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Postimpressionismus - Aufbruch in die Moderne

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Postimpressionismus - Aufbruch in die Moderne



Einleitung

Der Postimpressionismus ist eine Sammelbezeichnung für unterschiedliche künstlerische Positionen, die nach dem Impressionismus entstanden und den Weg in die moderne Kunst entscheidend vorbereiteten. Du lernst in diesem aiMOOC, warum Künstlerinnen und Künstler um 1880 bis etwa 1905 nicht mehr nur den flüchtigen Lichteindruck darstellen wollten, sondern Farbe, Form, Linie, Komposition, Ausdruck und symbolische Bedeutung zunehmend als eigenständige Bildmittel verstanden. Der Postimpressionismus ist keine einheitliche Schule mit einem festen Programm. Er ist eher ein Sammelbegriff für mehrere Wege aus dem Impressionismus heraus: Vincent van Gogh steigerte Farbe und Pinselduktus zu emotionaler Ausdruckskraft, Paul Cézanne suchte nach tragfähiger Bildordnung, Paul Gauguin entwickelte vereinfachte Farbflächen und symbolische Bildwelten, Georges Seurat experimentierte mit Pointillismus und optischer Farbmischung, während Henri de Toulouse-Lautrec das moderne Großstadtleben, die Plakatkunst und die Pariser Unterhaltungskultur prägte.

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Das Video eignet sich als Einstieg: Achte beim Anschauen besonders darauf, wie der Postimpressionismus als Aufbruch in die Moderne erklärt wird. Notiere Dir, welche Unterschiede zum Impressionismus genannt werden und welche Künstler als besonders wichtig erscheinen.


Überblick: Was bedeutet Postimpressionismus?

Der Begriff Postimpressionismus bezeichnet Malerei, die auf den Impressionismus folgte, ihn weiterführte und zugleich seine Grenzen überschritt. Während die Impressionisten häufig den flüchtigen Eindruck von Licht, Atmosphäre und Moment festhielten, fragten viele postimpressionistische Künstler stärker danach, wie ein Bild eigenständig aufgebaut sein kann. Sie wollten nicht nur zeigen, was das Auge sieht, sondern auch, wie Wahrnehmung, Gefühl, Denken, Erinnerung, Zeichen und Bildordnung zusammenwirken.


Zeitliche und kunstgeschichtliche Einordnung

Der Postimpressionismus entwickelte sich vor allem in Frankreich im späten 19. Jahrhundert. Als grober Zeitraum wird häufig die Phase von etwa 1880 bis 1905 genannt. Die letzte Impressionisten-Ausstellung fand 1886 statt; kurz danach wurden neue künstlerische Wege sichtbar. Um 1905 traten mit dem Fauvismus und wenig später mit Expressionismus, Kubismus und weiteren Bewegungen der Moderne neue Richtungen hervor. Der Postimpressionismus ist deshalb eine wichtige Übergangsepoche: Er steht zwischen der impressionistischen Freilichtmalerei und der radikaleren Bildsprache des 20. Jahrhunderts.

Zeitraum Kunstgeschichtliche Bedeutung Typische Fragen an das Bild
ca. 1870er bis 1880er Jahre Impressionismus Wie wirken Licht, Farbe und Augenblick?
ca. 1880 bis 1905 Postimpressionismus Wie werden Farbe, Form, Ausdruck und Ordnung eigenständig?
ab ca. 1905 Fauvismus, Expressionismus, Kubismus und weitere Richtungen der Moderne Wie weit kann sich das Bild von der sichtbaren Wirklichkeit lösen?


Der Begriff und Roger Fry

Die Bezeichnung Post-Impressionists wurde durch den britischen Kunstkritiker Roger Fry besonders bekannt. Er verwendete sie im Zusammenhang mit der Londoner Ausstellung Manet and the Post-Impressionists im Jahr 1910. Dort wurden Werke von Künstlern wie Paul Cézanne, Paul Gauguin und Vincent van Gogh gezeigt. Der Begriff entstand also rückblickend: Die Künstler selbst arbeiteten nicht als feste Gruppe unter diesem Namen. Das ist wichtig für Deine Bildanalyse, denn der Postimpressionismus umfasst sehr verschiedene Handschriften und Ziele.


