Blumengruß zum 23. November Hensel, Luise Blumengruß zum 23. November (An Clemens August von Cöln.) »Still sind wir der Erd' entsprossen; Wie es Gott der Herr gefügt; Thau ist reich auf uns geflossen, Winde haben uns gewiegt. Düfte hat uns Gott verliehen Und der Farben buntes Licht; Aber er, um den wir blühen, Ach! sein Auge sieht uns nicht.« Und der armen Waislein Sehnen Hat die Seele mir bewegt, Und ich habe sie mit Tränen Still gesammelt und gepflegt. Und ich sende sie hinüber, Die ich Dir zum Kranze wand. Ach! sie grüßten Dich viel lieber Hier in Deinem Gartenland. Und ob Lorbeer schon und Palme Dein geweihtes Haupt umwehn, Wirst Du, Hirt! auch meine Halme, Meine Blümlein nicht verschmähn. Cöln, 1841. Louise Hensel: Lieder. 4. vermehrte Auflage, Paderborn: Druck und Verlag von Ferdinand Schöningh, 1879. Hensel, Luise 347- 1879 Paderborn TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung. https://www.zeno.org/Literatur/M/Hensel,%20Luise/Gedichte/Lieder%20%28Ausgabe%20von%201879%29/Anhang/Blumengru%C3%9F%20zum%2023.%20November https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/