Die Stille Rilke, Rainer Maria Die Stille Hörst du, Geliebte, ich hebe die Hände – hörst du: es rauscht... Welche Gebärde der Einsamen fände sich nicht von vielen Dingen belauscht? Hörst du, Geliebte, ich schließe die Lider, und auch das ist Geräusch bis zu dir. Hörst du, Geliebte, ich hebe sie wieder...... ... aber warum bist du nicht hier. Der Abdruck meiner kleinsten Bewegung bleibt in der seidenen Stille sichtbar; unvernichtbar drückt die geringste Erregung in den gespannten Vorhang der Ferne sich ein. Auf meinen Atemzügen heben und senken die Sterne sich. Zu meinen Lippen kommen die Düfte zur Tränke, und ich erkenne die Handgelenke entfernter Engel. Nur die ich denke: Dich seh ich nicht. Rainer Maria Rilke: Sämtliche Werke. Herausgegeben vom Rilke-Archiv in Verbindung mit Ruth Sieber-Rilke, besorgt von Ernst Zinn, Band 1–6, Wiesbaden und Frankfurt a.M.: Insel, 1955–1966. Rilke, Rainer Maria 378- Frankfurt a.M. TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung. https://www.zeno.org/Literatur/M/Rilke,%20Rainer%20Maria/Gedichte/Das%20Buch%20der%20Bilder/Des%20ersten%20Buches.%20Erster%20Teil/Die%20Stille https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/