Cybermobbing in Online-Spielen erkennen


Cybermobbing in Online-Spielen erkennen
Einleitung
Cybermobbing in Online-Spielen erkennen bedeutet, verletzendes Verhalten im Spielchat, im Voice-Chat, in Clans, Gilden, Teams, Streams oder begleitenden Messengern wahrzunehmen, richtig einzuordnen und sicher darauf zu reagieren. Online-Spiele können Spaß machen, Teamarbeit, Strategie, Kreativität und Freundschaft fördern. Gleichzeitig entstehen dort Situationen, in denen Menschen beleidigt, ausgeschlossen, bedroht, bloßgestellt oder gezielt unter Druck gesetzt werden. Dieser aiMOOC hilft Dir, Warnsignale zu erkennen, zwischen Streit, Trolling und Cybermobbing zu unterscheiden, Beweise zu sichern, Hilfe zu holen und zu einer respektvollen Spielkultur beizutragen.

Cybermobbing ist nicht einfach „ein blöder Spruch“. Es kann Betroffene stark belasten, besonders wenn Angriffe wiederholt auftreten, öffentlich stattfinden, in mehreren Kanälen weitergehen oder eine Gruppe gegen eine einzelne Person handelt. In Online-Spielen ist das oft schwer zu erkennen, weil vieles schnell passiert: ein Match endet, Nachrichten verschwinden, Stimmen im Voice-Chat sind nicht gespeichert, Nutzernamen ändern sich und Außenstehende verstehen die Spielumgebung nicht sofort. Deshalb brauchst Du Medienkompetenz, Empathie, Datenschutz und konkrete Sicherheitsstrategien.
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Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was Cybermobbing in Online-Spielen bedeutet. Du kannst typische Warnsignale erkennen, Rollen in Mobbing-Situationen unterscheiden und passende Schutzmaßnahmen anwenden. Du lernst, wie Du Screenshots sicherst, Personen blockierst, Inhalte meldest, Dich an Vertrauenspersonen wendest und als Upstander andere unterstützt. Außerdem reflektierst Du, wie Spielregeln, Netiquette, Privatsphäre und digitale Verantwortung zu einer sicheren Community beitragen.
Was ist Cybermobbing?
Cybermobbing bezeichnet absichtliche verletzende Handlungen über digitale Kommunikationswege. Dazu gehören zum Beispiel Beleidigungen, Bedrohungen, Verleumdungen, Ausgrenzung, Bloßstellung, Identitätsdiebstahl, das Verbreiten peinlicher Inhalte oder das gezielte Hetzen einer Gruppe gegen eine Person. In Online-Spielen geschieht das häufig im Textchat, Voice-Chat, Teamchat, Clan-Chat, in Discord-Servern, Foren, Streams, Kommentaren oder privaten Nachrichten.
Wichtig ist: Nicht jede unangenehme Situation ist automatisch Cybermobbing. Ein einzelner Streit nach einem verlorenen Match kann verletzend sein, wird aber erst dann zu einem Mobbingproblem, wenn die Angriffe gezielt, wiederholt, besonders demütigend oder gruppenbezogen sind. Trotzdem darf auch ein einzelner schwerer Vorfall ernst genommen werden, zum Beispiel eine Drohung, die Veröffentlichung privater Daten oder das Teilen eines peinlichen Bildes.
Cybermobbing in Online-Spielen
Online-Spiele haben besondere Eigenschaften, die Cybermobbing begünstigen können. Viele Spiele sind schnell, emotional und wettbewerbsorientiert. Spielende treten unter Nicknames auf, nutzen Avatare und können sich anonym fühlen. Manche glauben deshalb, sie müssten keine Verantwortung für ihre Worte übernehmen. Außerdem gibt es Ranglisten, Teams, Clans und Rollen, wodurch Leistungsdruck und Gruppendruck entstehen können.
Typische Situationen sind: Eine Person wird nach Fehlern im Spiel dauerhaft beleidigt. Ein Team schließt jemanden absichtlich aus Matches aus. Eine Spielgruppe macht sich über Stimme, Akzent, Geschlecht, Herkunft, Behinderung, Spielniveau oder Aussehen lustig. Jemand wird im Voice-Chat angeschrien oder absichtlich provoziert. Private Nachrichten setzen die Person auch nach dem Spiel weiter unter Druck. Besonders problematisch wird es, wenn mehrere Personen mitmachen oder Zuschauerinnen und Zuschauer das Verhalten durch Lachen, Likes oder Weiterleiten verstärken.
