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Elvis Presley – Schulzeit an der Humes High School

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Elvis Presley – Schulzeit an der Humes High School




Elvis Presley – Schulzeit an der Humes High School


Einleitung

Bevor Elvis Presley zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten der populären Musik wurde, war er ein Jugendlicher, der mit seiner Familie einen wirtschaftlichen Neuanfang suchte, eine öffentliche Schule in Memphis besuchte, nebenbei arbeitete und seine musikalische Identität erst allmählich entwickelte. Seine Schulzeit an der L. C. Humes High School dauerte von seinem Eintritt in die achte Klasse im Jahr 1948 bis zu seinem Schulabschluss am 3. Juni 1953.[1][2]

Dieser aiMOOC untersucht nicht nur biografische Daten. Du setzt Dich auch mit dem sozialen und kulturellen Umfeld von Memphis in den späten 1940er- und frühen 1950er-Jahren auseinander. Dabei spielen Armut, Sozialer Wohnungsbau, Rassentrennung, Jugendkultur, Gospel, Blues, Country-Musik, Mode, Schulgeschichte und Quellenkritik eine wichtige Rolle.

Die Schulzeit von Elvis Presley darf nicht als einfache Erfolgsgeschichte gelesen werden. Spätere Berühmtheit kann dazu verleiten, jedes frühe Ereignis als zwangsläufige Vorbereitung auf den späteren Ruhm zu deuten. Historisches Lernen bedeutet deshalb, zwischen gesicherten Tatsachen, Erinnerungen, späteren Erzählungen und Legenden zu unterscheiden.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du

  1. Biografie: wichtige Stationen von Elvis Presleys Schulzeit zeitlich und räumlich einordnen.
  2. Schulgeschichte: die Humes High School als Bildungseinrichtung im historischen Memphis beschreiben.
  3. Sozialgeschichte: wirtschaftliche Lage, Rassentrennung und Jugendkultur als Rahmenbedingungen erklären.
  4. Musikgeschichte: Einflüsse von Gospel, Blues, Country und Pop auf den jungen Elvis erläutern.
  5. Quellenkritik: unterschiedliche Darstellungen eines historischen Ereignisses miteinander vergleichen.
  6. Transfer: Zusammenhänge zwischen Schule, Umfeld, Selbstbild und späterer künstlerischer Entwicklung beurteilen.


Überblick

Zeitraum Ort oder Ereignis Bedeutung
1948 Umzug der Familie Presley von Tupelo nach Memphis Wirtschaftlicher Neuanfang und Wechsel in ein städtisches Kulturumfeld
1948 bis 1953 Besuch der L. C. Humes High School Schulbildung, soziale Erfahrungen, Nebenjobs und Entwicklung eines eigenen Stils
Ab 1949 Leben in den Lauderdale Courts Sozialer Wohnungsbau in der Nähe der Innenstadt von Memphis
Junior- und Seniorjahr Auffälliger Kleidungs- und Haarstil Ausdruck einer wachsenden persönlichen und kulturellen Eigenständigkeit
Frühjahr 1953 Auftritt bei einer schulischen Veranstaltung Wichtige öffentliche Bühnenerfahrung vor Mitschülerinnen und Mitschülern
3. Juni 1953 Schulabschluss Ende der Schulzeit und Übergang in Arbeitswelt und Musikaufnahmen


Von Tupelo nach Memphis

Elvis Aaron Presley wurde 1935 in Tupelo im US-Bundesstaat Mississippi geboren. Seine Familie verfügte nur über geringe finanzielle Mittel. Im November 1948 zogen Elvis, seine Mutter Gladys Presley und sein Vater Vernon Presley nach Memphis. Die Familie hoffte dort auf bessere Arbeits- und Lebensmöglichkeiten.[3]

Der Umzug bedeutete für den dreizehnjährigen Elvis einen tiefen Einschnitt. Er verließ einen vertrauten Ort, kam in eine größere Stadt und musste sich in einer neuen Schule zurechtfinden. Er wurde in die achte Klasse der Humes High School aufgenommen. Nach späteren Erinnerungen wirkte er an seinem ersten Schultag sehr nervös.[1]

In Memphis lebte die Familie zunächst in einfachen Unterkünften. 1949 erhielt sie eine Wohnung in den Lauderdale Courts, einer Anlage des sozialen Wohnungsbaus. Diese lag nördlich der Innenstadt. Das Viertel brachte Elvis in die Nähe unterschiedlicher musikalischer und gesellschaftlicher Einflüsse der Stadt.

