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Konsonanz und Dissonanz unterscheiden - Akkorde und Harmonie 1

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Konsonanz und Dissonanz unterscheiden - Akkorde und Harmonie 1




Einleitung

Konsonanz und Dissonanz gehören zu den wichtigsten Begriffen der Musiktheorie, der Harmonielehre und der Gehörbildung. Wenn zwei oder mehr Töne gleichzeitig erklingen, können sie sehr ruhig, verschmolzen und stabil wirken oder eher spannungsreich, reibend und auflösungsbedürftig. Diese Wirkung nennt man nicht einfach „schön“ oder „falsch“, sondern beschreibt sie musikalisch genauer: Ein Klang kann konsonant oder dissonant wirken.

In diesem aiMOOC lernst Du, Konsonanz und Dissonanz in Intervallen, Akkorden und Harmonien zu unterscheiden. Du analysierst Dreiklänge, Vierklänge, Kadenzen, Vorhalte, Leittöne und Auflösungen. Die eingebauten Notenbeispiele kannst Du zum Singen, Spielen, Hören und Vergleichen verwenden. Achte beim Arbeiten immer auf zwei Fragen: Wie wirkt der Klang im Moment? und Wohin will er sich musikalisch bewegen?

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Grundbegriffe


Konsonanz

Eine Konsonanz ist ein Zusammenklang, der in vielen musikalischen Zusammenhängen als ruhig, verschmolzen, stabil oder abschließend empfunden wird. Typische konsonante Intervalle in der abendländischen Tonalität sind Prime, Oktave, Quinte, Quarte, Terz und Sexte. Dabei unterscheidet man manchmal zwischen sehr stabilen Konsonanzen wie Oktave und Quinte und weicheren Konsonanzen wie Terz und Sexte.

Konsonanz bedeutet nicht, dass ein Klang immer angenehm sein muss. Die Wirkung hängt von Klangfarbe, Lage, Lautstärke, Stimmung, Musikstil, kultureller Hörgewohnheit und musikalischem Zusammenhang ab. Eine Quarte kann zum Beispiel in einem Zusammenhang sehr stabil wirken, in einem traditionellen Kontrapunkt über dem Bass aber als spannungsbedürftig behandelt werden.


Dissonanz

Eine Dissonanz ist ein Zusammenklang, der häufig als spannungsreich, reibend, unruhig oder auflösungsbedürftig empfunden wird. Typische dissonante Intervalle in der traditionellen Harmonielehre sind Sekunde, Septime, Tritonus sowie viele chromatische oder alterierte Klänge.

Dissonanz bedeutet nicht „Fehler“. In Musik ist Dissonanz ein wichtiges Gestaltungsmittel. Ohne Dissonanzen gäbe es weniger Spannung, weniger Erwartung, weniger Bewegung und oft auch weniger Ausdruck. In Jazz, Filmmusik, neuer Musik, Popmusik und Rockmusik werden Dissonanzen sehr bewusst eingesetzt, um Farbe, Energie, Schmerz, Geheimnis, Witz oder Dramatik zu erzeugen.


Spannung und Entspannung

In der Harmonik entsteht musikalische Wirkung oft durch den Wechsel von Spannung und Entspannung. Eine Dissonanz kann wie eine Frage wirken, eine Konsonanz wie eine Antwort. Besonders deutlich hörst Du das bei einer Kadenz: Ein spannungsreicher Dominantklang strebt zur Tonika, die als Ziel und Ruhepunkt wirkt.


\relative c' {
  \time 4/4
  <c e g>1^\markup { "Tonika" }
  <f a c>1^\markup { "Subdominante" }
  <g b d f>1^\markup { "Dominantseptakkord" }
  <c e g>1^\markup { "Tonika" }
}


Konsonanz und Dissonanz hören


Erste Hörstrategie

Beim Hören hilft Dir eine einfache Strategie. Frage Dich zuerst, ob die Töne eher verschmelzen oder ob Du eine deutliche Reibung wahrnimmst. Danach fragst Du, ob der Klang stehen bleiben könnte oder ob er nach einer Auflösung verlangt. Zum Schluss prüfst Du den Zusammenhang: Der gleiche Klang kann in einer Kadenz, in einem Jazzakkord, in einem Cluster oder in einer Melodie unterschiedlich wirken.


