Wir zwei Knaben Whitman, Walt Wir zwei Knaben Wir zwei Knaben, fest uns fassend, Keiner von dem andern lassend, Durch die Straßen auf und nieder, Nordwärts, südwärts, immer wieder Kraft genießend, Hände schließend, Mut erprobend, Tapfre lobend, Frisch zugreifend, Weit ausschweifend; Ohne Angst mit scharfen Waffen Gegen Geizige und Pfaffen; Essen, trinken, lieben, schlafen, Und dann wieder auf sich raffen, Schwimmen, segeln, rudern, rennen, Kein Gesetz als unsres kennen; Waldluft, Seeluft in die Lungen, Wir, die beiden Ewigjungen, Auf dem Lande und am Strande, Wie die rechte Räuberbande! Kein Respekt vor den Gesetzen, Lachen, lieben, hauen, hetzen, Schranken, Vorschriften verletzen: Sammeln wir die Lebensbeute, Wie zwei freie Jägersleute – Bellt und kläfft auch rings die Meute! Whitman, Walt: Grashalme. Übers. v. Wilhelm Schölermann, Leipzig: Eugen Diederichs, 1904 Whitman, Walt 139- Leipzig TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung. https://www.zeno.org/Literatur/M/Whitman,%20Walt/Lyrik/Grashalme%20%28Auswahl%29/Aus%20%C2%BBCalamus%C2%AB/Wir%20zwei%20Knaben https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/