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Elvis Presley - Viva Las Vegas

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Elvis Presley - Viva Las Vegas




Elvis Presley – Viva Las Vegas


Einleitung

„Viva Las Vegas“ bezeichnet sowohl einen von Elvis Presley gesungenen Rock-’n’-Roll-Song als auch den gleichnamigen US-amerikanischen Musikfilm aus dem Jahr 1964. Lied und Film verbinden Musik, Tanz, romantische Komödie, Autorennen und die schillernde Selbstdarstellung von Las Vegas. Dadurch eignet sich das Thema besonders für den fächerübergreifenden Unterricht in Musik, Englisch, Geschichte, Filmwissenschaft, Medienbildung und Kulturwissenschaft.

In diesem aiMOOC untersuchst Du nicht nur historische Daten. Du analysierst, wie ein Song musikalische Energie erzeugt, wie ein Film eine Stadt als Marke inszeniert und wie Stars, Medienindustrie und Tourismus zusammenwirken. Außerdem reflektierst Du, welche gesellschaftlichen Vorstellungen von Erfolg, Risiko, Geschwindigkeit, Liebe und Unterhaltung vermittelt werden.

Der Kurs ist besonders für die Sekundarstufe I ab Klasse 9, die gymnasiale Oberstufe, Ausbildung und Studium geeignet. Für die Aufgaben benötigst Du keine vollständige Abschrift des Liedtextes. Beachte, dass Songtext, Tonaufnahme und Film urheberrechtlich geschützt sind. Verwende bei eigenen Projekten nur kurze, sachlich begründete Zitate im rechtlich zulässigen Rahmen oder arbeite mit eigenen Formulierungen.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du:

  1. Elvis Presley und „Viva Las Vegas“ in den historischen Kontext der frühen 1960er-Jahre einordnen.
  2. Song und Film als miteinander verbundene Produkte der Kulturindustrie erklären.
  3. musikalische Merkmale wie Backbeat, Instrumentierung, Wiederholung, Dynamik und Hookline beschreiben.
  4. Grundbegriffe der Filmanalyse auf ausgewählte Szenen anwenden.
  5. die mediale Inszenierung von Las Vegas kritisch untersuchen.
  6. zwischen historischer Quelle, künstlerischer Darstellung, Werbung und Mythos unterscheiden.
  7. Fragen zu Urheberrecht, Starimage, Geschlechterrollen, Konsum und Glücksspiel reflektieren.
  8. eigene kreative und analytische Medienprodukte planen, gestalten und überprüfen.


Lernbereiche

  1. Musik: Songanalyse, Rhythmus, Instrumentierung, Stimme und Performance.
  2. Film: Handlung, Figuren, Kamera, Montage, Mise-en-scène und Filmmusik.
  3. Englisch: Titelbedeutung, kulturelle Kontexte und sprachliche Analyse.
  4. Geschichte: Populärkultur und gesellschaftliche Entwicklungen der frühen 1960er-Jahre.
  5. Medienbildung: Starimage, Werbung, Urheberrecht, Quellenkritik und mediale Inszenierung.
  6. Politische Bildung: Machtverhältnisse der Musikindustrie, kulturelle Aneignung und gesellschaftliche Teilhabe.
  7. Wirtschaft: Tourismus, Kulturindustrie, Vermarktung und Destination Branding.


Historischer und biografischer Kontext


Elvis Presley als Musiker und Schauspieler

Elvis Presley wurde 1935 in Tupelo im US-Bundesstaat Mississippi geboren und entwickelte sich in den 1950er-Jahren zu einem international bekannten Sänger und Schauspieler. Seine Musik verband Einflüsse aus Rhythm and Blues, Gospel, Country-Musik und Popmusik. Seine Stimme, seine Bühnenbewegungen und seine mediale Präsenz machten ihn zu einer zentralen Figur der frühen Rock-’n’-Roll-Kultur.

