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Mauerbau (Handwerk)

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Mauerbau (Handwerk)



Mauerbau im Handwerk


Einleitung

Beim handwerklichen Mauerbau werden einzelne Mauersteine planmäßig zu einem Mauerwerk gefügt. Je nach Bauweise verbindet Mörtel die Steine, gleicht kleinere Unebenheiten aus und überträgt Kräfte. Bei bestimmten Systemen kommen dagegen Dünnbettmörtel, Klebemörtel oder mörtellose Fügetechniken zum Einsatz. Eine fachgerecht hergestellte Mauer muss zu ihrem Verwendungszweck passen, maßhaltig, standsicher und dauerhaft sein.

Mauerbau ist deshalb mehr als das Aufeinandersetzen von Steinen. Fachkräfte müssen Zeichnungen lesen, Baustoffe auswählen, den Untergrund prüfen, Maße übertragen, Arbeitsplätze sichern, Werkzeuge richtig einsetzen und die Qualität fortlaufend kontrollieren. Bei tragenden Wänden, Stützwänden, hohen freistehenden Mauern sowie Wänden mit besonderen Anforderungen an Brandschutz, Schallschutz, Wärmeschutz oder Feuchteschutz sind eine fachgerechte Planung und gegebenenfalls ein Standsicherheitsnachweis erforderlich.

Dieser aiMOOC vermittelt Dir die Grundlagen des Mauerbaus für Schule, Ausbildung und berufliche Orientierung. Du lernst Materialien, Werkzeuge, Verbände, Fugen, Arbeitsschritte, Sicherheitsmaßnahmen und typische Fehler kennen. Praktische Arbeiten führst Du nur unter fachkundiger Anleitung, nach Bauplanung, Gefährdungsbeurteilung und den Vorgaben des verwendeten Mauersystems aus.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du

  1. Mauerwerk und wichtige Wandarten unterscheiden,
  2. Eigenschaften gebräuchlicher Mauersteine erläutern,
  3. die Aufgaben von Mauermörtel, Lagerfuge und Stoßfuge erklären,
  4. Werkzeuge und Messmittel des Maurerhandwerks passend auswählen,
  5. einen fachgerechten Arbeitsablauf vom Anlegen bis zur Qualitätskontrolle beschreiben,
  6. die Bedeutung des Mauerwerksverbands begründen,
  7. typische Ausführungsfehler erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen entwickeln,
  8. Gefährdungen bei Mauerarbeiten einschätzen und Schutzmaßnahmen ableiten,
  9. Materialbedarf überschlägig berechnen,
  10. Kriterien für langlebiges und ressourcenschonendes Mauerwerk anwenden.


Das Berufsbild


Aufgaben von Maurerinnen und Maurern

Maurerinnen und Maurer stellen Baukörper aus natürlichen oder künstlichen Steinen her. Sie errichten unter anderem Außenwände, Innenwände, Pfeiler, Schächte und besondere Mauerwerksbauteile. Zum Beruf gehören außerdem das Prüfen von Untergründen, das Einrichten von Baustellen, das Arbeiten nach Zeichnungen, das Durchführen von Messungen sowie die Qualitätskontrolle.

Je nach Auftrag bearbeiten Maurerinnen und Maurer auch Beton- und Stahlbetonbauteile, Putze, Dämmungen und bestehende Bauwerke. Bei Umbauten und Sanierungen müssen sie vorhandene Konstruktionen beurteilen, schützenswerte Bauteile erkennen und Rückbauarbeiten sicher planen. Moderne Messgeräte, Versetzgeräte, Mauersägen und digitale Baupläne ergänzen die klassischen Handwerkzeuge.


Berufliche Handlungskompetenz

Guter Mauerbau verbindet mehrere Kompetenzbereiche:

  1. Fachkompetenz: Baustoffe, Konstruktionen und Arbeitsverfahren verstehen.
  2. Planungskompetenz: Zeichnungen lesen, Maße prüfen und Arbeitsabläufe vorbereiten.
  3. Methodenkompetenz: Werkzeuge, Maschinen und Messverfahren sinnvoll einsetzen.
  4. Sicherheitskompetenz: Gefährdungen erkennen und Schutzmaßnahmen umsetzen.
  5. Qualitätskompetenz: Zwischenergebnisse messen, dokumentieren und verbessern.
  6. Teamarbeit: Arbeiten mit anderen Gewerken, Bauleitung und Kundschaft abstimmen.
  7. Nachhaltigkeitskompetenz: Material, Energie und Abfall verantwortungsvoll behandeln.


Grundlagen des Mauerwerks


Was ist Mauerwerk?

Mauerwerk ist ein Bauteil aus einzelnen Steinen, die in einem geordneten Gefüge zusammengesetzt werden. Beim üblichen Mörtelmauerwerk bilden Stein und Mörtel gemeinsam einen Verbund. Die Steine nehmen vor allem Druckkräfte auf. Der Mörtel verbindet die Steine, verteilt Belastungen und gleicht begrenzte Unebenheiten aus.

Bei Trockenmauerwerk werden Natursteine ohne Mörtel sorgfältig aufeinandergefügt. Trockenmauern benötigen eine besondere Auswahl und Anordnung der Steine. Sie werden beispielsweise im Garten- und Landschaftsbau oder zur Gestaltung von Hängen eingesetzt. Auch eine Trockenmauer muss standsicher gegründet und fachgerecht ausgeführt werden.


Funktionen einer Mauer

Eine Mauer kann verschiedene Aufgaben erfüllen:

  1. Tragende Wand: Sie leitet Lasten aus Decken, Dach oder darüberliegenden Bauteilen weiter.
  2. Nichttragende Wand: Sie trennt Räume, ohne wesentliche Gebäudelasten zu tragen.
  3. Aussteifende Wand: Sie stabilisiert ein Bauwerk gegen waagerechte Einwirkungen.
  4. Außenwand: Sie schützt Innenräume gegen Wetter und trägt zum Wärme-, Schall- und Brandschutz bei.
  5. Innenwand: Sie gliedert Räume und kann tragend oder nichttragend sein.
  6. Stützwand: Sie hält Erdreich oder andere seitlich wirkende Lasten zurück.
  7. Verblendmauerwerk: Es bildet eine sichtbare, witterungsbeständige Außenschale.
  8. Gartenmauer: Sie grenzt Flächen ab, gestaltet Grundstücke oder übernimmt begrenzte Stützfunktionen.

