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Ulm als freie Reichsstadt im Mittelalter

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Ulm als freie Reichsstadt im Mittelalter




Einleitung

Ulm war im Mittelalter eine der bedeutenden Reichsstädte im südwestdeutschen Raum. Als freie Reichsstadt im weiteren Sinne war Ulm nicht einem regionalen Fürsten, sondern unmittelbar dem König beziehungsweise Kaiser des Heiligen Römischen Reiches unterstellt. Diese Stellung verschaffte der Stadt wichtige politische, wirtschaftliche und rechtliche Spielräume. Ulm konnte eigene Stadtrechte entwickeln, einen Rat ausbilden, Bündnisse schließen, Steuern erheben, Handel organisieren und ein großes Umland erwerben. Gleichzeitig war diese Freiheit nicht mit moderner Demokratie gleichzusetzen: Viele Menschen, darunter Frauen, Tagelöhner, Knechte, arme Bewohnerinnen und Bewohner sowie Menschen ohne Bürgerrecht, blieben von politischer Mitbestimmung ausgeschlossen.

Dieser aiMOOC führt Dich in die Geschichte Ulms als freie Reichsstadt ein. Du lernst, warum die Lage an Donau, Blau und wichtigen Handelswegen so bedeutend war, wie Patriziat und Zünfte um Macht rangen, welche Rolle der Schwörbrief spielte und warum das Ulmer Münster als bürgerliches Großprojekt weit über Ulm hinausstrahlte. Außerdem untersuchst Du, welche Chancen und Grenzen städtische Freiheit im Mittelalter hatte.

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Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was eine Reichsstadt auszeichnete, warum Ulm im Spätmittelalter wirtschaftlich erfolgreich war und wie sich die städtische Ordnung durch Rat, Zünfte, Patriziat und Schwörbriefe entwickelte. Du kannst außerdem beurteilen, warum Ulms Freiheit große Chancen bot, aber zugleich soziale Grenzen hatte.

  1. Reichsstadt: Du erklärst die besondere Stellung Ulms im Heiligen Römischen Reich.
  2. Stadtgesellschaft: Du unterscheidest Patriziat, Zünfte, Kaufleute, Handwerker und nicht wahlberechtigte Gruppen.
  3. Wirtschaftsgeschichte: Du beschreibst die Bedeutung von Barchent, Leinen, Fernhandel und Donau.
  4. Politische Geschichte: Du ordnest Kleinen Schwörbrief, Großen Schwörbrief und Schwäbischen Städtebund ein.
  5. Geschichtskultur: Du bewertest, wie Ulm seine mittelalterliche Geschichte heute erinnert, zum Beispiel am Schwörmontag.


Ulm auf dem Weg zur Reichsstadt


Von der Königspfalz zur Stadt

Die Geschichte Ulms beginnt nicht erst mit der mittelalterlichen Stadt. Archäologische Funde zeigen, dass Menschen schon lange vor dem Mittelalter im Raum Ulm lebten. Für die Stadtgeschichte besonders wichtig ist aber die Königspfalz auf dem Weinhof. Im Jahr 854 wurde Ulm als Hulma in einer Urkunde König Ludwigs des Deutschen erwähnt. Eine Pfalz war ein Aufenthaltsort des Königs, der im Mittelalter nicht ständig an einem festen Regierungssitz lebte, sondern durch sein Reich reiste.

Die Lage an der Donau machte Ulm früh bedeutsam. Hier kreuzten sich Verkehrswege, und die Stadt konnte vom Handel, vom Flussverkehr und von der Versorgung des königlichen Hofes profitieren. Im 12. Jahrhundert stärkten die Staufer Ulm. Nach Zerstörungen im Konflikt zwischen Staufern und Welfen wurde Ulm wieder aufgebaut und befestigt. Aus Siedlung, Pfalzort, Markt und befestigtem Platz entwickelte sich eine Stadt mit wachsendem Selbstbewusstsein.


Was bedeutet freie Reichsstadt?

Eine Reichsstadt war im Heiligen Römischen Reich unmittelbar dem König oder Kaiser unterstellt. Diese Reichsunmittelbarkeit bedeutete, dass kein regionaler Landesherr zwischen Stadt und Reich stand. Für Ulm war das politisch und wirtschaftlich wichtig, denn die Stadt konnte eigene Interessen verfolgen, Verträge schließen und ihr Stadtrecht ausbauen.