Unterschied zwischen Streit, Trolling, Griefing und Cybermobbing
Ein Konflikt entsteht, wenn Menschen unterschiedliche Interessen haben, zum Beispiel bei der Frage, welche Strategie ein Team nutzen soll. Ein Streit kann laut, unfreundlich oder verletzend sein, aber er ist nicht automatisch Mobbing. Trolling bedeutet, andere gezielt zu provozieren, um Reaktionen auszulösen. Griefing bezeichnet absichtliches Stören des Spiels, zum Beispiel Teammitglieder behindern, Ressourcen zerstören oder absichtlich verlieren. Cybermobbing geht darüber hinaus, wenn Angriffe auf eine Person gerichtet sind, wiederholt vorkommen, demütigen, ausgrenzen oder Angst erzeugen.
Merksatz: Ein Streit kann gelöst werden, wenn beide Seiten aufhören und zuhören. Cybermobbing braucht klare Grenzen, Unterstützung und oft Hilfe durch Erwachsene, Moderation oder Plattformbetreiber.
Typische Formen von Cybermobbing im Spiel
Beleidigungen und Abwertung
Beleidigungen sind eine häufige Form digitaler Gewalt. Im Spiel können sie als Textnachricht, Sprachnachricht, Kommentar oder Meme auftreten. Besonders verletzend sind Beleidigungen, die persönliche Merkmale angreifen, etwa Herkunft, Sprache, Geschlecht, Religion, sexuelle Orientierung, Behinderung, Aussehen oder Stimme. Solche Angriffe können auch Hassrede sein.
Ausgrenzung und Gruppendruck
Ausgrenzung bedeutet, dass eine Person absichtlich nicht mitspielen darf, aus einer Gruppe entfernt wird oder nur noch eingeladen wird, um sie bloßzustellen. In Clans, Gilden und Teams kann Ausgrenzung sehr belastend sein, weil Spiele oft soziale Treffpunkte sind. Wenn mehrere Personen gleichzeitig Druck ausüben, entsteht ein Machtungleichgewicht.
Bloßstellung und Gerüchte
Bloßstellung kann bedeuten, dass jemand Fehler, private Nachrichten, Sprachaufnahmen, Screenshots oder Bilder veröffentlicht, um eine Person lächerlich zu machen. Gerüchte können sich in Gruppen schnell verbreiten. Besonders gefährlich ist das, wenn falsche Behauptungen mit Namen, Profilen oder Bildern verbunden werden.
Bedrohung und Erpressung
Drohungen sind ernst zu nehmen. Dazu gehören Ankündigungen von Gewalt, das Drohen mit der Veröffentlichung privater Informationen oder die Aufforderung, Geld, Items, Skins oder Zugangsdaten herauszugeben. Auch wenn jemand sagt, es sei „nur Spaß“ gewesen, zählt die Wirkung auf die betroffene Person. Wenn Du Dich bedroht fühlst, hole sofort Hilfe.
Doxxing und Identitätsmissbrauch
Doxxing bedeutet, private Informationen wie Adresse, Telefonnummer, Schule, Wohnort oder echte Namen ohne Zustimmung zu veröffentlichen. Identitätsmissbrauch liegt vor, wenn jemand sich als eine andere Person ausgibt, ein Profil nachahmt oder mit fremden Daten handelt. Beides kann gefährlich sein und sollte sofort dokumentiert und gemeldet werden.
Sexistische, rassistische und queerfeindliche Angriffe
In Online-Spielen erleben manche Spielende abwertende Kommentare über Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe, Religion, Sprache, sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität. Solche Angriffe verletzen nicht nur eine einzelne Person, sondern senden eine Botschaft an die ganze Community: „Du gehörst nicht dazu.“ Eine sichere Spielkultur widerspricht solchen Aussagen klar und respektvoll.
Warnsignale erkennen

Cybermobbing ist oft an wiederkehrenden Mustern erkennbar. Achte auf die Kombination aus Inhalt, Häufigkeit, Öffentlichkeit und Wirkung. Ein Warnsignal ist besonders ernst, wenn Du bemerkst, dass sich eine Person zurückzieht, nicht mehr mitspielen möchte, sehr angespannt wirkt oder Angst vor dem nächsten Login hat.