Sein Erfolg muss zugleich in einem komplexen gesellschaftlichen Zusammenhang betrachtet werden. Viele musikalische Grundlagen des Rock ’n’ Roll stammen aus afroamerikanischen Musiktraditionen. Schwarze Künstlerinnen und Künstler prägten Blues, Gospel und Rhythm and Blues entscheidend, erhielten jedoch unter den Bedingungen von Rassentrennung und ungleichen Medienstrukturen häufig weniger wirtschaftliche Chancen und öffentliche Anerkennung als weiße Stars. Eine fundierte Auseinandersetzung mit Elvis Presley berücksichtigt daher sowohl seine künstlerische Leistung als auch die Geschichte der Musikindustrie und ihrer Machtverhältnisse.

Nach seinem Militärdienst setzte Presley seine Karriere mit Schallplatten, Fernsehauftritten und zahlreichen Hollywoodfilmen fort. In dieser Phase wurde sein Image stark durch Filmrollen geprägt, in denen Musik, Abenteuer, Reisen, Romantik und Erfolg miteinander verbunden wurden.


Hollywood und die Musikfilme der 1960er-Jahre

Musikfilme mit bekannten Popstars waren für Filmstudios wirtschaftlich attraktiv. Ein Film konnte gleichzeitig Kinokarten, Singles, EPs, Fanartikel und Presseberichte fördern. Der Star trat damit nicht nur als Schauspieler oder Sänger auf, sondern als Mittelpunkt eines ganzen Medienverbundes.

Bei Elvis Presley entstanden viele Filme nach einem wiedererkennbaren Muster: Seine Figur gerät in einen beruflichen oder romantischen Konflikt, beweist Talent und Charme, singt mehrere Lieder und erreicht am Ende ein versöhnliches Ziel. Dieses Muster erleichterte die Vermarktung, begrenzte aber teilweise die Möglichkeiten für komplexere Rollen.

„Viva Las Vegas“ hebt sich innerhalb dieser Filmphase durch die auffällige Zusammenarbeit zwischen Elvis Presley und Ann-Margret hervor. Beide verfügen über starke musikalische, tänzerische und schauspielerische Präsenz. Dadurch entsteht eine Konkurrenz auf Augenhöhe, die den Film dynamischer macht als viele andere Starvehikel jener Zeit.


Der Song „Viva Las Vegas“


Entstehung und Veröffentlichung

Der Song wurde von Doc Pomus und Mort Shuman geschrieben. Das Songwriting-Duo gehörte zum Umfeld der professionellen US-amerikanischen Popmusikproduktion, die häufig mit dem Brill Building in New York verbunden wird. Pomus und Shuman schrieben mehrere erfolgreiche Titel für Elvis Presley und andere Interpretinnen und Interpreten.

Elvis Presley nahm „Viva Las Vegas“ im Juli 1963 bei Radio Recorders in Hollywood für den gleichnamigen Film auf. An der Aufnahme wirkten erfahrene Studiomusiker sowie die Gesangsgruppe The Jordanaires mit. Veröffentlicht wurde der Titel 1964. Die Aufnahme erschien im Umfeld des Films zusammen mit weiterem Soundtrackmaterial.

Der Titel lässt sich sinngemäß als „Es lebe Las Vegas“ verstehen. Bereits diese Formulierung wirkt wie ein Ausruf, ein Werbeslogan und eine gemeinschaftlich singbare Parole.

Hörauftrag: Achte beim Hören auf den Einsatz der Instrumente, die Betonung des Taktes, die Wiederholung des Titels, den Wechsel zwischen Haupt- und Begleitstimmen sowie die Steigerung der musikalischen Energie. Notiere Deine Beobachtungen, ohne den vollständigen Songtext abzuschreiben.


Musikalische Gestaltung

Der Song arbeitet mit einer schnellen, vorwärtsdrängenden Wirkung. Ein deutlich wahrnehmbarer Backbeat unterstützt den tänzerischen Charakter. Schlagzeug, Klavier, Gitarren, Bass, Orgel und Saxophon bilden ein dichtes Bandarrangement. Die Begleitstimmen der Jordanaires verstärken wichtige musikalische Akzente.