Konsonante Intervalle im Vergleich

Die folgenden Beispiele zeigen typische konsonante Intervalle. Höre zuerst den Einzelklang und singe dann den oberen Ton nach. Achte auf den Unterschied zwischen der sehr stabilen Oktave, der offenen Quinte und den farbigeren Terzen und Sexten.


\relative c' {
  \time 4/4
  <c c'>1^\markup { "Oktave" }
  <c g'>1^\markup { "Quinte" }
  <c e>1^\markup { "große Terz" }
  <c ees>1^\markup { "kleine Terz" }
  <c a'>1^\markup { "große Sexte" }
  <c aes'>1^\markup { "kleine Sexte" }
}


Dissonante Intervalle im Vergleich

Die folgenden Beispiele zeigen häufig dissonant wirkende Intervalle. Höre auf die Reibung und auf die Erwartung, dass sich der Klang bewegen könnte. Besonders deutlich ist dies beim Tritonus, der in der Dur-Moll-Tonalität eine starke Spannung erzeugt.


\relative c' {
  \time 4/4
  <c des>1^\markup { "kleine Sekunde" }
  <c d>1^\markup { "große Sekunde" }
  <c fis>1^\markup { "Tritonus" }
  <c bes'>1^\markup { "kleine Septime" }
  <c b'>1^\markup { "große Septime" }
}


Hörübung: erst Spannung, dann Auflösung

In diesem Beispiel hörst Du eine Dissonanz und anschließend ihre Auflösung. Versuche, den Moment zu benennen, in dem die Spannung nachlässt. Das ist ein Kernprinzip vieler harmonischer Abläufe.


\relative c' {
  \time 4/4
  <b f'>1^\markup { "Tritonus" }
  <c e>1^\markup { "Auflösung" }
  <d c'>1^\markup { "Septime" }
  <e b>1^\markup { "Auflösung" }
  <f e'>1^\markup { "große Septime" }
  <e e'>1^\markup { "Oktave" }
}

{{#ev:youtube| https://www.youtube.com/watch?v=pylYYhnEdd4 |500|center}}


Intervalle als Grundlage


Intervalltypen

Ein Intervall ist der Abstand zwischen zwei Tönen. Wenn die Töne gleichzeitig erklingen, spricht man von einem harmonischen Intervall. Wenn sie nacheinander erklingen, spricht man von einem melodischen Intervall. Für das Unterscheiden von Konsonanz und Dissonanz ist vor allem das harmonische Intervall wichtig, weil dort die Töne direkt miteinander reiben oder verschmelzen.

Intervall Häufige Wirkung in tonaler Musik Hinweis für das Hören
Prime sehr konsonant ein gemeinsamer Ton
Oktave sehr konsonant gleicher Tonname in anderer Lage
Quinte offen und stabil tragender Klang, oft in Bordun und Powerchord
Terz konsonant und farbig entscheidet häufig über Dur oder Moll
Sexte konsonant und weich klingt oft weit und gesanglich
Sekunde dissonant enge Reibung benachbarter Töne
Septime dissonant weiter Abstand mit deutlicher Spannung
Tritonus stark dissonant schwebend, instabil, richtungsbedürftig


Wichtig: Konsonanz ist graduell

Konsonanz und Dissonanz sind keine starren Schubladen, sondern können als Skala verstanden werden. Ein Tritonus wirkt meist spannungsreicher als eine Sexte, aber ein sehr lauter, tiefer, obertonreicher Klang kann auch bei eigentlich konsonanten Intervallen rau wirken. Umgekehrt kann eine Septime in einem Jazzakkord so vertraut sein, dass sie nicht als störend, sondern als charakteristische Klangfarbe gehört wird.


Lage und Klangfarbe

Die Lage beeinflusst die Wirkung stark. Enge tiefe Zusammenklänge klingen oft dichter und rauer als dieselben Intervalle in höherer Lage. Auch die Klangfarbe ist wichtig: Eine kleine Sekunde auf einer hellen Flöte wirkt anders als dieselbe Reibung in tiefen Posaunen oder auf verzerrter E-Gitarre.