Warnsignale im Chat und Voice-Chat
Typische Warnsignale sind wiederholte Beleidigungen, absichtliches Unterbrechen, Nachäffen, lautes Anschreien, sexistische Sprüche, rassistische Begriffe, Drohungen, Spott über Fehler, das Verbreiten von Gerüchten oder das gezielte Auffordern anderer, eine Person zu melden, zu kicken oder zu ignorieren. Im Voice-Chat ist Cybermobbing schwerer zu beweisen, aber Du kannst Notizen machen, Zeitpunkte festhalten und Unterstützung holen.
Warnsignale im Spielverhalten
Auch Spielhandlungen können Mobbing sein. Dazu gehören absichtliches Blockieren, Sabotieren, Teamkilling, Griefing, Stalking im Spiel, absichtliches Verfolgen über mehrere Runden, Ausnutzen von Spielmechaniken gegen eine bestimmte Person oder das gezielte Verhindern von Fortschritt. Wenn Spielhandlungen mit persönlichen Angriffen verbunden sind, wird die Situation besonders problematisch.
Warnsignale außerhalb des Spiels
Cybermobbing hört nicht immer nach dem Match auf. Es kann in Messengergruppen, Social-Media-Kommentaren, Foren, Streams, Clips oder Direktnachrichten weitergehen. Manche Angriffe beginnen im Spiel und setzen sich in privaten Kanälen fort. Wenn jemand immer wieder neue Accounts nutzt, um weiter Kontakt aufzunehmen, ist das ein deutliches Warnsignal.
Ampelmodell zur Einschätzung
Grün bedeutet: Es gibt einen normalen Konflikt, der respektvoll geklärt werden kann. Gelb bedeutet: Es gibt verletzende Aussagen, Provokation oder Ausgrenzung, die gestoppt und beobachtet werden müssen. Rot bedeutet: Es gibt wiederholte Angriffe, Drohungen, Bloßstellung, private Daten, Erpressung oder starke Belastung. Bei Rot brauchst Du Hilfe, Dokumentation und klare Schutzmaßnahmen.
Rollen in einer Cybermobbing-Situation
Cybermobbing ist selten nur eine Sache zwischen zwei Personen. Oft gibt es mehrere Rollen. Die betroffene Person erlebt den Angriff. Die mobbende Person löst Angriffe aus oder führt sie fort. Mitläuferinnen und Mitläufer machen mit, lachen, leiten Inhalte weiter oder verstärken den Druck. Zuschauende bemerken etwas, bleiben aber passiv. Upstander greifen unterstützend ein, ohne selbst verletzend zu werden.
Ein Upstander schreibt zum Beispiel: „Stopp, das ist nicht okay“, meldet den Vorfall, fragt die betroffene Person privat, ob Hilfe gebraucht wird, sichert Beweise oder holt Unterstützung. Wichtig ist: Upstander handeln sicher. Sie steigen nicht in Beleidigungen ein und riskieren nicht unnötig die eigene Sicherheit.
Sicher reagieren: Die STOPP-Strategie
Sichern
Sichere Beweise, wenn es sicher möglich ist. Dazu gehören Screenshots, Profilnamen, Nutzer-IDs, Uhrzeiten, Spielserver, Chatverläufe, Links, Clips und Namen von Zeuginnen und Zeugen. Bei Voice-Chat kannst Du notieren, was gesagt wurde, wer beteiligt war und wann es passiert ist. Teile Beweise nicht öffentlich weiter, sondern gib sie nur an Vertrauenspersonen, Moderation, Schule, Eltern oder Beratungsstellen.
Trennen
Trenne Dich von der akuten Situation. Das kann bedeuten: Chat stummschalten, Voice-Chat verlassen, Match beenden, Pause machen, die Person blockieren oder private Nachrichten schließen. Eine Pause ist keine Schwäche. Sie schützt Dich davor, in Stress oder Gegenangriffe hineingezogen zu werden.
Orientieren
Überlege: Was ist passiert? Wer war beteiligt? Wie oft kam es vor? Gibt es Drohungen oder private Daten? Brauchst Du sofort Hilfe? Wenn Du unsicher bist, sprich mit einer vertrauten Person. Bei ernsten Drohungen, Erpressung oder Doxxing solltest Du nicht allein handeln.