Die Titelzeile übernimmt die Funktion einer leicht erkennbaren Hookline. Ihre Wiederholung erhöht den Wiedererkennungswert und lädt zum Mitsingen ein. Kurze musikalische Motive, prägnante rhythmische Figuren und eine kompakte Form sorgen dafür, dass der Song unmittelbar wirkt.

Die Aufnahme vermittelt Bewegung und Steigerung. Dies passt zur Filmwelt aus Autorennen, Nachtleben, Tanz und Glücksspiel. Musik und Thema unterstützen sich gegenseitig: Das Tempo lässt die Stadt aktiv und rastlos erscheinen, während die Instrumentierung Glanz, Unterhaltung und Bühnenatmosphäre erzeugt.


Textliche Themen ohne Liedtextwiedergabe

Der Liedtext stellt Las Vegas als Ort intensiver Erfahrungen dar. Im Mittelpunkt stehen Nachtleben, Licht, Unterhaltung, Spiel, Risiko, Zeitdruck und die Hoffnung auf Glück. Die Stadt erscheint als Raum, in dem gewöhnliche Grenzen zeitweise aufgehoben werden.

Diese Darstellung ist keine neutrale Beschreibung. Sie verdichtet ausgewählte Merkmale zu einem Mythos. Der Song zeigt vor allem die attraktive Oberfläche der Stadt. Soziale Kosten, Arbeitsbedingungen, finanzielle Verluste oder die Gefahren problematischen Glücksspiels bleiben im Hintergrund.

  1. Unterhaltung: Welche Gefühle soll die Darstellung auslösen?
  2. Werbung: Welche Eigenschaften der Stadt werden besonders positiv hervorgehoben?
  3. Auslassung: Welche Wirklichkeiten werden nicht gezeigt?
  4. Mythos: Wie wird aus einem realen Ort eine symbolische Traumwelt?


Der Film „Viva Las Vegas“


Produktionsdaten und Mitwirkende

Der Film kam 1964 in die Kinos. Regie führte George Sidney, das Drehbuch schrieb Sally Benson. Zu den Hauptdarstellenden gehören Elvis Presley als Lucky Jackson, Ann-Margret als Rusty Martin, Cesare Danova als Count Elmo Mancini und William Demarest als Rustys Vater.

Der Film wurde im Umfeld von Metro-Goldwyn-Mayer produziert und veröffentlicht. Er verbindet Elemente des Musikfilms, der romantischen Komödie und des Rennfilms. Gedreht wurde sowohl in Studiokulissen als auch an Schauplätzen in und um Las Vegas, darunter bekannte Hotels und die Region am Hoover Dam.


Handlung

Lucky Jackson reist nach Las Vegas, um an einem Autorennen teilzunehmen. Für seinen Wagen benötigt er jedoch technische Verbesserungen und zusätzliches Geld. Als seine finanziellen Mittel verloren gehen, muss er arbeiten, während er gleichzeitig versucht, seinen Rennplan zu verwirklichen.

Er begegnet Rusty Martin, die als selbstbewusste junge Frau, Tänzerin und Schwimmlehrerin auftritt. Zwischen beiden entwickelt sich eine Beziehung, die von Anziehung, Konkurrenz, Missverständnissen und gegenseitiger Herausforderung geprägt ist. Zusätzlich tritt der wohlhabende Rennfahrer Count Elmo Mancini als sportlicher und romantischer Rivale auf.

Das Rennen bildet den äußeren Höhepunkt der Handlung. Zugleich geht es darum, ob Lucky Verantwortung übernimmt und ob die Beziehung zwischen Lucky und Rusty auf mehr als spontaner Begeisterung beruht.


Las Vegas als Filmkulisse und Marke

Las Vegas wird im Film als farbige Erlebniswelt präsentiert. Hotels, Pools, Bühnen, Straßen, Spielstätten und Landschaften wechseln in schneller Folge. Die Stadt dient nicht nur als Hintergrund, sondern wird selbst zu einer Art Hauptfigur.

