Die Stunde schlug Storm, Theodor Die Stunde schlug Die Stunde schlug, und deine Hand Liegt zitternd in der meinen, An meine Lippen streiften schon Mit scheuem Druck die deinen. Es zuckten aus dem vollen Kelch Elektrisch schon die Funken; O fasse Mut, und fliehe nicht, Bevor wir ganz getrunken! Die Lippen, die mich so berührt, Sind nicht mehr deine eignen; Sie können doch, solang du lebst, Die meinen nicht verleugnen. Die Lippen, die sich so berührt, Sind rettungslos gefangen; Spät oder früh, sie müssen doch Sich tödlich heimverlangen. Theodor Storm: Sämtliche Werke in vier Bänden. Herausgegeben von Peter Goldammer, 4. Auflage, Berlin und Weimar: Aufbau, 1978. Storm, Theodor 119- 1978 Berlin und Weimar TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung. https://www.zeno.org/Literatur/M/Storm,%20Theodor/Gedichte/Gedichte%20%28Ausgabe%201885%29/Erstes%20Buch/Die%20Stunde%20schlug https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/