Der moderne Mythen-Boom - Mythen Legenden und Sagen


Der moderne Mythen-Boom - Mythen Legenden und Sagen
Einleitung
Der moderne Mythen-Boom zeigt, dass Mythen, Legenden und Sagen keineswegs nur alte Geschichten aus vergangenen Kulturen sind. Sie prägen auch heute Literatur, Film, Serien, Games, Comics, Musik, Social Media und Fankultur. In vielen aktuellen Erzählwelten begegnen Dir bekannte Muster: Götter greifen in menschliche Konflikte ein, Heldinnen und Helden müssen Prüfungen bestehen, Monster verkörpern Ängste, magische Gegenstände versprechen Macht, und alte Stoffe werden aus neuen Perspektiven erzählt.
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Der Begriff Mythen-Boom meint nicht, dass Menschen heute einfach wieder „an alte Götter glauben“. Gemeint ist vielmehr, dass mythische Stoffe, Figuren und Erzählmuster in der Popkultur besonders häufig aufgegriffen, umgedeutet und vermarktet werden. Moderne Retellings erzählen bekannte Stoffe neu: etwa aus Sicht einer Nebenfigur, mit einem anderen Ende, in einer gegenwärtigen Stadt, als Fantasy-Serie, als Jugendroman, als Game oder als kritische Auseinandersetzung mit Macht, Geschlecht, Herkunft und Identität.

In diesem aiMOOC lernst Du, wie sich Mythos, Sage, Legende, Märchen, Folklore und moderne Urban Legends unterscheiden. Du untersuchst, warum alte Erzählstoffe so anschlussfähig bleiben, wie sie in heutigen Medien funktionieren und wie Du selbst ein reflektiertes Retelling entwickeln kannst.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du zentrale Begriffe rund um Mythologie, Sage, Legende und Folklore erklären. Du kannst alte und moderne Erzählformen vergleichen, typische Motive und Funktionen erkennen und einschätzen, warum mythische Stoffe in der Gegenwart so erfolgreich sind. Außerdem trainierst Du Medienkompetenz, indem Du zwischen kultureller Deutung, Fiktion, kommerzieller Inszenierung und scheinbar wahren modernen Sagen unterscheidest.
- Begriffsbildung: Du erklärst die Unterschiede zwischen Mythos, Sage, Legende, Märchen und Urban Legend.
- Analysekompetenz: Du erkennst wiederkehrende Motive wie Heldenreise, Prüfung, Grenzüberschreitung, Verwandlung und göttliches Eingreifen.
- Medienkompetenz: Du untersuchst, wie Mythen in Film, Serie, Game, Roman und Social Media neu erzählt werden.
- Urteilskompetenz: Du bewertest Chancen und Risiken moderner Mythenrezeption.
- Gestaltungskompetenz: Du entwickelst ein eigenes Retelling und begründest Deine Entscheidungen.
Grundbegriffe: Mythos, Sage, Legende
Die Begriffe Mythos, Sage und Legende werden im Alltag oft vermischt. Für eine genaue Analyse ist es aber wichtig, ihre Unterschiede zu kennen. Alle drei Formen erzählen mehr als bloße Ereignisse. Sie geben Orientierung, stiften Bedeutung und verbinden Menschen mit gemeinsamen Bildern, Werten und Fragen.
Mythos und Mythologie
Ein Mythos ist eine erzählerische Deutung von Welt, Ursprung, Ordnung, Natur, Göttern, Menschen oder grundlegenden Konflikten. Mythen erklären nicht nur, was passiert ist, sondern warum eine Welt so verstanden werden kann, wie eine Kultur sie deutet. Schöpfungsmythen erzählen vom Anfang der Welt. Götterentstehungsmythen ordnen göttliche Mächte. Heldenmythen zeigen, wie Menschen oder Halbgötter zwischen Ordnung und Chaos handeln.
