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Ein Erklärvideo erstellen

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Ein Erklärvideo erstellen




Ein Erklärvideo erstellen

Fach: Medienbildung Niveau: Sekundarstufe I Ziel: Du planst, produzierst und prüfst ein eigenes kurzes Erklärvideo.


Einleitung

Ein Erklärvideo zeigt kurz und verständlich, wie etwas funktioniert oder warum etwas so ist. Gute Erklärvideos verbinden eine klare Stimme mit passenden Bildern. Sie konzentrieren sich auf eine wichtige Botschaft.

In diesem Kurs gehst Du Schritt für Schritt vor:

  1. Zielgruppe und Thema festlegen
  2. Drehbuch schreiben
  3. Storyboard zeichnen
  4. Bild und Ton aufnehmen
  5. Video schneiden
  6. Rechte und Datenschutz beachten
  7. Ergebnis testen und veröffentlichen


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du:

  1. eine schwierige Information vereinfachen
  2. ein kurzes Drehbuch verfassen
  3. Szenen in einem Storyboard planen
  4. verständliche Bild- und Tonaufnahmen erstellen
  5. fremde Medien rechtssicher verwenden
  6. ein Video mit einer Prüfliste verbessern


Schritt 1: Auftrag und Zielgruppe klären

Beantworte zuerst drei Fragen:

  1. Was soll erklärt werden?
  2. Für wen ist das Video?
  3. Was sollen die Zuschauenden danach wissen oder können?

Merksatz: Ein Erklärvideo erklärt lieber eine Sache gut als viele Dinge oberflächlich.


Thema verkleinern

Aus einem großen Thema wird eine klare Frage.

Zu groß Passend für ein kurzes Erklärvideo
Klimawandel Wie entsteht der Treibhauseffekt?
Internet Was passiert beim Öffnen einer Webseite?
Demokratie Wie läuft eine Bundestagswahl ab?
Bruchrechnung Wie addiert man gleichnamige Brüche?


Schritt 2: Informationen prüfen

Nutze zuverlässige Quellen. Vergleiche mindestens zwei Quellen. Prüfe:

  1. Wer hat die Information veröffentlicht?
  2. Ist ein Datum angegeben?
  3. Werden Quellen genannt?
  4. Passt die Information zur Frage?
  5. Findest Du dieselbe Aussage auch anderswo?

Wichtig: Kopiere nicht einfach Texte. Formuliere die Erklärung mit eigenen Worten.


Schritt 3: Das Drehbuch schreiben

Das Drehbuch enthält den gesprochenen Text. Schreibe kurze Sätze. Nutze bekannte Wörter. Erkläre Fachbegriffe sofort.

Ein einfacher Aufbau:

  1. Einstieg: Stelle eine Frage oder ein Problem.
  2. Kernaussage: Nenne die wichtigste Idee.
  3. Erklärung: Zeige wenige klare Schritte.
  4. Beispiel: Mache die Idee sichtbar.
  5. Abschluss: Fasse die Antwort in einem Satz zusammen.


Beispiel für ein Mini-Drehbuch

Thema: Warum beschlägt ein Spiegel?

Teil Sprechertext
Einstieg Warum wird der Spiegel nach dem Duschen blind?
Kernaussage Warme Luft enthält Wasserdampf.
Erklärung Trifft der Dampf auf den kalten Spiegel, entstehen kleine Tropfen.
Beispiel Ähnlich passiert es an einer kalten Getränkeflasche.
Abschluss Der Spiegel beschlägt, weil Wasserdampf abkühlt und zu Wasser wird.


Sprache für Erklärvideos

Nutze:

  1. kurze Hauptsätze
  2. aktive Verben
  3. konkrete Beispiele
  4. direkte Ansprache
  5. Pausen nach wichtigen Aussagen

Vermeide:

  1. unnötige Fremdwörter
  2. lange Schachtelsätze
  3. zu viele Zahlen
  4. Nebenthemen
  5. abgelesene, monotone Sprache


Schritt 4: Das Storyboard planen

Ein Storyboard ist ein Plan aus Bildern. Jede Szene zeigt:

  1. was im Bild zu sehen ist
  2. was gesprochen wird
  3. welche Bewegung stattfindet
  4. wie lange die Szene ungefähr dauert


Einfache Storyboard-Vorlage

Szene Bild Sprechertext Ton oder Bewegung
Einstieg Frage als große Schrift Kennst Du dieses Problem? kurzer Signalton
Erklärung Symbol oder Zeichnung Die Ursache ist ... Bild wird eingeblendet
Beispiel Alltagssituation Das siehst Du zum Beispiel ... ruhige Bewegung
Abschluss Merksatz Merke Dir ... kurze Pause

Du musst nicht perfekt zeichnen. Strichfiguren und Pfeile reichen.