Die Bezeichnung einer Mauer sagt allein noch nichts über ihre Standsicherheit aus. Eine niedrige Trennwand kann andere Anforderungen haben als eine hohe, freistehende Gartenmauer. Wind, Eigengewicht, Baugrund, Wasser, Frost, Anschlüsse und Öffnungen müssen bei der Planung berücksichtigt werden.


Ein- und mehrschalige Wände

Bei einschaligem Mauerwerk übernimmt eine zusammenhängende Mauerschale mehrere Aufgaben. Moderne großformatige Steine können beispielsweise Tragfähigkeit und Wärmeschutz miteinander verbinden.

Zweischaliges Mauerwerk besteht aus einer inneren und einer äußeren Schale. Die innere Schale übernimmt häufig die tragende Funktion. Die äußere Schale schützt vor Witterung und gestaltet die Fassade. Zwischen den Schalen können eine Luftschicht, Wärmedämmung und Verbindungselemente liegen. Aufbau, Verankerung, Entwässerung und Lüftung richten sich nach der Planung und dem verwendeten System.


Mauersteine und ihre Eigenschaften


Ziegel

Mauerziegel werden aus tonhaltigen Rohstoffen geformt und gebrannt. Es gibt Vollziegel, Lochziegel, Plansteine, Klinker und weitere Spezialformen. Hochlochziegel können durch ihre Struktur gute wärmedämmende Eigenschaften erreichen. Klinker sind dicht gebrannte Ziegel und werden häufig für sichtbare, witterungsbeanspruchte Flächen verwendet.

Bei der Verarbeitung musst Du das jeweilige System beachten. Manche Ziegel werden mit Normalmörtel, andere mit Dünnbettmörtel verarbeitet. Die Stege und Lochungen dürfen beim Schneiden, Transportieren und Versetzen nicht unnötig beschädigt werden.


Kalksandstein

Kalksandstein wird im Wesentlichen aus Kalk, Sand und Wasser hergestellt und unter Dampfdruck gehärtet. Er besitzt eine hohe Rohdichte und kann deshalb gute Schalldämmung sowie hohe Druckfestigkeit bieten. Da seine Wärmedämmung allein häufig nicht ausreicht, wird er bei Außenwänden oft mit einer zusätzlichen Dämmschicht kombiniert.

Kalksandsteine gibt es als kleinformatige Steine, Plansteine und großformatige Elemente. Größere Formate werden häufig mit Versetzgeräten bewegt. Das schont den Körper und verbessert den Arbeitsablauf.


Porenbeton

Porenbeton ist ein mineralischer Baustoff mit vielen kleinen Luftporen. Er ist vergleichsweise leicht, gut bearbeitbar und wärmedämmend. Plansteine aus Porenbeton werden meist mit Dünnbettmörtel verarbeitet. Schneiden, Schleifen und Bohren können Staub erzeugen, weshalb geeignete Absaugung, staubarme Verfahren und persönliche Schutzausrüstung erforderlich sind.


Leichtbeton- und Betonsteine

Leichtbeton enthält leichte Gesteinskörnungen. Leichtbetonsteine können gute bauphysikalische Eigenschaften mit ausreichender Festigkeit verbinden. Betonsteine und Schalungssteine werden für verschiedene Wand- und Stützkonstruktionen verwendet. Schalungssteine bilden Hohlräume, die nach Planung bewehrt und mit Beton verfüllt werden können. Solche Konstruktionen dürfen nicht ohne statische und konstruktive Vorgaben ausgeführt werden.


Naturstein

Natursteinmauerwerk besteht aus natürlich gewonnenen Steinen. Je nach Bearbeitung unterscheidet man beispielsweise Bruchstein-, Schichten- und Quadermauerwerk. Naturstein verlangt Erfahrung bei Auswahl, Lagerung und Verband. Bei Trockenmauern sollen große Steine ausreichend tief in den Mauerkörper reichen. Kleine lose Füllstücke dürfen keine tragende Hauptfunktion übernehmen.


Baustoffauswahl

Bei der Auswahl von Mauersteinen werden mehrere Anforderungen gegeneinander abgewogen:

Kriterium Leitfrage
Tragfähigkeit Welche Lasten muss die Wand aufnehmen und weiterleiten?
Wärmeschutz Wie wird der Wärmeverlust durch die Wand begrenzt?
Schallschutz Welche Geräusche sollen abgeschirmt werden?
Brandschutz Welche Feuerwiderstandsanforderungen gelten?
Feuchteschutz Wie wird Wasser aus Boden, Regen und Nutzung ferngehalten?
Bearbeitbarkeit Welche Werkzeuge, Maschinen und Versetzgeräte sind erforderlich?
Oberfläche Wird die Wand verputzt, verkleidet oder als Sichtmauerwerk ausgeführt?
Nachhaltigkeit Wie langlebig, reparierbar, regional verfügbar und rückbaufähig ist das System?


Mörtel und Fugen


Aufgaben des Mauermörtels

Mauermörtel verbindet die Steine und verteilt Kräfte zwischen ihren Lagerflächen. Er kann Maßabweichungen ausgleichen, Fugen schließen und zur Dichtheit des Mauerwerks beitragen. Mörtel muss zum Stein, zur Wandart und zur Beanspruchung passen.

Fertig- und Werkmörtel werden nach Herstellerangaben gemischt und verarbeitet. Eigenmächtige Veränderungen der Wasserzugabe oder das Mischen nicht abgestimmter Produkte können Festigkeit, Haftung, Verarbeitungszeit und Dauerhaftigkeit beeinträchtigen.


Mörtelarten

  1. Normalmauermörtel: Wird in vergleichsweise dickeren Fugen verarbeitet und kann Unebenheiten ausgleichen.
  2. Dünnbettmörtel: Wird bei maßgenauen Plansteinen in einer dünnen, gleichmäßigen Schicht aufgetragen.
  3. Leichtmauermörtel: Enthält leichte Zuschläge und kann Wärmebrücken in wärmedämmendem Mauerwerk reduzieren.
  4. Vormauermörtel: Ist auf sichtbares und witterungsbeanspruchtes Mauerwerk abgestimmt.
  5. Natursteinmörtel: Muss zu Gestein, Feuchtebeanspruchung und historischer Substanz passen.

