Erzähltechniken in epischen Texten


Erzähltechniken in epischen Texten
Erzähltechniken in epischen Texten
Einleitung
Epische Texte erzählen Geschichten. Dazu gehören zum Beispiel Roman, Novelle, Kurzgeschichte, Fabel und Märchen. Nicht nur das Was, sondern auch das Wie des Erzählens ist wichtig. Erzähltechniken lenken Deinen Blick, Dein Wissen und Dein Tempo beim Lesen.
In diesem aiMOOC lernst Du vor allem Erzählperspektive, Darbietungsform, Zeitgestaltung und Erzählreihenfolge kennen.
Lernbereiche
- Deutschunterricht: Epische Texte lesen und verstehen
- Literaturanalyse: Erzählperspektive, Darbietungsform und Zeitgestaltung untersuchen
- Schreibkompetenz: Erzähltechniken in eigenen Texten anwenden
- Medienbildung: Lernvideos auswerten und fachlich beurteilen
Lernvideo von Planet Schule
Öffne das Video „022 Erzähltechniken in epischen Texten“:
Zum Video auf dem YouTube-Kanal von Planet Schule
Video, Text und Material bei Planet Schule
Beobachtungsauftrag: Notiere während des Videos zu jeder Erzähltechnik ein Stichwort und ein eigenes Beispiel.
Erzählperspektive und Erzählverhalten
Die Erzählperspektive bestimmt, aus welchem Blickwinkel erzählt wird.
- Ich-Erzähler: Eine Figur erzählt mit „ich“. Ihr Wissen ist meist begrenzt.
- Personaler Erzähler: Erzählt wird nah an einer Figur. Du kennst vor allem ihre Wahrnehmung.
- Auktorialer Erzähler: Der Erzähler weiß viel, kommentiert oder blickt voraus.
- Neutraler Erzähler: Er zeigt von außen, ohne Gedanken zu erklären.
Merke: Der Autor ist eine reale Person. Der Erzähler ist eine vom Autor geschaffene Stimme im Text.
Darbietungsformen
Die Darbietungsform zeigt, wie Handlung, Rede und Gedanken wiedergegeben werden.
- Erzählbericht: Der Erzähler berichtet über das Geschehen.
- Direkte Rede: Die Figur spricht wörtlich.
- Indirekte Rede: Die Aussage einer Figur wird wiedergegeben.
- Innerer Monolog: Gedanken erscheinen direkt, oft in der Ich-Form.
- Erlebte Rede: Gedanken einer Figur stehen in der dritten Person, aber nah an ihrer Sprache.
- Bewusstseinsstrom: Gedanken folgen locker, sprunghaft und assoziativ.
Zeitgestaltung und Reihenfolge
Erzählzeit ist die Zeit, die Du zum Lesen brauchst. Erzählte Zeit ist die Dauer des Geschehens.
- Zeitdeckung: Lesen und Geschehen dauern ungefähr gleich lang.
- Zeitraffung: Eine lange Handlung wird kurz erzählt.
- Zeitdehnung: Ein kurzer Moment wird ausführlich erzählt.
- Rückblende: Der Text springt in die Vergangenheit.
- Vorausdeutung: Der Text weist auf Zukünftiges hin.
- Lineares Erzählen: Die Ereignisse folgen ihrer zeitlichen Reihenfolge.
Wirkung untersuchen
Frage bei einer Analyse immer:
- Wer erzählt?
- Was weiß die Erzählinstanz?
- Wie werden Rede und Gedanken gezeigt?
- Wie schnell wird erzählt?
- In welcher Reihenfolge erscheinen die Ereignisse?
- Welche Wirkung entsteht bei Dir?
Aufgaben zum Planet-Schule-Video
- Vorwissen aktivieren: Nenne vor dem Ansehen zwei Erzähltechniken, die Du schon kennst.
- Begriffe sammeln: Schreibe während des Videos mindestens sechs Fachbegriffe auf.
- Beispiele finden: Notiere zu drei Fachbegriffen je ein Beispiel aus dem Video.
- Wirkung erklären: Wähle eine Erzähltechnik und erkläre ihre Wirkung in zwei Sätzen.
- Video prüfen: Welche Unterscheidung ist für Dich am wichtigsten? Begründe Deine Wahl.
