Säcksche Festspiele Tucholsky, Kurt Säcksche Festspiele In jeder Stadt streicht ein Nabolium sich die schwarze Locke aus seiner Stirn – jedweder Bürger prangt in prallem Waffenrocke und einem blanken Pappmaché-Theaterhirn. Zweihundert Pferde machen Staub und andre Sachen – ein Böller kracht . . . Handlungsgehilfen, Handwerksmeister wachen lang hingestreckt, auf Posten, in der Sommernacht. Ein Orden winkt; laut klopfen aller Herzen – bengalisch Feuer flammt . . . Ein Sängerchor greift tief erregt in falsche Terzen, Nabolium schwitzt, und Yorckn rutscht die Hose – au verdammt! Die Brücke fliegt! Gehulter und Gepulter . . . Ein lebend Bild – wer hätte das gedacht! Und nachher kloppt der Zar dem Friedrich Wilhelm auf die Schulter: »Das hammer ganz fermost gemacht!« · Ignaz Die Schaubühne, 08.05.1913, Nr. 19, S. 526, wieder in: Fromme Gesänge. Kurt Tucholsky: Gesammelte Werke in zehn Bänden. Herausgegeben von Mary Gerold-Tucholsky und Fritz J. Raddatz, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag, 1975. Tucholsky, Kurt 94- Hamburg TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung. https://www.zeno.org/Literatur/M/Tucholsky,%20Kurt/Werke/1913/S%C3%A4cksche%20Festspiele https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/