Saisonbeschluß Tucholsky, Kurt Saisonbeschluß Nun reibt der Heldenvater sich mit Margarine die Schminke aus dem fetten Doppelkinn, und auch im Silberhaar die Heroine legt alles ab und hin. Verstaubt und leer steht nun der Kassenschalter; sie schieben alle nacheinander ab: das Personal und der Konkursverwalter und Herr von Glasenapp. Und es erheben sich so manche Fragen: Da Hollaender nicht immer schweigen kann, – der Speichel rinnt auch in den warmen Tagen – wo lässt es dieser Mann? Wovon soll der Gerichtsvollzieher leben? Es bleibt nicht immer, wie es einstens war . . . und wohin soll er nun den Kuckuck kleben? O einziger Lothar! Und kurz und gut: Nicht immer gings dem süßen Kinde Thaliens gut, und meistens nur so so . . . Nun aber kommen Wiesen und die Sommerwinde – Rideau! Rideau! · Ignaz Die Schaubühne, 22.05.1913, Nr. 21, S. 582, wieder in: Fromme Gesänge. Kurt Tucholsky: Gesammelte Werke in zehn Bänden. Herausgegeben von Mary Gerold-Tucholsky und Fritz J. Raddatz, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag, 1975. Tucholsky, Kurt 96- Hamburg TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung. https://www.zeno.org/Literatur/M/Tucholsky,%20Kurt/Werke/1913/Saisonbeschlu%C3%9F https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/