Das bekannte Begrüßungsschild steht beispielhaft für das visuelle Branding der Stadt. Formen, Farben, Typografie und Beleuchtung erzeugen einen hohen Wiedererkennungswert. Der Film greift diese Bildsprache auf und verstärkt sie durch Musik, Bewegung und Stars.

Für eine kritische Analyse ist die Unterscheidung zwischen Ort und Medienbild wichtig. Das reale Las Vegas umfasst Wohngebiete, Arbeitsplätze, soziale Unterschiede, Wasserverbrauch, Infrastruktur und Alltagsleben. Der Film konzentriert sich dagegen auf touristische Attraktionen und Unterhaltung.


Rennsport, Geschwindigkeit und Risiko

Das Autorennen erweitert die Themen des Songs. Geschwindigkeit wird mit Freiheit, Mut und Erfolg verbunden. Gleichzeitig erzeugt das Rennen Spannung, weil technische Fehler oder riskante Entscheidungen schwere Folgen haben können.

Auch Glücksspiel und Rennsport beruhen im Film auf Unsicherheit. In beiden Fällen treffen Figuren Entscheidungen, deren Ausgang nicht vollständig kontrollierbar ist. Der Film macht daraus Unterhaltung. Im wirklichen Leben müssen Risiken jedoch sachlich eingeschätzt und verantwortungsvoll begrenzt werden.


Elvis Presley und Ann-Margret

Die Wirkung des Films entsteht wesentlich aus dem Zusammenspiel der beiden Stars. Elvis Presley verkörpert den charmanten, ehrgeizigen und musikalischen Rennfahrer. Ann-Margret spielt Rusty nicht nur als romantisches Ziel, sondern als aktive Figur mit eigenen Entscheidungen, Talenten und Grenzen.

In Tanz- und Musikszenen begegnen sich beide mit hoher körperlicher Energie. Blickrichtungen, Bewegungen, Kostüme, Kamerapositionen und Schnittfolgen zeigen zugleich Anziehung und Konkurrenz. Dadurch kannst Du untersuchen, wie ein Film Beziehungen nicht nur durch Dialog, sondern auch durch Körpersprache und audiovisuelle Gestaltung erzählt.

Beobachtungsauftrag: Untersuche in dem Filmausschnitt, wie Schauspiel, Kamera, Musik, Raumgestaltung und Kostüme zusammenwirken. Beschreibe zunächst genau, was Du siehst und hörst. Formuliere erst danach eine Interpretation.


Grundlagen der Songanalyse


Rhythmus und Tempo

Der Rhythmus ordnet Klänge in der Zeit. Bei „Viva Las Vegas“ erzeugen regelmäßige Impulse und deutliche Betonungen eine tanzbare Wirkung. Der Backbeat hebt typischerweise die zweite und vierte Zählzeit eines Viervierteltakts hervor. Dadurch entsteht ein für viele Rock-’n’-Roll-Aufnahmen charakteristischer Bewegungsimpuls.

Das gefühlte Tempo ist hoch. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Zahl der Schläge pro Minute, sondern das Zusammenspiel aus Schlagzeug, Klavierfiguren, Artikulation und kurzen musikalischen Motiven.


Melodie, Hookline und Wiederholung

Eine Melodie wird besonders einprägsam, wenn sie klare Konturen und wiedererkennbare Motive besitzt. Die wiederholte Titelphrase bündelt die zentrale Aussage des Songs. Sie ist kurz, rhythmisch prägnant und leicht erinnerbar.

  1. Sie schafft Orientierung.
  2. Sie verstärkt die emotionale Wirkung.
  3. Sie unterstützt das Mitsingen.
  4. Sie verbindet Song, Film und Stadtname.
  5. Sie erhöht den Werbe- und Wiedererkennungswert.


Instrumentierung und Klangfarbe

Die Instrumentierung beeinflusst, wie ein Musikstück wahrgenommen wird. Gitarren und Klavier unterstützen den rhythmischen Antrieb. Schlagzeug und Bass stabilisieren den Puls. Saxophon und Orgel erweitern die Klangfarbe. Begleitstimmen verdichten den Refraincharakter.

