Im Dorfe Christen, Ada Im Dorfe Richtig da, die alte Scheuer Steht noch auf derselben Stelle, Vor der Thüre flammt das Feuer, Flackert auf, wie einst so helle, Und wie einst, so heute lagern Kunstplebejer, Vagabunden, Blasse Weiber bei den magern Kindern und bei alten Hunden. Jubelnd grüßt das längst-vergess'ne, Jugend-mahnende Gelichter, Ich erkenne schminkzerfress'ne Kecke, thörichte Gesichter. Wüst-poetisch, frierend, hungernd Finde ich die Altbekannten Ärmer noch, noch träger lungernd, Echte Handwerks-Comödianten. Hinter einem Zaume werden Sie einst jämmerlich verenden, Denn es giebt für sie auf Erden Schon zu viel der Concurrenten. Habt als Stümper angefangen Und seid Stümper auch geblieben; Kirch' und Parlament seit langen Jenes Handwerk besser trieben. Ada Christen: Aus der Asche. Neue Gedichte, Hamburg: Hoffmann & Campe, 1870. Christen, Ada 51- Hamburg TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung. https://www.zeno.org/Literatur/M/Christen,%20Ada/Gedichte/Aus%20der%20Asche/Wandernd/Im%20Dorfe https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/