Die Auswahl erfolgt nach Planung, technischem Regelwerk und Systemvorgaben. Nicht jeder Mörtel ist für jeden Stein geeignet.


Lagerfuge und Stoßfuge

Die waagerechte Fuge zwischen zwei Steinschichten heißt Lagerfuge. Die senkrechte Fuge zwischen zwei benachbarten Steinen heißt Stoßfuge. Beide Fugen beeinflussen Lastübertragung, Dichtheit und Erscheinungsbild.

Bei Steinen mit Nut-und-Feder-System kann die Stoßfuge innerhalb der Wandfläche je nach Zulassung und System mörtelfrei bleiben. An zugeschnittenen Steinen, Anschlüssen, Ecken oder besonderen Stellen kann dagegen eine vermörtelte Stoßfuge erforderlich sein. Maßgeblich sind Planung und Herstellerangaben.


Frischen Mörtel schützen

Frisches Mauerwerk muss vor ungünstiger Witterung geschützt werden. Starker Regen kann Mörtel auswaschen, intensive Sonne und Wind können Wasser zu schnell entziehen, Frost kann den Erhärtungsprozess schädigen. Mauerkronen werden deshalb fachgerecht abgedeckt, ohne die Konstruktion unsicher zu belasten.


Der Mauerwerksverband


Warum werden Steine versetzt?

Beim Mauerwerksverband werden die Steine so angeordnet, dass senkrechte Fugen benachbarter Schichten nicht unzulässig übereinanderliegen. Durch ausreichende Überdeckung entsteht ein zusammenhängender Mauerkörper. Lasten können besser verteilt und Schwachstellen vermieden werden.

Das erforderliche Überbindemaß hängt von Steinformat, Mauersystem, Wandart und technischen Vorgaben ab. Es wird deshalb nicht geschätzt, sondern aus Planung, Zulassung oder Herstellerunterlagen übernommen.


Läufer und Binder

Ein Stein, dessen lange Seite in Wandrichtung liegt, wird als Läufer bezeichnet. Ein quer zur Wandrichtung liegender Stein heißt Binder. Aus ihrer Anordnung entstehen unterschiedliche Verbände.

  1. Läuferverband: Die langen Steinseiten sind sichtbar; die Stoßfugen werden von Schicht zu Schicht versetzt.
  2. Binderverband: Die Köpfe der quer liegenden Steine sind sichtbar.
  3. Blockverband: Läufer- und Binderschichten wechseln sich nach einem festgelegten Muster ab.
  4. Kreuzverband: Eine Weiterentwicklung des Blockverbands mit zusätzlicher Verschiebung der Läuferschichten.
  5. Zierverband: Die Anordnung dient zusätzlich der Gestaltung einer Sichtfläche.


Ecken, Enden und Anschlüsse

An Mauerecken muss der Verband in beiden Wandrichtungen funktionieren. Ecken werden sorgfältig angelegt, weil sie Höhe, Flucht und Lot der anschließenden Wand bestimmen. Wandenden benötigen passende Ergänzungssteine. Kleine, ungeeignete Bruchstücke dürfen nicht willkürlich eingesetzt werden.

Wände können durch Verzahnung, Stumpfstoß, Mauerverbinder oder andere geplante Anschlüsse miteinander verbunden werden. Die zulässige Lösung richtet sich nach Wandart und System. Nachträglich in tragende Wände eingestemmte Schlitze, Aussparungen oder Öffnungen können die Standsicherheit beeinträchtigen und müssen vorher geprüft werden.


Werkzeuge und Messmittel


Handwerkzeuge

  1. Maurerkelle: Aufnehmen, Auftragen und Formen von Mörtel.
  2. Fugenkelle: Bearbeiten und Glätten von Fugen.
  3. Maurerhammer: Bearbeiten geeigneter kleinformatiger Steine.
  4. Gummihammer: Vorsichtiges Ausrichten bestimmter Steinsysteme.
  5. Mörtelbrett: Bereitstellen kleinerer Mörtelmengen am Arbeitsplatz.
  6. Handfeger: Säubern von Lagerflächen und Arbeitsbereichen.
  7. Steinzange: Ergonomisches Greifen geeigneter Steine.
  8. Richtscheit: Prüfen von Flucht und Ebenheit.


Mess- und Anreißwerkzeuge

  1. Wasserwaage: Prüfen waagerechter und senkrechter Ausrichtung.
  2. Lot: Kontrollieren der senkrechten Lage.
  3. Richtschnur: Führen einer geraden Mauerschicht zwischen festen Bezugspunkten.
  4. Gliedermaßstab: Messen von Längen und Höhen.
  5. Bandmaß: Übertragen größerer Maße.
  6. Winkel: Prüfen und Anzeichnen rechter Winkel.
  7. Nivelliergerät: Übertragen von Höhen.
  8. Rotationslaser: Digital unterstützte Höhen- und Fluchtkontrolle.

Messgeräte müssen funktionsfähig und für die erforderliche Genauigkeit geeignet sein. Vor Beginn werden Bezugspunkte geprüft. Ein falscher Bezugspunkt kann trotz sauberer Einzelarbeit zu einer insgesamt falsch positionierten Wand führen.


Maschinen und Hilfsmittel

  1. Mörtelmischer: Gleichmäßiges Mischen geeigneter Mörtel.
  2. Mauersäge: Maßgenaues, systemgerechtes Schneiden von Steinen.
  3. Trennschleifer: Schneiden geeigneter mineralischer Baustoffe mit wirksamer Staubminderung.
  4. Versetzgerät: Bewegen großformatiger Steine oder Elemente.
  5. Materialaufzug: Sicherer Transport auf höhere Arbeitsebenen.
  6. Arbeitsgerüst: Bereitstellen eines sicheren Arbeitsplatzes in der Höhe.

Maschinen dürfen nur nach Einweisung und Betriebsanleitung verwendet werden. Schutzhauben, Absaugungen und andere Sicherheitseinrichtungen dürfen nicht entfernt oder unwirksam gemacht werden.


Arbeitsvorbereitung


Planung und Unterlagen

Vor dem Mauern werden die erforderlichen Informationen zusammengestellt:

  1. Bauzeichnung und Wandplan,
  2. Lage, Länge, Dicke und Höhe der Wand,
  3. Art und Format der Steine,
  4. Mörtel- und Verarbeitungssystem,
  5. Öffnungen, Stürze und Anschlüsse,
  6. Höhen- und Achsbezug,
  7. Anforderungen an Tragfähigkeit, Wärme-, Schall-, Brand- und Feuchteschutz,
  8. Leitungen, Aussparungen und Einbauteile,
  9. Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen.