Im Unterricht wird Ulm häufig als freie Reichsstadt bezeichnet, um diese weitgehende städtische Selbstständigkeit zu betonen. Historisch ist wichtig: Die Freiheit galt vor allem für die politische Körperschaft der Stadt und ihre berechtigten Bürger. Sie bedeutete nicht, dass alle Menschen gleichberechtigt waren. Die städtische Freiheit war also ein großer Schritt zur Selbstverwaltung, aber noch keine moderne Demokratie.


Stadtrecht, Rat und Selbstverwaltung

Im 13. Jahrhundert gewann Ulm schrittweise mehr politische Rechte. Ein frühes Verfassungsdokument von 1255 regelte Rechte und Aufgaben von Reichsvogt, Ammann und Bürgergemeinde. 1274 erhielt Ulm das Recht der Reichsstadt Esslingen. Damit wurde Ulm selbst zu einem wichtigen Zentrum einer Stadtrechtsfamilie, deren Regeln auf andere schwäbische Städte ausstrahlten.

Der Rat war das zentrale politische Organ. In ihm saßen zunächst vor allem Angehörige des Patriziats, also reiche und einflussreiche Familien. Kaufleute und Handwerker organisierten sich in Zünften. Je größer ihr wirtschaftlicher Beitrag wurde, desto stärker forderten sie politische Mitbestimmung. Daraus entstanden Konflikte, die Ulms Verfassung dauerhaft prägten.


Stadtgesellschaft und Machtkämpfe


Patriziat und Zünfte

Die mittelalterliche Stadtgesellschaft Ulms war hierarchisch aufgebaut. An der Spitze standen einflussreiche Familien des Patriziats, die häufig aus reichen Kaufmannsfamilien oder früheren Amtsträgerfamilien hervorgingen. Sie dominierten lange Zeit den Rat, verwalteten Besitz, führten diplomatische Beziehungen und bestimmten über wichtige Fragen der Stadt.

Daneben standen die Zünfte. In ihnen organisierten sich Handwerker, Händler und Gewerbetreibende. Die Zünfte regelten Ausbildung, Qualität, Preise, Arbeitsbedingungen und soziale Unterstützung innerhalb ihres Gewerbes. In Ulm waren sie besonders wichtig, weil Textilproduktion und Handel entscheidend zum Reichtum der Stadt beitrugen. Wer wirtschaftlich so viel leistete, wollte auch politisch mitbestimmen.


Der Kleine Schwörbrief von 1345

Im 14. Jahrhundert kam es in Ulm zu schweren innerstädtischen Konflikten zwischen Patriziat und Zünften. Der Kleine Schwörbrief von 1345 war ein Versuch, diesen Konflikt zu ordnen. Er gab den Zünften stärkere Mitsprache im Rat und verpflichtete den Bürgermeister zu einem Eid, in dem er versprach, ein gemeinsamer Mann für Reiche und Arme zu sein. Damit sollte deutlich werden: Die Stadtregierung sollte nicht nur einer Gruppe dienen.

Der Kleine Schwörbrief war kein demokratisches Grundgesetz im modernen Sinn. Er stärkte aber die politische Rolle der Zünfte und machte die städtische Ordnung stärker vertraglich fassbar. Für die Geschichte Ulms ist er deshalb ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Partizipation innerhalb der Bürgerschaft.


Der Große Schwörbrief von 1397

Der Große Schwörbrief von 1397 veränderte die Ulmer Stadtverfassung noch stärker. Neben dem bisherigen Rat entstand ein größerer Rat, in dem die Zünfte besonders stark vertreten waren. Die Macht des Patriziats wurde begrenzt. Die Zünfte erhielten eine dominierende Rolle im Stadtregiment.

Der Schwörbrief wurde jedes Jahr durch den Schwur des Bürgermeisters und der Bürgerschaft bestätigt. Daraus entwickelte sich der Schwörmontag, der bis heute zur Ulmer Erinnerungskultur gehört. Für die Menschen des Mittelalters war der Schwur mehr als eine feierliche Formel: Er verband politische Ordnung, religiöse Verantwortung und bürgerlichen Zusammenhalt.


Grenzen der städtischen Mitbestimmung

Obwohl die Schwörbriefe für die Geschichte der Selbstverwaltung wichtig sind, darf man sie nicht mit allgemeinem Wahlrecht verwechseln. Nicht alle Menschen in der Stadt waren Bürger mit politischen Rechten. Frauen, Dienstboten, Tagelöhner, arme Bewohnerinnen und Bewohner, viele Zugewanderte und abhängige Menschen waren weitgehend ausgeschlossen. Auch im Umland, das die Reichsstadt erwarb, lebten Untertanen, die Abgaben leisten mussten und nicht dieselben Rechte hatten wie die Bürger innerhalb der Stadtmauern.

