Rotundenzensur in Königsberg Tucholsky, Kurt Rotundenzensur in Königsberg Die hiesige Garnisonverwaltung – (wir sind schon weit in der Kultur) die brauchte zwecks Toilettegestaltung Papier – und zwar Makulatur. Doch darf kein Blatt von jener Sorte, so roh, so rot und so verderbt darunter sein – An solchem Orte kann man nie wissen, ob das färbt. Ertappt man etwa die Rekruten, und lesen sie solch ein Traktat, und grad, wenn sie – Reveille tuten: das wäre glatter Hochverrat! Wir dürfen dieses nicht beklagen! – . . . ›Kreuzzeitung‹ . . . ›Post‹ – nun – weg ist weg! Und sie erreichen sozusagen den eigentlichen Bestimmungszweck. · Kurt Vorwärts, 17.02.1912, wieder in: Fromme Gesänge. Kurt Tucholsky: Gesammelte Werke in zehn Bänden. Herausgegeben von Mary Gerold-Tucholsky und Fritz J. Raddatz, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag, 1975. Tucholsky, Kurt 45- Hamburg TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung. https://www.zeno.org/Literatur/M/Tucholsky,%20Kurt/Werke/1912/Rotundenzensur%20in%20K%C3%B6nigsberg https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/