Die Gesamtheit der Mythen einer Kultur wird als Mythologie bezeichnet. So spricht man von griechischer Mythologie, römischer Mythologie, nordischer Mythologie, ägyptischer Mythologie oder anderen mythologischen Traditionen. Mythen sind dabei keine einfachen Fantasiegeschichten. Sie verdichten Fragen nach Tod, Liebe, Macht, Schuld, Schicksal, Gerechtigkeit, Natur und Identität.
Sage
Eine Sage ist eine meist kurze Erzählung, die oft auf mündlicher Überlieferung beruht. Sie verbindet fantastische oder übernatürliche Ereignisse mit scheinbar realen Orten, Personen oder historischen Begebenheiten. Dadurch entsteht ein besonderer Wahrheitsanspruch: Eine Sage klingt häufig so, als könnte sie wirklich passiert sein. Typisch sind Ortsbezüge wie ein Berg, ein Fluss, eine Burg, ein See oder eine Stadt. Auch Figuren wie Riesen, Zwerge, Drachen, Geister oder verwunschene Gestalten können auftreten.
Anders als viele Märchen beginnen Sagen nicht in einer unbestimmten Welt mit „Es war einmal“, sondern knüpfen oft an konkrete Landschaften und historische Erinnerungen an. Genau deshalb eignen sie sich gut, um über Heimat, Kulturraum, Erinnerungskultur und regionale Identität zu sprechen.
Legende
Eine Legende ist eine Erzählung, die häufig einen historischen, religiösen oder moralischen Kern besitzt, diesen aber ausschmückt und überhöht. Besonders bekannt sind Heiligenlegenden, in denen außergewöhnliche Taten, Wunder oder vorbildliches Verhalten erzählt werden. Legenden können bewundern, ermahnen, trösten oder moralische Orientierung geben. Im Alltag wird der Begriff „Legende“ auch für außergewöhnlich berühmte Personen verwendet, etwa in Sport, Musik oder Film. Diese alltagssprachliche Verwendung zeigt, wie stark erzählte Bedeutung an Personen gebunden werden kann.
Märchen, Folklore und kulturelles Gedächtnis
Das Märchen ist stärker von festen Mustern, magischen Prüfungen und typisierten Figuren geprägt. Es ist meist nicht an konkrete Orte oder historische Personen gebunden. Folklore umfasst dagegen überlieferte Erzählungen, Bräuche, Lieder, Rituale, Sprichwörter und Ausdrucksformen einer Gemeinschaft. Mythen, Sagen und Legenden gehören damit zu größeren Zusammenhängen von kulturellem Gedächtnis, Tradition und Identität.
Warum boomen Mythen heute?
Der moderne Mythen-Boom entsteht aus mehreren Gründen. Alte Erzählstoffe sind bekannt genug, um wiedererkannt zu werden, und offen genug, um neu interpretiert zu werden. Sie bieten starke Bilder, klare Konflikte und Figuren, die zugleich fremd und vertraut wirken. Außerdem sind viele antike oder volkskundliche Stoffe nicht an moderne Urheberrechte gebunden, wodurch sie kreativ weiterverarbeitet werden können.
Orientierung in unsicheren Zeiten
Mythen erzählen von Krisen: Chaos bedroht Ordnung, Menschen überschreiten Grenzen, Gemeinschaften suchen Halt, Figuren geraten in Prüfungen. Solche Muster passen auch zu modernen Fragen. Wer bin ich? Wem kann ich vertrauen? Was ist gerecht? Wie gehe ich mit Macht um? Was geschieht, wenn Technik, Natur oder Politik außer Kontrolle geraten? Mythische Erzählungen bieten keine einfachen Lösungen, aber sie verdichten komplexe Erfahrungen in starke Geschichten.