Gerade deshalb ist Ulm ein gutes Beispiel für eine differenzierte Sicht auf das Mittelalter: Städtische Freiheit konnte für Bürger politische Mitbestimmung bedeuten, für andere Menschen aber weiterhin Abhängigkeit, soziale Ungleichheit und rechtliche Einschränkungen.


Wirtschaftliche Blüte im Spätmittelalter


Lage an Donau, Blau und Handelswegen

Ulms Reichtum beruhte stark auf seiner Lage. Die Stadt lag an der Donau, nahe der Blau und im Umfeld wichtiger Handelsstraßen. Eine Furt, später eine Brücke, erleichterte den Übergang über den Fluss. Ab Ulm war die Donau für den Transport von Waren besonders bedeutsam, weil sie nach dem Zusammenfluss mit weiteren Gewässern besser schiffbar wurde.

Die Stadt profitierte von regionalen und überregionalen Handelsnetzen. Kaufleute brachten Waren nach Süddeutschland, Oberitalien, in die Schweiz, in die Niederlande, nach Frankreich und nach England. Damit war Ulm nicht nur ein lokaler Markt, sondern Teil eines europäischen Wirtschaftsraums.


Textilgewerbe, Barchent und Fernhandel

Besonders berühmt wurde Ulm durch Barchent und Leinen. Barchent war ein Mischgewebe, meist aus Leinen und Baumwolle. Ulmer Barchent- und Leintücher wurden im 15. Jahrhundert in Städten wie Genua, Venedig, Genf, Lyon sowie in den Niederlanden und England verkauft. Die Stadt achtete auf Qualität, und die Textilproduktion verband Handwerk, Umland, Handel und Kapital.

Neben Textilien war Ulm ein wichtiger Umschlagplatz für Eisen, Wein und Holz. Die Stadt organisierte Märkte, Zölle, Maße, Gewichte und Qualitätssicherung. Dadurch entstand wirtschaftliches Vertrauen. Wer in einer Handelsstadt kaufte oder verkaufte, musste sich auf Regeln verlassen können. Genau diese Verbindung aus Recht, Ordnung und Handel machte Reichsstädte wie Ulm stark.


Reichtum und Stadtbild

Der Reichtum Ulms zeigte sich im Stadtbild. Befestigungen, Tore, Brücken, Kaufhäuser, Ratseinrichtungen und Kirchen prägten die Stadt. Im 14. Jahrhundert wurde die ummauerte Fläche stark erweitert. Neue Stadtbereiche wurden einbezogen, und Ulm wuchs zu einer großen, gut geschützten Stadt heran.

Der Metzgerturm erinnert noch heute an die mittelalterliche Stadtbefestigung und an die enge Verbindung von Handwerk, Handel und städtischer Ordnung. Stadtmauern dienten nicht nur dem Schutz, sondern markierten auch rechtliche und soziale Grenzen: Wer innerhalb der Mauern lebte, gehörte zu einem besonderen städtischen Raum.


Ulm als Machtzentrum in Schwaben


Der Schwäbische Städtebund

1376 spielte Ulm eine führende Rolle bei der Gründung des Schwäbischen Städtebundes. In diesem Bündnis schlossen sich Reichsstädte zusammen, um ihre Rechte gegen Fürsten und andere Mächte zu verteidigen. Ulm wurde ein wichtiger Versammlungsort und galt als ein politisches Zentrum schwäbischer Reichsstädte.

Der Städtebund zeigt, dass mittelalterliche Städte nicht isoliert waren. Sie handelten gemeinsam, verhandelten mit Königen und Fürsten, organisierten militärische Hilfe und verteidigten ihre Privilegien. Ulms Reichsstadtstatus gewann dadurch zusätzliches Gewicht.


Territorium und Herrschaft im Umland

Ulm war nicht nur eine Stadt hinter Mauern. Die Reichsstadt kaufte und erwarb im Laufe des Spätmittelalters Rechte, Dörfer, Städte und Herrschaften im Umland. Besonders wichtig waren Erwerbungen wie Langenau, Geislingen und die Grafschaft Helfenstein. Dadurch entstand ein reichsstädtisches Territorium, das verwaltet, besteuert und geschützt werden musste.