Bei Deiner Analyse solltest Du zwischen Instrument, Funktion und Wirkung unterscheiden. Ein Saxophon ist zunächst ein Instrument. Seine musikalische Funktion kann ein Einwurf, eine Begleitfigur oder ein Solo sein. Die wahrgenommene Wirkung könnte beispielsweise kraftvoll, glänzend oder ausgelassen sein.


Stimme und Performance

Elvis Presleys Gesang verbindet deutliche Artikulation, rhythmische Akzente und wechselnde Intensität. Die Stimme wirkt nicht isoliert, sondern im Dialog mit dem Arrangement. Kurze Pausen, Betonungen und dynamische Steigerungen tragen zur dramatischen Wirkung bei.

Eine Performanceanalyse berücksichtigt zusätzlich Mimik, Gestik, Körperhaltung, Kostüm und Kamera. Im Musikfilm wird eine Stimme also nicht nur gehört, sondern zugleich visuell inszeniert.


Grundlagen der Filmanalyse


Mise-en-scène

Der Begriff Mise-en-scène bezeichnet die Gestaltung dessen, was vor der Kamera sichtbar ist. Dazu gehören Schauplatz, Ausstattung, Licht, Kostüme, Farben, Positionen und Bewegungen der Darstellenden.

In „Viva Las Vegas“ erzeugen kräftige Farben, moderne Freizeitorte, Autos, Bühnen und Hotels eine Welt des Konsums und der Bewegung. Eine Analyse fragt nicht nur, ob diese Gestaltung attraktiv ist, sondern welche Werte und Lebensentwürfe sie vermittelt.


Kamera und Montage

Die Kameraeinstellung bestimmt, wie nah oder fern eine Figur oder ein Gegenstand erscheint. Eine Nahaufnahme kann Gefühle hervorheben, während eine Totale den Raum und große Bewegungsabläufe zeigt. Kamerabewegungen können Figuren folgen oder Dynamik erzeugen.

Die Montage verbindet einzelne Einstellungen. Schnelle Wechsel steigern häufig das Tempo. Längere Einstellungen können dagegen eine Tanzperformance oder das Zusammenspiel zweier Stars hervorheben. Beim Autorennen erzeugt die Montage räumliche Orientierung, Geschwindigkeit und Gefahr.


Filmmusik und audiovisuelle Verbindung

Filmmusik kann eine Handlung begleiten, kommentieren oder unterbrechen. Wird Musik von Figuren innerhalb der Filmwelt gehört oder aufgeführt, spricht man von diegetischer Musik. Musik, die nur für das Publikum erklingt, ist nichtdiegetisch.

In einem Musikfilm können beide Ebenen ineinander übergehen. Eine scheinbar alltägliche Situation verwandelt sich in eine inszenierte Gesangs- und Tanznummer. Dadurch entsteht eine Welt, in der Musik als natürlicher Ausdruck von Gefühlen erscheint.


Kulturgeschichtliche Perspektiven


Las Vegas und der amerikanische Traum

Der amerikanische Traum verbindet individuelle Freiheit, Aufstieg und Erfolg. Las Vegas bietet dafür ein widersprüchliches Symbol. Einerseits scheint dort ein schneller Gewinn möglich. Andererseits hängt dieser Gewinn vom Zufall ab und kann zu Verlusten führen.

Lucky Jackson verfolgt Erfolg durch Können, Technik und Mut. Zugleich ist seine Lage von Geldmangel und riskanten Entscheidungen geprägt. Der Film verbindet damit Leistungsideal und Glücksversprechen.


Konsum und Tourismus

Der Film zeigt Hotels, Freizeitangebote, Autos, Mode und Unterhaltung als Bestandteile eines modernen Lebensstils. Reisen wird zum Konsumerlebnis. Die Zuschauenden sollen Las Vegas nicht nur als Handlungsort verstehen, sondern als begehrenswertes Reiseziel.

Diese Verbindung aus Unterhaltung und Werbung wird als Produktplatzierung, Destination Branding oder touristische Imagebildung untersucht. Auch wenn einzelne Szenen keine direkte Werbeanzeige sind, können sie den wirtschaftlichen Interessen einer Stadt oder Branche nutzen.