Unklare oder widersprüchliche Angaben werden vor Arbeitsbeginn geklärt. Improvisationen an tragenden oder bauphysikalisch wichtigen Bauteilen können spätere Schäden verursachen.


Arbeitsplatz einrichten

Materialien werden standsicher und so gelagert, dass Verkehrswege frei bleiben. Schwere Steinpakete dürfen nur auf ausreichend tragfähigen Flächen abgestellt werden. Mörtel, Wasser, Werkzeuge und Steine werden ergonomisch angeordnet, damit unnötiges Bücken, Drehen und Tragen vermieden wird.

Arbeitsbereiche müssen ausreichend beleuchtet sein. Stolperstellen, ungesicherte Öffnungen und Absturzkanten werden beseitigt oder gesichert. Gerüste werden vor der Nutzung kontrolliert. Nicht freigegebene oder sichtbar mangelhafte Gerüste dürfen nicht benutzt werden.


Untergrund prüfen

Der Untergrund muss für die geplante Mauer geeignet sein. Geprüft werden unter anderem:

  1. Lage und Abmessungen,
  2. Tragfähigkeit,
  3. Sauberkeit,
  4. Ebenheit und Höhenlage,
  5. vorhandene Abdichtung,
  6. Anschlüsse an andere Bauteile,
  7. Feuchtigkeit und Witterungsbedingungen.

Eine Mauer darf nicht auf losem, ungeeignetem oder ungeprüftem Untergrund begonnen werden. Bei Außen- und Kellerwänden ist der Schutz gegen aufsteigende oder seitlich eindringende Feuchtigkeit besonders wichtig.


Schrittweiser Arbeitsablauf


1. Maße übertragen und Wand anlegen

Zuerst werden Wandachsen, Außenkanten, Öffnungen und Anschlüsse aus der Zeichnung auf den Untergrund übertragen. Diagonalen und Winkel helfen, die Lage zu kontrollieren. Türen und andere Öffnungen werden so berücksichtigt, dass Steinaufteilung, Verband und spätere Einbauteile zusammenpassen.

Eine Probeauslegung ohne Mörtel kann zeigen, ob am Wandende ungünstig kleine Reststücke entstehen. Die Einteilung wird angepasst, solange dies mit Planung und Raster des Mauersystems vereinbar ist.


2. Feuchteschutz einbauen

Wo eine horizontale Abdichtung vorgesehen ist, wird sie auf sauberem und geeignetem Untergrund fachgerecht eingebaut. Überlappungen, Anschlüsse und Durchdringungen müssen der Planung entsprechen. Eine beschädigte oder unterbrochene Sperrschicht kann Feuchtigkeit in die Wand gelangen lassen.


3. Erste Schicht oder Kimmschicht herstellen

Die erste Schicht bestimmt die Genauigkeit aller folgenden Schichten. Unebenheiten des Untergrunds werden nach Systemvorgabe ausgeglichen. Eck- und Anfangssteine werden auf die richtige Höhe gesetzt. Danach wird die gesamte Schicht in Höhe, Flucht, Lot und Winkel kontrolliert.

Bei Plansteinmauerwerk wird häufig eine besonders genau ausgerichtete Kimmschicht hergestellt. Dünnbettmörtel kann größere Höhenfehler später nicht ausgleichen. Deshalb muss diese Schicht besonders sorgfältig ausgeführt werden.


4. Ecken hochführen und Schnur spannen

Ecken oder feste Anfangspunkte werden einige Schichten hochgeführt. Zwischen ihnen wird die Richtschnur gespannt. Die Schnur zeigt die Flucht und Schichthöhe an. Sie darf nicht durchhängen und soll nicht von Steinen weggedrückt werden.

Jede Ecke wird wiederholt mit Wasserwaage, Lot und Richtscheit geprüft. Ein kleiner Fehler in den unteren Schichten vergrößert sich sonst mit zunehmender Wandhöhe.


5. Mörtel auftragen

Der Mörtel wird gleichmäßig und in der für das System vorgesehenen Menge aufgetragen. Die Lagerfläche soll ausreichend bedeckt sein. Bei Dünnbettmörtel werden passende Auftragsgeräte verwendet, damit eine gleichmäßige Schicht entsteht.

Verschmutzte oder ungeeignete Steinflächen werden nicht einfach übermörtelt. Lose Teile, Eis, stehendes Wasser oder Staub können den Verbund beeinträchtigen.


6. Steine versetzen

Der Stein wird kontrolliert in sein Mörtelbett gesetzt und an Schnur, Nachbarstein und Höhenmaß ausgerichtet. Korrekturen erfolgen innerhalb der zulässigen Verarbeitungszeit. Ein bereits angezogener Stein wird nicht einfach erneut bewegt und mit zusätzlichem Wasser „reaktiviert“.

Die Stoßfugen und das Überbindemaß werden laufend geprüft. Ergänzungssteine werden maßgenau zugeschnitten. Ungeeignete Bruchstücke und durchlaufende Kreuzfugen werden vermieden.


7. Öffnungen und Einbauteile herstellen

Tür- und Fensteröffnungen müssen maßhaltig sein. Laibungen, Anschläge, Befestigungspunkte und Abdichtungsanschlüsse werden frühzeitig berücksichtigt. Über Öffnungen werden geplante Stürze, bewehrte Bereiche oder andere tragende Bauteile eingebaut.

Stürze benötigen eine ausreichende Auflagerung nach Planung. Provisorische Abstützungen dürfen erst entfernt werden, wenn die Konstruktion die Last sicher aufnehmen kann.


8. Wandanschlüsse ausführen

Anschlüsse an bestehende Wände, Stützen, Decken oder andere Mauerschalen werden entsprechend der Planung hergestellt. Maueranker, Verbinder, Trennlagen oder Bewegungsfugen müssen an der richtigen Stelle liegen und fachgerecht eingebaut sein.

Eine Bewegungsfuge darf nicht unbeabsichtigt mit starrem Mörtel überbrückt werden. Umgekehrt darf eine konstruktiv notwendige Verbindung nicht fehlen.


