Ein Epilog Storm, Theodor Ein Epilog Ich hab es mir zum Trost ersonnen In dieser Zeit der schweren Not, In dieser Blütezeit der Schufte, In dieser Zeit von Salz und Brot. Ich zage nicht, es muss sich wenden, Und heiter wird die Welt erstehn, Es kann der echte Keim des Lebens Nicht ohne Frucht verlorengehn. Der Klang von Frühlingsungewittern, Von dem wir schauernd sind erwacht, Von dem noch alle Wipfel rauschen, Er kommt noch einmal, über Nacht! Und durch den ganzen Himmel rollen Wird dieser letzte Donnerschlag; Dann wird es wirklich Frühling werden Und hoher, heller, goldner Tag. Heil allen Menschen, die es hören! Und Heil dem Dichter, der dann lebt Und aus dem offnen Schacht des Lebens Den Edelstein der Dichtung hebt! Theodor Storm: Sämtliche Werke in vier Bänden. Herausgegeben von Peter Goldammer, 4. Auflage, Berlin und Weimar: Aufbau, 1978. Storm, Theodor 160- 1978 Berlin und Weimar TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung. https://www.zeno.org/Literatur/M/Storm,%20Theodor/Gedichte/Gedichte%20%28Ausgabe%201885%29/Erstes%20Buch/Ein%20Epilog https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/