Mondnacht Christen, Ada Mondnacht Das grüne Thal träumt stumm im Mondenlicht Und feierlich die Bäume niederschauen; Der Nachtwind selbst regt seine Flügel nicht, Lautlos im Wiesengrund die Nebel brauen. So schlafumfangen liegt jedwedes Haus, Nur eins gießt Lampenschein durch alle Scheiben; Lang tönte heller Zitherklang heraus, Und frisches Lachen, frohes Zechertreiben. Doch plötzlich schwieg es ... und wehmüthig-sacht – Weil Freunde sich zum letztenmal umfassen – Verklingt das Volkslied in der Herbstesnacht: »Hab' treu geliebt Dich über alle Maßen.« Ada Christen: Aus der Tiefe. Neue Gedichte, Hamburg: Hoffmann & Campe, 1878. Christen, Ada 62- Hamburg TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung. https://www.zeno.org/Literatur/M/Christen,%20Ada/Gedichte/Aus%20der%20Tiefe/Dorfbilder/Mondnacht https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/