Vom Impressionismus zur Moderne

Der Impressionismus hatte bereits mit akademischen Regeln gebrochen: Die Malerei wurde heller, freier, alltagsnäher und stärker an der unmittelbaren Wahrnehmung orientiert. Postimpressionistische Künstler übernahmen einiges davon, etwa die Bedeutung der Farbe und die Offenheit der Pinselführung. Sie gingen aber weiter. Sie behandelten das Bild nicht mehr nur als Fenster zur Wirklichkeit, sondern als eigenständige Fläche, auf der Farben, Linien und Formen bewusst geordnet werden. Genau darin liegt der Aufbruch in die Moderne.


Was wurde vom Impressionismus übernommen?

  1. Farbe: Die Postimpressionisten übernahmen das Interesse an leuchtenden, oft reinen Farben und setzten Farbe als zentrales Gestaltungsmittel ein.
  2. Pinselduktus: Sichtbare Pinselspuren blieben wichtig, wurden aber häufig stärker rhythmisiert, verdichtet oder emotional aufgeladen.
  3. Alltagsmotiv: Landschaften, Cafés, Straßen, Menschen, Arbeit, Freizeit und moderne Stadtwelten blieben wichtige Motive.
  4. Wahrnehmung: Die Frage, wie Menschen sehen und erleben, blieb zentral, wurde aber um innere Empfindung, Symbolik und Bildstruktur erweitert.


Was wurde verändert?

  1. Form: Viele Künstler suchten stabilere oder bewusst vereinfachte Formen statt nur flüchtiger Lichtwirkung.
  2. Ausdruck: Farbe und Linie sollten Gefühle, Spannung oder geistige Vorstellungen sichtbar machen.
  3. Komposition: Das Bild wurde stärker als geordnete Fläche verstanden, nicht nur als naturgetreue Szene.
  4. Symbolismus: Manche Bilder sollten innere Zustände, Ideen, Mythen oder Lebensfragen ausdrücken.
  5. Abstraktion: Der Weg zur Abstraktion wurde vorbereitet, weil die sichtbare Wirklichkeit nicht mehr alleiniger Maßstab war.


Zentrale Merkmale des Postimpressionismus

Der Postimpressionismus lässt sich nicht auf ein einziges Merkmal reduzieren. Trotzdem gibt es wiederkehrende Tendenzen, die Du bei einer Bildanalyse prüfen kannst.


Farbe als Ausdrucksmittel

Farbe muss im Postimpressionismus nicht naturgetreu sein. Sie kann eine Stimmung, eine innere Spannung oder eine symbolische Bedeutung tragen. Bei Vincent van Gogh wirken Gelb, Blau, Grün oder Rot oft emotional aufgeladen. Bei Paul Gauguin entstehen flächige, manchmal bewusst unnatürliche Farbfelder, die eine symbolische Welt erzeugen. Beim Pointillismus von Georges Seurat wird Farbe in einzelne Punkte zerlegt, damit das Auge der Betrachtenden die Mischung optisch erzeugt.


Form und Struktur

Paul Cézanne ist für die moderne Kunst besonders wichtig, weil er die sichtbare Natur in stabile Formen und Bildordnungen übersetzte. Seine Landschaften, Stillleben und Figurenbilder wirken nicht wie schnelle Momentaufnahmen, sondern wie sorgfältig gebaute Kompositionen. Flächen, Volumen und Richtungen werden so organisiert, dass das Bild eine eigene Ordnung erhält. Diese Suche nach Struktur beeinflusste später den Kubismus.


Linie, Kontur und Fläche

Mehrere postimpressionistische Strömungen betonten die klare Kontur und die dekorative Fläche. Dazu gehören Cloisonismus, Synthetismus, die Schule von Pont-Aven und die Künstlergruppe Nabis. Die Umrisslinie kann Figuren und Flächen deutlich voneinander trennen. Das Bild wird dadurch weniger illusionistisch und stärker flächig. Diese Entwicklung war für Jugendstil, Fauvismus und moderne Plakatkunst bedeutsam.


