Filmmusik untersuchen - Musikgeschichte und Stile


Filmmusik untersuchen - Musikgeschichte und Stile
Einleitung
Filmmusik untersuchen bedeutet, die Verbindung von Bild, Erzählung, Emotion, Klang, Rhythmus, Stil und Musikgeschichte bewusst wahrzunehmen. In diesem aiMOOC lernst Du, wie Filmmusik Szenen deutet, Stimmungen lenkt, Figuren wiedererkennbar macht und historische Musikstile in neue Zusammenhänge bringt. Du arbeitest mit Höranalyse, Notenanalyse, Filmsprache, Musiktheorie und eigenen kreativen Aufgaben.

Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie erzählt Musik im Film mit? Dafür untersuchst Du Leitmotive, Underscoring, Mickey-Mousing, Mood-Technik, Sounddesign, Instrumentation, Harmonik, Melodik, Rhythmus, Dynamik und Klangfarbe. Die Noten- und Hörbeispiele in diesem Kurs sind eigens für Lernzwecke formuliert und keine Zitate aus bekannten Filmen.
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Orientierung: Was ist Filmmusik?
Filmmusik ist Musik, die im Zusammenhang mit einem Film eingesetzt wird. Sie kann eigens komponiert sein, aus vorhandener Kunstmusik, Popmusik, Jazz, elektronischer Musik oder Weltmusik stammen oder als Teil des Soundtracks mit Dialog, Geräusch und Atmo zusammenwirken. Für die Analyse ist wichtig, ob Musik diegetisch oder nicht diegetisch ist. Diegetische Musik gehört zur Welt der Filmfiguren: Eine Figur hört Radio, spielt Klavier oder tanzt zu einer Band. Nicht diegetische Musik ist nur für das Publikum hörbar und kommentiert die Handlung von außen.
Zentrale Funktionen
Filmmusik kann eine Szene paraphrasieren, also das Sichtbare bestätigen; sie kann polarisieren, also einem zunächst offenen Bild eine bestimmte Stimmung geben; und sie kann kontrapunktieren, also dem Bild widersprechen und dadurch Distanz, Ironie oder Unbehagen erzeugen. Außerdem kann sie Zeit, Ort und Milieu markieren, Übergänge verbinden, innere Gefühle hörbar machen, Spannung aufbauen, Erinnerungen wecken oder Figuren und Ideen mit wiederkehrenden Motiven verknüpfen.
Analysefragen für jede Filmszene
- Hörperspektive: Wer hört die Musik: die Figuren, nur das Publikum oder beide?
- Funktion: Bestätigt, verändert oder widerspricht die Musik dem Bild?
- Zeitgestaltung: Beschleunigt, verlangsamt oder gliedert die Musik die Szene?
- Figurenzeichnung: Welche Figur, welcher Ort oder welche Idee wird musikalisch charakterisiert?
- Stil: Welche musikgeschichtlichen oder kulturellen Bezüge werden hörbar?
- Dramaturgie: Wann setzt Musik ein, wann endet sie und wie verändert sich dadurch die Szene?
Musikgeschichte der Filmmusik
Stummfilmzeit: Live-Musik als Begleitung
In der Stummfilmzeit war der Film zwar ohne synchronen Dialog, aber selten wirklich stumm. In vielen Kinos begleiteten Klavier, Kinoorgel, kleine Ensembles oder Orchester die Projektion. Die Musik überdeckte nicht nur Nebengeräusche, sondern gab Tempo, Atmosphäre und emotionale Orientierung. Häufig wurden bekannte Stücke, improvisierte Muster oder sogenannte Cue Sheets genutzt, also Vorschläge, welche Musik zu welchen Szenentypen passen könnte.

Ein einfaches Begleitmuster für eine Verfolgung könnte so aussehen:

Untersuche: Welche Wirkung entsteht durch das schnelle Tempo, die kurze Notenwerte und die Mollfärbung? Erfinde eine ruhige Variante für dieselbe Szene.
Tonfilm und klassisches Hollywood
Mit dem Tonfilm wurde Musik enger mit Schnitt, Dialog, Geräusch und Bildbewegung verbunden. Im klassischen Hollywoodkino der 1930er und 1940er Jahre prägten Komponisten wie Max Steiner, Erich Wolfgang Korngold und Alfred Newman einen großen, spätromantisch geprägten Orchesterklang. Dieser Stil arbeitet häufig mit klaren Themen, breiter Orchestrierung, dramatischer Chromatik, Sequenzen, Modulationen und leitmotivischer Entwicklung.