\relative c {
  \time 4/4
  <c des>1^\markup { "tiefe Sekunde" }
  <c' des>1^\markup { "mittlere Sekunde" }
  <c' des>1^\markup { "hohe Sekunde" }
}


Akkorde und Harmonie


Vom Intervall zum Akkord

Ein Akkord besteht aus mindestens drei Tönen, die gleichzeitig oder gebrochen erklingen. In der klassischen Harmonielehre sind Dreiklänge besonders wichtig. Sie entstehen oft durch Terzschichtung: Auf einen Grundton wird eine Terz und darauf eine weitere Terz geschichtet. So entstehen Dur, Moll, verminderte und übermäßige Dreiklänge.


\relative c' {
  \time 4/4
  <c e g>1^\markup { "Dur" }
  <c ees g>1^\markup { "Moll" }
  <c ees ges>1^\markup { "vermindert" }
  <c e gis>1^\markup { "übermäßig" }
}


Dur und Moll als konsonante Dreiklänge

Dur- und Molldreiklänge bestehen aus Terzen und Quinten. Deshalb gelten sie in der Dur-Moll-Tonalität meist als konsonante Grundklänge. Trotzdem haben sie unterschiedliche Ausdrucksqualitäten: Dur wird häufig als heller und offener empfunden, Moll oft als dunkler oder ernster. Diese Wirkung ist aber auch kulturell gelernt und hängt vom musikalischen Zusammenhang ab.


\relative c' {
  \time 3/4
  <c e g>2. <f a c>2. <g b d>2. <c e g>2.
  <a c e>2. <d f a>2. <e g b>2. <a c e>2.
}


Dissonanzen in Akkorden

Dissonanzen entstehen in Akkorden besonders durch zusätzliche Töne wie Septime, None, Undezime oder Tredezime, durch Vorhalte, Durchgangsnoten, Wechselnoten oder durch alterierte Töne. Ein Dominantseptakkord enthält zum Beispiel eine Septime und meist einen Tritonus. Gerade diese Spannung macht ihn in der tonalen Musik so wirkungsvoll.


\relative c' {
  \time 4/4
  <g b d>1^\markup { "Dominantdreiklang" }
  <g b d f>1^\markup { "Dominantseptakkord" }
  <c e g>1^\markup { "Auflösung in die Tonika" }
}


Der Dominantseptakkord als Spannungsakkord

Der Dominantseptakkord ist ein klassisches Beispiel für eine kontrollierte Dissonanz. In C-Dur besteht G7 aus G, H, D und F. Zwischen H und F liegt ein Tritonus. Dieser Tritonus strebt in der traditionellen Stimmführung auseinander oder zusammen: H geht meist nach C, F geht meist nach E. So entsteht eine starke Auflösung zur Tonika.


\relative c' {
  \time 4/4
  <g b d f>1^\markup { "G7" }
  <c e g>1^\markup { "C" }
}


Vorhalt: eine Dissonanz mit Vorbereitung und Auflösung

Ein Vorhalt ist eine besonders gut hörbare Dissonanz. Ein Ton wird aus dem vorherigen Klang festgehalten, obwohl sich die Harmonie darunter verändert. Dadurch entsteht Spannung, die sich anschließend schrittweise löst. Der häufige 4-3-Vorhalt klingt so: Über dem Bass C bleibt zunächst F liegen und löst sich dann nach E.


\relative c' {
  \time 4/4
  <c f g>1^\markup { "4-3-Vorhalt" }
  <c e g>1^\markup { "Auflösung" }
}


Funktionen in der tonalen Harmonik


Tonika, Subdominante und Dominante

In der Funktionstheorie werden Akkorde nach ihrer Aufgabe im tonalen Zusammenhang beschrieben. Die Tonika ist das Zentrum und wirkt oft stabil. Die Subdominante führt häufig von der Tonika weg und bereitet Bewegung vor. Die Dominante erzeugt eine starke Erwartung zurück zur Tonika. So entsteht eine musikalische Logik aus Stabilität, Entfernung, Spannung und Rückkehr.


\relative c' {
  \time 4/4
  <c e g>1^\markup { "I Tonika" }
  <f a c>1^\markup { "IV Subdominante" }
  <g b d>1^\markup { "V Dominante" }
  <c e g>1^\markup { "I Tonika" }
}


Kadenz als Modell für Harmonie

Eine Kadenz ist eine typische Folge von Akkorden, die ein tonales Zentrum bestätigt. Die einfache Folge I-IV-V-I zeigt sehr klar, wie konsonante und dissonante Wirkungen zusammenarbeiten. Die Tonika ist der Ausgangspunkt, die Subdominante öffnet den Raum, die Dominante bündelt Spannung und die Rückkehr zur Tonika schließt den Ablauf.