Die wirtschaftliche Situation der Familie blieb angespannt. Elvis übernahm während seiner Jugend verschiedene Arbeiten. Seine Schulzeit war deshalb nicht nur von Unterricht und Musikinteresse geprägt, sondern auch von der Erfahrung, zum Lebensunterhalt beitragen zu müssen.


Memphis als musikalischer Lernraum

Memphis war in den 1940er- und 1950er-Jahren ein bedeutendes Zentrum unterschiedlicher Musiktraditionen. Elvis hörte Gospel in Kirchen und bei nächtlichen Gospelveranstaltungen. Er begegnete Country-Musik und populären Balladen im Radio. Auf und um die Beale Street nahm er Blues und Rhythm and Blues wahr.

Die musikalische Bildung des Jugendlichen fand deshalb nicht nur im Musikunterricht statt. Sie entstand in einem Netzwerk aus Radio, Kirche, Schallplatte, Geschäften, Konzerten, Nachbarschaft und eigener Nachahmung. Dieses Beispiel zeigt, dass Lernen auch außerhalb formaler Bildungsinstitutionen stattfindet.

Elvis bewegte sich dabei in einer Stadt, die durch die gesetzliche und gesellschaftliche Rassentrennung geprägt war. Schwarze und weiße Menschen lebten, lernten und besuchten viele öffentliche Einrichtungen unter ungleichen Bedingungen. Zugleich waren musikalische Einflüsse nicht vollständig voneinander zu trennen. Wer Elvis Presleys Entwicklung untersucht, muss daher sowohl kulturellen Austausch als auch Machtverhältnisse, Ausgrenzung und die Leistungen afroamerikanischer Musikerinnen und Musiker berücksichtigen.


Die L. C. Humes High School

Die Schule lag an der North Manassas Street in Memphis. Das Hauptgebäude war 1924 zunächst unter dem Namen Northside High School errichtet worden. Später erhielt es den Namen des früheren Vorsitzenden der Schulbehörde Lawrence Cabell Humes. Die Architektur folgt dem Stil der Collegiate Gothic, einer an gotische Universitätsbauten erinnernden Formensprache.[4]

Typische Merkmale sind Backsteinfassaden, betonte Eingänge, Spitz- und Tudorformen sowie dekorative Türme und Zinnen. Die Architektur sollte Bildung, Dauerhaftigkeit und institutionelle Bedeutung ausdrücken.

Die Schule verband Junior- und Senior-High-School-Stufen und bot sowohl allgemeinbildende als auch berufsbezogene Kurse an. Historische Unterlagen heben ein breites Curriculum, praktische Ausbildung, Schülerzeitung, Sport, Schülervertretung und zahlreiche außerunterrichtliche Aktivitäten hervor.[4]


Schule und Rassentrennung

Als die Humes High School 1924 eröffnet wurde, war sie für weiße Schülerinnen und Schüler vorgesehen. Das Schulsystem von Memphis war nach Hautfarbe getrennt. Diese Ordnung war kein neutraler Hintergrund, sondern eine Form institutioneller Diskriminierung. Sie beeinflusste Zugänge zu Gebäuden, Ausstattung, Bildungsangeboten und gesellschaftlichen Chancen.

Elvis besuchte die Schule daher innerhalb eines segregierten Bildungssystems. Gleichzeitig nahm er musikalische Einflüsse aus afroamerikanischen Traditionen auf. Diese Spannung ist für die historische Einordnung wichtig. Sie zeigt, dass kulturelle Begegnung in einer ungleichen Gesellschaft stattfinden kann, ohne dass dadurch die Ungleichheit automatisch verschwindet.

