Der Marmorknabe Meyer, Conrad Ferdinand Der Marmorknabe In der Capuletti Vigna graben Gärtner, finden einen Marmorknaben, Meister Simon holen sie herbei, Der entscheide, welcher Gott es sei. Wie den Fund man dem Gelehrten zeigte, Der die graue Wimper forschend neigte, Kniet', ein Kind daneben: Julia, Die den Marmorknaben finden sah. »Welches ist dein süßer Name, Knabe? Steig ans Tageslicht aus deinem Grabe! Eine Fackel trägst du? Bist beschwingt? Amor bist du, der die Herzen zwingt?« Meister Simon, streng das Bild betrachtend, Eines Kindes Worte nicht beachtend, Spricht: »Er löscht die Fackel. Sie verloht. Dieser schöne Jüngling ist der Tod.« Conrad Ferdinand Meyer: Sämtliche Werke in zwei Bänden. Vollständiger Text nach den Ausgaben letzter Hand. Mit einem Nachwort von Erwin Laaths, München: Winkler, 1968. Meyer, Conrad Ferdinand 13- München TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung. https://www.zeno.org/Literatur/M/Meyer,%20Conrad%20Ferdinand/Gedichte/Gedichte%20%28Ausgabe%201892%29/1.%20Vorsaal/Der%20Marmorknabe https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/