\relative c' {
  \key c \major
  \time 4/4
  <c e g>2^\markup { "I" } <f a c>2^\markup { "IV" }
  <g b d f>2^\markup { "V7" } <c e g>2^\markup { "I" }
}


Kadenz in vier Stimmen

In der Stimmführung wird hörbar, warum eine Auflösung überzeugt. Jede Stimme bewegt sich möglichst sinnvoll: Schrittbewegungen wirken gesanglich, gemeinsame Töne verbinden Akkorde, Leittöne lösen sich zielgerichtet auf. Höre im folgenden Beispiel besonders auf den Weg von H nach C und von F nach E.


\score {
  \new PianoStaff <<
    \new Staff \relative c'' {
      \key c \major
      \time 4/4
      <g e>2 <a f>2
      <b f>2 <c e>2
    }
    \new Staff \relative c {
      \clef bass
      <c c'>2 <f c'>2
      <g d'>2 <c c'>2
    }
  >>
  \layout { }
  \midi { }
}


Dissonanz als Ausdrucksmittel


Dissonanz in verschiedenen Stilen

In verschiedenen Stilen wird Dissonanz unterschiedlich behandelt. In der Renaissance-Musik und im Barock waren Vorbereitungen und Auflösungen sehr wichtig. In der Klassik und Romantik wurden Dissonanzen zunehmend farbiger und ausdrucksvoller. Im Jazz gehören Septimen, Nonen und alterierte Töne oft zur normalen Akkordfarbe. In der neuen Musik können Dissonanzen sogar dauerhaft stehen bleiben und als eigenständige Klangqualität wirken.


\relative c' {
  \time 4/4
  <c e g>1^\markup { "Dreiklang" }
  <c e g b>1^\markup { "Major7" }
  <c e g bes d'>1^\markup { "None" }
  <c cis d dis e f>1^\markup { "Cluster" }
}


Emanzipation der Dissonanz

In der Musik des frühen 20. Jahrhunderts wurde die traditionelle Pflicht zur Auflösung von Dissonanzen zunehmend gelockert. Komponistinnen und Komponisten konnten dissonante Klänge als eigenständige Farben verwenden, ohne sie immer in eine Konsonanz zurückzuführen. Dieser Wandel ist wichtig, wenn Du Arnold Schönberg, Béla Bartók, Claude Debussy, Igor Strawinsky, Jazz oder Filmmusik analysierst.

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Dissonanz ist nicht gleich Lautstärke

Eine Dissonanz muss nicht laut sein. Auch leise Klänge können stark reiben, wenn ihre Töne eng beieinanderliegen. Umgekehrt kann ein lauter Powerchord aus Prime, Quinte und Oktave trotz hoher Lautstärke sehr konsonant wirken. Deshalb solltest Du beim Hören zwischen Dynamik, Klangfarbe, Rhythmus und harmonischer Spannung unterscheiden.


\relative c' {
  \time 4/4
  <c g' c'>1^\markup { "Powerchord" }
  <c des e f>1^\markup { "enger Reibeklang" }
  <c e g c'>1^\markup { "weiter Ruheklang" }
}


Analysewerkzeuge


Fünf Leitfragen für die Analyse

  1. Intervallanalyse: Welche Abstände liegen zwischen den Tönen?
  2. Akkordanalyse: Handelt es sich um einen Dreiklang, Vierklang oder erweiterten Akkord?
  3. Funktionstheorie: Welche Funktion hat der Akkord im tonalen Zusammenhang?
  4. Stimmführung: Welche Töne bleiben liegen, welche bewegen sich schrittweise, welche springen?
  5. Auflösung: Wird eine Spannung vorbereitet, gehalten, gesteigert oder gelöst?


Hörprotokoll für eine kurze Musikstelle

Ein gutes Hörprotokoll verbindet Wahrnehmung und Fachsprache. Notiere nicht nur „klingt schön“ oder „klingt schief“, sondern beschreibe genauer: „enge kleine Sekunde“, „Dominantseptakkord löst sich zur Tonika“, „Vorhalt erzeugt Spannung“, „Cluster bleibt ohne traditionelle Auflösung stehen“ oder „Mollterz färbt den Dreiklang dunkel“.