Die Humes High School wurde erst 1966 integriert. Kurz danach wandelte sie sich von einer High School zu einer Junior High School. Das Gebäude wurde 2004 wegen seiner Bedeutung für die Bildungsgeschichte von Memphis und seiner Architektur in das National Register of Historic Places aufgenommen.[4]


Elvis als Schüler


Leistungen und Interessen

Elvis wurde später häufig als durchschnittlicher Schüler beschrieben. Seine Noten waren jedoch nicht in allen Fächern gleich. Im ersten Jahr an der Humes High School erhielt er nach erhaltenen Schulunterlagen eine sehr gute Bewertung im sprachlichen Bereich, gute Bewertungen unter anderem in Geschichte, Rechtschreibung und Sport sowie durchschnittliche Bewertungen in Mathematik, Naturwissenschaften und Musik.[1]

Diese Angaben sind aus mehreren Gründen interessant. Erstens widerspricht eine durchschnittliche Musiknote der späteren Berühmtheit als Sänger. Zweitens zeigt seine Stärke im sprachlichen Bereich, dass Fähigkeiten nicht immer dort sichtbar werden, wo spätere Karrieren vermutet werden. Drittens erinnert das Beispiel daran, dass Schulnoten nur bestimmte Leistungen unter bestimmten Bedingungen erfassen.

In späteren Schuljahren erhielt Elvis überwiegend mittlere Bewertungen. In Englisch schnitt er zeitweise besonders gut ab. Er las gern und baute später eine umfangreiche private Büchersammlung auf.[1]


Musiknote und musikalische Begabung

Die oft erzählte Geschichte, Elvis habe im Musikunterricht nur eine durchschnittliche Note erhalten, wird gern als Beweis dafür verwendet, dass Schule Talent nicht erkennen könne. Eine solche Deutung ist zu einfach.

Eine Schulnote kann sich auf Notenlesen, Unterrichtsbeteiligung, Theorie, Chorleistung, Aufgaben oder andere Lernziele beziehen. Sie misst nicht automatisch Bühnenwirkung, stilistische Originalität, Ausdauer oder spätere Berufsentwicklung. Umgekehrt beweist eine spätere Karriere nicht, dass jede frühere Bewertung falsch war.

Für die Pädagogik ergibt sich daraus eine wichtige Frage: Wie können Schulen unterschiedliche Formen von Begabung sichtbar machen, ohne Leistungen beliebig zu bewerten?


Fächer, praktische Bildung und ROTC

Die Humes High School bot neben akademischen Fächern auch berufsbezogene Bildung an. Elvis belegte Kurse aus unterschiedlichen Bereichen. Im zehnten Schuljahr nahm er am ROTC teil, einem militärisch orientierten Ausbildungsprogramm an Schulen und Hochschulen.[1]

Seine Schulerfahrung umfasste damit sprachliche, geschichtliche, praktische, sportliche und organisatorische Lernfelder. Sie entsprach nicht dem späteren Bild eines Jugendlichen, der ausschließlich an Musik interessiert gewesen sei.


Nebenjobs und Belastung

Während seiner Schulzeit arbeitete Elvis zeitweise neben dem Unterricht. In seinem Abschlussjahr war er bei einem Möbel- beziehungsweise Metallbetrieb beschäftigt. Die Schicht dauerte nach Graceland-Angaben von 15 bis 23 Uhr. Die Belastung führte dazu, dass er im Unterricht einschlief. Seine Mutter drängte ihn, die Arbeit aufzugeben und sich auf den Schulabschluss zu konzentrieren.[1]

Dieses Beispiel verdeutlicht einen bis heute aktuellen Zusammenhang: Bildungschancen hängen nicht nur von Begabung und Motivation ab. Arbeitszeiten, Einkommen, Wohnsituation, Gesundheit und familiäre Verpflichtungen beeinflussen, wie gut Jugendliche am Unterricht teilnehmen können.


Kleidung, Haare und Selbstbild

Im Verlauf seiner Schulzeit entwickelte Elvis einen auffälligen Stil. Er ließ Haare und Koteletten länger wachsen, verwendete Haarpflegeprodukte und trug Kleidung, die sich von der üblichen Schulkleidung vieler Mitschüler unterschied. Besonders interessierte ihn die Mode der Geschäfte an der Beale Street.[2][3]

Sein Äußeres kann als Form der Selbstdarstellung und der Suche nach einer eigenen Identität verstanden werden. Kleidung ist dabei mehr als Dekoration. Sie kann Zugehörigkeit, Abgrenzung, Bewunderung, Provokation oder Zukunftswünsche ausdrücken.

Der junge Elvis fiel auf, bevor er musikalisch bekannt war. Einige Mitschüler reagierten mit Spott oder Ablehnung. Spätere Erinnerungen beschreiben ihn als schüchtern, freundlich und zugleich ungewöhnlich. Solche Erinnerungen sind wertvoll, müssen aber kritisch gelesen werden. Menschen erinnern sich an eine später berühmte Person oft anders als an einen damals unbekannten Mitschüler.