Für die Bürger der Stadt bedeutete dieses Territorium Sicherheit, Versorgung und Einnahmen. Für die Menschen im Umland konnte es aber auch Abgaben, Gerichtsunterstellung und Pflichten gegenüber der Stadt bedeuten. Ulm war damit selbst ein Herrschaftsträger. Die freie Reichsstadt war also zugleich eine Stadtgemeinde und eine kleine Territorialmacht.


Bündnisse, Konflikte und Reichspolitik

Reichsstädte mussten ihre Rechte immer wieder verteidigen. Ulm stand in Beziehung zu Königen, Kaisern, Fürsten, anderen Städten, Klöstern und Adeligen. Bündnisse waren wichtig, weil einzelne Städte allein verwundbar waren. Konflikte konnten militärisch, wirtschaftlich oder rechtlich ausgetragen werden.

Ulm verhandelte, kaufte Rechte, führte Prozesse, baute Befestigungen und schloss Bündnisse. Diese Vielfalt zeigt: Mittelalterliche Politik bestand nicht nur aus Kriegen und Königen, sondern auch aus Verträgen, Stadträten, Schwüren, Urkunden, Finanzen und städtischer Diplomatie.


Das Ulmer Münster als bürgerliches Großprojekt


Baubeginn 1377

Am 30. Juni 1377 begann der Bau des Ulmer Münsters. Die alte Pfarrkirche lag außerhalb der Stadtmauern. In Zeiten von Belagerung und Gefahr war das problematisch, weil die Menschen die Kirche nicht sicher erreichen konnten. Deshalb entstand im Herzen der Stadt ein neues, gewaltiges Kirchengebäude.

Das Münster war ein Ausdruck von Glaube, Bürgerschaft und städtischem Selbstbewusstsein. Es wurde wesentlich von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt finanziert. Deshalb wird es oft als Bürgerkirche bezeichnet. Der Bau dauerte viele Jahrhunderte; der berühmte hohe Turm wurde erst 1890 vollendet. Für das Mittelalter entscheidend ist aber: Der Beginn und viele Kunstwerke des Münsters gehören zur spätmittelalterlichen Blüte Ulms.

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Gotik, Kunst und Ulmer Schule

Das Ulmer Münster ist ein herausragendes Beispiel der Gotik. Hohe Gewölbe, Spitzbögen, Maßwerk, Glasfenster, Chorgestühl und Skulpturen zeigen, wie Architektur, Handwerk, Religion und städtischer Reichtum zusammenwirkten. In Ulm entstanden Werkstätten von Malern, Bildhauern, Glasmalern und Holzschnitzern, die weit über die Stadt hinaus wirkten.

Die sogenannte Ulmer Schule verbindet spätgotische Kunst mit den wirtschaftlichen Möglichkeiten einer reichen Stadt. Künstler wie Hans Multscher, Jörg Syrlin der Ältere oder Bartholomäus Zeitblom zeigen, dass Ulm nicht nur Handelsstadt, sondern auch Kulturzentrum war.


Wissen kompakt


Zentrale Begriffe

  1. Reichsstadt: Eine Stadt, die unmittelbar dem Reichsoberhaupt unterstand und nicht einem regionalen Fürsten.
  2. Reichsunmittelbarkeit: Direkte Unterstellung unter König oder Kaiser im Heiligen Römischen Reich.
  3. Patriziat: Wohlhabende und einflussreiche Oberschicht vieler mittelalterlicher Städte.
  4. Zunft: Zusammenschluss von Handwerkern oder Gewerbetreibenden mit wirtschaftlichen und sozialen Aufgaben.
  5. Schwörbrief: Verfassungsurkunde, die Rechte, Pflichten und politische Ordnung Ulms regelte.
  6. Barchent: Wertvolles Mischgewebe, das für Ulms Fernhandel besonders wichtig war.
  7. Schwäbischer Städtebund: Bündnis schwäbischer Reichsstädte zur Sicherung ihrer Rechte.
  8. Bürgerkirche: Kirche, deren Bau und Finanzierung stark von der Bürgerschaft getragen wurden.
  9. Stadtmauer: Befestigung, Schutzraum und sichtbare Grenze städtischer Rechtsordnung.
  10. Fernhandel: Handel über größere Entfernungen, oft mit spezialisierten Waren und Handelsnetzen.