Wahrnehmung Möglicher Fachbegriff Mögliche Deutung
ruhig, offen, tragend Quinte stabiler Klang ohne starke Reibung
weich, farbig Terz oder Sexte konsonant mit Dur-Moll-Färbung
eng, reibend Sekunde deutliche Dissonanz
stark spannungsvoll Tritonus Auflösungsdrang in tonaler Musik
Ziel erreicht Tonika harmonische Entspannung


Analysebeispiel: Spannungskurve

Die folgende Folge beginnt stabil, steigert die Spannung und kehrt zur Ruhe zurück. Beschreibe beim Hören die Spannungskurve in eigenen Worten. Spiele das Beispiel danach auf einem Instrument oder in einer Musik-App nach.


\relative c' {
  \key c \major
  \time 4/4
  <c e g>1^\markup { "Ruhe" }
  <d f a>1^\markup { "Bewegung" }
  <g b d f>1^\markup { "Spannung" }
  <c e g>1^\markup { "Entspannung" }
}

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Üben mit Stimme, Instrument und digitalem Werkzeug


Singen

Singe zuerst den Grundton und danach den oberen Ton eines Intervalls. Bei einer Quinte kannst Du den Anfang vieler Signale oder Fanfaren als Orientierung nutzen. Bei einer kleinen Sekunde hörst Du sofort die enge Reibung. Wenn Du singst, spürst Du körperlich, wie groß oder klein ein Abstand ist.


Spielen

Spiele dieselben Intervalle auf Klavier, Gitarre, Keyboard, Stabspiel oder einem digitalen Instrument. Spiele sie in verschiedenen Lagen. Du wirst merken, dass tiefe enge Intervalle oft rauer klingen als hohe. Spiele danach Dreiklänge und Dominantseptakkorde und achte auf den Unterschied zwischen Akkordfarbe und Auflösungsdrang.


Komponieren

Erfinde eine kurze Folge aus vier Akkorden. Beginne mit einer konsonanten Tonika, füge einen spannungsreichen Akkord hinzu und löse ihn wieder auf. Nutze dabei bewusst mindestens eine Dissonanz, zum Beispiel eine Septime, eine Sekunde oder einen Vorhalt. Schreibe unter Deine Folge, wo Spannung entsteht und wo sie sich löst.


\relative c' {
  \time 4/4
  <c e g>2 <a c e>2
  <f a c d>2 <g b d f>2
  <c e g>1
}


Zusammenfassung

Konsonanz und Dissonanz beschreiben, wie Zusammenklänge wirken und welche Rolle sie in einer Harmonie übernehmen. Konsonanzen wirken häufig stabil, ruhig oder verschmolzen. Dissonanzen wirken häufig spannungsreich, reibend oder auflösungsbedürftig. In der Dur-Moll-Tonalität entsteht musikalische Bewegung oft daraus, dass Dissonanzen vorbereitet, gesteigert und in Konsonanzen aufgelöst werden. In anderen Stilen können Dissonanzen freier behandelt werden und als eigene Klangfarbe stehen bleiben. Für das sichere Unterscheiden brauchst Du eine Verbindung aus Gehörbildung, Intervallanalyse, Akkordanalyse, Stimmführung und musikalischem Kontext.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was beschreibt Konsonanz in der Musik am treffendsten? (Einen eher stabilen und verschmolzen wirkenden Zusammenklang) (!Einen immer lauten Klang) (!Einen falschen Ton) (!Einen Rhythmus ohne Betonung)




Welches Intervall gilt in der traditionellen Harmonielehre häufig als dissonant? (Kleine Sekunde) (!Oktave) (!Reine Quinte) (!Große Terz)




Welche Funktion hat die Dominante in einer einfachen Kadenz meistens? (Sie erzeugt Spannung zur Tonika) (!Sie beendet jede Spannung endgültig) (!Sie ersetzt den Grundschlag) (!Sie macht die Melodie automatisch tiefer)




Was ist eine Auflösung in der Harmonielehre? (Die Weiterführung einer Spannung in einen stabileren Klang) (!Das Entfernen aller Noten aus einem Stück) (!Das Verändern des Tempos ohne Grund) (!Das Wiederholen eines Taktes)




Welcher Akkord enthält in C-Dur die Töne G H D F? (Dominantseptakkord) (!Tonikadreiklang) (!Mollsubdominante) (!Übermäßige Tonika)