Wissenschaftliche und optische Experimente

Georges Seurat und Paul Signac entwickelten mit dem Pointillismus beziehungsweise Neoimpressionismus eine Malweise, bei der kleine Farbpunkte oder Farbflecken nebeneinander gesetzt werden. Die Mischung geschieht nicht vollständig auf der Palette, sondern im Auge. Diese Methode verbindet künstlerische Praxis mit damaligen Überlegungen zur Farbwahrnehmung. Die Bilder wirken aus der Nähe fast mosaikartig, aus der Ferne aber geordneter und leuchtender.


Wichtige Künstler und künstlerische Positionen


Vincent van Gogh: Farbe, Bewegung und innerer Ausdruck

Vincent van Gogh entwickelte eine unverwechselbare Bildsprache aus leuchtenden Farben, bewegten Linien und pastosem Farbauftrag. Seine Landschaften, Porträts und Stillleben wirken oft intensiv, rhythmisch und emotional. Van Gogh malte nicht einfach die äußere Erscheinung der Dinge. Er machte sichtbar, wie Welt innerlich erlebt werden kann. Sein Werk wurde für den späteren Expressionismus besonders wichtig.

Bei der Betrachtung von Van Goghs Bildern solltest Du jedoch vorsichtig sein: Es ist zu einfach, seine Kunst nur aus Krankheit oder Leid zu erklären. Gute Kunstgeschichte fragt genauer nach Technik, Bildaufbau, Farben, Vorbildern, Briefen, Ausstellungen, sozialen Bedingungen und künstlerischer Entscheidung.


Paul Cézanne: Ordnung, Volumen und Bildbau

Paul Cézanne suchte nach einer Malerei, die Wahrnehmung und Ordnung verbindet. Er zerlegte Landschaften, Äpfel, Berge oder Figuren nicht vollständig, sondern baute sie aus Farbflächen und Formbeziehungen auf. Seine Bilder zeigen, dass ein Gemälde nicht nur eine Szene abbildet, sondern aus Spannungen, Richtungen und Farbmodulationen besteht. Viele Künstler des 20. Jahrhunderts sahen in Cézanne einen entscheidenden Vorläufer des Kubismus.


Paul Gauguin: Symbol, Fläche und kritische Betrachtung

Paul Gauguin wandte sich von rein naturalistischer Darstellung ab und entwickelte eine Bildsprache aus starken Konturen, flächigen Farben und symbolischen Motiven. Seine Werke aus der Bretagne und aus Tahiti wurden lange als Suche nach Ursprünglichkeit gelesen. Heute betrachtet man sie kritischer: Gauguins Tahiti-Bilder zeigen nicht einfach eine neutrale Wirklichkeit, sondern europäische Projektionen, koloniale Blickweisen und persönliche Inszenierungen. Für eine moderne Bildanalyse ist daher wichtig, Schönheit und problematische Perspektiven gemeinsam zu untersuchen.


Georges Seurat: Pointillismus und Systematik

Georges Seurat steht für eine besonders systematische Variante des Postimpressionismus. Seine Malweise zerlegt Farbe in kleine, geordnete Punkte oder Flecken. Der berühmte Bildaufbau in Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte zeigt Figuren, Landschaft, Freizeitkultur und Licht in einer streng komponierten Ordnung. Seurat verbindet Beobachtung, Farbtheorie und moderne Freizeitwelt.


Henri de Toulouse-Lautrec: Großstadt, Plakat und moderne Bildsprache

Henri de Toulouse-Lautrec machte das Pariser Nachtleben, Cafés, Theater, Tänzerinnen, Sänger und das Moulin Rouge zu zentralen Bildthemen. Seine Plakate und Lithografien zeigen, wie Kunst in der modernen Stadt sichtbar wurde: auf Straßen, an Wänden, in Werbung und Unterhaltung. Klare Silhouetten, starke Konturen, flächige Farben und markante Schrift machten seine Werke zu wichtigen Vorläufern moderner Grafik und Plakatgestaltung.

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Paul Signac und der Neoimpressionismus

Paul Signac entwickelte den Neoimpressionismus nach Seurat weiter. Seine Werke zeigen, dass der Postimpressionismus nicht nur emotional oder symbolisch war, sondern auch analytisch und experimentell. Im Neoimpressionismus wird das Bild als geordnete Farbstruktur verstanden. Die einzelne Farbe bleibt sichtbar, während aus der Distanz ein Gesamtbild entsteht.