Schritt 5: Eine Videoform wählen

Form So funktioniert sie Geeignet für
Legetechnik Papierfiguren werden mit der Hand bewegt. Abläufe und Geschichten
Stop-Motion Viele einzelne Fotos ergeben eine Bewegung. Modelle und kreative Szenen
Screencast Der Bildschirm wird aufgenommen. Software und digitale Wege
Realfilm Personen oder Gegenstände werden gefilmt. Experimente und Handlungen
Animation Figuren, Texte und Formen werden digital bewegt. abstrakte Zusammenhänge


Schritt 6: Bild aufnehmen

Ein Smartphone reicht oft aus. Wichtiger als teure Technik sind Ruhe, Licht und Planung.

Achte auf:

  1. ruhige Kamera oder ein Stativ
  2. Querformat, wenn das Video auf großen Bildschirmen gezeigt wird
  3. Licht von vorn oder von der Seite
  4. einen ruhigen Hintergrund
  5. gut lesbare Schrift
  6. genügend Platz am Bildrand

Tipp: Reinige vor der Aufnahme die Kameralinse.


Schritt 7: Ton aufnehmen

Guter Ton ist besonders wichtig. Sprich langsam, deutlich und freundlich.

Für eine gute Aufnahme:

  1. wähle einen stillen Raum
  2. schließe Fenster und Türen
  3. lege das Mikrofon nah an die sprechende Person
  4. mache eine kurze Testaufnahme
  5. vermeide Rascheln und Tippen
  6. sprich einzelne Sätze erneut ein, wenn sie unklar sind

Tipp: Decken, Vorhänge und Kissen verringern störenden Hall.


Schritt 8: Video schneiden

Beim Videoschnitt ordnest Du die Aufnahmen. Entferne Fehler und lange Pausen. Zeige nur Bilder, die beim Verstehen helfen.

Eine sinnvolle Reihenfolge:

  1. gute Aufnahmen auswählen
  2. Szenen kürzen
  3. Reihenfolge prüfen
  4. Sprechertext und Bild abstimmen
  5. Titel und Quellen ergänzen
  6. Untertitel einfügen
  7. Lautstärke prüfen
  8. Video exportieren

Weniger ist mehr: Zu viele Effekte lenken von der Erklärung ab.


Schritt 9: Barrierearm gestalten

Ein Erklärvideo soll für möglichst viele Menschen verständlich sein.

Nutze:

  1. gut lesbare Schrift
  2. starke Kontraste
  3. Untertitel
  4. klare Aussprache
  5. kurze Einblendungen mit genügend Lesezeit
  6. Bildbeschreibungen, wenn wichtige Informationen nur im Bild vorkommen

Verlasse Dich nicht nur auf Farbe. Verwende zusätzlich Formen, Muster oder Beschriftungen.


Schritt 10: Medienrecht beachten

Veröffentliche nur Inhalte, die Du verwenden darfst.

Prüfe:

  1. Eigene Aufnahmen: Sind alle gefilmten Personen einverstanden?
  2. Musik: Darfst Du die Musik im Video nutzen?
  3. Bilder: Welche Lizenz gilt?
  4. Quellen: Müssen Name, Titel und Lizenz genannt werden?
  5. Datenschutz: Sind Namen, Gesichter, Kennzeichen oder private Daten sichtbar?

Bei offenen Medien, zum Beispiel unter einer Creative-Commons-Lizenz, musst Du die Lizenzbedingungen beachten.

Eine Quellenangabe kann enthalten:

  1. Titel des Werkes
  2. Name der Urheberin oder des Urhebers
  3. Fundort
  4. Lizenz
  5. Link zur Lizenz

Sicherste Lösung: Produziere Bilder, Sprache und Geräusche selbst oder nutze eindeutig freigegebene Medien.


Schritt 11: Das Video testen

Zeige eine erste Version einer Testperson aus Deiner Zielgruppe.

