Traumbesitz Meyer, Conrad Ferdinand Traumbesitz »Fremdling, unter diesem Schutte Wölbt sich eine weite Halle, Blüht des Inka goldner Garten, Prangt der Sessel meines Ahns! Alles Laub und alle Früchte Und die Vögel auf den Ästen Und die Fischlein in den Teichen Sind vom allerfeinsten Gold.« – »Knabe, du bist zart und dürftig, Deine greisen Eltern darben – Warum gräbst du nicht die nahen Schätze, die dein Erbe sind?« »Solches, Fremdling, wäre sündlich! Nein, ich lasse mir genügen An dem kleinen Weizenfelde, Das mir oben übrigblieb. Im Geheimen meines Herzens, Mit den Augen meines Geistes Schwelg ich in den lichten Wundern, In dem unermeßnen Hort: O des Glanzes! O der Fülle! Siehst du dort die Büschel Maises Mit den schöngeformten Kolben? Siehst du dort den goldnen Thron?« Conrad Ferdinand Meyer: Sämtliche Werke in zwei Bänden. Vollständiger Text nach den Ausgaben letzter Hand. Mit einem Nachwort von Erwin Laaths, München: Winkler, 1968. Meyer, Conrad Ferdinand 25- München TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung. https://www.zeno.org/Literatur/M/Meyer,%20Conrad%20Ferdinand/Gedichte/Gedichte%20%28Ausgabe%201892%29/1.%20Vorsaal/Traumbesitz https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/