Untersuche: Warum wirkt das große Intervall am Anfang signalhaft? Welche Figur könnte zu diesem Motiv passen?
Nachkriegszeit: Jazz, Moderne und neue Klangfarben
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Jazz, Blues, Atonalität, Serielle Musik, Neue Musik und experimentelle Klangfarben wichtiger. Noir-Filme nutzten häufig rauchige Saxophonfarben, Chromatik und synkopierte Rhythmen. Thriller und Horrorfilme griffen auf scharfe Dissonanzen, Cluster, hohe Streicher und unruhige Ostinati zurück.

Untersuche: Markiere die chromatischen Töne. Erkläre, warum sie geheimnisvoll oder instabil wirken können.
Pop, Rock, Elektronik und Song-Soundtracks
Seit den 1960er Jahren treten Popmusik, Rockmusik, Soul, Funk, Hip-Hop und elektronische Klangwelten stärker in den Vordergrund. Manche Filme nutzen Songs als kulturelle Marker: Sie können eine Zeit, eine Jugendkultur, eine soziale Umgebung oder eine persönliche Erinnerung aufrufen. In anderen Filmen verschmelzen Orchester, Synthesizer, Sounddesign und rhythmische Produktion zu einem hybriden Klang.


Untersuche: Wie wirkt ein wiederholtes Ostinato im Vergleich zu einer langen Melodie? Beschreibe, ob Du eher Bewegung, Spannung oder Stillstand wahrnimmst.
Gegenwart: Hybridklang und Sounddesign
Aktuelle Filmmusik reicht von großen Orchesterpartituren bis zu fast geräuschhaften Klangflächen. Oft werden Sounddesign und Musik nicht mehr streng getrennt: tiefe Impulse, Atemgeräusche, verfremdete Instrumente, digitale Bearbeitung und rhythmische Texturen übernehmen musikalische Funktionen. Gleichzeitig bleiben klassische Verfahren wie Leitmotiv, Variation und Harmonisierung weiterhin wichtig.
Kompositionstechniken der Filmmusik
Leitmotiv-Technik
Ein Leitmotiv ist ein wiederkehrendes musikalisches Motiv, das mit einer Figur, einem Ort, einem Gegenstand, einer Idee oder einem Konflikt verbunden ist. Es kann fast unverändert wiederkehren oder im Verlauf der Handlung variiert werden. So kann Musik Zusammenhänge hörbar machen, bevor sie im Bild eindeutig sichtbar werden. Die Leitmotiv-Technik knüpft an Verfahren der Oper und besonders an die Musikdramen Richard Wagners an, wird im Film aber sehr unterschiedlich eingesetzt: manchmal als klare Kennmelodie, manchmal als kurze Klangformel oder rhythmisches Signal.

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Grundmotiv:

Variation bei Gefahr:

Variation als Erinnerung:

Untersuche: Welche Bestandteile bleiben gleich? Welche verändern sich: Tongeschlecht, Tempo, Instrumentation, Taktart, Register oder Dynamik?
Underscoring
Underscoring begleitet Bildereignisse, Bewegungen und Gefühle eng. Die Musik folgt dem Geschehen, stützt Bewegungsrichtungen, Schnitte, Blickwechsel oder innere Reaktionen. In abgeschwächter Form hilft Underscoring dem Publikum, die Szene emotional zu lesen. In sehr genauer Form kann es fast jede Bewegung hörbar nachzeichnen.

Untersuche: Welche Töne könnten Schritte, Blicke oder Schnitte markieren? Setze senkrechte Striche in Dein Szenenprotokoll, wenn Bild und Musik gleichzeitig einen Akzent haben.
Mickey-Mousing
Mickey-Mousing ist eine besonders punktgenaue Form des Underscorings. Bewegungen im Bild werden musikalisch fast wörtlich nachgezeichnet: ein Sprung durch einen schnellen Lauf nach oben, ein Sturz durch eine fallende Linie, ein Schlag durch einen starken Akzent. Die Technik kann komisch, überzeichnet oder bewusst künstlich wirken und ist in Animation und Slapstick besonders auffällig.

