Aschenputtel – Leseheft für die Grundschule MOOCwiki nach den Brüdern Grimm Vollständige Kurzfassung mit drei Festbesuchen. Selbstverstümmelung der Schwestern und Augenverletzungen der Vorlage werden ausgelassen und nicht durch eine angebliche Originalhandlung ersetzt. Dies ist die vollständige eigenständige Kurzfassung, nicht der ungekürzte historische Wortlaut und nicht die gesamte Märchensammlung. Aschenputtel Ein Mädchen verlor früh seine Mutter. Es besuchte ihr Grab und dachte oft an ihre freundlichen Worte. Später heiratete sein Vater wieder. Die neue Frau brachte zwei Töchter mit. Sie behandelten das Mädchen wie eine Magd. Es musste schwer arbeiten, durfte keine schönen Kleider tragen und schlief neben dem Herd. Weil es oft staubig war, nannten sie es Aschenputtel. Als der Vater verreiste, wünschten sich die Stiefschwestern Schmuck. Aschenputtel bat um den ersten Zweig, der seinen Hut berührte. Es bekam einen Haselzweig und pflanzte ihn auf das Grab der Mutter. Daraus wuchs ein Baum. Ein weißer Vogel kam oft dorthin. Der König veranstaltete ein Fest, das drei Tage dauern sollte. Sein Sohn sollte die jungen Frauen des Landes kennenlernen. Die Stiefschwestern bereiteten sich eifrig vor. Auch Aschenputtel wollte mit. Die Stiefmutter schüttete Linsen in die Asche: Erst wenn alle ausgelesen seien, dürfe es gehen. Aschenputtel rief die Vögel. Tauben und andere kleine Helfer pickten die guten Linsen heraus. Doch die Stiefmutter hielt ihr Versprechen nicht. Sie gab dem Mädchen eine zweite, größere Aufgabe. Wieder halfen die Vögel. Trotzdem fuhr die Familie ohne Aschenputtel zum Fest. Da ging es zum Haselbaum. Der Vogel warf ein schönes Kleid und Schuhe herab. So gekleidet betrat Aschenputtel den Saal. Niemand erkannte es. Der Königssohn tanzte nur mit ihm. Als Aschenputtel heimwollte, folgte er ihm. Es versteckte sich im Taubenhaus und entkam. Der Vater öffnete das Versteck, fand aber niemanden. Am zweiten Tag bekam Aschenputtel ein noch schöneres Kleid. Wieder tanzte es mit dem Königssohn und verschwand am Abend. Diesmal entkam es über einen Birnbaum. Auch dort wurde es nicht gefunden. Zu Hause saß es wieder in seinen alten Kleidern am Herd. Am dritten Tag ließ der Königssohn die Treppe mit Pech bestreichen. Als Aschenputtel fortlief, blieb ein goldener Schuh daran hängen. Der Königssohn hob ihn auf. Er wollte diejenige wiederfinden, der dieser Schuh gehörte. Im Haus des Vaters probierten die Stiefschwestern ihn vergeblich. Der Königssohn fragte, ob noch eine Tochter da sei. Zögernd wurde Aschenputtel geholt. Es wusch sich Hände und Gesicht, zog den Schuh an, und er passte genau. Nun erkannte der Königssohn seine Tanzpartnerin. Aschenputtel verließ das Haus und heiratete ihn später. Die Stiefschwestern hatten ihren Platz nicht einnehmen können. Das Ende dieser Unterrichtsfassung lässt die grausamen Bestrafungen der alten Vorlage aus. Es richtet den Blick darauf, dass das übersehene Mädchen endlich erkannt und nicht mehr zur Arbeit am Herd gezwungen wird. Quellen und Rechte MOOCwiki – neue Unterrichtsbearbeitung https://moocwiki.org/index.php?title=Buch+-+Aschenputtel+%E2%80%93+Leseheft+f%C3%BCr+die+Grundschule+-+MOOCwiki Aschenputtel (1857) https://de.wikisource.org/wiki/Aschenputtel_%281857%29 Die neue Nacherzählung und die ergänzten Aufgaben stehen unter CC BY 4.0. Die gemeinfreien historischen Bilder haben eigene Nachweise. Jacob Grimm starb 1863, Wilhelm Grimm 1859, Otto Ubbelohde 1922.