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	<title>Die Geburt des Selbst aus sich selbst - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in MOOCsWiki Staging</subtitle>
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		<title>oldwiki&gt;Glanz am 6. Oktober 2025 um 12:24 Uhr</title>
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		<updated>2025-10-06T12:24:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{T}}&lt;br /&gt;
= SalmonArt Collection Joblin Factory = &lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;slideshow&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Meat Art Selbst aus Selbst.png&lt;br /&gt;
Datei:Die Geburt des Selbst aus sich selbst - SalomArt FleshArt Joblin Factory.png&lt;br /&gt;
Datei:Salmon Art Joblin Factory Puzzle.png&lt;br /&gt;
Datei:SalomArt FleshArt Joblin Factory 2.png&lt;br /&gt;
Datei:SalomArt FleshArt Joblin Factory.png&lt;br /&gt;
Datei:Kruzifix Museum Salmon Art Joblin Factory.png&lt;br /&gt;
Datei:Schlitz Salmon Art Joblin Factory.png&lt;br /&gt;
Datei:SalomArt FleshArt Joblin Factory _9xdlre9xdlre9xdl.png&lt;br /&gt;
Datei:SalomArt FleshArt Joblin Factory _jyt8hbjyt8hbjyt8.png&lt;br /&gt;
Datei:Salmon Art - Zweite Haut Masken.png&lt;br /&gt;
Datei:Salmon Art Ball.png&lt;br /&gt;
Datei:SalomArt FleshArt Joblin Factory _ntz1n5ntz1n5ntz1 (1).png&lt;br /&gt;
Datei:SalomArt FleshArt Joblin Factory 6. Okt. 2025, 11_50_53 2.png&lt;br /&gt;
Datei:SalomArt FleshArt Joblin Factory 6. Okt. 2025, 11_52_40.png&lt;br /&gt;
Datei:SalomArt FleshArt Joblin Factory 6. Okt. 2025, 11_54_43.png&lt;br /&gt;
Datei:SalomArt FleshArt Joblin Factory 6. Okt. 2025, 11_56_16.png&lt;br /&gt;
Datei:SalomArt FleshArt Joblin Factory 6. Okt. 2025, 12_01_31.png&lt;br /&gt;
Datei:SalomArt FleshArt Joblin Factory6. Okt. 2025, 10_54_16.png&lt;br /&gt;
Datei:SalomArt FleshArt Joblin Factory6. Okt. 2025, 11_02_08.png&lt;br /&gt;
Datei:SalomArt FleshArt Joblin Factory6. Okt. 2025, 11_07_41.png&lt;br /&gt;
Datei:SalomArt FleshArt Joblin Factory6. Okt. 2025, 11_18_02.png&lt;br /&gt;
Datei:Mobile_Muscle_Memento_Multiple.png&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Die Geburt des Selbst aus sich selbst =&lt;br /&gt;
== „Jeder Mensch ist Kunst“ als ästhetische, anthropologische und institutionelle These ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einleitung: Von der Objektästhetik zur Selbstform ===&lt;br /&gt;
Die Formel &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;„Jeder Mensch ist Kunst“&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; markiert eine tektonische Verschiebung in der neueren Kunstreflexion: von einer primär objektzentrierten Auffassung des Kunstwerks hin zu einer anthropologisch-ästhetischen Perspektive, in der der Mensch selbst als Träger, Medium und Ort des Kunstgeschehens erscheint. Unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;„Die Geburt des Selbst aus sich selbst“&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; lässt sich diese Verschiebung als doppelte Bewegung fassen: einerseits als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Selbstform&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, also die Herausbildung von Gestalt, Haltung und Sinn im gelebten Vollzug; andererseits als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Selbstbegründung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, nämlich die Fähigkeit, diese Form als Kunst zu deklarieren, zu tragen und zu verantworten. Der ästhetische Ort liegt damit nicht außerhalb des Menschen in einem separaten Werk, sondern in jenem Prozess, in dem Erscheinung, Bedeutung und Mitteilbarkeit zusammenfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Genealogie I: Erweiterter Kunstbegriff und die Unmöglichkeit, nicht Kunst zu sein ===&lt;br /&gt;