Untersuche: Ordne den musikalischen Gesten mögliche Bewegungen zu: Aufstieg, Sturz, Stoß, Stolpern, Stopp.
Mood-Technik
Die Mood-Technik färbt eine Szene atmosphärisch ein, ohne jede einzelne Bewegung nachzuzeichnen. Entscheidend ist die Grundstimmung: freundlich, bedrohlich, melancholisch, geheimnisvoll, majestätisch, einsam oder komisch. Eine scheinbar neutrale Einstellung kann durch unterschiedliche Musik völlig anders wirken.
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Dieselbe Kontur hell gefärbt:

Dieselbe Kontur dunkel gefärbt:

Untersuche: Vergleiche nur die veränderten Töne. Wie verändert sich die Deutung derselben imaginären Szene?
Stile erkennen und historisch einordnen
Spätromantischer Orchestersound
Der spätromantische Orchestersound arbeitet häufig mit großem Sinfonieorchester, dichter Harmonik, ausdrucksstarken Streichern, Blechbläsern, Chromatik und klaren Themen. Er eignet sich besonders für Abenteuer, Epos, Melodram, Fantasy und große emotionale Bögen. In der Analyse achtest Du auf große Intervalle, breite Melodien, dramatische Steigerungen, Leitmotive und reiche Klangfarben.

Jazz, Noir und Großstadtklang
Jazz in der Filmmusik kann Urbanität, Nacht, Coolness, Unsicherheit oder soziale Milieus markieren. Typisch sind Synkopen, Blue Notes, erweiterte Akkorde, Saxophonfarben, Walking-Bass-Anklänge und flexible Phrasierung. In Film noir-Kontexten verbinden sich Jazzfarben oft mit Schattenbildern, Kriminalhandlung und moralischer Ambivalenz.

Western, Weite und offene Intervalle
Westernmusik arbeitet häufig mit offenen Quinten, markanten Rhythmen, Gitarren-, Mundharmonika- oder Trompetenfarben und einem Gefühl von Weite. Wichtig ist nicht nur ein geografischer Bezug, sondern die musikalische Vorstellung von Raum, Entfernung, Einsamkeit oder heroischer Bewegung.

Elektronische und hybride Klangwelten
Elektronische Musik kann Zukunft, Kälte, Technik, Innenwelt, Traum, Bedrohung oder Energie markieren. In hybriden Partituren werden elektronische Impulse mit Orchester, Chor, Schlagwerk und digital bearbeiteten Geräuschen verbunden. Für die Analyse untersuchst Du besonders Ostinato, Layering, Klangfläche, Puls, Bass und Timbre.

Minimalismus, Wiederholung und Spannung
Minimalistische Verfahren nutzen kurze Muster, Wiederholung, kleine Veränderungen und schichtweise Verdichtung. In Filmen können solche Patterns Zeitdruck, inneres Kreisen, technische Abläufe, Überwachung, Reisebewegung oder psychische Spannung erzeugen.