Merksatz

Ulm wurde im Mittelalter stark, weil politische Selbstverwaltung, günstige Verkehrslage, Textilgewerbe, Fernhandel, Bündnisse und bürgerliches Selbstbewusstsein zusammenwirkten.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was bedeutete Ulms Stellung als Reichsstadt im Mittelalter vor allem? (Ulm war unmittelbar dem König oder Kaiser unterstellt) (!Ulm war Besitz des bayerischen Herzogs) (!Ulm war eine unabhängige Republik ohne Bezug zum Reich) (!Ulm hatte keine eigene Stadtregierung)




Welche Urkunde stärkte 1397 die politische Rolle der Zünfte in Ulm besonders? (Der Große Schwörbrief) (!Die Goldene Bulle) (!Der Westfälische Friede) (!Das Wormser Konkordat)




Welches Produkt war für Ulms spätmittelalterlichen Fernhandel besonders wichtig? (Barchent) (!Porzellan) (!Steinkohle) (!Kaffee)




Warum war die Lage Ulms wirtschaftlich günstig? (Ulm lag an der Donau und an wichtigen Handelswegen) (!Ulm besaß einen großen Seehafen am Meer) (!Ulm lag direkt an der Nordsee) (!Ulm hatte keine Verbindung zu Handelswegen)




Welche Gruppe gewann durch die Schwörbriefe in Ulm mehr politische Mitsprache? (Die Zünfte) (!Die Bauern aller umliegenden Dörfer) (!Die ausländischen Könige) (!Die päpstlichen Legaten)




Wann begann der Bau des Ulmer Münsters? (1377) (!854) (!1648) (!1802)




Welche Aussage beschreibt das Ulmer Münster im Mittelalter besonders treffend? (Es war ein bürgerlich getragenes Großprojekt) (!Es war eine Burg des Kaisers) (!Es war ein römisches Amphitheater) (!Es war ein Kloster außerhalb Europas)




Welche soziale Gruppe dominierte vor den Erfolgen der Zünfte lange den Ulmer Rat? (Das Patriziat) (!Die Tagelöhner) (!Die Leibeigenen des Umlands) (!Die fahrenden Spielleute)




Welche Funktion hatte der Schwäbische Städtebund? (Er sollte die Rechte der Reichsstädte sichern) (!Er war ein Zusammenschluss von Seeräubern) (!Er regelte ausschließlich kirchliche Feiertage) (!Er verbot allen Städten den Handel)




Welche Aussage zeigt eine Grenze der Ulmer Stadtfreiheit? (Nicht alle Bewohnerinnen und Bewohner hatten politische Rechte) (!Alle Menschen im Umland durften den Rat wählen) (!Frauen stellten die Mehrheit im mittelalterlichen Rat) (!Tagelöhner konnten immer Bürgermeister werden)





Memory

Reichsstadt Unmittelbar dem Reich unterstellt
Schwörbrief Verfassungsurkunde Ulms
Zunft Zusammenschluss von Handwerkern
Patriziat Städtische Oberschicht
Barchent Wichtiges Textilprodukt
Donau Handels- und Verkehrsweg
Münster Bürgerliches Bauprojekt
Städtebund Bündnis von Reichsstädten





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Königspfalz Frühmittelalterlicher Ausgangspunkt
Stadtrecht Grundlage städtischer Selbstverwaltung
Kleiner Schwörbrief Ausgleich zwischen Rat und Zünften
Schwäbischer Städtebund Bündnis zur Sicherung reichsstädtischer Rechte
Ulmer Münster Bürgerliches Großprojekt der Gotik
Großer Schwörbrief Stärkung der Zunftverfassung






Kreuzworträtsel

Schwoerbrief Wie heißt eine wichtige Ulmer Verfassungsurkunde?
Barchent Welches Mischgewebe war für Ulms Handel besonders wichtig?
Patriziat Wie heißt die städtische Oberschicht vieler mittelalterlicher Städte?
Zuenfte Welche Zusammenschlüsse vertraten Handwerker und Gewerbetreibende?
Muenster Welches große gotische Bauwerk prägt Ulm bis heute?
Donau An welchem Fluss lag Ulm als wichtige Handelsstadt?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Ulm entwickelte sich aus einem wichtigen Pfalz- und Handelsort zu einer