Warum ist eine Dissonanz nicht einfach ein Fehler? (Sie kann Spannung und Ausdruck gezielt gestalten) (!Sie darf nie aufgelöst werden) (!Sie kommt nur in falschen Stimmungen vor) (!Sie entsteht nur durch zu leises Spielen)




Welche Intervalle prägen Dur- und Molldreiklänge besonders? (Terzen und Quinten) (!Sekunden und Septimen) (!Nur Tritoni) (!Nur Oktaven ohne Mitteltöne)




Was ist ein Vorhalt? (Ein gehaltener Ton erzeugt Spannung und löst sich schrittweise) (!Ein Akkord wird immer schneller gespielt) (!Ein Ton wird absichtlich ausgelassen) (!Ein Rhythmus wird rückwärts gelesen)




Welche Aussage zur Wirkung von Dissonanzen ist richtig? (Ihre Wirkung hängt auch vom Stil und Zusammenhang ab) (!Sie klingen in jedem Stil gleich falsch) (!Sie kommen nur in alter Musik vor) (!Sie sind immer leiser als Konsonanzen)




Was hilft besonders beim Unterscheiden von Konsonanz und Dissonanz? (Auf Reibung, Stabilität und Auflösung achten) (!Nur die Lautstärke messen) (!Nur die Taktart bestimmen) (!Nur den Titel des Stückes lesen)





Memory

Konsonanz Ruhe
Dissonanz Spannung
Tonika Zentrum
Dominante Erwartung
Vorhalt Auflösung
Tritonus Reibung
Dreiklang Terzschichtung
Septime Farbton





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Konsonanz stabiler Zusammenklang
Dissonanz spannungsreicher Zusammenklang
Tonika harmonisches Zentrum
Dominante Spannung vor der Rückkehr
Vorhalt vorbereitete und gelöste Dissonanz
Tritonus stark reibendes Intervall
Kadenz Akkordfolge mit Zielwirkung






Kreuzworträtsel

Konsonanz Wie nennt man einen eher stabil und verschmolzen wirkenden Zusammenklang?
Dissonanz Wie nennt man einen spannungsreichen und reibenden Zusammenklang?
Quinte Welches offene Intervall umfasst fünf Tonstufen und klingt oft stabil?
Tonika Wie heißt das harmonische Zentrum einer Tonart?
Dominante Welche Funktion erzeugt in der Kadenz oft starke Rückkehrspannung?
Vorhalt Wie nennt man eine vorbereitete Dissonanz, die sich schrittweise löst?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Ein stabil und verschmolzen wirkender Zusammenklang heißt

.
Ein spannungsreicher und reibender Zusammenklang heißt

.
Die kleinste Reibung zwischen benachbarten Tonstufen entsteht oft bei der

.
Ein besonders spannungsreiches Intervall in der tonalen Musik ist der

.
Das harmonische Zentrum einer Tonart nennt man

.
Die Funktion mit starker Rückkehrspannung zur Tonika heißt

.
Ein Akkord aus drei Tönen heißt

.
Die Weiterführung einer Spannung in einen ruhigeren Klang nennt man

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Hörvergleich: Höre drei konsonante und drei dissonante Intervalle aus dem aiMOOC und beschreibe jedes Beispiel mit drei passenden Adjektiven.
  2. Intervalltagebuch: Sammle eine Woche lang kurze Klangbeobachtungen aus Liedern, Filmen, Spielen oder Werbespots und notiere, wo Du Ruhe oder Spannung hörst.
  3. Stimmexperiment: Singe mit einer zweiten Person zuerst eine Oktave, dann eine kleine Sekunde und beschreibt gemeinsam den Unterschied der Körperwahrnehmung.
  4. Instrumententest: Spiele auf einem Instrument eine Quinte, eine Terz, eine Sekunde und einen Tritonus und ordne sie nach wahrgenommener Spannung.


Standard

  1. Akkordanalyse: Untersuche eine kurze Akkordfolge aus einem Lied und markiere konsonante Grundklänge sowie dissonante Zusatztöne.
  2. Kadenzprojekt: Komponiere eine viertaktige Kadenz mit mindestens einem Dominantseptakkord und erkläre, wie die Auflösung funktioniert.
  3. Vorhaltgestaltung: Erfinde eine zweistimmige Miniatur mit einem Vorhalt und schreibe darunter Vorbereitung, Dissonanz und Auflösung.
  4. Klangfarbenvergleich: Spiele dieselbe Dissonanz mit zwei verschiedenen Instrumenten oder Sounds und erkläre, wie sich die Wirkung verändert.