Datei:Signac - Portrait de Félix Fénéon.jpg


Strömungen innerhalb des Postimpressionismus

Strömung Kennzeichen Beispiele
Pointillismus Kleine Farbpunkte, optische Mischung, systematische Komposition Georges Seurat, Paul Signac
Neoimpressionismus Weiterentwicklung impressionistischer Farbexperimente mit stärkerer Theorie Seurat, Signac, Henri-Edmond Cross
Synthetismus Vereinfachte Formen, starke Konturen, symbolische Farbflächen Paul Gauguin, Émile Bernard
Cloisonismus Flächige Farbpartien mit dunklen Umrisslinien Gauguin, Bernard, Schule von Pont-Aven
Nabis Dekorative Fläche, Innenräume, Alltagsmotive, symbolische Stimmung Pierre Bonnard, Édouard Vuillard, Maurice Denis
Schule von Pont-Aven Künstlerkreis in der Bretagne mit flächiger und symbolischer Bildsprache Gauguin, Bernard, Paul Sérusier


Bildanalyse im Postimpressionismus

Wenn Du ein postimpressionistisches Bild untersuchst, solltest Du nicht nur das Motiv benennen. Entscheidend ist, wie das Bild gemacht ist. Frage nach Farbe, Form, Linie, Raum, Oberfläche, Komposition, Perspektive, Rhythmus und Bedeutung. Ein Bild von Van Gogh kann durch Pinselrichtung und Farbe innere Bewegung erzeugen. Ein Bild von Cézanne kann durch Farbflächen eine stabile Ordnung aufbauen. Ein Bild von Seurat kann durch Punkte und Komposition Distanz, Licht und gesellschaftliche Ordnung zugleich darstellen. Ein Bild von Gauguin kann durch Fläche und Symbolik eine Welt entwerfen, die kritisch auf ihren Blickwinkel geprüft werden muss.


Leitfragen für die Analyse

  1. Motiv: Was ist dargestellt und welche Alltagswelt, Landschaft oder Figurensituation wird sichtbar?
  2. Farbe: Sind die Farben naturgetreu, gesteigert, symbolisch, kontrastreich oder optisch gemischt?
  3. Form: Sind die Formen flüchtig, geometrisch, vereinfacht, verzerrt oder stabil gebaut?
  4. Linie: Welche Rolle spielen Kontur, Pinselspur, Umriss und Bewegungsrichtung?
  5. Komposition: Wie sind Figuren, Räume, Flächen und Blickachsen geordnet?
  6. Bedeutung: Welche Stimmung, Idee, Kritik oder symbolische Ebene entsteht?
  7. Kontext: Welche sozialen, historischen, kolonialen, städtischen oder künstlerischen Zusammenhänge sind wichtig?


Vergleich: Impressionismus und Postimpressionismus

Aspekt Impressionismus Postimpressionismus
Ziel Flüchtigen Eindruck von Licht und Atmosphäre festhalten Farbe, Form, Struktur, Symbolik und Ausdruck eigenständig entwickeln
Farbe Lichtwirkung und Wahrnehmung im Moment Ausdruck, Symbol, Kontrast, optische Mischung oder Bildordnung
Form Oft locker und atmosphärisch Häufig stärker gebaut, vereinfacht, konturiert oder rhythmisiert
Raum Momenthafte Freilichtwirkung Bewusste Fläche, Struktur, Perspektivverschiebung oder Dekoration
Künstlerrolle Beobachter des modernen Lebens und der Wahrnehmung Gestalter einer eigenen Bildwirklichkeit
Wirkung auf die Moderne Öffnet die Malerei für Licht, Farbe und Alltagsmotive Bereitet Fauvismus, Expressionismus, Kubismus und Abstraktion vor


Bedeutung für die Moderne

Der Postimpressionismus ist für die Kunstgeschichte so wichtig, weil er die Frage veränderte, was ein Bild leisten kann. Ein Gemälde musste nicht länger vor allem eine überzeugende Illusion der sichtbaren Welt sein. Es konnte eine eigenständige Ordnung aus Farbe und Form schaffen, eine innere Empfindung ausdrücken, eine symbolische Welt entwerfen oder Wahrnehmung wissenschaftlich untersuchen. Dadurch wurden zentrale Entwicklungen des 20. Jahrhunderts vorbereitet.