Geschlechterrollen

Lucky und Rusty handeln innerhalb der Geschlechtervorstellungen der frühen 1960er-Jahre. Der männliche Held wird mit Auto, Technik, Wettbewerb und beruflichem Ehrgeiz verbunden. Rusty wird stark über Tanz, Aussehen und romantische Beziehung inszeniert.

Gleichzeitig besitzt Rusty Handlungsmacht. Sie widerspricht Lucky, verfolgt eigene Ziele und prägt die musikalischen Szenen. Eine differenzierte Analyse untersucht daher sowohl stereotype Elemente als auch Momente, in denen die Figur Erwartungen erweitert oder unterläuft.


Starimage und Authentizität

Ein Starimage entsteht aus Rollen, Musik, Pressebildern, Interviews, Werbung und Erwartungen des Publikums. Lucky Jackson ist nicht identisch mit Elvis Presley. Die Filmfigur nutzt jedoch Eigenschaften, die mit Presleys öffentlichem Image verbunden wurden: Musikalität, Charme, körperliche Präsenz und Aufstiegshoffnung.

Die Frage nach Authentizität ist deshalb komplex. Eine Performance kann künstlich inszeniert und dennoch emotional überzeugend sein. Medienkompetenz bedeutet, diese beiden Ebenen gleichzeitig wahrzunehmen.


Medienkritik und Gegenwartsbezug

„Viva Las Vegas“ wird bis heute in Filmen, Sportveranstaltungen, Werbung, Coverversionen und touristischen Zusammenhängen aufgegriffen. Die Titelphrase funktioniert dabei als kulturelles Zeichen für Las Vegas, selbst wenn das ursprüngliche Werk nicht vollständig bekannt ist.

  1. Welche Elemente wirken weiterhin unterhaltsam?
  2. Welche Darstellungen erscheinen historisch oder stereotyp?
  3. Wie wird Glücksspiel verharmlost oder glamourös dargestellt?
  4. Welche musikalischen Traditionen werden sichtbar und welche bleiben unsichtbar?
  5. Wie verändern Remixe, Memes oder Sportveranstaltungen die Bedeutung des Songs?
  6. Wer verdient an der fortgesetzten Nutzung eines kulturellen Symbols?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

In welchem Jahr kamen Song und Film „Viva Las Vegas“ in die Öffentlichkeit? (1964) (!1956) (!1970) (!1977)




Wer schrieb den Song „Viva Las Vegas“? (Doc Pomus und Mort Shuman) (!Elvis Presley und George Sidney) (!John Lennon und Paul McCartney) (!Jerry Leiber und Ray Charles)




Wer führte beim Film „Viva Las Vegas“ Regie? (George Sidney) (!Sally Benson) (!Joseph Biroc) (!William Demarest)




Welche Figur spielt Elvis Presley im Film? (Lucky Jackson) (!Rusty Martin) (!Elmo Mancini) (!George Stoll)




Welche Schauspielerin spielt Rusty Martin? (Ann-Margret) (!Marilyn Monroe) (!Priscilla Presley) (!Nancy Sinatra)




An welchem Ort spielt der Film hauptsächlich? (Las Vegas) (!Memphis) (!New York) (!Nashville)




Welches musikalische Merkmal unterstützt den vorwärtsdrängenden Charakter des Songs besonders? (Ein deutlicher Backbeat) (!Ein langsamer Trauermarsch) (!Eine unbegleitete Opernarie) (!Ein freies Tempo ohne Puls)




Welche Gesangsgruppe wirkte an der Aufnahme mit? (The Jordanaires) (!The Supremes) (!The Beach Boys) (!The Beatles)




Welche Funktion übernimmt die wiederholte Titelphrase im Song? (Sie dient als einprägsame Hookline) (!Sie erklärt technische Details des Rennwagens) (!Sie ersetzt vollständig die Instrumentalbegleitung) (!Sie verlangsamt den Song zu einer Ballade)