Schwer

  1. Stilanalyse: Vergleiche die Behandlung von Dissonanzen in einem klassischen Stück und einem Jazz- oder Filmsoundtrack.
  2. Arrangement: Bearbeite eine einfache Melodie einmal sehr konsonant und einmal mit vielen kontrollierten Dissonanzen.
  3. Forschungsfrage: Untersuche, wie Hörerinnen und Hörer unterschiedlichen Alters dieselben Intervalle bewerten, und fasse die Ergebnisse kritisch zusammen.
  4. Kompositionsprojekt: Erstelle ein kurzes Musikstück, in dem sich ein Cluster schrittweise in einen konsonanten Schlussakkord verwandelt.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transferanalyse: Erkläre an einem selbst gewählten Musikbeispiel, warum eine Dissonanz dort nicht als Fehler, sondern als Ausdrucksmittel wirkt.
  2. Hörbegründung: Du hörst einen Akkord, der Spannung erzeugt. Beschreibe, welche Hinweise Dir helfen, eine mögliche Auflösung vorherzusagen.
  3. Vergleich: Vergleiche die Wirkung einer kleinen Sekunde und einer großen Septime in Bezug auf Abstand, Reibung und musikalische Funktion.
  4. Funktionsdeutung: Analysiere eine einfache Kadenz und erkläre, wie Tonika, Subdominante und Dominante zusammen eine Spannungskurve bilden.
  5. Stimmführung: Begründe, warum eine schrittweise Auflösung oft überzeugender klingt als ein beliebiger Sprung.
  6. Kreativtransfer: Entwirf eine kurze Filmszene und beschreibe, welche konsonanten und dissonanten Klänge Du einsetzen würdest, um die Stimmung zu steuern.




Lernnachweis

Für einen gelungenen Lernnachweis zu Konsonanz und Dissonanz solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Begriffe auswendig kennst, sondern Klänge hörend, spielend und analysierend einordnen kannst. Wichtig sind ein eigenes Hörprotokoll, eine kurze Intervallanalyse, eine Akkordanalyse, eine Erklärung von Spannung und Auflösung, ein selbst gestaltetes musikalisches Beispiel sowie eine Reflexion darüber, wie Stil, Lage, Klangfarbe und Hörgewohnheit die Wirkung beeinflussen.

  1. Begriffsverständnis: Du erklärst Konsonanz, Dissonanz, Intervall, Akkord, Kadenz und Auflösung mit eigenen Worten.
  2. Hörkompetenz: Du erkennst in Hörbeispielen stabile und spannungsreiche Zusammenklänge.
  3. Analysekompetenz: Du ordnest Intervalle, Dreiklänge und Septakkorde fachsprachlich ein.
  4. Gestaltungskompetenz: Du komponierst oder arrangierst eine kurze Spannungskurve.
  5. Reflexionskompetenz: Du begründest, warum Dissonanz je nach Stil unterschiedlich bewertet wird.




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  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

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The Monkey DanceaiMOOCs

  1. Trust Me It's True: #Verschwörungstheorie #FakeNews
  2. Gregor Samsa Is You: #Kafka #Verwandlung
  3. Who Owns Who: #Musk #Geld
  4. Lump: #Trump #Manipulation
  5. Filth Like You: #Konsum #Heuchelei
  6. Your Poverty Pisses Me Off: #SozialeUngerechtigkeit #Musk
  7. Hello I'm Pump: #Trump #Kapitalismus
  8. Monkey Dance Party: #Lebensfreude
  9. God Hates You Too: #Religionsfanatiker
  10. You You You: #Klimawandel #Klimaleugner
  11. Monkey Free: #Konformität #Macht #Kontrolle
  12. Pure Blood: #Rassismus
  13. Monkey World: #Chaos #Illusion #Manipulation
  14. Uh Uh Uh Poor You: #Kafka #BerichtAkademie #Doppelmoral
  15. The Monkey Dance Song: #Gesellschaftskritik
  16. Will You Be Mine: #Love
  17. Arbeitsheft
  18. And Thanks for Your Meat: #AntiFactoryFarming #AnimalRights #MeatIndustry


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