- Transfer: Suche die gezeigten Erzähltechniken in einem epischen Text aus dem Unterricht.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bestimmt die Erzählperspektive? (Den Blickwinkel des Erzählens) (!Die Seitenzahl des Textes) (!Die Schriftgröße) (!Das Erscheinungsjahr)
Welche Aussage zum Ich-Erzähler stimmt? (Er erzählt als Ich und ist Teil der erzählten Welt) (!Er kennt immer alle Gedanken aller Figuren) (!Er berichtet nur in direkter Rede) (!Er ist mit dem Autor identisch)
Was kann ein auktorialer Erzähler tun? (Das Geschehen kommentieren und vorausdeuten) (!Nur äußere Bewegungen nennen) (!Nur in Dialogen sprechen) (!Nie etwas über Figuren wissen)
Was ist ein innerer Monolog? (Die direkte Wiedergabe von Gedanken einer Figur) (!Eine sachliche Inhaltsangabe) (!Ein Gespräch zwischen zwei Erzählern) (!Eine Überschrift im Roman)
Was ist direkte Rede? (Die wörtliche Rede einer Figur) (!Eine Zusammenfassung vieler Jahre) (!Ein Sprung in die Vergangenheit) (!Eine Bewertung durch den Autor)
Was bedeutet Zeitraffung? (Eine lange Zeit wird kurz erzählt) (!Ein kurzer Moment wird ausführlich erzählt) (!Erzählzeit und erzählte Zeit sind gleich) (!Die Handlung beginnt erneut)
Was bedeutet Zeitdehnung? (Ein kurzer Moment wird sehr ausführlich erzählt) (!Viele Jahre werden in einem Satz zusammengefasst) (!Die Handlung folgt nur Dialogen) (!Der Erzähler wechselt zur Ich-Form)
Was ist eine Rückblende? (Ein Sprung zu einem früheren Ereignis) (!Ein Hinweis auf die Zukunft) (!Ein Wechsel vom Roman zum Gedicht) (!Eine direkte Leseransprache)
Worin unterscheiden sich Autor und Erzähler? (Der Autor schafft den Text und der Erzähler vermittelt die Geschichte) (!Beide sind immer dieselbe Person) (!Der Erzähler veröffentlicht das Buch) (!Der Autor ist immer eine Figur)
Was untersucht eine Erzähltextanalyse? (Die Gestaltung und Wirkung des Erzählens) (!Nur Rechtschreibfehler) (!Nur die Länge der Kapitel) (!Nur das Alter des Autors)
Memory
| Ich-Erzähler | erzählt mit „ich“ |
| Auktorialer Erzähler | kommentiert und weiß viel |
| Innerer Monolog | direkte Gedankenwiedergabe |
| Zeitraffung | lange Zeit kurz erzählt |
| Zeitdehnung | kurzer Moment ausführlich erzählt |
| Rückblende | Sprung in die Vergangenheit |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Beschreibung |
|---|---|
| Erzählbericht | Erzähler berichtet über das Geschehen |
| Direkte Rede | Figur spricht wörtlich |
| Innerer Monolog | Gedanken werden direkt gezeigt |
| Zeitraffung | lange Handlung wird kurz erzählt |
| Rückblende | Erzählung springt in die Vergangenheit |
Kreuzworträtsel
| Erzähler | Wer vermittelt die Geschichte? |
| Auktorial | Welches Erzählverhalten kommentiert und weiß besonders viel? |
| Monolog | Wie heißt eine längere Rede einer einzelnen Figur? |
| Rückblende | Wie heißt der Sprung zu einem früheren Ereignis? |
| Zeitraffung | Wie heißt das kurze Erzählen einer langen Zeit? |
| Perspektive | Welcher Begriff bezeichnet den Blickwinkel des Erzählens? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Standbild: Zeichne eine Szene aus dem Video und markiere den Blickwinkel des Erzählers.
- Begriffskarte: Gestalte eine Karte zu einer Erzähltechnik mit Definition und Beispiel.
- Perspektivwechsel: Schreibe fünf Sätze aus der Ich-Perspektive in die personale Form um.
- Video-Notizen: Erstelle eine Tabelle mit Fachbegriff, Erklärung und Beispiel aus dem Video.
Standard
- Textanalyse: Untersuche in einem kurzen epischen Text Perspektive, Darbietungsform und Zeitgestaltung.
- Hörspiel: Produziere eine Minute Hörspiel mit Erzählbericht, direkter Rede und innerem Monolog.
- Erklärvideo: Erkläre Zeitraffung, Zeitdeckung und Zeitdehnung mit eigenen Beispielen.
- Vergleich: Vergleiche die Erklärung im Planet-Schule-Video mit einem zweiten Lernvideo.
Schwer
- Wirkungsanalyse: Zeige, wie ein Perspektivwechsel die Bewertung einer Figur verändert.
- Experimentelles Schreiben: Erzähle dieselbe Szene auktorial, personal und aus der Ich-Perspektive.
- Fokalisierung: Untersuche bei einem anspruchsvollen Text, wer spricht und wer wahrnimmt.
- Videokritik: Bewerte das Planet-Schule-Video fachlich und didaktisch und schlage eine Ergänzung vor.


Lernkontrolle
- Perspektivwechsel und Wirkung: Schreibe eine Szene aus einer anderen Perspektive neu und erkläre drei Wirkungsunterschiede.
- Zeitgestaltung im Vergleich: Erzähle dasselbe Ereignis einmal gerafft und einmal gedehnt. Begründe Deine sprachlichen Entscheidungen.
- Unzuverlässiges Erzählen: Entwickle eine Ich-Erzählung, in der Zweifel an der Aussage der Erzählerin oder des Erzählers entstehen. Nenne Deine Hinweise.
- Darbietungsformen kombinieren: Gestalte einen Textabschnitt mit Erzählbericht, direkter Rede und innerem Monolog. Erkläre die Funktion jeder Form.
- Analyseurteil: Prüfe die Aussage „Die Erzählperspektive bestimmt, was Lesende wissen können“ an einem selbst gewählten Text.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:
- zentrale Erzähltechniken sicher benennen und erklären kannst,
- Textstellen passend belegen kannst,
- die Wirkung einer Technik auf Lesende untersuchst,
- Fachbegriffe richtig verwendest,
- eigene Texte gezielt mit Erzähltechniken gestaltest,
- Ergebnisse klar und nachvollziehbar präsentierst.
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