9. Fugen und Oberfläche bearbeiten

Bei später verputztem Mauerwerk werden Mörtelreste entfernt und die Oberfläche für den vorgesehenen Putzaufbau vorbereitet. Bei Sichtmauerwerk prägen Steinverband, Fugenfarbe, Fugentiefe und Fugenform das Erscheinungsbild. Fugen werden zum richtigen Zeitpunkt gleichmäßig bearbeitet, ohne die Steinoberfläche zu verschmieren.


10. Mauerwerk schützen und kontrollieren

Am Ende des Arbeitstages wird die Mauerkrone gegen Niederschlag geschützt. Frische, noch nicht ausreichend erhärtete Wandabschnitte müssen gegen Stoß, Wind und unbeabsichtigte Belastung gesichert sein. Materialien dürfen nicht so auf der Mauer gelagert werden, dass sie kippt oder überlastet wird.

Messwerte, Abweichungen und besondere Ausführungsdetails werden dokumentiert. Mängel werden früh korrigiert, bevor nachfolgende Gewerke sie verdecken.


Qualitätskontrolle


Prüfkriterien

Eine fachgerechte Kontrolle begleitet den gesamten Arbeitsprozess. Geprüft werden:

  1. Maßhaltigkeit: Stimmen Lage, Länge, Höhe und Dicke?
  2. Waagerechte: Sind die Schichten höhengleich?
  3. Lot: Steht die Wand senkrecht?
  4. Flucht: Verläuft die Wand gerade?
  5. Ebenheit: Gibt es unzulässige Vorsprünge oder Vertiefungen?
  6. Mauerwerksverband: Sind Stoßfugen ausreichend überdeckt?
  7. Fugenausbildung: Sind Fugen nach Systemvorgabe ausgeführt?
  8. Öffnungsmaß: Passen Türen, Fenster und Einbauteile?
  9. Anschlüsse: Sind Verbinder, Fugen und Abdichtungen richtig angeordnet?
  10. Oberfläche: Ist das Mauerwerk sauber und für den weiteren Aufbau geeignet?
  11. Witterungsschutz: Ist frisches Mauerwerk ausreichend geschützt?


Kontrollprinzip

Qualität wird nicht erst an der fertigen Wand geprüft. Nach jeder Schicht werden Höhe, Flucht und Verband kontrolliert. In sinnvollen Abständen kommen Lot, Richtscheit und Winkel hinzu. Dieses Vorgehen verhindert, dass sich kleine Abweichungen summieren.

Eine Messung ist nur dann aussagekräftig, wenn das Messmittel richtig angesetzt und abgelesen wird. Schmutz an der Wasserwaage, ein lockeres Richtscheit oder ein falscher Nullpunkt können das Ergebnis verfälschen.


Typische Fehler und ihre Vermeidung

Fehler Mögliche Folge Vorbeugung
Erste Schicht nicht genau ausgerichtet Schiefe Schichten und Maßabweichungen Höhenbezug prüfen und Kimmschicht sorgfältig nivellieren
Ungeeigneter Mörtel Schlechter Verbund, Risse oder Feuchteschäden Systemvorgaben und Planung beachten
Unzureichende Überbindung Geschwächter Mauerkörper Verband vorplanen und jede Schicht kontrollieren
Mangelhaft gefüllte Fugen Verminderte Tragwirkung oder Undichtheiten Mörtel gleichmäßig auftragen und Fugen prüfen
Zu spätes Ausrichten Gestörter Mörtelverbund Steine sofort setzen und innerhalb der Verarbeitungszeit korrigieren
Ungeeignete Reststücke Schwachstellen und unruhiges Fugenbild Steinaufteilung planen und Ergänzungssteine maßgenau schneiden
Fehlender Witterungsschutz Auswaschung, Austrocknung oder Frostschaden Mauerkrone und frische Bereiche fachgerecht abdecken
Ungeplante Schlitze Schwächung tragender oder aussteifender Wände Leitungsführung abstimmen und Eingriffe vorher prüfen
Unsichere Materiallagerung Kippen, Überlastung oder blockierte Verkehrswege Tragfähigkeit prüfen und Material geordnet lagern
Fehlende Zwischenkontrollen Fehler werden erst nach Fertigstellung erkannt Arbeit schichtweise messen und dokumentieren


Arbeitsschutz beim Mauerbau


Gefährdungen erkennen

Mauerarbeiten können mit schweren Lasten, scharfkantigen Steinen, alkalischem Mörtel, Staub, Lärm, Maschinen und Arbeiten in der Höhe verbunden sein. Die Schutzmaßnahmen ergeben sich aus der Gefährdungsbeurteilung und den konkreten Arbeitsbedingungen.

Wichtige Gefährdungen sind:

  1. Absturz von Gerüsten, Deckenrändern oder an Öffnungen,
  2. herabfallende Werkzeuge und Baustoffe,
  3. Quetschungen beim Transport und Versetzen,
  4. Überlastung durch schweres Heben und ungünstige Körperhaltung,
  5. Verletzungen an Schneid- und Mischmaschinen,
  6. mineralischer Staub beim Schneiden und Schleifen,
  7. Haut- und Augenreizungen durch Mörtel,
  8. Lärm und Vibration,
  9. Stolpern auf ungeordneten Verkehrswegen.


Persönliche Schutzausrüstung

Je nach Gefährdung gehören zur persönlichen Schutzausrüstung:

  1. Sicherheitsschuhe,
  2. geeignete Arbeitshandschuhe,
  3. Schutzhelm,
  4. Schutzbrille oder Gesichtsschutz,
  5. Gehörschutz,
  6. geeigneter Atemschutz, wenn technische Staubschutzmaßnahmen nicht ausreichen,
  7. wettergerechte und gut sichtbare Arbeitskleidung.

Persönliche Schutzausrüstung ergänzt technische und organisatorische Schutzmaßnahmen. Sie ersetzt kein sicheres Gerüst, keine Absaugung und keine geordnete Baustelle.


Hautschutz bei Mörtelarbeiten

Feuchter zementhaltiger Mörtel ist alkalisch und kann die Haut reizen oder schädigen. Direkter Hautkontakt wird vermieden. Verschmutzte Kleidung wird gewechselt, Hautschutzpläne werden beachtet und Spritzer in die Augen werden sofort nach betrieblicher Notfallregelung behandelt. Essen und Trinken im verschmutzten Arbeitsbereich sind zu vermeiden.