Jugendkultur und Konformität

Die frühen 1950er-Jahre werden häufig als Zeit starker gesellschaftlicher Anpassung dargestellt. Dieses Bild ist teilweise zutreffend, darf aber nicht vereinfachen. Auch damals gab es unterschiedliche Jugendstile, musikalische Szenen, soziale Konflikte und individuelle Experimente.

Elvis Presleys Kleidung und Frisur wirkten in seinem Schulumfeld auffällig. Sein Stil verband Einflüsse aus Film, Musik, Beale-Street-Mode und persönlicher Fantasie. Er war noch keine fertige Bühnenfigur. Vielmehr erprobte ein Jugendlicher, wie er gesehen werden wollte.


Der Schulauftritt im Frühjahr 1953

Kurz vor seinem Abschluss trat Elvis bei einer von der Schulband organisierten Veranstaltung in der Aula auf. In zeitgenössischen und späteren Darstellungen wird die Veranstaltung als Annual Minstrel Show bezeichnet. Der historische Begriff muss kritisch eingeordnet werden: Minstrel Shows entstanden im 19. Jahrhundert und verbreiteten rassistische Karikaturen schwarzer Menschen. Auch wenn konkrete Schulprogramme unterschiedlich gestaltet sein konnten, trägt die Bezeichnung diese problematische Geschichte.

Nach Unterlagen und späteren Aussagen sang Elvis mit Gitarrenbegleitung Till I Waltz Again with You, ein damals bekannter Titel. Das Publikum reagierte begeistert und verlangte eine Zugabe. Elvis erinnerte sich später daran, dass sich seine Stellung unter den Mitschülern nach diesem Auftritt verändert habe.[5][2]

Das Video bietet einen heutigen Blick auf die Schule und ihre Erinnerungskultur. Prüfe bei der Nutzung, wer das Video produziert hat, welche Quellen genannt werden und welche Aussagen durch andere Belege bestätigt werden können.


Bedeutung des Auftritts

Der Auftritt war wichtig, weil Elvis vor einem Publikum aus seinem unmittelbaren sozialen Umfeld sang. Er erlebte Anerkennung in einem Raum, in dem er zuvor als ungewöhnlich oder wenig populär gegolten hatte. Eine einzelne positive Erfahrung kann das Selbstvertrauen stärken und weitere Handlungen wahrscheinlicher machen.

Trotzdem wäre es falsch zu behaupten, dieser Abend habe automatisch seine gesamte Karriere verursacht. Zwischen einem gelungenen Schulauftritt und internationalem Ruhm lagen weitere Entscheidungen, Begegnungen, Arbeitsverhältnisse, Aufnahmen, Zufälle, Marktbedingungen und die Arbeit vieler anderer Menschen.


Widersprüchliche Überlieferungen

Nicht alle Darstellungen des Auftritts stimmen in jedem Detail überein. Manche späteren Erzählungen nennen einen Wettbewerbssieg, andere betonen lediglich den starken Applaus und die Zugabe. Auch bei der Liedauswahl finden sich in populären Darstellungen gelegentlich Abweichungen.

Für die Quellenkritik bedeutet das:

  1. Quellenart: Eine zeitnahe Programmankündigung ist anders zu bewerten als eine Jahrzehnte später erzählte Erinnerung.
  2. Urheber: Offizielle Biografien, Fanpublikationen, Interviews und wissenschaftliche Darstellungen verfolgen unterschiedliche Zwecke.
  3. Zeitabstand: Erinnerungen können sich verändern, verdichten oder an spätere Ereignisse anpassen.
  4. Übereinstimmung: Angaben gelten als belastbarer, wenn voneinander unabhängige Quellen sie bestätigen.
  5. Unsicherheit: Historische Genauigkeit bedeutet auch, offene Fragen sichtbar zu lassen.


Schulabschluss und Übergang

Elvis Presley beendete seine Schulzeit am 3. Juni 1953.[1] Damit gehörte er zu den ersten Mitgliedern seiner engeren Familie mit einem High-School-Abschluss.