Im erweiterten Kunstbegriff von [[Joseph Beuys]] verschiebt sich die Grenzlinie zwischen Werk und Wirklichkeit. Kunst erscheint als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;soziale Plastik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; – als mitmenschliche, sprachliche und politische Formarbeit, in der Bedeutungen, Institutionen und Lebensformen entstehen. In dieser Perspektive erhält die Formel „Jeder Mensch ist Kunst“ einen doppelten Status: deskriptiv konstatiert sie die universale Formfähigkeit des Menschen; normativ fordert sie Achtung, weil der Mensch nicht als bloßes Mittel behandelt werden darf. Daraus ergibt sich die paradoxe Pointe, dass der Mensch die Unmöglichkeit in sich trägt, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;keine&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Kunst zu sein: Nicht-Kunst wäre weniger ein Gegenpol als ein defizienter Modus derselben Formkraft – etwa dort, wo Gestaltbarkeit verweigert, Würde missachtet oder Instrumentalisierung normalisiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Genealogie II: Selbstdeklaration und Leib – Timm Ulrichs’ lebendes Kunstwerk ===&lt;br /&gt;
Die Selbstdeklaration von [[Timm Ulrichs]] als „erstes lebendes Kunstwerk“ (1961) radikalisiert den erweiterten Kunstbegriff leiblich und institutionell. Entscheidend ist nicht narzisstische Selbstzentrierung, sondern die Sichtbarmachung der Bedingungen des Kunststatus: Rahmung, Zuschreibung, Zeugenschaft und Zeitlichkeit. Die Selbstausstellung, die den Körper in den musealen Rahmen versetzt, macht die Herstellungsbedingungen von „Kunst“ explizit und verlagert die Prüfung des Kunststatus in ein öffentlich verantwortetes Setting. In dieser Logik bezeichnet „Geburt des Selbst aus sich selbst“ keinen solipsistischen Akt, sondern eine relationale, in Institutionen und Sprachen vermittelte Selbstform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ontologie der Selbstform: Leib, Zeit, Sprache ===&lt;br /&gt;
Die These lässt sich als ontologische Trias entfalten. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Leib&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bedeutet, dass der Körper nicht bloßer Träger eines Inneren ist, sondern selbst erscheinende Form: Haltungen, Rhythmen, Mikrogesten und Verletzlichkeit eröffnen eine ästhetische Lesbarkeit des Selbst. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; verweist darauf, dass Selbstform diachron ist: Sie ereignet sich in Gewohnheiten und Unterbrechungen, im Wiederholen und Widerrufen; „Werk“ gewinnt die Bedeutung eines zeitlichen Gefüges, nicht eines einmaligen Gegenstands. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sprache&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; schließlich stiftet nicht nur Darstellung, sondern Herstellung: Benennungen, Sprechakte und Erzählungen setzen Formen und binden sie an Verständlichkeit. In der Verknüpfung von Leib, Zeit und Sprache wird das Selbst als künstlerische Möglichkeit begreifbar, ohne dass damit „alles“ Kunst würde; vielmehr wird sichtbar, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;wie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Form, Sinn und Mitteilbarkeit zusammenkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ästhetische Rahmung: Urteil, Ereignis, Artworld ===&lt;br /&gt;
Die Struktur des Kunststatus lässt sich entlang dreier klassischer Bezugspunkte schärfen. In der Tradition von Kant beanspruchen ästhetische Urteile eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Allgemeingültigkeit ohne Begriff&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; bezogen auf das Selbst heißt das, dass Anerkennung nicht aus technischen Kriterien folgt, sondern aus kommunizierbarer Evidenz der Erscheinung. Bei Gadamer erscheint Kunst als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ereignis&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; gemeinsamer Sinnbildung: Das Selbst „ereignet“ sich im Mit-Vollzug, nicht erst im nachträglichen Kommentar. Mit Danto und Dickie schließlich wird deutlich, dass der Kunststatus an &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Deutungsgemeinschaften&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und institutionelle Zuschreibung gebunden bleibt. „Jeder Mensch ist Kunst“ setzt daher keine willkürliche Egalisierung, sondern verlangt öffentliche Formen der Anerkennung, die Urteil, Ereignis und Institution zusammendenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kunstgeschichtliche Linien: Von Dada bis zur institutionellen Kritik ===&lt;br /&gt;