Wiedererkennbarkeit und emotionale Intensität
Mythen arbeiten mit einprägsamen Bildern: der Gang in die Unterwelt, das Labyrinth, der Drache, der verbotene Blick, der göttliche Zorn, die rätselhafte Prophezeiung, der magische Gegenstand oder die Reise nach Hause. Solche Bilder funktionieren in Roman, Film, Serie und Game besonders gut, weil sie schnell emotionale Bedeutung erzeugen. Wer eine Figur wie Odysseus, Medusa, Athene, Loki, Thor, Artus oder Prometheus wiedererkennt, bringt bereits Vorwissen mit.
Retelling als neue Perspektive
Ein Retelling erzählt einen bekannten Stoff neu. Besonders spannend wird es, wenn eine alte Geschichte aus einer bisher vernachlässigten Perspektive erzählt wird. Moderne Retellings fragen zum Beispiel: Was denkt die Figur, die im Original kaum spricht? Wie wirkt eine Heldengeschichte aus Sicht der besiegten Seite? Welche Rolle spielen Geschlecht, Herkunft, Klasse, Behinderung oder Macht? So wird aus Wiederholung eine kritische Neudeutung.
Popkultur, Franchise und Fankultur
Popkultur nutzt Mythen, weil sie wiedererkennbare Welten und starke Figuren liefern. In Franchises können Mythen über mehrere Medien hinweg erzählt werden: als Buch, Film, Serie, Game, Comic, Hörspiel, Fanfiction oder Meme. Dadurch entsteht transmediales Erzählen. Fans diskutieren, vergleichen, ergänzen und verändern Erzählwelten. Mythen sind deshalb nicht nur Inhalte, sondern auch soziale Treffpunkte.
Mythische Muster: Heldenreise, Archetypen und Motive
Viele moderne Erzählungen greifen auf wiederkehrende Muster zurück. Dazu gehören die Heldenreise, archetypische Figuren, Prüfungen, Schwellenräume, magische Helferinnen und Helfer, Versuchungen, Opfer, Rückkehr und Verwandlung. Diese Muster sind keine starren Regeln. Sie helfen aber, Ähnlichkeiten zwischen sehr unterschiedlichen Geschichten zu erkennen.

Die Heldenreise als Analysemodell
Die Heldenreise beschreibt ein häufiges Erzählmuster: Eine Figur verlässt die vertraute Welt, begegnet Prüfungen, erhält Hilfe, scheitert oder lernt, stellt sich einer entscheidenden Herausforderung und kehrt verändert zurück. Dieses Modell wird oft in Drehbuch, Fantasy, Abenteuerroman und Game Design genutzt. Zugleich muss es kritisch betrachtet werden: Nicht jede Kultur erzählt nach demselben Muster, und nicht jede gute Geschichte braucht eine klassische Heldenreise.
Archetypen
Archetypen sind wiederkehrende Grundfiguren oder Grundmuster. Dazu zählen etwa die Suchende, der Trickster, die weise Ratgeberin, der Schatten, die Schwellenhüterin, der verwundete Held, die Rebellin oder das Monster. Archetypen sind hilfreich, wenn sie Geschichten strukturieren. Problematisch werden sie, wenn sie zu Klischees erstarren oder Menschen auf stereotype Rollen reduzieren.
Motive und Symbole
Ein Motiv ist ein wiederkehrendes erzählerisches Element. Mythen verwenden häufig Motive wie Labyrinth, Unterwelt, Verwandlung, Prophezeiung, Prüfung, Fluch, Segen, magischer Gegenstand, Doppelgänger, Monster oder Grenzüberschreitung. Symbole wie Feuer, Wasser, Schlange, Baum, Berg oder Maske können in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Bedeutungen besitzen. Gute Analyse fragt deshalb immer nach Kontext und Funktion.
Mythen in Literatur, Film, Serien und Games
Der moderne Mythen-Boom zeigt sich besonders deutlich in populären Medien. Alte Stoffe werden nicht einfach kopiert. Sie werden aktualisiert, gemischt, beschleunigt, visualisiert und an neue Zielgruppen angepasst.
