Sie Klopstock, Friedrich Gottlieb Sie Freude, wem gleichst du? Umsonst streb ich zu wählen. Du bist Allem, was schöner ist, gleich, allem, das hoch Sich erhebet, allem, was ganz Rühret das Herz. O, sie kennen dich nicht! Wissen sie, dass du nicht kommst, Wenn sie dir rufen? dass du, Freieste du, Sie, wenn zu zwingen sie wähnen, verlachst, Fliehend verlachst? Freieste, aber du bist Fühlenden, Redlichen hold, Lächelst ihnen. Du labst dann wie der West, Blühest wie Rosen, welche mit Moos Gürten ihr Blatt, Glühst von der Lerche Glut, hebt sie gen Himmel sich, weinst, Wie die gekränzete Braut, wie, wenn den Sohn, Junge Mutter nunmehr, sie umarmt, Drückt an ihr Herz. Aber du weinest auch, wenn mit der Wehmut du dich Einst und der Tröstung. Besucht oft sie, ihr drei, Denen ihr liebe Gespielinnen seid, Grazien seid! Friedrich Gottlieb Klopstock: Ausgewählte Werke. Herausgegeben von Karl August Schleiden, München: Hanser, 1962. Klopstock, Friedrich Gottlieb 166- München TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung. https://www.zeno.org/Literatur/M/Klopstock,%20Friedrich%20Gottlieb/Gedichte/Ausgew%C3%A4hlte%20Oden%20und%20Elegien/Sie https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/