Wirkungslinien

  1. Cézanne: Seine Suche nach Bildstruktur beeinflusste Kubismus und analytisches Denken in der Malerei.
  2. Van Gogh: Sein gesteigerter Ausdruck wirkte auf Expressionismus und expressive Farbmalerei.
  3. Gauguin: Seine flächige Farb- und Symbolsprache beeinflusste Fauvismus, Symbolismus und dekorative Moderne.
  4. Seurat: Seine systematische Farbanalyse prägte Neoimpressionismus und spätere Experimente mit Wahrnehmung.
  5. Toulouse-Lautrec: Seine Plakatkunst verband Kunst, Öffentlichkeit, Grafikdesign und moderne Stadtkultur.


Kritische Perspektiven

Ein zeitgemäßer Blick auf den Postimpressionismus fragt nicht nur nach Stilmerkmalen und Meisterwerken. Er fragt auch nach Ausstellungen, Kunstmarkt, Geschlechterrollen, Kolonialismus, Stadtleben, sozialer Ungleichheit und der Entstehung des modernen Künstlerbildes. Besonders bei Gauguins Tahiti-Bildern ist es wichtig, koloniale Perspektiven und Machtverhältnisse mitzudenken. Bei Toulouse-Lautrec solltest Du untersuchen, wie Menschen des Pariser Nachtlebens gezeigt werden: als moderne Figuren, als Stars, als soziale Außenseiter oder als Teil einer kommerziellen Unterhaltungskultur. Bei Van Gogh ist wichtig, Klischees vom leidenden Genie nicht ungeprüft zu übernehmen.


Zusammenfassung

Der Postimpressionismus ist ein Sammelbegriff für mehrere künstlerische Wege nach dem Impressionismus. Die wichtigsten Künstler entwickelten sehr unterschiedliche Bildsprachen: Vincent van Gogh steigerte Farbe und Pinselduktus zum Ausdruck innerer Bewegung, Paul Cézanne suchte nach stabiler Bildordnung, Paul Gauguin arbeitete mit Symbolik, Fläche und Kontur, Georges Seurat entwickelte den Pointillismus, und Henri de Toulouse-Lautrec verband Kunst mit moderner Stadtkultur und Plakatgestaltung. Gemeinsam ist diesen Positionen, dass sie die Malerei von der bloßen Nachahmung der Natur lösten und Farbe, Form, Linie und Bildfläche als eigenständige Mittel verstanden. Damit wurde der Postimpressionismus zu einem entscheidenden Aufbruch in die Moderne.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was bezeichnet der Begriff Postimpressionismus am treffendsten? (Sammelbegriff für mehrere Malweisen nach dem Impressionismus) (!Ein einheitliches Manifest aller französischen Künstler) (!Eine Kunstrichtung des Mittelalters) (!Eine Architekturströmung der Antike)




Worin unterscheidet sich der Postimpressionismus häufig vom Impressionismus? (Er betont stärker Farbe Form Ausdruck und Bildordnung) (!Er verzichtet grundsätzlich auf Farbe) (!Er kehrt vollständig zur mittelalterlichen Buchmalerei zurück) (!Er stellt ausschließlich historische Schlachten dar)




Welcher Künstler wird besonders mit dem Mont Sainte Victoire und dem Bildbau verbunden? (Paul Cezanne) (!Georges Seurat) (!Henri de Toulouse Lautrec) (!Claude Monet)




Welche Technik ist eng mit Georges Seurat verbunden? (Pointillismus) (!Freskomalerei) (!Fotomontage) (!Action Painting)




Welche Aussage passt besonders zu Vincent van Gogh? (Er nutzte Farbe und Pinselduktus als starken Ausdruck innerer Bewegung) (!Er malte ausschließlich streng akademische Historienbilder) (!Er verzichtete vollständig auf sichtbare Pinselspuren) (!Er entwarf vor allem gotische Kathedralen)




Welche Rolle spielt Paul Gauguin im Postimpressionismus? (Er arbeitete mit flächigen Farben Konturen und symbolischen Bildwelten) (!Er erfand den Buchdruck) (!Er war der wichtigste Bildhauer der Renaissance) (!Er malte ausschließlich naturgetreue Deckenfresken)