Plattform melden
Nutze Meldefunktionen im Spiel oder auf der Plattform. Viele Spiele haben Regeln gegen Belästigung, Hassrede, Betrug, Doxxing oder Bedrohung. Eine gute Meldung enthält konkrete Informationen: Was wurde gesagt oder getan? Wann passierte es? Wer war beteiligt? Welche Beweise gibt es? Sachliche Meldungen helfen Moderatorinnen und Moderatoren.
Personen einbeziehen
Hole Dir Hilfe. Das können Eltern, Lehrkräfte, Schulsozialarbeit, Trainerinnen und Trainer, ältere Geschwister, Vertrauenspersonen, Beratungsstellen oder Jugendangebote sein. Wenn Du denkst, niemand versteht das Spiel, erkläre die Situation Schritt für Schritt. Zeige Beweise, beschreibe die Plattform und sage klar, was Du brauchst: Schutz, Gespräch, Meldung, Begleitung oder Unterstützung.
Was Du nicht tun solltest
Antworte nicht mit Beleidigungen, Drohungen oder Racheaktionen. Veröffentliche keine privaten Daten anderer Personen. Teile keine peinlichen Screenshots weiter, auch nicht „zur Warnung“. Gib keine Passwörter, Codes, Skins oder Items heraus, wenn Dich jemand unter Druck setzt. Erstelle keine Fake-Accounts, um zurückzuschlagen. Solche Reaktionen können die Lage verschlimmern und Dich selbst in Schwierigkeiten bringen.
Beweise sichern ohne andere zu gefährden
Beweissicherung ist wichtig, aber sie muss verantwortungsvoll sein. Speichere nur, was zur Klärung nötig ist. Schwärze private Informationen, wenn Du Materialien in der Klasse besprichst. Leite belastende Inhalte nicht in Gruppen weiter. Wenn intime Bilder, schwere Drohungen oder private Daten im Spiel sind, sprich sofort mit einer erwachsenen Vertrauensperson. In manchen Fällen ist professionelle Beratung oder eine Anzeige sinnvoll.
Privatsphäre und Kontosicherheit
Privatsphäre schützt Dich im Spiel. Nutze sichere Passwörter, aktiviere wenn möglich Zwei-Faktor-Authentisierung, verwende keine privaten Informationen im Nutzernamen, teile keine Adresse, Schule, Telefonnummer oder Tagesabläufe. Prüfe Deine Freundesliste. Nimm nicht jede Anfrage an. Stelle private Nachrichten, Voice-Chat und Gruppenoptionen so ein, dass Du Kontrolle behältst. Melde verdächtige Links, Phishing-Versuche und Accounts, die nach Zugangsdaten fragen.
Netiquette: Fair spielen

Netiquette ist die Sammlung von Regeln für respektvolle Kommunikation im Netz. In Online-Spielen heißt das: Du kritisierst Spielzüge, aber nicht Menschen. Du sagst, was besser laufen kann, ohne abzuwerten. Du akzeptierst, dass Anfängerinnen und Anfänger lernen. Du respektierst Pausen, Grenzen und Privatsphäre. Du nutzt Humor nicht als Ausrede, wenn jemand verletzt ist. Du hilfst, wenn andere angegriffen werden.
Beispiel für faire Kritik
Unfair ist: „Du bist zu dumm für das Spiel.“ Fair ist: „Lass uns beim nächsten Versuch zusammen bleiben und die Karte besser nutzen.“ Der Unterschied ist wichtig: Faire Kritik bezieht sich auf Verhalten und Lösung. Cybermobbing greift die Person an.
Sicherheit im Team, Clan oder Klassenprojekt
Wenn eine Klasse, AG oder Jugendgruppe gemeinsam spielt, braucht sie klare Regeln. Dazu gehören: respektvoller Chat, keine Diskriminierung, keine privaten Daten, keine Screenshots ohne Zustimmung, klare Meldewege, feste Ansprechpersonen und transparente Konsequenzen. Teams können eine gemeinsame Netiquette schreiben und vor dem Spielen vereinbaren. Diese Regeln schützen nicht nur Betroffene, sondern auch die Spielgemeinschaft.
Was tun, wenn Du betroffen bist?
Du bist nicht schuld, wenn Du gemobbt wirst. Cybermobbing passiert nicht, weil Du „zu empfindlich“ bist oder „falsch spielst“. Verantwortlich sind die Personen, die angreifen. Wichtig ist, dass Du nicht allein bleibst. Sichere Beweise, blockiere und melde, mache eine Pause und sprich mit einer Vertrauensperson. Wenn Du Angst hast, zeige genau diese Angst. Sie ist ein Grund, Hilfe zu bekommen.