Frage:

  1. Was war die wichtigste Aussage?
  2. Welche Stelle war unklar?
  3. War das Sprechtempo passend?
  4. Konnte man alles lesen?
  5. Haben Bild und Ton zusammengepasst?
  6. Welche Szene war überflüssig?

Verbessere danach nur die Stellen, die das Verstehen stören.


Qualitätscheck vor der Abgabe

Prüffrage Ja Noch ändern
Das Video beantwortet eine klare Frage.
Der Einstieg macht neugierig.
Die Erklärung hat einen roten Faden.
Bild und Ton sind verständlich.
Fachbegriffe werden erklärt.
Quellen und Lizenzen sind angegeben.
Personenbezogene Daten sind geschützt.
Ein kurzer Merksatz beendet das Video.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist der erste sinnvolle Schritt bei einem Erklärvideo? (Ziel und Zielgruppe festlegen) (!Übergänge auswählen) (!Musik möglichst laut einstellen) (!Das Video sofort veröffentlichen)




Wozu dient ein Storyboard? (Es plant die Szenen als Folge von Bildern) (!Es ersetzt jede Tonaufnahme) (!Es prüft automatisch alle Quellen) (!Es veröffentlicht das fertige Video)




Welche Formulierung passt gut in ein Erklärvideo? (Wasserdampf kühlt am Spiegel ab) (!Die Kondensationsphänomenologie manifestiert sich) (!Wie bereits in zahlreichen Kontexten ausgeführt wurde) (!Unter Umständen könnte möglicherweise etwas geschehen)




Was verbessert eine Sprachaufnahme am stärksten? (Ein ruhiger Raum und ein nahes Mikrofon) (!Ein weit entferntes Mikrofon) (!Ein laufender Ventilator) (!Ein Raum mit starkem Hall)




Welche Aufgabe hat ein Beispiel im Erklärvideo? (Es macht eine Aussage anschaulich) (!Es verlängert das Video ohne Grund) (!Es ersetzt die Kernaussage) (!Es verdeckt eine unklare Erklärung)




Was ist beim Videoschnitt sinnvoll? (Unnötige Pausen und Fehler entfernen) (!Jede Szene mit mehreren Effekten versehen) (!Alle Aufnahmen vollständig zeigen) (!Die Lautstärke ständig verändern)




Was unterstützt Barrierearmut? (Untertitel und gut lesbare Schrift) (!Sehr kleine Schrift) (!Informationen nur durch Farben) (!Schnell wechselnde Texttafeln)




Wann darfst Du eine fremde Musikaufnahme verwenden? (Wenn die Nutzung erlaubt ist und Du die Bedingungen beachtest) (!Sobald die Aufnahme im Internet steht) (!Wenn das Video nur kurz ist) (!Wenn die Musik besonders bekannt ist)




Warum ist eine Testperson hilfreich? (Sie zeigt unklare Stellen aus Sicht der Zielgruppe) (!Sie ersetzt das Drehbuch) (!Sie entscheidet über alle Lizenzen) (!Sie macht den Videoschnitt überflüssig)




Was kennzeichnet ein gutes kurzes Erklärvideo? (Eine klare Frage und ein verständlicher roter Faden) (!Möglichst viele Nebenthemen) (!Lange Texte auf jeder Folie) (!Viele Effekte ohne Funktion)





Memory

Drehbuch gesprochener Text
Storyboard Bildplan der Szenen
Stativ ruhige Kamera
Mikrofon Tonaufnahme
Untertitel lesbarer Sprechertext
Lizenz Regeln zur Nutzung
Zielgruppe vorgesehene Zuschauende





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Arbeitsschritt
Zielgruppe Für wen wird das Video gemacht?
Drehbuch Was wird gesprochen?
Storyboard Was ist in jeder Szene zu sehen?
Aufnahme Wie entstehen Bild und Ton?
Schnitt Wie werden die Szenen geordnet und gekürzt?