Nach dem Abschluss arbeitete er zunächst bei einem Maschinenbaubetrieb. Im Sommer 1953 besuchte er den Memphis Recording Service, der mit Sun Records verbunden war, und ließ gegen Bezahlung eine private Schallplattenaufnahme anfertigen. Er nahm die Balladen My Happiness und That's When Your Heartaches Begin auf.[3][2]

Diese Aufnahme war noch kein öffentlicher Durchbruch. Sie war jedoch eine Gelegenheit, seine Stimme in einem professionellen Studio festzuhalten. Erst 1954 begann die Zusammenarbeit mit Sam Phillips, Scotty Moore und Bill Black, aus der frühe Aufnahmen für Sun Records hervorgingen.


Vom Schüler zur öffentlichen Figur

Zwischen Schulabschluss und nationaler Bekanntheit lagen nur wenige Jahre. 1956 trat Elvis im US-amerikanischen Fernsehen auf und wurde zu einem Massenphänomen.

Der schnelle Aufstieg veränderte rückblickend die Bedeutung seiner Schulzeit. Zeugnisse, Jahrbücher, Klassenfotos, Erinnerungen und das Schulgebäude wurden zu Objekten der Erinnerungskultur. Dinge, die zunächst alltäglich waren, erhielten durch seine spätere Berühmtheit einen hohen symbolischen und wirtschaftlichen Wert.


Historische Einordnung


Bildung und soziale Lage

Elvis Presleys Schulzeit zeigt, wie Bildung mit sozialer Lage verbunden ist. Die Familie lebte mit begrenztem Einkommen, nutzte sozialen Wohnungsbau und war auf Erwerbsarbeit angewiesen. Elvis musste Unterricht, Familie, Arbeit und persönliche Interessen miteinander verbinden.

Sein Schulabschluss war deshalb eine eigenständige Leistung. Die spätere Karriere darf nicht verdecken, dass sein Alltag zunächst von Unsicherheit, Arbeit und begrenzten Möglichkeiten geprägt war.


Formales und informelles Lernen

Die Humes High School vermittelte formales Wissen und bot praktische sowie außerunterrichtliche Angebote. Gleichzeitig lernte Elvis außerhalb der Schule:

  1. Kirche: Gospelgesang, emotionale Vortragsformen und mehrstimmige Ensembles.
  2. Radio: Country, Rhythm and Blues, Pop und regionale Musikprogramme.
  3. Beale Street: Mode, Blueskultur und städtisches Leben.
  4. Nachbarschaft: Gitarrenspiel, gemeinsames Musizieren und Austausch mit anderen Jugendlichen.
  5. Arbeit: Pünktlichkeit, Belastung, Umgang mit Erwachsenen und wirtschaftliche Verantwortung.
  6. Bühne: Wirkung auf ein Publikum, Nervosität und Selbstvertrauen.

Seine Entwicklung entstand aus dem Zusammenspiel dieser Lernorte.


Kultureller Austausch und kulturelle Macht

Elvis Presleys Musik wurde stark durch afroamerikanische Musiktraditionen beeinflusst. Dazu gehören Blues, Rhythm and Blues und Black Gospel. Gleichzeitig konnte ein weißer Künstler in der segregierten US-Gesellschaft häufig leichter Zugang zu großen Medien, Plattenfirmen und weißen Käuferschichten erhalten als viele schwarze Künstlerinnen und Künstler.

Eine angemessene historische Betrachtung würdigt deshalb sowohl Presleys individuelle Leistung als auch die musikalischen Leistungen und strukturellen Benachteiligungen afroamerikanischer Musikerinnen und Musiker. Begriffe wie Kulturelle Aneignung, Kultureller Austausch, Urheberrecht, Musikindustrie und Rassismus können helfen, diese Beziehungen differenziert zu untersuchen.


Erinnerungskultur rund um die Humes High School

Das Gebäude der ehemaligen Humes High School ist heute ein historischer Erinnerungsort. Seine Bedeutung beruht nicht nur auf Elvis Presley. Es steht auch für die Entwicklung öffentlicher Bildung in Memphis, für Berufsbildung, Schularchitektur, Rassentrennung, Integration und den Wandel städtischer Schulen.[4]

Ein Erinnerungsort wird häufig vereinfacht vermarktet. Die Bezeichnung Elvis' Schule ist leicht verständlich, kann aber andere Geschichten verdrängen. Historisches Lernen fragt deshalb: Wer wird erinnert? Wer bleibt unsichtbar? Welche Geschichten werden für Tourismus, Identität oder Unterhaltung ausgewählt?