Was tun, wenn Du etwas beobachtest?
Wenn Du Cybermobbing beobachtest, entscheide Dich gegen das stille Zuschauen. Du kannst unterstützen, ohne Dich selbst zu gefährden. Schreibe kurz und klar: „Stopp, das ist verletzend.“ Reagiere nicht mit Gegenbeleidigungen. Frage die betroffene Person privat, ob sie Hilfe möchte. Melde den Vorfall. Sichere Beweise. Erzähle einer Vertrauensperson davon. Wenn mehrere ruhig Grenzen setzen, verliert Cybermobbing oft seine Bühne.
Was tun, wenn Du selbst verletztend gehandelt hast?
Auch das gehört zu Medienbildung: Fehler erkennen und Verantwortung übernehmen. Wenn Du jemanden beleidigt, ausgelacht, ausgeschlossen oder bloßgestellt hast, lösche verletzende Inhalte nicht heimlich, sondern sprich mit einer Vertrauensperson über den nächsten Schritt. Entschuldige Dich konkret, ohne Ausreden. Schreibe nicht „War doch nur Spaß“, sondern benenne, was falsch war. Hilf mit, den Schaden zu begrenzen, zum Beispiel indem Du andere bittest, Inhalte nicht weiterzuverbreiten.
Beratungs- und Hilfsangebote
In Deutschland gibt es verschiedene Anlaufstellen, die bei Problemen im Netz helfen. JUUUPORT bietet Beratung von Jugendlichen für Jugendliche. Die Nummer gegen Kummer unterstützt Kinder, Jugendliche und Eltern. klicksafe stellt Informationen und Materialien zu Cybermobbing bereit. Auch Schulsozialarbeit, Vertrauenslehrkräfte, Eltern und Jugendhäuser können helfen. Bei akuter Gefahr, schweren Drohungen oder Erpressung solltest Du sofort eine erwachsene Person einschalten.
Fallbeispiel: Der Clan-Chat
Mira spielt regelmäßig in einem Team. Nach einigen verlorenen Runden schreiben zwei Teammitglieder, Mira sei schuld. Erst ist es nur ein Spruch. Dann erstellen sie Memes über sie, schließen sie aus einem Training aus und fordern andere auf, sie nicht mehr einzuladen. Mira bekommt private Nachrichten, in denen sie beleidigt wird. Sie macht Screenshots, verlässt den Chat, spricht mit einem Freund und zeigt die Nachrichten einer Lehrkraft. Gemeinsam melden sie die Accounts und vereinbaren, dass im Klassen-Gaming-Projekt klare Chatregeln gelten.
Dieses Beispiel zeigt: Cybermobbing ist ein Muster. Entscheidend sind Wiederholung, Gruppendruck, Bloßstellung und die Wirkung auf die betroffene Person. Mira reagiert sicher, weil sie Beweise sichert, sich Unterstützung holt und nicht allein bleibt.
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Reflexion: Warum Menschen online anders handeln
Online-Kommunikation kann enthemmen. Wer hinter einem Nickname sitzt, sieht die Reaktion der anderen Person nicht immer direkt. Dadurch vergessen manche, dass hinter jedem Avatar ein Mensch steht. Spielstress, Wettbewerb und Gruppendruck verstärken das. Medienkompetenz bedeutet, diese Mechanismen zu kennen und trotzdem Verantwortung zu übernehmen. Ein Satz im Chat kann lange nachwirken, auch wenn er in Sekunden geschrieben wurde.
Mini-Checkliste für sicheres Spielen
- Privatsphäre: Nutze keine privaten Daten im Profil und prüfe Deine Einstellungen.
- Passwort: Verwende sichere Passwörter und wenn möglich Zwei-Faktor-Authentisierung.
- Chat: Schalte störende Chats stumm, wenn Du Dich unwohl fühlst.
- Melden: Nutze Meldefunktionen bei Beleidigung, Hassrede, Doxxing oder Drohung.
- Screenshot: Sichere Beweise, aber verbreite sie nicht öffentlich.
- Hilfe: Sprich mit einer Vertrauensperson, wenn Dich etwas belastet.
- Netiquette: Kritisiere Spielzüge, nicht Menschen.