Literatur und Myth Retelling
In der Literatur ermöglichen Retellings neue Blickwinkel. Antike Stoffe können feministisch, postkolonial, psychologisch, humorvoll, düster oder jugendliterarisch erzählt werden. Eine Figur, die früher nur als Monster erschien, kann plötzlich eine eigene Stimme erhalten. Ein Held kann scheitern, zweifeln oder moralisch ambivalent werden. Dadurch wird sichtbar, dass Mythen nie endgültig abgeschlossen sind.
Film und Serie
Film und Serie übersetzen mythische Stoffe in Bilder, Musik, Schauspiel, Schnitt und Spezialeffekte. Dabei werden alte Konflikte oft mit modernen Themen verbunden: Machtmissbrauch, Familienkonflikte, Krieg, Migration, ökologische Krise oder Identitätssuche. Auch Superheldengeschichten arbeiten häufig mit mythischen Mustern: außergewöhnliche Herkunft, besondere Gabe, geheime Identität, Opfer, Verantwortung und Kampf gegen übermächtige Gegner.
Games und interaktive Mythen
Games sind für Mythen besonders interessant, weil Spielende nicht nur zuschauen, sondern handeln. Sie erkunden Welten, lösen Rätsel, kämpfen gegen Monster, treffen Entscheidungen und erleben Prüfungen. Mythische Settings ermöglichen starke Levelstrukturen: Unterwelt, Tempel, Labyrinth, Götterberg, verwunschener Wald oder zerstörte Stadt. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie respektvoll und differenziert Games mit kulturellen Traditionen umgehen.
Moderne Sagen, Urban Legends und digitale Folklore
Der Mythen-Boom umfasst nicht nur antike Götter oder Heldensagen. Auch moderne Gesellschaften bilden Erzählungen mit Wahrheitsanspruch. Moderne Sagen oder Urban Legends erzählen von angeblich wahren Ereignissen, die oft Angst, Ekel, moralische Warnung oder Misstrauen auslösen. Sie verbreiten sich über Gespräche, Kettennachrichten, Foren, Messenger, Videos und Social Media.
Merkmale moderner Sagen
Typisch für moderne Sagen ist die Formel „Das ist einem Freund eines Freundes passiert“. Damit wird Nähe und Glaubwürdigkeit erzeugt, ohne überprüfbare Belege zu liefern. Moderne Sagen greifen häufig gesellschaftliche Ängste auf: fremde Orte, neue Technik, Kriminalität, Krankheit, Lebensmittel, Verkehr, Kinder, Tiere oder Verschwörungen. Sie sind deshalb wichtig für Medienbildung, weil sie zeigen, wie Erzählungen Wahrnehmung beeinflussen können.
Internetmythen, Memes und Plattformlogik
Im Internet können sich Geschichten sehr schnell verändern. Ein Gerücht wird zum Meme, ein Meme wird zur angeblichen Wahrheit, und eine erfundene Figur kann Teil digitaler Folklore werden. Plattformen belohnen oft Aufmerksamkeit, Überraschung und starke Emotionen. Deshalb brauchen Lernende Quellenkritik: Wer erzählt? Welche Belege gibt es? Welche Absicht könnte dahinterstehen? Welche Gefühle werden ausgelöst? Wer profitiert von der Verbreitung?
Kulturkritische Perspektiven
Mythen sind mächtig, weil sie Sinn stiften. Genau deshalb müssen sie kritisch gelesen werden. Sie können Gemeinschaft stärken, aber auch Ausgrenzung legitimieren. Sie können unterdrückten Stimmen Raum geben, aber auch alte Machtbilder wiederholen. Sie können kulturelles Erbe lebendig halten, aber auch Traditionen oberflächlich vermarkten.
Chancen des modernen Mythen-Booms
Der moderne Mythen-Boom kann Interesse an Antike, Geschichte, Literatur, Kunst, Religion, Philosophie und Kulturwissenschaft wecken. Er macht alte Stoffe zugänglich und lädt dazu ein, eigene Fragen an bekannte Geschichten zu stellen. Retellings können Figuren sichtbar machen, die früher übergangen wurden. Außerdem fördern mythische Stoffe kreatives Schreiben, ästhetisches Lernen und interkulturelle Vergleiche.