Staub vermeiden

Mineralischer Staub wird möglichst an der Entstehungsstelle erfasst. Geeignete Maßnahmen sind:

  1. passendes Nassschnittverfahren,
  2. Maschinen mit wirksamer Absaugung,
  3. staubarme Arbeitsverfahren,
  4. regelmäßige Reinigung mit geeigneten Saugern,
  5. Verzicht auf trockenes Fegen oder Abblasen,
  6. Abtrennung staubender Arbeitsbereiche.


Sicheres Arbeiten auf Gerüsten

Gerüste dürfen nur bestimmungsgemäß genutzt werden. Vor Arbeitsbeginn werden Kennzeichnung, Zugänge, Beläge, Seitenschutz und erkennbare Mängel kontrolliert. Gerüstbeläge dürfen nicht eigenmächtig entfernt oder mit ungeeigneten Gegenständen erhöht werden.

Material wird so verteilt, dass die zulässige Belastung nicht überschritten und der Verkehrsweg nicht blockiert wird. Bei Veränderungen, Beschädigungen oder außergewöhnlicher Witterung muss die sichere Nutzung erneut geprüft werden.


Ergonomisches Arbeiten

Schwere oder großformatige Steine werden mit geeigneten Greif- und Versetzgeräten bewegt. Material wird in günstiger Arbeitshöhe bereitgestellt. Wiederholtes Heben mit verdrehtem Oberkörper wird vermieden. Arbeitsabläufe werden so organisiert, dass unnötige Wege und Lastwechsel entfallen.


Bauphysik und Dauerhaftigkeit


Feuchteschutz

Wasser kann aus Boden, Niederschlag, Innenraumluft oder undichten Anschlüssen stammen. Feuchteschutz beginnt deshalb bereits bei Planung und Gründung. Horizontale Sperrschichten, Sockelabdichtungen, Abdeckungen, Anschlüsse und Entwässerungen müssen zusammenwirken.

Eine Gartenmauer benötigt eine dauerhafte Mauerkrone, damit Wasser nicht unkontrolliert eindringt. Bei Sichtmauerwerk müssen Fugen und Anschlüsse schlagregenbeständig ausgeführt sein.


Wärmeschutz und Wärmebrücken

Außenwände begrenzen Wärmeverluste. Wärmebrücken können an Sockeln, Deckenrändern, Stürzen, Pfeilern und Anschlüssen entstehen. Sie erhöhen den Wärmefluss und können niedrige Oberflächentemperaturen verursachen. Deshalb werden Details nicht erst auf der Baustelle improvisiert, sondern planerisch gelöst.


Schallschutz

Schallschutz hängt unter anderem von Masse, Aufbau, Anschlüssen und flankierenden Bauteilen ab. Schwere Kalksandsteinwände können günstige Voraussetzungen für Luftschallschutz bieten. Fugen, Schlitze und starre Fehlanschlüsse können die Wirkung einer guten Wandkonstruktion jedoch verschlechtern.


Brandschutz

Mineralisches Mauerwerk kann einen wichtigen Beitrag zum baulichen Brandschutz leisten. Die Feuerwiderstandsfähigkeit hängt von Steinart, Wanddicke, Belastung, Putz und Anschlussdetails ab. Durchdringungen und Installationen müssen mit zugelassenen Systemen geschlossen werden.


Fachrechnen


Wandfläche berechnen

Die Bruttofläche einer rechteckigen Wand berechnest Du mit:

Wandfläche = Wandlänge × Wandhöhe

Öffnungen werden abgezogen:

Nettofläche = Bruttofläche − Fläche der Öffnungen

Beispiel: Eine Wand ist 5,00 Meter lang und 2,75 Meter hoch. Sie enthält eine Türöffnung von 1,01 Meter Breite und 2,135 Meter Höhe.

Bruttofläche = 5,00 m × 2,75 m = 13,75 m²

Türfläche = 1,01 m × 2,135 m ≈ 2,16 m²

Nettofläche ≈ 13,75 m² − 2,16 m² = 11,59 m²


Steinbedarf überschlagen

Der Steinbedarf pro Quadratmeter hängt vom Steinformat und vom Fugenraster ab. Der Hersteller gibt häufig einen Richtwert an.

Steinbedarf = Nettofläche × Steine je Quadratmeter

Für Zuschnitte, Bruch und besondere Verbandslösungen wird ein angemessener Zuschlag eingeplant. Der Zuschlag darf nicht dazu führen, dass Material ohne Bedarf bestellt und später entsorgt wird.


Mauervolumen berechnen

Für Material- und Transportplanung kann das Volumen wichtig sein:

Mauervolumen = Nettofläche × Wanddicke

Bei einer Nettofläche von 11,59 Quadratmetern und einer Wanddicke von 0,24 Metern ergibt sich:

Mauervolumen ≈ 11,59 m² × 0,24 m = 2,78 m³


Mörtelbedarf

Der Mörtelbedarf hängt von Steinformat, Fugenart, Fugendicke, Lochanteil und Verarbeitungssystem ab. Dünnbettmauerwerk benötigt deutlich weniger Mörtelvolumen als Mauerwerk mit dickeren Lager- und Stoßfugen. Verlässliche Mengen werden aus Produktdaten, Bauplanung und Erfahrungswerten ermittelt.


Nachhaltiger Mauerbau


Material effizient einsetzen

Eine genaue Wand- und Steinaufteilung reduziert Verschnitt. Passende Ergänzungssteine vermeiden unnötiges Schneiden. Mörtel wird bedarfsgerecht angemischt, damit keine großen Restmengen erhärten und entsorgt werden müssen.

Verpackungen, Steinreste, Mörtel und andere Baustoffe werden getrennt gesammelt. Wiederverwendung und Recycling werden bereits bei der Baustelleneinrichtung berücksichtigt.


Dauerhaft statt kurzfristig

Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur einen niedrigen Materialverbrauch. Eine langlebige Mauer, die repariert und angepasst werden kann, spart über ihren Lebenszyklus Ressourcen. Dauerhaftigkeit entsteht durch passenden Baustoff, sichere Gründung, Feuchteschutz, fachgerechte Fugen und wartbare Details.