- Zivilcourage: Unterstütze Betroffene, ohne selbst zu beleidigen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist ein typisches Warnsignal für Cybermobbing in Online-Spielen? (Wiederholte persönliche Angriffe gegen eine Person) (!Ein einmaliger sachlicher Hinweis zur Spielstrategie) (!Eine freundliche Einladung in ein Team) (!Eine gemeinsame Pause nach einem Match)
Welche Handlung hilft besonders bei der Beweissicherung? (Screenshots mit Datum und Nutzernamen speichern) (!Beleidigungen sofort zurückschreiben) (!Den Vorfall in einer großen Gruppe weiterleiten) (!Alle Nachrichten ungeprüft löschen)
Was bedeutet Blockieren in einer Spielsituation? (Eine Person kann Dich nicht mehr direkt kontaktieren) (!Du veröffentlichst den echten Namen der Person) (!Du gibst Dein Passwort an die Plattform weiter) (!Du beantwortest jede Nachricht sofort)
Was ist Doxxing? (Private Informationen einer Person ohne Zustimmung veröffentlichen) (!Ein neues Spielkonto sicher einrichten) (!Eine faire Spielregel gemeinsam vereinbaren) (!Einen Avatar farblich verändern)
Welche Reaktion ist bei Cybermobbing besonders sicher? (Beweise sichern, melden und Hilfe holen) (!Mit härteren Beleidigungen antworten) (!Private Daten der anderen Person suchen) (!Den Vorfall als Spaß abtun)
Was macht einen Upstander aus? (Er unterstützt Betroffene und setzt sichere Grenzen) (!Er verstärkt Angriffe durch Lachen) (!Er verbreitet peinliche Inhalte weiter) (!Er ignoriert grundsätzlich jede Situation)
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen fairer Kritik und Cybermobbing? (Faire Kritik bezieht sich auf Verhalten und Lösungen) (!Faire Kritik greift die Person persönlich an) (!Faire Kritik enthält Drohungen) (!Faire Kritik verlangt Ausgrenzung)
Warum kann Voice-Chat bei Cybermobbing schwierig sein? (Beleidigungen sind oft nicht automatisch gespeichert) (!Voice-Chat verhindert jede Form von Streit) (!Voice-Chat enthält nie persönliche Angriffe) (!Voice-Chat ist immer öffentlich sichtbar)
Welche Information solltest Du nicht öffentlich in einem Spielprofil teilen? (Deine Adresse oder Schule) (!Einen frei erfundenen Avatar-Namen) (!Eine unverfängliche Spielfigur) (!Eine allgemeine Spieleinstellung)
Was gehört zu einer guten Netiquette im Teamspiel? (Menschen respektieren und Grenzen achten) (!Fehler anderer öffentlich lächerlich machen) (!Neue Spielerinnen und Spieler absichtlich ausschließen) (!Private Nachrichten ohne Zustimmung teilen)
Memory
| Cybermobbing | Wiederholte digitale Angriffe |
| Screenshot | Beweissicherung |
| Blockieren | Kontakt stoppen |
| Melden | Plattform informieren |
| Upstander | Unterstützend eingreifen |
| Privatsphäre | Persönliche Daten schützen |
| Griefing | Absichtliches Spielstören |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Screenshot sichern | Beweise bewahren |
| Person blockieren | Kontakt unterbrechen |
| Vorfall melden | Moderation informieren |
| Vertrauensperson ansprechen | Unterstützung holen |
| Chat stummschalten | Akute Belastung reduzieren |
| Privatsphäre prüfen | Persönliche Daten schützen |
| Fair antworten | Eskalation vermeiden |
Kreuzworträtsel
| Screenshot | Welche digitale Sicherung zeigt, was im Chat oder Spiel passiert ist? |
| Blockieren | Welche Funktion stoppt direkte Kontakte von einer belästigenden Person? |
| Melden | Was solltest Du auf der Plattform nutzen, damit Moderation prüfen kann? |
| Respekt | Welche Haltung ist Grundlage fairer Kommunikation im Spiel? |
| Avatar | Wie nennt man die Spielfigur oder das sichtbare Profil im Spiel? |
| Griefing | Wie nennt man absichtliches Stören des Spiels? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Warnsignal: Sammle fünf mögliche Warnsignale für Cybermobbing in Online-Spielen und formuliere zu jedem Warnsignal einen kurzen Beispielsatz.
- Netiquette: Schreibe fünf faire Chatregeln für ein Teamspiel, die Beleidigungen, Ausgrenzung und Bloßstellung verhindern.