Die Formel steht auf einem breiten kunstgeschichtlichen Fundament. Dada und Surrealismus destabilisieren die Autor- und Werkbegriffe und öffnen Alltag, Sprache und Zufall als Materialien. Duchamps Readymade entkoppelt Werkstatus von handwerklicher Herstellung und koppelt ihn an Rahmung und Benennung. Fluxus, Performance und Body Art verlagern Kunst in Ereignis und Körper, während die Konzeptkunst Werkidentität auf Instruktion, Setzung und Dokument verschiebt. Die institutionelle Kritik schließlich macht die Bedingungen der Sichtbarkeit selbst zum Gegenstand. In dieser Serie bündelt „Jeder Mensch ist Kunst“ die Einsichten: das Selbst als Ort der Setzung, als Medium des Ereignisses, als Gegenstand der Rahmung und als Material des Sinns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politiken des Selbst: Macht, Anerkennung, Verteilung des Sinnlichen ===&lt;br /&gt;
„Geburt des Selbst aus sich selbst“ ist nicht nur ästhetisch, sondern politisch. Subjektivierung entsteht in Praktiken und unter Machtverhältnissen; ästhetische Selbstform ist eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Technik des Selbst&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, die Normen nicht ignorieren darf. Anerkennung ist wechselseitig und performativ; Identität stabilisiert sich in Wiederholung und wird durch Anrede und Gegenrede geformt. Schließlich ist die „Verteilung des Sinnlichen“ – was sichtbar, sagbar, hörbar ist – politisch strukturiert. Die Formel „Jeder Mensch ist Kunst“ zielt auf eine Erweiterung der Sichtbarkeitsökonomie: nicht als sentimentalische Geste, sondern als Neuordnung von Wahrnehmungsrechten, die Achtung und Widerspruch gleichermaßen ermöglicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einwände und Differenzierungen ===&lt;br /&gt;
Der Trivialisierungseinwand, wonach die Universalität der Kunstbehauptung jede Unterscheidung aufhebe, verfehlt den Akzent. Die These ersetzt die Differenz nicht, sie verlagert sie: Entscheidend ist die Qualität der Erscheinung, die Stimmigkeit der Form und die kommunizierbare Begründung, nicht die Materialexklusivität. Dem Narzissmusvorwurf ist entgegenzuhalten, dass der hier gemeinte Selbstbezug öffentlich verantwortet ist; „Geburt aus sich selbst“ verweist auf Selbstbindung, nicht auf Selbstrausch. Auch Institutionalisierung bedeutet nicht notwendig Vereinnahmung; vielmehr bildet sie eine Bedingung der Sichtbarkeit, deren Kritik integraler Bestandteil der Rahmung ist. Schließlich trägt die Formel einen normativen Überschuss, der nicht moralistisch, sondern aus dem Begriff der Erscheinung des Anderen folgt: Wer Menschen als Kunst versteht, kann ihre Erscheinung nicht ausbeuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Logik der „Geburt“: Selbstsetzung, Selbstbindung, Selbstoffenheit ===&lt;br /&gt;
Die Metapher der Geburt gewinnt begriffliche Präzision in drei Momenten. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Selbstsetzung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet den Akt der Benennung und Rahmung, der ästhetische Autorität behauptet, ohne sie zu monopolisieren. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Selbstbindung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; markiert die Verantwortung für die Folgen dieser Setzung: Anerkennung von Zeugenschaft, Akzeptanz von Kritik, Bereitschaft zur Revision. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Selbstoffenheit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; schließlich hält die Form für Anderes offen – für Zukunft, Zufall und den Anderen. Geburt ist kein Abschluss, sondern Anfang; das Selbst bleibt prozessual und dialogisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schluss: Ästhetische Demokratie als Form der Achtung ===&lt;br /&gt;
„Jeder Mensch ist Kunst“ lässt sich als Figur einer ästhetischen Demokratie verstehen, in der Formrechte und Sichtbarkeitsrechte geteilt werden. „Die Geburt des Selbst aus sich selbst“ ist darin kein privates Wunder, sondern eine öffentliche Praxis, getragen von Urteil, Ereignis und Institution, sensibilisiert für Macht und Anerkennung und angeleitet von der Einsicht, dass ästhetische Form ohne Würde nicht zu haben ist. In dieser Konstellation erhält die Formel ihren wissenschaftlichen und kulturellen Ernst: Sie behauptet, dass menschliche Existenz gestaltfähig und gestaltwürdig ist – und dass eine Gesellschaft, die diese Gestaltfähigkeit anerkennt, ihre Kunst nicht verliert, sondern ihren Begriff erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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