Bestand erhalten

Vor einem Abbruch wird geprüft, ob vorhandenes Mauerwerk erhalten, repariert oder umgenutzt werden kann. Bei älteren Gebäuden können historische Mörtel, Natursteine und Ziegel besondere Reparaturverfahren erfordern. Zu harter oder unverträglicher Reparaturmörtel kann alten Stein schädigen.


Zusammenfassung

Fachgerechter Mauerbau folgt einem klaren Prinzip: planen, prüfen, sicher vorbereiten, genau anlegen, im Verband mauern, fortlaufend messen und frisches Mauerwerk schützen. Die erste Schicht legt die Grundlage für die gesamte Wand. Steine, Mörtel und Fugen müssen als System zusammenpassen. Tragende und stark beanspruchte Mauern benötigen eine fachkundige Planung.

Gute Maurerarbeit wird nicht nur an einer geraden Oberfläche erkannt. Entscheidend sind auch sichere Lastabtragung, richtige Anschlüsse, Schutz vor Feuchtigkeit, geeignete Baustoffe, saubere Dokumentation und ein sicher organisierter Arbeitsplatz.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Aufgabe hat ein Mauerwerksverband? (Er versetzt die Stoßfugen und verbindet die Steinschichten zu einem Mauerkörper) (!Er ersetzt grundsätzlich den Mauermörtel) (!Er macht jede Mauer ohne Planung tragfähig) (!Er dient ausschließlich der Farbgestaltung)




Wie heißt die waagerechte Fuge zwischen zwei Steinschichten? (Lagerfuge) (!Stoßfuge) (!Bewegungsfuge) (!Schattenfuge)




Warum ist die erste Steinschicht besonders wichtig? (Sie bestimmt Höhe, Flucht und Genauigkeit der folgenden Schichten) (!Sie darf als einzige Schicht ohne Kontrolle hergestellt werden) (!Sie übernimmt immer allein den Wärmeschutz) (!Sie wird nach Fertigstellung vollständig entfernt)




Welches Werkzeug dient vor allem zur Kontrolle der waagerechten und senkrechten Ausrichtung? (Wasserwaage) (!Maurerkelle) (!Mörtelmischer) (!Steinzange)




Was ist vor dem Mauern einer tragenden Wand erforderlich? (Eine fachgerechte Planung mit den notwendigen Nachweisen) (!Nur eine mündliche Schätzung der Wanddicke) (!Ein möglichst weicher Untergrund) (!Der Verzicht auf Maßkontrollen)




Welche Aussage zu Dünnbettmörtel ist richtig? (Er wird bei maßgenauen Plansteinen in einer dünnen Schicht verarbeitet) (!Er gleicht beliebig große Höhenunterschiede aus) (!Er kann mit jedem Stein ohne Systemprüfung verwendet werden) (!Er wird nur für Trockenmauern eingesetzt)




Wie sollte mineralischer Staub beim Schneiden von Steinen vorrangig reduziert werden? (Durch staubarme Verfahren und wirksame Absaugung) (!Durch trockenes Abblasen mit Druckluft) (!Durch Entfernen der Schutzhaube) (!Durch schnelleres Arbeiten ohne Unterbrechung)




Welche Aussage zu frischem Mauerwerk ist richtig? (Es muss vor Regen, starker Austrocknung und Frost geschützt werden) (!Es darf sofort stark seitlich belastet werden) (!Es benötigt grundsätzlich keinen Schutz) (!Auf der Mauerkrone sollen schwere Steinpakete gelagert werden)




Was bezeichnet man als Läufer? (Einen Stein, dessen lange Seite in Wandrichtung liegt) (!Einen senkrechten Riss im Mauerwerk) (!Ein Gerät zum Mischen von Mörtel) (!Eine Abdichtung unter der ersten Schicht)




Wann erfolgt die Qualitätskontrolle beim Mauerbau? (Fortlaufend während der Ausführung und abschließend nach der Arbeit) (!Erst nach dem Verputzen) (!Nur vor Beginn der ersten Schicht) (!Ausschließlich bei sichtbarem Mauerwerk)





Memory

Lagerfuge Waagerechte Fuge
Stoßfuge Senkrechte Fuge
Wasserwaage Ausrichtung kontrollieren
Richtschnur Gerade Wandflucht führen
Maurerkelle Mörtel auftragen
Kimmschicht Unterste Ausgleichsschicht
Läufer Längs liegender Mauerstein
Binder Quer liegender Mauerstein





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Arbeitsschritt
Untergrundprüfung Tragfähigkeit, Sauberkeit und Höhenlage kontrollieren
Kimmschicht Erste Schicht genau nivellieren
Richtschnur Flucht der folgenden Schichten vorgeben
Mauerwerksverband Stoßfugen ausreichend gegeneinander versetzen
Witterungsschutz Frische Mauerkrone fachgerecht abdecken






Kreuzworträtsel

Maurerkelle Welches Handwerkzeug wird zum Aufnehmen und Auftragen von Mörtel verwendet?
Wasserwaage Welches Messwerkzeug prüft waagerechte und senkrechte Ausrichtung?
Lagerfuge Wie heißt die waagerechte Fuge im Mauerwerk?
Läuferverband Welcher Verband zeigt überwiegend die langen Seiten der Steine?
Kimmschicht Wie heißt die besonders genau ausgerichtete unterste Ausgleichsschicht?
Mauermörtel Welcher Baustoff verbindet beim üblichen Mörtelmauerwerk die Steine?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Ein Bauteil aus planmäßig gefügten Steinen heißt

.
Die waagerechte Fuge zwischen den Steinschichten heißt

.
Senkrechte Fugen werden als

bezeichnet.
Die unterste Ausgleichsschicht eines Plansteinmauerwerks heißt

.
Eine gerade Wandflucht wird häufig mit einer

geführt.
Steine müssen mit ausreichender Überdeckung im

angeordnet werden.
Die senkrechte Ausrichtung einer Wand wird als

bezeichnet.
Frisches Mauerwerk muss vor ungünstiger

geschützt werden.
Mineralischer Staub soll vorrangig durch Absaugung und staubarme

reduziert werden.
Maße und Ausführung werden während des gesamten Arbeitsprozesses durch

geprüft.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Werkzeugkarten erstellen: Gestalte zu acht Werkzeugen jeweils eine Karte mit Bild, Name, Aufgabe und einer Sicherheitsregel.
  2. Baustoffvergleich: Vergleiche Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton und Betonstein in einer Tabelle. Berücksichtige Gewicht, Bearbeitung, Wärme-, Schall- und Feuchteschutz.
  3. Verband legen: Baue mit Holzklötzen, Papiersteinen oder Bauklötzen einen Läuferverband. Fotografiere zwei Schichten und markiere die versetzten Stoßfugen.
  4. Prüfprotokoll: Entwickle eine einfache Checkliste für Höhe, Flucht, Lot, Verband, Fugen und Sauberkeit.