Quellenkritische Fallstudie

Untersuche die Aussage: Der Talentauftritt an der Humes High School machte Elvis Presley zum Star.

Die Aussage enthält einen wahren Kern, ist aber übertrieben. Der Auftritt stärkte vermutlich sein Selbstvertrauen und veränderte seine Wahrnehmung in der Schule. Er führte jedoch nicht unmittelbar zu einem Plattenvertrag oder nationaler Bekanntheit.

Eine differenzierte Formulierung lautet:

Der Schulauftritt im Frühjahr 1953 war eine wichtige frühe Bühnenerfahrung. Er zeigte Elvis Presley, dass sein Gesang vor einem Publikum Anerkennung finden konnte. Seine spätere Karriere entstand jedoch erst durch weitere Aufnahmen, Kooperationen, mediale Verbreitung und günstige historische Bedingungen.


Leitfragen für historische Quellen

Frage Bedeutung
Wann entstand die Quelle? Zeitnahe Quellen und spätere Erinnerungen haben unterschiedliche Stärken und Schwächen.
Wer hat die Quelle erstellt? Herkunft und Interessen beeinflussen Auswahl und Darstellung.
Für welches Publikum entstand sie? Werbung, Erinnerung, Forschung und Unterhaltung verwenden unterschiedliche Erzählweisen.
Welche Belege werden genannt? Überprüfbare Dokumente erhöhen die Nachvollziehbarkeit.
Was fehlt? Auslassungen können Perspektiven und Machtverhältnisse verdecken.
Welche andere Quelle könnte vergleichen werden? Mehrere voneinander unabhängige Quellen ermöglichen eine bessere Bewertung.


Zusammenfassung

Elvis Presley besuchte die Humes High School in Memphis von 1948 bis 1953. Er kam als schüchterner Jugendlicher aus einer wirtschaftlich belasteten Familie in die Stadt. Seine schulischen Leistungen lagen überwiegend im mittleren Bereich, mit erkennbaren Stärken im sprachlichen Bereich. Neben dem Unterricht arbeitete er zeitweise und entwickelte ein wachsendes Interesse an Musik, Kleidung und Selbstdarstellung.

Die Humes High School war eine bedeutende öffentliche Schule mit akademischen und berufsbezogenen Angeboten. Sie war zur Zeit Presleys Teil des segregierten Schulsystems. Memphis bot Elvis zugleich ein vielfältiges musikalisches Umfeld aus Gospel, Blues, Country, Pop und Radio.

Der Schulauftritt im Frühjahr 1953 wurde zu einer wichtigen Erfahrung öffentlicher Anerkennung. Der Abschluss am 3. Juni 1953 markierte den Übergang in Arbeit und erste Studioaufnahmen. Seine Schulzeit erklärt seine spätere Karriere nicht vollständig, macht aber sichtbar, wie soziale Lage, Lernorte, Jugendkultur und historische Bedingungen zusammenwirkten.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

In welchem Jahr zog die Familie Presley nach Memphis? (1948) (!1945) (!1953) (!1956)




In welcher Klassenstufe begann Elvis seine Schulzeit an der Humes High School? (In der achten Klasse) (!In der fünften Klasse) (!In der zehnten Klasse) (!In der zwölften Klasse)




In welcher Stadt befand sich die Humes High School? (Memphis) (!Nashville) (!Tupelo) (!New Orleans)




Welchem Baustil wird die Humes High School zugeordnet? (Collegiate Gothic) (!Bauhaus) (!Brutalismus) (!Barock)




Welche gesellschaftliche Ordnung prägte das Schulsystem von Memphis während Presleys Schulzeit? (Rassentrennung) (!Allgemeine Hochschulpflicht) (!Kostenlose Universitätsbildung) (!Vollständige schulische Integration)




In welchem Fach zeigte Elvis zeitweise eine besondere Stärke? (Englisch) (!Chemie) (!Geometrie) (!Latein)




An welchem schulischen Programm nahm Elvis im zehnten Schuljahr teil? (ROTC) (!NASA) (!Peace Corps) (!FBI Academy)




Welches Lied wird in belastbaren Quellen mit dem Schulauftritt von 1953 verbunden? (Till I Waltz Again with You) (!Jailhouse Rock) (!Hound Dog) (!Suspicious Minds)