Welche Aussage beschreibt die Darstellung von Las Vegas im Film am treffendsten? (Die Stadt wird als attraktive und stark stilisierte Erlebniswelt inszeniert) (!Die Stadt wird ausschließlich dokumentarisch und vollständig gezeigt) (!Die Handlung spielt ohne erkennbare Schauplätze) (!Der Film kritisiert nur die Wasserwirtschaft Nevadas)





Memory

Elvis Presley Lucky Jackson
Ann-Margret Rusty Martin
Doc Pomus und Mort Shuman Songwriting-Duo
George Sidney Regisseur
Radio Recorders Aufnahmestudio
The Jordanaires Begleitgesang
Las Vegas Handlungsort
Hoover Dam Drehortregion





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung im Werk
Backbeat Rhythmischer Antrieb
Hookline Musikalischer Wiedererkennungswert
Mise-en-scène Gestaltung des sichtbaren Filmraums
Montage Verbindung einzelner Einstellungen
Soundtrack Verknüpfung von Musik und Film
Starimage Öffentlich erzeugtes Bild einer berühmten Person






Kreuzworträtsel

Presley Wie lautet der Nachname des Hauptdarstellers Elvis?
Nevada In welchem US-Bundesstaat liegt Las Vegas?
Sidney Wie lautet der Nachname des Regisseurs?
Shuman Wie lautet der Nachname eines der beiden Songautoren?
Jackson Wie lautet der Nachname der Filmfigur Lucky?
Jordanaires Welche Gesangsgruppe begleitet Elvis auf der Aufnahme?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Der Song „Viva Las Vegas“ wurde von Doc Pomus und

geschrieben.
Elvis Presley nahm das Stück im Juli 1963 bei

in Hollywood auf.
Der gleichnamige Film erschien im Jahr

.
Elvis Presley spielt im Film den Rennfahrer Lucky

.
Ann-Margret verkörpert die Figur Rusty

.
Ein deutlicher

trägt zur tanzbaren Wirkung des Songs bei.
Die wiederholte Titelphrase dient als einprägsame

.
Die Gestaltung von Ausstattung, Licht, Kostümen und Bewegungen gehört zur

.
Die Verbindung einzelner Kameraeinstellungen wird als

bezeichnet.
Las Vegas erscheint im Film als stark stilisierte

.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. Hörprotokoll: Höre den Song zweimal und notiere beim ersten Durchgang Deinen Gesamteindruck. Halte beim zweiten Durchgang mindestens fünf genaue Beobachtungen zu Rhythmus, Instrumenten, Stimme und Dynamik fest.
  2. Bildanalyse: Untersuche das Begrüßungsschild von Las Vegas. Beschreibe Formen, Farben, Schrift und Symbole und erkläre, wie dadurch Aufmerksamkeit erzeugt wird.
  3. Figurenprofil: Erstelle ein kurzes Profil zu Lucky Jackson oder Rusty Martin. Trenne dabei sichtbare Eigenschaften, Ziele, Konflikte und Deine Interpretation.
  4. Begriffsplakat: Gestalte ein Lernplakat zu fünf Begriffen aus der Song- oder Filmanalyse. Ergänze zu jedem Begriff ein eigenes Beispiel.


Standard

  1. Szenenanalyse: Wähle eine Musik- oder Tanzszene und untersuche Kameraeinstellungen, Bewegung, Raum, Kostüm, Musik und Schnitt. Belege jede Deutung mit einer konkreten Beobachtung.
  2. Stadtimage: Vergleiche das Las-Vegas-Bild des Films mit einer sachlichen heutigen Darstellung der Stadt. Kennzeichne Gemeinsamkeiten, Auslassungen und mögliche Werbewirkungen.
  3. Podcast: Produziere eine drei- bis fünfminütige Podcastfolge zur Frage, warum Song, Film und Stadtname so eng miteinander verbunden wurden. Verwende nur selbst formulierte Texte.
  4. Coverkonzept: Entwirf ein modernes Cover für den Song, ohne vorhandene Plattencover zu kopieren. Begründe Farben, Typografie, Bildauswahl und Zielgruppe.