Risiken und Probleme
Problematisch wird der Boom, wenn Mythen vereinfacht, kommerzialisiert oder aus ihrem kulturellen Zusammenhang gerissen werden. Auch stereotype Darstellungen von Geschlecht, Kultur, „Gut“ und „Böse“ müssen kritisch betrachtet werden. Manche Erzählungen bedienen nationalistische, rassistische oder verschwörungsideologische Muster. Deshalb ist es wichtig, zwischen Fiktion, Tradition, Ideologie, Marketing und Desinformation zu unterscheiden.
Methode: Einen Mythos analysieren
Wenn Du einen Mythos, eine Sage, eine Legende oder ein modernes Retelling untersuchst, helfen Dir die folgenden Analyseschritte. Nutze sie flexibel und begründe Deine Beobachtungen immer am Text, Bild, Film, Spiel oder Video.
- Kontext: Kläre, aus welcher Kultur, Zeit, Quelle oder Medienform der Stoff stammt.
- Figurenanalyse: Untersuche Hauptfiguren, Gegenspieler, Helfende, Opfer und Randfiguren.
- Konflikt: Bestimme den zentralen Konflikt und frage, welche Werte aufeinandertreffen.
- Motiv: Suche wiederkehrende Motive wie Reise, Prüfung, Verwandlung, Fluch oder Opfer.
- Symbol: Deute wichtige Gegenstände, Orte, Tiere, Farben oder Naturkräfte.
- Perspektive: Frage, wessen Sicht erzählt wird und wessen Sicht fehlt.
- Funktion: Überlege, ob die Geschichte erklärt, warnt, tröstet, legitimiert, kritisiert oder unterhält.
- Aktualisierung: Prüfe, wie ein modernes Retelling den alten Stoff verändert.
- Medienform: Beachte, ob Text, Bild, Ton, Film, Spielmechanik oder Plattformlogik die Wirkung prägen.
- Bewertung: Formuliere ein begründetes Urteil über Chancen, Grenzen und Wirkung der Erzählung.
Methode: Ein eigenes Retelling entwickeln
Ein gutes Retelling beginnt mit einer klaren Idee. Du solltest nicht nur „dieselbe Geschichte noch einmal“ erzählen, sondern eine begründete neue Perspektive wählen. Vielleicht erzählst Du aus Sicht einer Nebenfigur. Vielleicht verlegst Du den Stoff in eine moderne Schule, eine Zukunftsstadt, ein Dorf, ein Computerspiel oder eine Social-Media-Welt. Vielleicht fragst Du, was aus einem Monster wird, wenn es selbst sprechen darf.
- Auswahl: Wähle einen Mythos, eine Sage oder eine Legende, die Dich interessiert.
- Kernmotiv: Bestimme, was am Stoff unverzichtbar ist.
- Perspektivwechsel: Entscheide, wer neu sprechen darf.
- Aktualisierung: Überlege, welches moderne Thema im Stoff sichtbar werden kann.
- Konflikt: Entwickle einen klaren inneren und äußeren Konflikt.
- Form: Wähle Medium und Form, etwa Kurzgeschichte, Comic, Podcast, Trailer, Game-Konzept oder Theaterdialog.
- Reflexion: Erkläre, welche Änderungen Du vorgenommen hast und warum.
Medien zum Thema
Die folgenden Medien unterstützen das Lernen: Das Video führt in den modernen Mythen-Boom ein, die Bilder zeigen klassische mythologische und sagenhafte Bildwelten, und die Diagramm-Grafik hilft bei der Analyse von Erzählstrukturen. Wichtig ist: Medien sind nicht bloße Dekoration. Sie sind Quellen für Beobachtungen über Figuren, Symbole, Perspektiven und kulturelle Deutungen.