Wie reagierte das Publikum nach dem Schulauftritt? (Mit starkem Applaus und einer Zugabe) (!Mit einem Abbruch der Veranstaltung) (!Mit vollständiger Stille) (!Mit einem Schulverweis)




Wann schloss Elvis Presley die Humes High School ab? (Am 3. Juni 1953) (!Am 8. Januar 1935) (!Am 4. Juli 1954) (!Am 16. August 1977)





Memory

Humes High School Schule in Memphis
Lauderdale Courts Sozialer Wohnungsbau
Beale Street Blues und städtische Musikkultur
ROTC Militärisch orientiertes Schulprogramm
Talentauftritt Frühe öffentliche Bühnenerfahrung
Collegiate Gothic Architekturstil des Schulgebäudes
Gospel Einfluss aus Kirchen und Gesangsveranstaltungen
Memphis Recording Service Ort der privaten Aufnahme von 1953





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Lauderdale Courts Wohnumfeld
Humes High School Formale Bildung
Beale Street Musikalisches Stadtmilieu
ROTC Außerunterrichtliches Programm
Talentauftritt Bühnenerfahrung
Quellenkritik Historische Arbeitsweise






Kreuzworträtsel

Memphis In welcher Stadt besuchte Elvis die Humes High School?
Humes Welcher Name gehörte zur Schule von Elvis Presley?
Gitarre Welches Instrument begleitete seinen Schulauftritt?
Gospel Welche religiös geprägte Musik beeinflusste den Jugendlichen?
Schulabschluss Welches Bildungsziel erreichte Elvis im Juni 1953?
Quellenkritik Welche Methode hilft beim Vergleich widersprüchlicher Darstellungen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die Familie Presley zog im Jahr

nach Memphis.
Elvis wurde an der Humes High School in die

Klasse aufgenommen.
Die Familie wohnte später in der Sozialwohnanlage

.
Die Humes High School wurde im Stil der

errichtet.
Das damalige Schulsystem war durch

geprägt.
Elvis zeigte zeitweise besondere Stärken im Fach

.
Sein auffälliger Kleidungsstil entwickelte sich besonders im

.
Beim Schulauftritt begleitete er sich mit einer

.
Seinen Schulabschluss erhielt er am 3. Juni

.
Historische Darstellungen müssen mit

geprüft werden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Zeitleiste: Gestalte eine Zeitleiste mit mindestens sechs Stationen von Presleys Umzug nach Memphis bis zu seiner ersten privaten Studioaufnahme.
  2. Schulvergleich: Vergleiche die Humes High School der frühen 1950er-Jahre mit Deiner Schule. Untersuche Fächer, Gebäude, Regeln und außerunterrichtliche Angebote.
  3. Bildanalyse: Beschreibe das Foto des Schuleingangs. Unterscheide genau zwischen sichtbaren Merkmalen und Deutungen.
  4. Musikalische Lernorte: Erstelle eine Mindmap zu den Orten, an denen Elvis während seiner Jugend Musik kennenlernen konnte.


Standard

  1. Quellenvergleich: Vergleiche zwei Darstellungen des Schulauftritts von 1953. Markiere Übereinstimmungen, Unterschiede und unbelegte Behauptungen.
  2. Podcast: Produziere eine drei- bis fünfminütige Podcastfolge mit dem Titel „Elvis vor dem Ruhm“. Verwende mindestens drei geprüfte Quellen.
  3. Jugendmode: Untersuche, wie Kleidung und Frisuren Zugehörigkeit oder Abgrenzung ausdrücken. Beziehe Presleys Schulzeit und ein heutiges Beispiel ein.
  4. Historischer Stadtplan: Erstelle eine Karte mit Humes High School, Lauderdale Courts, Beale Street und Memphis Recording Service. Erkläre die Bedeutung jedes Ortes.


