Abendbild Christen, Ada Abendbild Grau der Himmel, grau die Erde, Grau das weite dürre Land, Sonn'verbrannte nied're Sträucher, Schwarzer Sumpf und heißer Sand; Doch schon weben in der Ferne Abendnebel, dünn' und leicht, Ihre grauen feuchten Schleier Und die träge Stille weicht. Denn ein mildes kühles Lüftchen, Wie der reine Athemzug Eines schlafumfang'nen Kindes, Hemmt der Vögel matten Flug. Aus den Büschen, still sich regend, Ein geheimes Flüstern bricht, Leise klagt's im Sumpf und silbern Spiegelt sich das Mondenlicht. – Ada Christen: Aus der Asche. Neue Gedichte, Hamburg: Hoffmann & Campe, 1870. Christen, Ada 50- Hamburg TextGrid, www.editura.de; Digitale Bibliothek. Die historischen Texte und Übersetzungen bleiben unverändert in der Quellfassung. https://www.zeno.org/Literatur/M/Christen,%20Ada/Gedichte/Aus%20der%20Asche/Wandernd/Abendbild https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/