Standard

  1. Erklärvideo planen: Erstelle ein Drehbuch für ein dreiminütiges Erklärvideo vom Prüfen des Untergrunds bis zum Schutz der fertigen Mauerkrone.
  2. Fehlerdiagnose: Zeichne eine Mauer mit mindestens sechs typischen Ausführungsfehlern. Erkläre für jeden Fehler Ursache, mögliche Folge und fachgerechte Vorbeugung.
  3. Materialbedarf berechnen: Plane eine Wand mit Tür- und Fensteröffnung. Berechne Nettofläche, Mauervolumen und den Steinbedarf anhand eines selbst gewählten Herstellerwertes.
  4. Gefährdungsbeurteilung: Untersuche einen modellhaften Mauerarbeitsplatz. Ordne jeder Gefährdung eine technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahme zu.


Schwer

  1. Konstruktionsvergleich: Entwickle zwei geeignete Wandaufbauten für denselben kleinen Modellbau, einmal mit Ziegel und einmal mit Kalksandstein. Begründe Unterschiede bei Dämmung, Gewicht, Verarbeitung und Schallschutz.
  2. Schadensfall untersuchen: Analysiere einen dokumentierten Feuchte- oder Rissschaden an Mauerwerk. Trenne Beobachtung, mögliche Ursache, notwendige Untersuchung und fachgerechte Sanierungsentscheidung.
  3. Kreislaufkonzept: Plane, wie Steinreste, Verpackungen, Mörtel, Transportwege und Rückbau bei einem Mauerwerksprojekt ressourcenschonend organisiert werden können.
  4. Modellprojekt dokumentieren: Plane und baue unter fachkundiger Aufsicht ein nichttragendes Mauerwerksmodell. Dokumentiere Zeichnung, Materialwahl, Gefährdungen, Arbeitsschritte, Messwerte, Fehlerkorrekturen und Endkontrolle.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Baustoffsystem beurteilen: Erkläre, warum Stein, Mörtel, Fugen, Anschlüsse und Feuchteschutz nicht unabhängig voneinander ausgewählt werden dürfen. Entwickle ein Beispiel, bei dem eine falsche Kombination zu einem Schaden führen könnte.
  2. Messstrategie entwickeln: Plane eine sinnvolle Reihenfolge von Kontrollen für eine drei Meter lange Wand. Begründe, wann Du Höhe, Flucht, Lot, Winkel und Öffnungsmaß prüfst.
  3. Sicherheitskonzept: Zeige an einem Mauerarbeitsplatz, wie sichere Materialbereitstellung gleichzeitig Belastungen reduziert und den Arbeitsablauf verbessert.
  4. Ursache-Wirkungs-Analyse: Erkläre, wie ein Höhenfehler in der ersten Schicht zu Problemen an Decke, Türöffnung und Anschlusswand führen kann. Entwickle geeignete Kontrollpunkte.
  5. Entscheidungsaufgabe: Beurteile die Ausführung von Mauerarbeiten bei Hitze, starkem Wind, Regen und Frost. Leite für jede Situation Maßnahmen oder einen begründeten Arbeitsstopp ab.
  6. Mehrkriterienentscheidung: Wähle für eine Innenwand einen Baustoff aus. Berücksichtige Tragfunktion, Schallschutz, Bearbeitbarkeit, Materialverbrauch, Rückbau und Kosten, ohne nur ein Kriterium zu bevorzugen.
  7. Übergabegespräch: Entwirf ein Gespräch zwischen Maurerteam und nachfolgendem Putzbetrieb. Lege fest, welche Maße, Oberflächen, Feuchtebedingungen, Mängel und Anschlüsse gemeinsam geprüft werden.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zum handwerklichen Mauerbau sind folgende Leistungen wichtig:

  1. Fachsprache: Du verwendest Begriffe wie Lagerfuge, Stoßfuge, Läufer, Binder, Kimmschicht, Flucht und Lot korrekt.
  2. Baustoffwahl: Du kannst geeignete Mauersteine und Mörtel anhand mehrerer Anforderungen vergleichen.
  3. Planung: Du leitest aus Zeichnung, Maßen und Wandfunktion einen nachvollziehbaren Arbeitsablauf ab.
  4. Sicherheitsbewertung: Du erkennst Gefährdungen und ordnest wirksame Schutzmaßnahmen zu.
  5. Ausführungsqualität: Du erklärst oder demonstrierst, wie Höhe, Flucht, Lot, Verband und Fugen kontrolliert werden.
  6. Berechnung: Du ermittelst Wandflächen, Öffnungsflächen, Volumen und überschlägigen Materialbedarf.
  7. Problemlösung: Du analysierst Ausführungsfehler und entwickelst begründete Verbesserungen.
  8. Dokumentation: Du hältst Arbeitsschritte, Messwerte, Abweichungen und Korrekturen verständlich fest.
  9. Nachhaltigkeit: Du berücksichtigst Materialeffizienz, Dauerhaftigkeit, Reparatur und Rückbau.

Ein geeigneter Lernnachweis kann aus einer schriftlichen Arbeitsplanung, einer Sicherheitsanalyse, einer Materialberechnung, einem maßstäblichen Mauerwerksmodell und einem Prüfprotokoll bestehen. Praktische Arbeiten werden von einer fachkundigen Person beaufsichtigt und bewertet.




OERs zum Thema



Verlässliche Quellen und Vertiefung

  1. Bundesinstitut für Berufsbildung: Maurer und Maurerin
  2. BG BAU: Bausteine und Merkhefte
  3. BG BAU: Absturzprävention
  4. BG BAU: Fassadengerüste
  5. Wikipedia: Mauerwerk
  6. Wikipedia: Mauerwerksverband
  7. Wikimedia Commons: Masonry
  8. BauPortal: Mauern mit Kalksandstein


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