorlegen. Besonders wichtig ist, dass Du Fachwissen mit einem Hörbeispiel oder einer eigenen musikalischen Lösung verbindest.
OERs zum Thema
Die eingebundenen Bilder stammen aus Wikimedia Commons. Prüfe auf der jeweiligen Dateiseite Urheberangabe und Lizenz, wenn Du sie in einem eigenen Projekt weiterverwendest.
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
Schulfach+


aiMOOCs



aiMOOC Projekte


THE MONKEY DANCE





|
