Im Schlaf um Mitternacht Whitman, Walt Im Schlaf um Mitternacht Von manchem Gesicht in Seelennot, Von dem ersten Blick aus den Augen tödlich Getroffener, Diesem ersten unbeschreiblichen Blick! – Von den Toten, die mit ausgebreiteten Armen auf dem Rücken liegen, Träume ich, träume ich Im Schlaf um Mitternacht. Von Wäldern, Feldern und Bergen, Von sturmzerrissenen Wolken, Vom Mond, der märchenhell schimmerte, Wo wir die Schanzen und die Schanzkörbe aufwarfen In schweigender Arbeit, Träume ich, träume, träume ... Lange sind sie dahin, Gesichter und Schanzen und Felder, Wo ich im Schlachtgetümmel Mit gelassener Ruhe zu den Verwundeten trat, Und weg von den Toten. Vorwärts eilte ich damals – doch jetzt erscheinen sie wieder zur Nachtzeit, Wenn ich träume, träume, träume ... Whitman, Walt: Grashalme. Übers. v. Wilhelm Schölermann, Leipzig: Eugen Diederichs, 1904 Whitman, Walt 160- Leipzig TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung. https://www.zeno.org/Literatur/M/Whitman,%20Walt/Lyrik/Grashalme%20%28Auswahl%29/Verschiedenes/Im%20Schlaf%20um%20Mitternacht https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/