Werkzeuge der Filmmusik-Analyse
Analyseparameter
- Melodik: Ist die Melodie schrittweise, sprunghaft, kantabel, signalhaft oder fragmentarisch?
- Rhythmus: Gibt es Puls, Synkopen, Ostinati, Pausen, Beschleunigungen oder punktgenaue Akzente?
- Harmonik: Wirkt die Harmonie stabil, offen, dissonant, chromatisch, modal, tonal oder atonal?
- Dynamik: Wann wird die Musik lauter, leiser, dichter oder plötzlich still?
- Instrumentation: Welche Instrumente tragen die Bedeutung: Streicher, Blech, Holzbläser, Schlagwerk, Stimme, Elektronik?
- Klangfarbe: Ist der Klang warm, hell, scharf, dumpf, rau, glänzend, künstlich oder geräuschhaft?
- Form: Gibt es Motivwiederholung, Variation, Steigerung, Bruch, Reprise oder Kontrast?
- Synchronisation: Treffen musikalische Akzente mit Bildschnitten, Bewegungen oder Blicken zusammen?
- Funktion: Paraphrasiert, polarisiert oder kontrapunktiert die Musik die Szene?
- Stilgeschichte: Auf welche Epoche, Gattung oder populäre Musik verweist der Klang?
Szenenprotokoll als Methode
Ein gutes Szenenprotokoll verbindet Zeitangaben mit Beobachtungen. Notiere Timecodes, Bildereignisse, Musikeinsätze, auffällige Instrumente, Motive, Lautstärke, Tempo und Wirkung. Beschreibe erst genau, was Du hörst, und deute danach, warum es dramaturgisch wichtig sein könnte. So vermeidest Du vorschnelle Aussagen wie "Die Musik ist spannend", ohne zu erklären, wodurch die Spannung entsteht.
| Timecode | Bild | Musik | Wirkung | Fachbegriff |
|---|---|---|---|---|
| 00:00-00:12 | Figur betritt leeren Raum | Tiefer liegender Ton, langsamer Puls | Erwartung und Unsicherheit | Mood-Technik |
| 00:13-00:20 | Blick auf verschlossene Tür | Kurzes Motiv wiederholt sich | Tür wird erzählerisch wichtig | Leitmotiv |
| 00:21-00:25 | Plötzlicher Schnitt | Starker Akzent | Schreckmoment | Underscoring |
Noten- und Höraufgaben
Motiv erkennen und verändern
Das folgende Motiv besteht aus vier Bausteinen: Auftakt, Sprung, Antwort und Ruhepunkt. Spiele oder höre es mehrfach und verändere anschließend jeweils nur einen Parameter.

- Melodik: Verändere nur den letzten Ton und beschreibe die neue Wirkung.
- Rhythmus: Verlängere den ersten Ton und erkläre, ob das Motiv gewichtiger wirkt.
- Instrumentation: Stell Dir dasselbe Motiv auf Trompete, Flöte oder Kontrabass vor und beschreibe die Figur, die dazu passen könnte.
Rhythmus mit Textsilben erfassen
Dieses Beispiel verbindet Rhythmus und kurze Silben. Dadurch kannst Du leichter erkennen, wie Musik Bewegungen oder Schnitte ordnet.

Aufgabe: Sprich die Silben im Puls. Ersetze danach "Schritt" durch "Blick" oder "Schnitt" und erkläre, ob die Szene dadurch anders wirkt.
Kurze Notation für Gruppenarbeit
Diese Notation eignet sich für eine schnelle Gruppenübung: Eine Gruppe klatscht den Rhythmus, eine andere summt die Melodie, eine dritte beschreibt die mögliche Filmszene.
![X:1
T:Kurzes Filmmotiv
M:4/4
L:1/8
K:Am
A2 A2 cBAG|E2 E2 GFE2|A2 c2 e2 c2|BAGF E4|]](/images/lilypond/d/q/dqcozzwe4dac2y659jegv5zzixy5wrw/dqcozzwe.png)
Aufgabe: Entscheide, ob das Motiv eher zu Verfolgung, Erinnerung, Gefahr oder Abschied passt. Begründe Deine Entscheidung mit mindestens drei musikalischen Beobachtungen.
Stilvergleich: Eine Szene, drei Deutungen
Stell Dir dieselbe Szene vor: Eine Person öffnet nachts eine Tür. Die Musik entscheidet, wie Du diese Tür deutest.
Komische Deutung:

Bedrohliche Deutung:

Magische Deutung:

Aufgabe: Formuliere zu jeder Version eine kurze Kamerabeschreibung. Welche Einstellung, welche Lichtstimmung und welche Handlung erwartest Du?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Aussage beschreibt ein Leitmotiv am besten? (Ein wiederkehrendes Motiv steht für eine Figur, Idee oder Situation) (!Ein Geräusch wird zufällig lauter gemischt) (!Ein Dialog wird ohne Musik gesprochen) (!Eine Kameraeinstellung wird farblich verändert)
Was bedeutet diegetische Musik? (Die Musik gehört zur Welt der Filmfiguren) (!Die Musik ist immer orchestral) (!Die Musik ist grundsätzlich ohne Rhythmus) (!Die Musik darf nur im Abspann vorkommen)
Welche Technik zeichnet Bildbewegungen besonders genau musikalisch nach? (Mickey-Mousing) (!Mood-Technik) (!Song-Collage) (!Abspannmusik)
Welche Funktion hat eine kontrapunktierende Filmmusik? (Sie widerspricht dem Bild und erzeugt eine neue Deutung) (!Sie verdoppelt das Bild immer exakt) (!Sie entfernt alle Geräusche aus der Szene) (!Sie macht eine Szene automatisch komisch)
Was ist ein Ostinato? (Ein wiederholtes musikalisches Muster) (!Ein einmaliger Schlussakkord) (!Ein besonders leiser Dialog) (!Ein Wechsel der Kameralinse)
Welche Beobachtung gehört zur Instrumentation? (Welche Instrumente oder Klangquellen verwendet werden) (!Wie lang der Film insgesamt dauert) (!Welche Farbe das Kostüm hat) (!Wie viele Figuren im Bild stehen)
Welche Wirkung kann Chromatik häufig unterstützen? (Unsicherheit, Spannung oder Instabilität) (!Völlige Stille im Kinosaal) (!Den Wechsel von Farbe zu Schwarzweiß) (!Das Fehlen jeder musikalischen Richtung)
Was untersucht ein Szenenprotokoll in der Filmmusik-Analyse? (Timecodes, Bildereignisse, Musikmerkmale und Wirkung) (!Nur die Namen der Schauspieler) (!Nur die Länge des Abspanns) (!Nur die Anzahl der Schnitte ohne Musik)
Welche Aussage passt zur Mood-Technik? (Musik färbt eine Szene atmosphärisch ein) (!Musik muss jede Bewegung exakt imitieren) (!Musik darf keine Harmonie verwenden) (!Musik ist nur für Figuren hörbar)
Was ist für eine gute Filmmusik-Analyse besonders wichtig? (Hörbeobachtungen mit Fachbegriffen und Wirkung zu verbinden) (!Nur zu schreiben, ob einem die Musik gefällt) (!Alle Instrumente zu ignorieren) (!Den Film ohne Ton zu bewerten)
Memory
| Leitmotiv | Wiedererkennung |
| Underscoring | Bildnähe |
| Mood-Technik | Atmosphäre |
| Mickey-Mousing | Punktgenaue Bewegung |
| Ostinato | Wiederholungsmuster |
| Diegetisch | Figuren hören mit |
| Chromatik | Instabilität |
| Instrumentation | Klangquelle |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Leitmotiv | Wiederkehrendes Erkennungszeichen |
| Underscoring | Enge Begleitung des Bildgeschehens |
| Mood-Technik | Atmosphärische Einfärbung der Szene |
| Mickey-Mousing | Punktgenaue musikalische Bewegungszeichnung |
| Diegetische Musik | Musik aus der Welt der Filmfiguren |
| Kontrapunktierung | Musik widerspricht dem Bild |
...
Kreuzworträtsel
| Leitmotiv | Wie heißt ein wiederkehrendes musikalisches Zeichen für Figur, Ort oder Idee? |
| Orchester | Welcher große Klangkörper prägt viele klassische Abenteuerfilme? |
| Stummfilm | Welche frühe Filmform wurde häufig live musikalisch begleitet? |
| Dynamik | Welcher Fachbegriff beschreibt Lautstärkeveränderungen? |
| Spannung | Welche Wirkung entsteht oft durch Dissonanz, Puls und Steigerung? |
| Klangfarbe | Welcher Fachbegriff beschreibt die besondere Farbe eines Instruments? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Hörprotokoll: Wähle eine kurze Filmszene von höchstens zwei Minuten und notiere Timecodes, Musikeinsätze, Instrumente und Wirkung.
- Stimmungsvergleich: Beschreibe ein neutrales Bild dreimal mit unterschiedlicher Musik: komisch, bedrohlich und traurig.
- Motiv: Erfinde ein viertaktiges Motiv für eine Figur und beschreibe, welche Eigenschaften der Figur hörbar werden.
- Musikgeschichte: Gestalte einen kleinen Zeitstrahl von Stummfilm, Tonfilm, klassischem Hollywood, Jazz/Pop und Hybridklang.
Standard
- Leitmotiv-Technik: Entwickle ein Grundmotiv und zwei Variationen für dieselbe Figur in unterschiedlichen Situationen.
- Underscoring: Vertone eine kurze stumme Bewegungsszene mit Körperklängen, Stimme oder digitalen Instrumenten und markiere die Hitpoints.
- Filmanalyse: Vergleiche zwei Szenen aus unterschiedlichen Genres und erkläre, wie Musik die Erwartung des Publikums steuert.
- Interview: Befrage eine Person zu einer besonders erinnerbaren Filmmusik und untersuche, welche musikalischen Merkmale sie nennt.
Schwer
- Szenenprotokoll: Erstelle eine vollständige Analyse einer Filmszene mit Timecodes, Bildbeschreibung, musikalischen Parametern und Deutung.
- Re-Scoring: Lege unter eine selbstgedrehte oder frei nutzbare Szene drei verschiedene Musikfassungen und vergleiche die erzählerische Wirkung.
- Forschungsfrage: Untersuche, wie ein bestimmter Stil wie Jazz, Elektronik, Minimalismus oder spätromantisches Orchester in mehreren Filmen eingesetzt wird.
- Medienkritik: Diskutiere, wann Filmmusik Gefühle sinnvoll unterstützt und wann sie manipulativ, klischeehaft oder stereotyp wirken kann.


