Die Bauern Trakl, Georg Die Bauern Vorm Fenster tönendes Grün und Rot. Im schwarzverräucherten, niederen Saal Sitzen die Knechte und Mägde beim Mahl; Und sie schenken den Wein und sie brechen das Brot. Im tiefen Schweigen der Mittagszeit Fällt bisweilen ein karges Wort. Die Äcker flimmern in einem fort Und der Himmel bleiern und weit. Fratzenhaft flackert im Herd die Glut Und ein Schwarm von Fliegen summt. Die Mägde lauschen blöd und verstummt Und ihre Schläfen hämmert das Blut. Und manchmal treffen sich Blicke voll Gier, Wenn tierischer Dunst die Stube durchweht. Eintönig spricht ein Knecht das Gebet Und ein Hahn kräht unter der Tür. Und wieder ins Feld. Ein Grauen packt Sie oft im tosenden Ährengebraus Und klirrend schwingen ein und aus Die Sensen geisterhaft im Takt. Georg Trakl: Das dichterische Werk. Auf Grund der historisch-kritischen Ausgabe von Walther Killy und Hans Szklenar bearbeitet von Friedrich Kur, München: Deutscher Taschenbuchverlag, 1972. Trakl, Georg 20- München TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung. https://www.zeno.org/Literatur/M/Trakl,%20Georg/Gedichte/Gedichte%20%28Ausgabe%201913%29/Die%20Bauern https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/