- Screenshot: Erstelle eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man in einem Spiel oder Messenger einen Screenshot sichert, ohne ihn öffentlich weiterzuverbreiten.
- Privatsphäre: Prüfe anhand einer fiktiven Profilseite, welche Angaben sicher sind und welche privaten Informationen entfernt werden sollten.
Standard
- Fallanalyse: Analysiere ein erfundenes Fallbeispiel aus einem Clan-Chat und entscheide, ob es Streit, Trolling, Griefing oder Cybermobbing ist.
- Rollenspiel: Entwickelt in einer Gruppe ein Rollenspiel, in dem eine Person als Upstander sicher eingreift, ohne selbst zu beleidigen.
- Meldeweg: Recherchiere in einem Spiel Deiner Wahl, wo man andere Personen blockieren oder melden kann, und stelle den Ablauf als Lernplakat dar.
- Community-Regeln: Entwirf einen Verhaltenskodex für ein schulisches Gaming-Projekt mit klaren Regeln, Ansprechpersonen und Konsequenzen.
Schwer
- Medienanalyse: Untersuche, wie Anonymität, Ranglisten, Voice-Chat und Gruppendruck Cybermobbing in Online-Spielen begünstigen können.
- Präventionskonzept: Entwickle ein Konzept für eine Projektwoche „Sicher spielen“, das Unterricht, Elterninformation und Peer-Beratung verbindet.
- Interview: Führe ein respektvolles Interview mit einer Lehrkraft, Schulsozialarbeiterin, einem Gamer oder einer Beratungsstelle über sichere Spielkultur.
- Transferaufgabe: Vergleiche Cybermobbing in Online-Spielen mit Cybermobbing in Messengergruppen und erkläre Gemeinsamkeiten und Unterschiede.


Lernkontrolle
- Fallentscheidung: Du erhältst drei kurze Spielsituationen. Entscheide jeweils, ob es sich um Konflikt, Trolling, Griefing oder Cybermobbing handelt, und begründe Deine Entscheidung mit mindestens zwei Kriterien.
- Handlungsplan: Entwickle für eine betroffene Person einen sicheren Handlungsplan mit Beweissicherung, Schutz, Meldung und Unterstützung.
- Perspektivwechsel: Beschreibe dieselbe Situation aus Sicht der betroffenen Person, einer zuschauenden Person und einer moderierenden Person. Erkläre, warum jede Rolle andere Handlungsmöglichkeiten hat.
- Netiquette-Transfer: Formuliere eine Klassen- oder Teamregel so um, dass sie in einem Online-Spiel, einem Messenger und einem Videochat funktioniert.
- Risikoanalyse: Erkläre, warum private Daten, Voice-Chat und Gruppendruck zusammen eine Cybermobbing-Situation verschärfen können.
- Upstander-Strategie: Entwirf drei sichere Sätze, mit denen Du im Chat Grenzen setzen kannst, ohne die Situation durch Beleidigungen zu eskalieren.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe auswendig kennst, sondern Situationen sicher einschätzen und verantwortungsvoll handeln kannst. Dein Lernnachweis kann aus einer Fallanalyse, einem Sicherheitsplan, einem Medienprodukt und einer Reflexion bestehen.
- Begriffsverständnis: Du erklärst Cybermobbing, Trolling, Griefing, Doxxing, Blockieren, Melden und Upstander mit eigenen Worten.
- Analysefähigkeit: Du erkennst Warnsignale und begründest, warum eine Situation harmlos, problematisch oder gefährlich ist.
- Handlungskompetenz: Du beschreibst konkrete Schritte zum Sichern, Blockieren, Melden und Hilfeholen.
- Medienprodukt: Du gestaltest ein Plakat, Erklärvideo, Audio, Comic oder eine Präsentation zur sicheren Spielkultur.
- Reflexion: Du erklärst, wie Du selbst zu respektvoller Kommunikation im Spiel beitragen kannst.
- Transfer: Du überträgst die Strategien auf Messenger, soziale Netzwerke oder schulische Online-Plattformen.
OERs zum Thema
- klicksafe: Cybermobbing
- klicksafe: Digitale Spiele und Sicherheit
- Internet-ABC: Cybermobbing
- Internet-ABC: Themenmonat Cybermobbing
- BSI: Hilfe bei Cybermobbing und Cyberstalking
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