Lernkontrolle
- Transferanalyse: Du bekommst eine unbekannte Filmszene ohne Vorwissen. Erkläre, welche musikalischen Mittel die Szene deuten und welche alternative Musik die Wirkung verändern würde.
- Vergleich: Beschreibe, wie dieselbe Melodie in Dur, Moll, langsam, schnell, hoch, tief oder mit anderer Instrumentation jeweils eine andere Bedeutung erhalten kann.
- Dramaturgie: Erkläre anhand eines eigenen Beispiels, wie ein Leitmotiv im Verlauf eines Films eine Figur nicht nur wiedererkennbar macht, sondern ihre Entwicklung erzählt.
- Stilurteil: Entscheide begründet, ob für eine historische Szene eher orchestrale, elektronische, jazzige oder minimalistische Musik geeignet wäre.
- Kritische Reflexion: Prüfe, ob eine Filmmusik eine Szene paraphrasiert, polarisiert oder kontrapunktiert und bewerte, welche Wirkung überzeugender ist.
- Gestaltungsaufgabe: Plane eine kurze Vertonung für eine Szene mit Tür, Blick, Bewegung und Überraschung. Begründe Tempo, Instrumentation, Motiv und musikalische Akzente.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis zeigst Du, dass Du Filmmusik fachlich beschreiben, historisch einordnen und kreativ anwenden kannst. Wichtig sind ein genaues Hörprotokoll mit Timecodes, die korrekte Verwendung von Fachbegriffen, eine begründete Deutung der musikalischen Wirkung, ein Vergleich verschiedener Stile und eine eigene kleine Gestaltungsidee. Besonders überzeugend ist Dein Lernnachweis, wenn Du nicht nur sagst, dass Musik "spannend" oder "traurig" klingt, sondern erklärst, welche musikalischen Mittel diese Wirkung erzeugen.
- Analysekompetenz: Du beschreibst Melodik, Rhythmus, Harmonik, Dynamik, Instrumentation und Klangfarbe genau.
- Deutungskompetenz: Du verbindest musikalische Beobachtungen mit Bild, Handlung, Figur und Erzählperspektive.
- Historische Einordnung: Du ordnest Stile wie Stummfilmbegleitung, klassisches Hollywood, Jazz, Pop, Elektronik und Hybridklang begründet ein.
- Gestaltungskompetenz: Du entwickelst ein eigenes Motiv, eine Variation oder eine kurze Vertonung und erklärst Deine Entscheidungen.
- Reflexion: Du bewertest die Wirkung von Filmmusik kritisch und beachtest die Verantwortung im Umgang mit Emotion, Klischee und kulturellen Zeichen.
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