. Die Stadt war unmittelbar dem

beziehungsweise König unterstellt und konnte dadurch eigene Rechte ausbauen. Besonders bedeutend waren die Konflikte zwischen

und Zünften. Der Kleine Schwörbrief von 1345 gab den

mehr Mitsprache. Der Große Schwörbrief von 1397 stärkte die Zunftverfassung noch deutlicher. Wirtschaftlich wurde Ulm durch den Handel mit

und Leinen bekannt. Die Lage an der

erleichterte Transport und Fernhandel. Der Bau des Ulmer

zeigte das Selbstbewusstsein der Bürgerschaft. Trotzdem war die städtische Freiheit begrenzt, denn viele Bewohnerinnen und Bewohner hatten keine politischen

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffskarte: Erstelle eine Begriffskarte zu Reichsstadt, Zunft, Patriziat, Schwörbrief, Barchent und Fernhandel.
  2. Stadtplan: Zeichne einen einfachen mittelalterlichen Stadtplan Ulms mit Donau, Stadtmauer, Rathaus, Münster und Markt.
  3. Bildbeschreibung: Beschreibe eines der Bilder im aiMOOC und erkläre, was es über Ulms Geschichte verrät.
  4. Zeitstrahl: Gestalte einen Zeitstrahl von 854 bis 1397 mit mindestens sechs wichtigen Stationen.


Standard

  1. Quellenarbeit: Recherchiere den Großen Schwörbrief und formuliere in eigenen Worten, welche politische Idee darin sichtbar wird.
  2. Vergleich: Vergleiche Ulm mit einer anderen mittelalterlichen Reichsstadt, zum Beispiel Nürnberg, Augsburg, Esslingen am Neckar oder Ravensburg.
  3. Rollenspiel: Entwickle ein Gespräch zwischen einem Patrizier, einem Zunftmeister, einer Händlerin und einem Tagelöhner über politische Mitbestimmung.
  4. Wirtschaftsnetz: Zeichne ein Netz, das Ulm mit Waren, Handelsorten und Verkehrswegen verbindet.


Schwer

  1. Urteilsbildung: Beurteile, ob Ulm im Mittelalter als besonders frei gelten kann, und berücksichtige dabei auch ausgeschlossene Gruppen.
  2. Stadt und Umland: Untersuche, wie der Erwerb von Dörfern und Herrschaften die Rolle Ulms veränderte.
  3. Museumskonzept: Plane eine kleine Ausstellung mit fünf Stationen zum Thema Ulm als freie Reichsstadt.
  4. Podcast: Produziere ein kurzes Audio- oder Videoprojekt über den Schwörbrief und erkläre, warum er bis heute erinnert wird.



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Lernkontrolle

  1. Politische Ordnung: Erkläre, warum die Schwörbriefe Ulms einerseits Fortschritte der Mitbestimmung zeigen und andererseits keine moderne Demokratie begründen.
  2. Wirtschaft und Politik: Zeige anhand Ulms, wie wirtschaftlicher Reichtum politische Macht verändern kann.
  3. Stadt und Reich: Beurteile, warum die unmittelbare Beziehung zum Kaiser für Ulm vorteilhaft war, aber auch Verpflichtungen mit sich brachte.
  4. Stadtgesellschaft: Vergleiche die Interessen von Patriziat, Zünften und nicht wahlberechtigten Bewohnerinnen und Bewohnern.
  5. Raum und Handel: Erkläre, warum Flüsse, Brücken, Märkte und Stadtmauern für eine mittelalterliche Handelsstadt zusammenhingen.
  6. Geschichtskultur: Diskutiere, warum eine heutige Stadt mittelalterliche Traditionen wie den Schwörmontag pflegt.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Fakten nennen, sondern Zusammenhänge erklären kannst. Wichtig ist, dass Du die politische Stellung Ulms als Reichsstadt, die wirtschaftliche Bedeutung von Barchent und Fernhandel, die Rolle von Patriziat und Zünften, die Bedeutung der Schwörbriefe und die Grenzen mittelalterlicher Stadtfreiheit miteinander verknüpfst.

  1. Fachbegriffe: Du verwendest zentrale Begriffe korrekt und erklärst sie verständlich.
  2. Chronologie: Du ordnest wichtige Ereignisse wie 854, 1345, 1376, 1377 und 1397 sinnvoll ein.
  3. Analyse: Du zeigst Ursachen und Folgen der Ulmer Entwicklung als Reichsstadt.
  4. Perspektivenwechsel: Du berücksichtigst unterschiedliche Gruppen der Stadtgesellschaft.
  5. Urteil: Du formulierst ein begründetes Urteil zur Frage, wie frei Ulm im Mittelalter tatsächlich war.
  6. Darstellung: Du präsentierst Deine Ergebnisse anschaulich, sachlich und mit passenden Beispielen.




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