Welche Bedeutung hatte Henri de Toulouse Lautrec für die Moderne? (Er prägte Plakatkunst und Darstellungen des Pariser Nachtlebens) (!Er entwickelte die Zentralperspektive der Frührenaissance) (!Er baute die erste gotische Kathedrale) (!Er erfand die Ölmalerei)




Warum ist der Postimpressionismus für die Moderne wichtig? (Er machte Farbe Form und Bildfläche unabhängiger von reiner Naturnachahmung) (!Er verbot alle Experimente mit Farbe) (!Er führte die Kunst vollständig in die Antike zurück) (!Er erklärte die Fotografie zur einzigen Kunstform)




Welche Strömung arbeitet besonders mit kleinen Farbpunkten und optischer Mischung? (Neoimpressionismus) (!Barock) (!Romanik) (!Surrealistische Fotografie)




Welche kritische Perspektive ist bei Gauguins Tahiti Bildern besonders wichtig? (Koloniale Blickweisen und europäische Projektionen müssen mitbedacht werden) (!Sie sind neutrale wissenschaftliche Dokumentationen ohne Perspektive) (!Sie gehören zur altägyptischen Grabkunst) (!Sie bestehen nur aus abstrakten Zahlenmustern)





Memory

Vincent van Gogh expressive Pinselstriche und leuchtende Farbe
Paul Cezanne geometrische Ordnung und Bildstruktur
Georges Seurat Pointillismus und optische Farbmischung
Paul Gauguin Synthetismus und symbolische Farbflächen
Henri de Toulouse Lautrec Plakatkunst und Pariser Nachtleben
Nabis dekorative Fläche und Innenraumstimmung
Pont Aven vereinfachte Formen und starke Konturen
Moderne Autonomie von Farbe und Form





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Vincent van Gogh Farbe als emotionaler Ausdruck
Paul Cezanne Bildbau durch Form und Struktur
Georges Seurat Pointillistische Farbpunkte
Paul Gauguin Symbolische Farbflächen
Henri de Toulouse Lautrec Moderne Plakatkunst





Kreuzworträtsel

Seurat Welcher Künstler ist besonders mit pointillistischen Farbpunkten verbunden?
Cezanne Welcher Künstler untersuchte besonders Bildbau und Formordnung?
Gauguin Welcher Künstler arbeitete stark mit Symbolik und flächiger Farbe?
Farbe Welches Gestaltungsmittel wurde im Postimpressionismus besonders eigenständig?
Form Welches Gestaltungsmittel wurde bei Cezanne besonders wichtig?
Pointillismus Wie heißt die Malweise mit vielen kleinen Farbpunkten?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Der Postimpressionismus ist ein

für mehrere künstlerische Wege nach dem Impressionismus. Viele Künstler wollten nicht nur den flüchtigen

darstellen, sondern Farbe und Form eigenständiger nutzen. Bei Vincent van Gogh wird der sichtbare

zu einem Mittel des Ausdrucks. Paul Cezanne untersuchte die Ordnung des Bildes durch

. Georges Seurat entwickelte eine Malweise mit kleinen

. Paul Gauguin arbeitete häufig mit symbolischen

. Henri de Toulouse Lautrec verband Kunst mit moderner

. Insgesamt bereitete der Postimpressionismus wichtige Entwicklungen der

vor.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Bildbetrachtung: Wähle ein postimpressionistisches Bild aus und beschreibe in einem kurzen Text, welche Farben, Formen und Linien Dir zuerst auffallen.
  2. Künstlersteckbrief: Erstelle einen Steckbrief zu Vincent van Gogh, Paul Cézanne, Paul Gauguin, Georges Seurat oder Henri de Toulouse-Lautrec mit Lebensdaten, Hauptmerkmalen und einem Beispielwerk.
  3. Farbexperiment: Male dasselbe einfache Motiv zweimal, einmal möglichst naturgetreu und einmal mit Farben, die eine Stimmung ausdrücken.
  4. Vergleich: Vergleiche ein impressionistisches und ein postimpressionistisches Bild und markiere drei Unterschiede in Farbe, Form und Bildaufbau.