Kreuzworträtsel

Drehbuch Wie heißt der geschriebene Sprechertext?
Storyboard Wie heißt der gezeichnete Szenenplan?
Mikrofon Welches Gerät nimmt die Stimme auf?
Untertitel Wie heißt der lesbare Text zur gesprochenen Sprache?
Zielgruppe Für wen wird das Video gestaltet?
Urheberrecht Welches Recht schützt kreative Werke?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Ein gutes Erklärvideo beantwortet eine klare

. Der gesprochene Text wird zuerst als

geplant. Die Folge der geplanten Bilder heißt

. Eine ruhige Kamera gelingt leichter mit einem

. Für verständlichen Ton sollte das

nah an der sprechenden Person sein. Beim

werden Fehler und lange Pausen entfernt.

machen gesprochene Inhalte lesbar. Vor der Veröffentlichung müssen Rechte, Quellen und

geprüft werden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Themenfrage: Formuliere aus einem großen Thema eine Frage, die sich in höchstens zwei Minuten erklären lässt.
  2. Drehbuch: Schreibe einen Sprechertext mit Einstieg, Erklärung, Beispiel und Merksatz.
  3. Storyboard: Zeichne vier einfache Szenen mit Strichfiguren, Pfeilen und kurzen Notizen.
  4. Sprechprobe: Nimm drei Sätze auf und verbessere Lautstärke, Tempo und Aussprache.


Standard

  1. Legetechnik: Produziere ein Erklärvideo mit Papierfiguren und selbst aufgenommenem Sprechertext.
  2. Screencast: Erkläre eine digitale Funktion durch eine Bildschirmaufnahme und gut gesetzte Pausen.
  3. Medienvergleich: Erstelle dieselbe Erklärung einmal als Text und einmal als Video. Vergleiche die Wirkung.
  4. Peer-Feedback: Tausche eine Rohfassung mit einer anderen Person und überarbeite das Video anhand von drei Rückmeldungen.


Schwer

  1. Zielgruppenanalyse: Produziere zwei Einstiege zum selben Thema für unterschiedliche Altersgruppen und begründe die Unterschiede.
  2. Barrierefreiheit: Ergänze Untertitel, starke Kontraste und eine verständliche Beschreibung wichtiger Bildinformationen.
  3. Medienrecht: Erstelle ein vollständiges Quellen- und Lizenzverzeichnis für alle fremden Bestandteile eines Videos.
  4. Wirkungsanalyse: Teste Dein Video mit mindestens drei Personen, werte ihre Antworten aus und dokumentiere die Änderungen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Erklärstrategie: Ein Video enthält viele richtige Informationen, wird aber nicht verstanden. Analysiere mögliche Ursachen und entwickle drei konkrete Verbesserungen.
  2. Storyboard-Entscheidung: Wähle für die Erklärung eines Kreislaufs geeignete Szenen, Bildbewegungen und Sprechertexte. Begründe Deine Auswahl.
  3. Medienwahl: Vergleiche Legetechnik, Screencast und Realfilm für ein selbst gewähltes Thema. Entscheide Dich für eine Form und begründe die Entscheidung.
  4. Medienkritik: Untersuche ein öffentliches Erklärvideo auf Zielgruppe, Verständlichkeit, Bild-Ton-Bezug, Quellen und mögliche Interessen der veröffentlichenden Stelle.
  5. Transfer: Plane ein Erklärvideo für eine Person, die wenig Vorwissen und eine Hörbeeinträchtigung hat. Zeige, wie Du Sprache, Bilder, Untertitel und Tempo anpasst.
  6. Überarbeitung: Du erhältst die Rückmeldung, dass Dein Video zu schnell und zu voll ist. Beschreibe einen sinnvollen Überarbeitungsprozess.
  7. Verantwortung: In einer Aufnahme sind Gesichter, Namen und fremde Musik zu erkennen. Entwickle eine rechtlich und ethisch verantwortliche Lösung.




Lernnachweis

Für den Lernnachweis reichst Du ein eigenes Erklärvideo und eine kurze Projektdokumentation ein.

Wichtig sind:

  1. eine klare Themenfrage
  2. eine erkennbare Zielgruppe
  3. ein vollständiges Drehbuch
  4. ein passendes Storyboard
  5. verständliche Bild- und Tonqualität
  6. sinnvoller Videoschnitt
  7. ein roter Faden
  8. korrekte Quellen- und Lizenzangaben
  9. Schutz persönlicher Daten
  10. dokumentiertes Feedback und eine Überarbeitung
  11. kurze Reflexion über gelungene und schwierige Arbeitsschritte




OERs zum Thema


Freie Medien zum Üben

  1. Beispiel eines Storyboards auf Wikimedia Commons
  2. Kamera mit Stativ auf Wikimedia Commons
  3. Mikrofon und Aufnahmegerät auf Wikimedia Commons
  4. Darstellung eines Videoschnittprogramms auf Wikimedia Commons
  5. Illustration zu Videoaufnahme und Videoschnitt auf Wikimedia Commons



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