10. Hortulan und Lilie Fleming, Paul 10. Hortulan und Lilie Seh' ich, sprach Hortulan zu seiner Lilien, die bunten Blumen an in ihren Zieraten, so will mich doch für allen die Lilge nur gefallen: so, Liebst', du, meine Zier, für andern Jungfern mir. Die keusche Lilie hub so hingegen an; So wahr ich vor dir steh', herzliebster Hortulan, wie Mancher mich beweget, der so der Gärten pfleget, doch kanst für Allen du mich ziehen zu dir zu. Er bot ihr einen Kuß; sie bot ihm einen drauf. So, so, sprach Sylvius, das ist der rechte Kauf! Er wird, wie vor den Garten, so seine Lilge warten! Sie wurden beide rot. Er sprach: So paar' euch Gott! Paul Fleming: Deutsche Gedichte, Herausgegeben von J. M. Lappenberg, Band 1 und 2, Stuttgart 1865. Fleming, Paul 305- Stuttgart TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung. https://www.zeno.org/Literatur/M/Fleming,%20Paul/Gedichte/Deutsche%20Gedichte/Oden/3.%20Von%20Hochzeitliedern/10.%20Hortulan%20und%20Lilie https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/