Schwer

  1. Kulturkritischer Essay: Erörtere, ob „Viva Las Vegas“ eher Kunstwerk, Werbung oder Teil der Kulturindustrie ist. Entwickle eine begründete Position und berücksichtige Gegenargumente.
  2. Vergleichsanalyse: Vergleiche die Elvis-Aufnahme mit einer späteren Coverversion. Untersuche Arrangement, Stimme, Tempoempfinden, Klangbild und veränderten kulturellen Kontext.
  3. Mini-Dokumentation: Produziere ein fünf- bis achtminütiges Video über die mediale Erfindung von Las Vegas. Nutze nur rechtssicheres Material, führe Quellen auf und trenne Fakten von Interpretation.
  4. KI-Quellenprüfung: Lass ein KI-System eine kurze Analyse des Songs oder Films erstellen. Prüfe jede Tatsachenbehauptung anhand zuverlässiger Quellen, markiere Fehler und überarbeite den Text zu einer belegbaren Fassung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Musik und Stadtimage: Erkläre, wie Rhythmus, Instrumentierung und Wiederholung dazu beitragen, Las Vegas als schnellen und aufregenden Ort erscheinen zu lassen. Verknüpfe mindestens drei musikalische Beobachtungen mit ihrer Wirkung.
  2. Film und Werbung: Beurteile, ob die Darstellung von Las Vegas als indirekte Werbung verstanden werden kann. Entwickle Kriterien und wende sie auf mindestens zwei Szenentypen an.
  3. Risiko und Erfolg: Vergleiche die Bedeutung von Risiko beim Autorennen, beim Glücksspiel und in der Liebeshandlung. Zeige Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
  4. Star und Rolle: Erkläre, wie die Filmfigur Lucky Jackson Eigenschaften des öffentlichen Elvis-Images nutzt. Unterscheide dabei reale Person, Starimage und fiktive Rolle.
  5. Historischer Wandel: Übertrage eine zentrale Szene in die Gegenwart. Beschreibe, welche Rollenbilder, Medienformen, technischen Details und gesellschaftlichen Erwartungen verändert werden müssten.
  6. Kulturelle Verantwortung: Entwickle Leitlinien für eine heutige Unterrichtsnutzung des Songs. Berücksichtige Urheberrecht, afroamerikanische Musikgeschichte, Glücksspielkritik und respektvolle Medienanalyse.


Lernnachweis

  1. zentrale Fakten zu Song, Film, Beteiligten und historischem Kontext korrekt wiedergeben kannst.
  2. musikalische Beobachtung, Fachbegriff und Wirkung nachvollziehbar miteinander verbindest.
  3. mindestens eine Filmszene mit Begriffen wie Kameraeinstellung, Montage, Mise-en-scène und Filmmusik analysierst.
  4. die Darstellung von Las Vegas als mediale Konstruktion und touristische Marke kritisch einordnest.
  5. zwischen Elvis Presley als Person, seinem Starimage und der Filmfigur Lucky Jackson unterscheidest.
  6. gesellschaftliche Aspekte wie Geschlechterrollen, kulturelle Herkunft des Rock ’n’ Roll und Glücksspiel reflektierst.
  7. Quellen transparent dokumentierst und urheberrechtlich geschütztes Material verantwortungsvoll verwendest.
  8. ein eigenes Medienprodukt planst, gestaltest und anhand begründeter Kriterien überarbeitest.




OERs zum Thema



Weiterführende Quellen

  1. AFI Catalog: Viva Las Vegas – Produktionsdaten, Besetzung und Drehorte.
  2. Elvis The Music: Viva Las Vegas – Informationen zur Veröffentlichung.
  3. Songwriters Hall of Fame: Mort Shuman – Hintergrund zum Songwriting-Duo.
  4. Wikimedia Commons: Elvis Presley – freie und gemeinfreie Bildmedien.
  5. Wikimedia Commons: Welcome to Fabulous Las Vegas sign – Bildmaterial zum Wahrzeichen.


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