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Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was beschreibt ein Mythos besonders gut? (Eine sinnstiftende Erzählung über Ursprung und Weltordnung) (!Eine zufällige Nachricht ohne Bedeutung) (!Eine ausschließlich sachliche Statistik) (!Eine moderne Bedienungsanleitung)
Wodurch unterscheidet sich eine Sage häufig vom Märchen? (Sie bezieht sich oft auf reale Orte oder Personen) (!Sie enthält niemals fantastische Elemente) (!Sie ist immer in Versform geschrieben) (!Sie wird nur in digitalen Spielen erzählt)
Was ist eine Legende im literarischen Sinn? (Eine überhöhte Erzählung mit historischem oder religiösem Kern) (!Eine Liste wissenschaftlicher Messwerte) (!Ein vollständig beweisbarer Polizeibericht) (!Ein Regeltext für ein Brettspiel)
Was bedeutet Mythologie? (Die Gesamtheit der Mythen einer Kultur) (!Die Technik eines Filmstudios) (!Die Sammlung aller Nachrichten eines Tages) (!Die Grammatik einer Sprache)
Warum eignen sich alte Mythen für moderne Retellings? (Weil bekannte Muster neu gedeutet werden können) (!Weil sie keine Figuren besitzen) (!Weil sie keine Konflikte enthalten) (!Weil sie nur aus Faktenlisten bestehen)
Was bedeutet Retelling? (Eine neue Fassung eines bekannten Stoffes) (!Eine wortlose Landkarte) (!Eine mathematische Formel) (!Eine unveränderbare Archivnummer)
Welche Funktion haben Archetypen in Erzählungen? (Sie machen Figuren und Konflikte wiedererkennbar) (!Sie ersetzen jede Handlung) (!Sie verbieten neue Deutungen) (!Sie bestehen immer aus Jahreszahlen)
Was ist eine Urban Legend? (Eine moderne Sage mit Wahrheitsanspruch) (!Ein amtliches Stadtgesetz) (!Ein antikes Messgerät) (!Ein vollständiger Quellenbeleg)
Was gehört zur Quellenkritik bei Internetmythen? (Die Prüfung von Herkunft Absicht und Belegen) (!Das blinde Weiterleiten jeder Nachricht) (!Das Löschen aller Fragen) (!Das Erfinden zusätzlicher Gerüchte)
Warum passen Games gut zu mythischen Stoffen? (Weil Spielende Entscheidungen in erzählten Welten treffen) (!Weil Games grundsätzlich keine Geschichten haben) (!Weil Mythen nur aus Tabellen bestehen) (!Weil Spielende nie handeln dürfen)
Memory
| Mythos | Weltdeutung |
| Sage | Ortsbezug |
| Legende | Überhöhung |
| Retelling | Neufassung |
| Heldenreise | Prüfung |
| Folklore | Überlieferung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Mythos | Erzählung über Ursprung und Sinn |
| Sage | Fantastische Geschichte mit Realitätsbezug |
| Legende | Überhöhte Erzählung mit Vorbildfunktion |
| Retelling | Neue Perspektive auf bekannten Stoff |
| Urban Legend | Moderne Sage in Medien und Alltag |
Ordne die Begriffe so zu, dass klar wird, welche Funktion die jeweilige Erzählform besitzt.
Kreuzworträtsel
| Mythos | Welche Erzählform deutet Ursprung und Ordnung der Welt? |
| Sage | Welche Erzählform verbindet fantastische Ereignisse mit Orten oder Personen? |
| Legende | Welche Erzählform überhöht oft historische oder religiöse Figuren? |
| Folklore | Wie heißt überliefertes Wissen einer Gemeinschaft? |
| Retelling | Wie nennt man eine neue Erzählfassung eines alten Stoffes? |
| Archetyp | Wie heißt ein wiederkehrendes Grundmuster von Figuren oder Motiven? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Mythen-Steckbrief: Wähle einen Mythos, eine Sage oder eine Legende und erstelle einen Steckbrief mit Figuren, Ort, Konflikt und zentralem Motiv.
