Parkett Tucholsky, Kurt Parkett Das Stück hat Weltanschauung. Neben mir Ottilchen hat weit die grauen Augen aufgemacht: Der, nach dem Spiel, erhofft ein Kartenspielchen, der eine Nacht . . . Der Diener meldet die Kommerzienräte, die Gnädige empfängt, ein Sektglas klirrt. Ich streichle ihre Hand, die sonst die Hüte nähte . . . Ob das was wird? Da oben gibt es Liebe und Entsetzen, doch so gemäßigt, wie sichs eben schickt. »Ottilie«, flüstre ich, »vermagst du mich zu schätzen?!« Sieh da: sie nickt. Nun lässt mich alles kalt: die ganze Tragik ist jetzt für mich verhältnismäßig gleich. Und nimmt Madameken ihr Gift, dann sag ick: »Ich bin so reich . . . « Was kümmern mich die blöden Bühnenränke! Nu sieh mal, wie sie um die Leiche stehn! Genug – . . . »Ottilie«, spreche ich, »ich denke – wir wollen gehn . . . « · Ignaz Die Schaubühne, 04.09.1913, Nr. 36, S. 842, wieder in: Fromme Gesänge. Kurt Tucholsky: Gesammelte Werke in zehn Bänden. Herausgegeben von Mary Gerold-Tucholsky und Fritz J. Raddatz, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag, 1975. Tucholsky, Kurt 109- Hamburg TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung. https://www.zeno.org/Literatur/M/Tucholsky,%20Kurt/Werke/1913/Parkett https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/