Vermälte Christen, Ada Vermälte O sieh', wie von der Wahrheit Wort Die kalten gift'gen Nebel schwanden, Gesegnet sei der Tag hinfort, An welchem wir uns wieder fanden. Wie lange hielt uns Menschen Trug Und stolzes Schweigen dumpf umfangen, Wie hemmten wir der Seelen Flug, Die zweifelnd in dem Dunkel rangen. Und stehen wir uns weltenfern, Ist auch vergeudet unser Leben, Ich habe jedes Leid doch gern Aus tiefstem Herzen Dir vergeben. Es ist des Glückes letzte Huld, Das wir uns heut' die Hände reichen; Wir büßen ja die alte Schuld, Gekettet an lebend'ge Leichen. Ada Christen: Aus der Asche. Neue Gedichte, Hamburg: Hoffmann & Campe, 1870. Christen, Ada 8- Hamburg TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung. https://www.zeno.org/Literatur/M/Christen,%20Ada/Gedichte/Aus%20der%20Asche/Nachkl%C3%A4nge/Verm%C3%A4lte https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/