Standard

  1. Bildanalyse: Analysiere ein Werk von Paul Cézanne oder Georges Seurat nach den Kriterien Motiv, Farbe, Form, Komposition und Wirkung.
  2. Museumsrecherche: Suche in einer digitalen Sammlung ein postimpressionistisches Werk und erkläre, warum es zur Epoche passt.
  3. Pointillismus: Erstelle ein eigenes kleines pointillistisches Bild und schreibe anschließend eine Reflexion über Nähe, Distanz und optische Farbmischung.
  4. Kritische Kunstgeschichte: Untersuche ein Werk von Paul Gauguin und erläutere, warum heutige Betrachterinnen und Betrachter koloniale Perspektiven mitdenken sollten.


Schwer

  1. Ausstellungskonzept: Entwickle ein Konzept für eine kleine Ausstellung mit dem Titel Aufbruch in die Moderne und wähle fünf Werke aus, die unterschiedliche postimpressionistische Wege zeigen.
  2. Transfer: Erkläre in einem Essay, wie Paul Cézanne, Vincent van Gogh, Paul Gauguin und Georges Seurat jeweils spätere Kunstströmungen vorbereitet haben.
  3. Praktische Werkstatt: Gestalte eine Bildserie mit drei Varianten desselben Motivs im Stil von Cézanne, Seurat und Van Gogh und begründe Deine Entscheidungen.
  4. Medienkritik: Vergleiche das eingebettete Video mit einem Lexikon- oder Museumsartikel und prüfe, welche Informationen übereinstimmen, fehlen oder vereinfacht werden.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Bildvergleich: Vergleiche zwei unbekannte Bilder und begründe, welches eher impressionistisch und welches eher postimpressionistisch wirkt.
  2. Transferaufgabe: Erkläre an einem selbst gewählten modernen Bild oder Plakat, welche Spuren des Postimpressionismus darin erkennbar sein könnten.
  3. Argumentation: Begründe, warum der Postimpressionismus nicht als einheitliche Schule, sondern als Sammelbegriff verstanden werden sollte.
  4. Kontextanalyse: Analysiere, wie moderne Großstadt, Kunstmarkt oder Ausstellungskultur die Wahrnehmung postimpressionistischer Kunst beeinflussten.
  5. Kritische Reflexion: Diskutiere, warum biografische Erklärungen bei Van Gogh hilfreich sein können, aber eine genaue Bildanalyse nicht ersetzen.
  6. Künstlervergleich: Stelle Cézannes Strukturdenken und Van Goghs Ausdrucksmalerei gegenüber und zeige, wie beide Wege in die Moderne führen.
  7. Urteilskompetenz: Bewerte, ob der Begriff Aufbruch in die Moderne für den Postimpressionismus überzeugend ist, und stütze Dein Urteil auf mindestens drei Merkmale.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zum Thema Postimpressionismus: Aufbruch in die Moderne solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Namen und Daten wiedergeben kannst, sondern kunstgeschichtliche Zusammenhänge verstehst. Wichtig sind eine sorgfältige Bildanalyse, ein begründeter Epochenvergleich, ein sicherer Umgang mit Fachbegriffen und eine kritische Reflexion historischer Kontexte.

  1. Fachbegriffe: Du verwendest Begriffe wie Postimpressionismus, Impressionismus, Pointillismus, Synthetismus, Komposition, Pinselduktus, Farbfläche und Moderne korrekt.
  2. Bildanalyse: Du beschreibst Motiv, Farbe, Form, Linie, Raum, Komposition und Wirkung an einem konkreten Werk.
  3. Vergleich: Du erklärst nachvollziehbar, worin Unterschiede zwischen Impressionismus und Postimpressionismus liegen.
  4. Künstlerpositionen: Du ordnest mindestens vier Künstlerinnen oder Künstler ihren typischen Gestaltungsmitteln und Fragestellungen zu.
  5. Transfer: Du zeigst, wie postimpressionistische Bildideen spätere Strömungen wie Fauvismus, Expressionismus oder Kubismus vorbereitet haben.
  6. Reflexion: Du berücksichtigst kritische Perspektiven, etwa koloniale Blickweisen, Kunstmarkt, Künstlerbild oder moderne Öffentlichkeit.
  7. Eigenproduktion: Du kannst ein eigenes praktisches Experiment zu Farbe, Form oder Pinselduktus dokumentieren und begründen.




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