- Sagen-Ort: Suche eine Sage aus Deiner Region und erkläre, welcher reale Ort oder welche historische Erinnerung darin eine Rolle spielt.
- Figurenkarte: Gestalte eine Figurenkarte zu einer mythologischen Gestalt und unterscheide zwischen Eigenschaften, Handlungen und Symbolen.
- Popkultur-Fundstück: Finde ein Beispiel aus Film, Serie, Musik, Game oder Werbung, das auf einen Mythos anspielt, und beschreibe die Wirkung.
Standard
- Vergleichsanalyse: Vergleiche eine alte Fassung eines Mythos mit einem modernen Retelling und erkläre drei wichtige Veränderungen.
- Urban-Legend-Check: Untersuche eine moderne Sage oder ein Internetgerücht und prüfe Herkunft, Belege, Absicht und emotionale Wirkung.
- Retelling-Entwurf: Entwerfe eine neue Fassung einer Sage aus Sicht einer Nebenfigur und begründe, warum diese Perspektive wichtig ist.
- Medienkritik: Analysiere, wie ein Film, eine Serie oder ein Game mythische Motive nutzt, um Spannung, Identifikation oder moralische Fragen zu erzeugen.
Schwer
- Eigenes Retelling: Schreibe ein vollständiges Retelling eines Mythos in einer modernen Umgebung und ergänze eine Reflexion über Deine Änderungen.
- Podcast-Projekt: Produziere ein Podcast-Skript zu einem modernen Mythen-Boom-Beispiel und baue Analyse, Quellenkritik und eine eigene Bewertung ein.
- Ausstellungskonzept: Entwickle ein digitales Ausstellungskonzept mit mindestens sechs Stationen zu Mythen in Popkultur, Kunst und Alltag.
- Transmedia-Projekt: Plane eine Erzählwelt, in der ein Mythos als Kurztext, Bildserie, Game-Idee und Social-Media-Beitrag umgesetzt wird.


Lernkontrolle
- Transferanalyse: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, wie ein alter Mythos in einem modernen Medium verändert wird und welche Wirkung diese Veränderung hat.
- Perspektivwechsel: Beurteile, wie sich die Bedeutung einer Geschichte verändert, wenn eine Nebenfigur zur Hauptfigur wird.
- Medienvergleich: Vergleiche die Wirkung desselben mythischen Motivs in einem Text und in einem audiovisuellen Medium.
- Quellenkritik: Untersuche eine moderne Sage aus dem Internet und entwickle Kriterien, mit denen Du ihre Glaubwürdigkeit bewertest.
- Kulturkritik: Diskutiere, wann die Nutzung eines Mythos respektvolle Aktualisierung ist und wann sie oberflächliche Vermarktung wird.
- Gestaltungsreflexion: Begründe bei einem eigenen Retelling, welche Elemente des Ausgangsstoffs erhalten bleiben müssen und welche verändert werden dürfen.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du Begriffe sicher unterscheidest, Zusammenhänge erklärst und eigene Deutungen begründest. Ein guter Lernnachweis enthält nicht nur Fakten, sondern zeigt, dass Du Erzählmuster, Medienformen und kulturelle Bedeutungen reflektieren kannst.
- Begriffsverständnis: Du erklärst Mythos, Sage, Legende, Folklore, Retelling und Urban Legend mit eigenen Worten.
- Analyse: Du untersuchst Figuren, Motive, Symbole, Konflikte und Funktionen einer ausgewählten Erzählung.
- Vergleich: Du vergleichst eine traditionelle Fassung mit einer modernen Adaption.
- Quellenkritik: Du prüfst Herkunft, Belege und Wirkung einer modernen Sage oder eines Internetmythos.
- Kreative Gestaltung: Du entwickelst ein eigenes Retelling und erläuterst Deine Entscheidungen.
- Reflexion: Du bewertest Chancen und Risiken des modernen Mythen-Booms.
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