Schwer

  1. Rassentrennung und Musik: Analysiere den Widerspruch zwischen segregierten Institutionen und kulturellem Austausch im Memphis der frühen 1950er-Jahre.
  2. Erinnerungskultur: Entwickle ein Konzept für eine Schulausstellung, die Elvis Presley nicht isoliert darstellt, sondern auch Bildungsgeschichte, Rassentrennung und lokale Musiktraditionen einbezieht.
  3. Biografischer Determinismus: Verfasse einen Essay zur Frage, warum Presleys spätere Berühmtheit nicht als zwangsläufiges Ergebnis seiner Schulzeit dargestellt werden darf.
  4. Digitale Dokumentation: Produziere ein kurzes Video oder eine interaktive Präsentation über die Humes High School. Kennzeichne Tatsachen, Deutungen und offene Fragen sichtbar.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Ursache und Wirkung: Erkläre, weshalb der Talentauftritt von 1953 als wichtiger Impuls gelten kann, aber nicht als alleinige Ursache von Presleys späterem Erfolg.
  2. Bildungschancen: Analysiere, wie Nebenarbeit, Einkommen und Wohnsituation die schulischen Möglichkeiten eines Jugendlichen beeinflussen können. Übertrage Deine Überlegungen auf ein heutiges Beispiel.
  3. Formales und informelles Lernen: Vergleiche den Unterricht an der Humes High School mit Presleys musikalischem Lernen in Kirche, Radio, Nachbarschaft und Stadt.
  4. Quellenkritisches Urteil: Zwei Quellen widersprechen sich bei der Frage, ob Elvis den Talentwettbewerb gewann. Entwickle ein begründetes Verfahren, mit dem Du die Aussagen bewertest.
  5. Historischer Kontext: Beurteile, warum Presleys Nutzung afroamerikanischer Musiktraditionen nur zusammen mit Rassentrennung, Musikindustrie und ungleichen Chancen angemessen untersucht werden kann.
  6. Erinnerungsort: Entwirf eine Informationstafel für das Schulgebäude, die sowohl Elvis Presley als auch die breitere Bildungs- und Sozialgeschichte berücksichtigt.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du

  1. Chronologie: die wichtigsten Stationen von 1948 bis 1953 korrekt ordnen kannst.
  2. Kontextwissen: die wirtschaftliche Lage der Familie und die Situation im segregierten Memphis erklärst.
  3. Schulgeschichte: Aufgaben, Architektur und Bildungsangebote der Humes High School beschreibst.
  4. Musikgeschichte: Gospel, Blues, Country und Pop als Einflüsse unterscheidest und miteinander in Beziehung setzt.
  5. Quellenkritik: Herkunft, Zeitabstand, Zweck und Beleglage einer Quelle prüfst.
  6. Urteilsfähigkeit: zwischen gesicherten Tatsachen, plausiblen Deutungen und Legenden unterscheidest.
  7. Transferleistung: Bezüge zu heutigen Fragen von Bildungschancen, Jugendkultur und kultureller Anerkennung herstellst.
  8. Medienkompetenz: Bilder, Videos und Internetquellen korrekt einordnest und nachweist.




Lernbereiche

  1. Geschichte: Jugend- und Sozialgeschichte der Vereinigten Staaten in der Nachkriegszeit.
  2. Musik: Entstehungsbedingungen populärer Musik und musikalische Einflüsse in Memphis.
  3. Politische Bildung: Rassentrennung, institutionelle Diskriminierung und Bildungschancen.
  4. Englisch: Arbeit mit englischsprachigen Quellen und historischen Begriffen.
  5. Medienbildung: Quellenkritik, Bildanalyse und Bewertung digitaler Darstellungen.
  6. Pädagogik: Formales und informelles Lernen sowie unterschiedliche Begabungsformen.


Quellen und Medienhinweise

Die im aiMOOC verwendeten Bilder stammen aus Wikimedia Commons und sind dort mit ihren jeweiligen Lizenzangaben dokumentiert.

  1. Wikimedia Commons: Humesschoolentrance.jpg
  2. Wikimedia Commons: Lauderdale Courts
  3. Wikimedia Commons: Beale Street
  4. Wikimedia Commons: Sun Studio
  5. Wikimedia Commons: Elvis Presley im Fernsehen 1956


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  8. Monkey Dance Party: #Lebensfreude
  9. God Hates You Too: #Religionsfanatiker
  10. You You You: #Klimawandel #Klimaleugner
  11. Monkey Free: #Konformität #Macht #Kontrolle
  12. Pure Blood: #Rassismus
  13. Monkey World: #Chaos #Illusion #Manipulation
  14. Uh Uh Uh Poor You: #Kafka #BerichtAkademie #Doppelmoral
  15. The Monkey Dance Song: #Gesellschaftskritik
  16. Will You Be Mine: #Love
  17. Arbeitsheft
  18. And Thanks for Your Meat: #AntiFactoryFarming #AnimalRights #MeatIndustry


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