Klagen eines Ikarus Baudelaire, Charles Klagen eines Ikarus. Wer die Liebe der Dirnen genossen, Ist befriedigt und ohne Gram; Mein Arm ist gebrochen und lahm, Weil er Wolkengebilde umschlossen. Das Sternheer, das vom Himmel glüht, Ist schuld mit seinem seltnen Scheine, Dass mein geblendet Aug alleine Erinnerung von Sonnen sieht. Umsonst wollt ich den Raum durchdringen, Um End und Mitte zu erspähn; Ich fühle, rettungslos zergehn Vor fremdem Glutblick meine Schwingen. Mich, den verbrannt der Sehnsucht Glut, Lebendge Schönheit zu erkennen, Krönt nicht der Ruhm, nach mir zu nennen Den Abgrund, drin mein Leichnam ruht. Baudelaire, Charles: Blumen des Bösen. Übers. v. Wolf v. Kalckreuth, Leipzig: Insel-Verlag, 1907. Baudelaire, Charles 86- Leipzig TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung. https://www.zeno.org/Literatur/M/Baudelaire,%20Charles/Lyrik/Die%20Blumen%20des%20B%C3%B6sen%20%28Auswahl%29/Spleen%20und%20Ideal/Klagen%20eines%20Ikarus https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/