Wüstes Schimpfen eines Wirtes Lichtenstein, Alfred Wüstes Schimpfen eines Wirtes Es ist, um die Stühle durch die Spiegelscheiben auf die Straße zu hauen – Da sitz ich nun mit hochgezognen Augenbrauen: Alle Gasthäuser sind voll, Mein Gasthaus ist leer – Ist das nicht toll ... Ist das nicht merkwürdig ... Ist das nicht zum Kotzen ... Die dämlichen Spießer – die elenden Protzen – Bei mir geht jeder vorbei ... Verfluchte Schweinerei ... Dazu verbrenne ich Gas und elektrische Flammen – Möge mich Gott und Teufel verdammen: Donnerwetter ... Warum ist gerade mein Gasthaus leer ... Mürrische Kellner stehen vorwurfsvoll umher – Was kann ich denn dafür – Kein Aas kommt zur Tür – In engster Ecke sitz ich mit sehnsüchtgem Gesicht. Gäste kommen nicht. – – Das Essen verdirbt, der Wein und das Brot. Am liebsten machte ich die Bude zu. Und weinte mich tot ... Alfred Lichtenstein: Gesammelte Gedichte. Auf Grund der handschriftlichen Gedichthefte Alfred Lichtensteins kritisch herausgegeben von Klaus Kanzog, Zürich: Arche, 1962. Lichtenstein, Alfred 27- Zürich TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung. https://www.zeno.org/Literatur/M/Lichtenstein,%20Alfred/Gedichte/Capriccio/W%C3%BCstes%20Schimpfen%20eines%20Wirtes https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/